Dank Christoph bin ich soeben auf diesen Clip aufmerksam geworden, ein Poetry-Slam-Auftritt der besonderen Güte. Ich denke, alle zusätzlichen Worte wären vertane Zeit, Vorhang auf und Zeit zum Zuhören nehmen, es lohnt sich:
Dank Christoph bin ich soeben auf diesen Clip aufmerksam geworden, ein Poetry-Slam-Auftritt der besonderen Güte. Ich denke, alle zusätzlichen Worte wären vertane Zeit, Vorhang auf und Zeit zum Zuhören nehmen, es lohnt sich:
Wir schreiben das Jahr 1983. Verfasser dieser Zeilen macht mal eben sein Abi, der Sommer ist warm und nach dem Verlassen des Gymnasiums herrlich orientierungslos, alle warten auf Bundeswehr oder Zivildienst und träumen vom wilden Studentenleben fernab der norddeutsch-heimischen Idylle.
Nato-Doppelbeschluss, Reagan und Thatcher boten genug Angriffsflächen für die von 68ern-Lehrern liebevoll pseudorevolutionär gehätschelte Bildungsjugend, und in Deutschland erhob sich jüngst der Monolith Helmut Kohl, als Witzfigur betrachtet und nicht als Kanzler ernst genommen, der 16 Jahre lang die Regierungsbank stabil besetzen wird.
Punk war ein paar Jährchen her und hat in Deutschlands Provinz nicht wirklich eingeschlagen. Die harten Jungs mixten Punk und Wave unter ihre Metal-Scheiben. Eddie van Halen war ein bewunderter Virtuose. Und dann gab es da diese seltsame Parallelwelt Disco und Pop, gerne konsumiert von schick angezogenen Malochern, die nach ölverschmierter Woche am Wochenende im vom Papa gesponsorten Golf mal richtig aufdrehen wollten. Saubere Trennlinie soweit.
Und plötzlich gibt es da dieses androgyne Wesen, dass sich mit weißem Tigerchen in Glitzerklamotten auf einem Plattencover räkelt. Aber drinnen? Jagt Eddie van Halen ein Tappingsolo erster Güte einem vom Beat getriebenen Tanzhammer voran (Beat it). Rappt Vincent Price auf einem Horrorhüpfer (Thriller), und ein dazugehöriger Video ist ein John-Landis-Minischocker mit unvergesslichen Tanzeinlagen. Auch Paul McCartney lässt sich nicht lumpen und führt ein Verbalbaggerduell mit diesem unvergleichlichen Lufthüpfer. Und M.J. schafft es auf wundersame Weise, Barrieren zu überwinden, alle Gruppen, Headbanger und Popper, Tänzer und Steher hinter sich zu vereinen. Oder aus Stehern Tänzer zu machen…
Ein normaler Mensch? Nein, da singt zwar jemand von Liebe, man kann sich auch gut vorstellen, dass sich da viele Girls gerne angesprochen fühlen, aber eine seltsam kindlich-verspielte Unschuld umspielt diesen jungen Mann,der irgendwie anders erscheint, von dem viele Deutsche nicht wissen, dass er kürzlich noch eine normal-knuffige afroamerikanische Nase und einen Krauskopf hatte, und vielleicht auch etwas dunklere Haut.
Und dass Papa ihn recht früh mit seinen Brüdern auf die Showbühne gejagt hat, um die Malocherfamilie auf den Brettern der Musikbühnen zu einer wohlhabenden Künstlerfamilie zu machen. Auf Kosten der Kindheit des kleinen Michael, der singt wie ein verliebter Lover, aber nicht mal in Ruhe in seinem Zimmer spielen konnte, sondern auf Star gedrillt wurde. Und den Papa gerne mal “Dicknase” genannt hat…
Und der vom Papa im Himmel mit einer dieser olympischen Stimmen gesegnet wurde, die sich im Hörkanal setzen wie Honig im Rachen, eine Stimme, die auf seltsame Weise selbst dann tief anrührt, wenn sie einfachste Popsongs intoniert und sogar zum Weinen bringen kann, wenn man merkt, dass der Inhalt aus dem Herzen kommt. Dem viele tolle Melodien einfallen, und der viele große Popkünstler seiner Zeit kontaktiert und in kongenialer Weise mit ihnen kollaboriert (Quincy Jones, McCartney, van Halen, Slash usw.).
Nie wieder war er so gut und vereinend wie auf Thriller, denn was folgt auf eines der inspiriertesten Alben der Popgeschichte? Viel Kohle, mit der man sich alles leisten kann, was meine Platten aufpimpt, aber auch den Kern verschütten kann. Der verzweifelte Versuch, sich mit Geld die eigene Jugend und Anerkennung zu kaufen (plastische Chirurgie, Neverland, Äffchen, Kirmesinventar).
Jackson ein Kinderschänder? Das glaube ich nicht, habe ich nie geglaubt. Da wollten ein paar geldgeile Nutznießer Profit daraus schlagen, dass Jackson sich daran gefreut hat, Kindern nahe zu sein. Bestimmt hat er mal mit Kindern “gekuschelt”, und darauf hätte ich als Elternteil eines Kuschelkindes keinen Bock, aber sexuell interessert an Kindern war Jackson m.E. nicht. Das hätte selbst M.J. nicht verheimlichen können, da hätte es stichfeste Beweise geben müssen (mein alter AG-Leiter im Ref. würde jetzt “Sperma-Spuren” sagen).
Nein, M.J. war ein talentierter, hübscher Mann, der nie Kind sein durfte und sich dann von falschen Quellen die Kindheit und Jugend erobern wollte. Ein Mann mit unfassbarem Talent und einem großen, naiven Herzen.
Und egal, was er aus sich gemacht hat, das wahre Kind Jackson leuchtete immer wieder aus seiner kreativen Arbeit hervor und machte ihn zu einem modernen Rattenfänger für die ganze Welt. Ach, Michael, ich würde gerne die Uhren zurückdrehen ca. ins Jahr 1979. Ich würde dir sagen, wie begabt du bist und wie lieb Gott dich hat. Und dass du nie, nie einer anderen Lügnerstimme glauben sollst.
Du hast mir viel Freude in meinem Leben gemacht. Ich weiß nicht so genau, was du die letzten 8 Jahre gedacht hast. Vielleicht hast du in ruhigen Stunden, während dieser bescheuerten Prozesse oder mit deinen Kindern, diese Stimme gehört, die zu dir spricht: Michael, du bist mein geliebtes Kind. Ich habe dich geschaffen, kenne dich, schon als ich dich im Mutterleib formte. Ich finde deine Musik geil. Du bist schön, ich wollte dich so. Und egal, was war, wo du fehlgetreten bist, hier bin ich und warte auf dich. Komm zu mir, ich geb dir Ruhe und Frieden, für immer.
Ich hoffe, dass du diese Stimme gehört hast und ihr gefolgt bist. Und jetzt bei ihr bist, im goldenen Sarg oder in einem Sack aus Leinen. Aber mit einem neuen, geschenkten Herz.
Wenn man bloggt und twittert, bleibt es nicht aus, das man bundesweit bekannt und beliebt wird.
So lernt man immer mal wieder interessante Leute kennen, vor allem, wenn man attraktive Bilder bei Twitter einstellt. Man sollte es aber nicht übertreiben, denn nun hat meine Frau mir dieses kompromittierende Video zugespielt:
“So angelte ich mir Gigolo Thorsten”
Was soll ich sagen? Ich wasche meine Hände in Unschuld! Es muss sich um eine Verwechslung handeln. Solche Rüssel gibt es doch tausendfach!
Ja, das tut es! So richtiges Lesen meine ich, nicht auf Blogs rumchecken oder Magazine durchblättern. Sondern Glenn Gould leise im CD-Player (oder noch besser auf Vinyl), Sofa, Vanilla Chai und ein BUCH in der Hand. Das sind diese Papierdinger ohne Bilder, die man nicht scrollt, sondern umblättern muss, die nicht bliepen und blinken und die immer so lecker nach Papier und Druck riechen.
Warum? Weil es mich zur Ruhe bringt. Weil es mir ein Einlassen auf den Autor abverlangt. Weil außer Lesen dann nichts anderes geht (außer Glenn Gould aus der Ferne vernehmen und Tee trinken, jeweils gerade noch so). Ein Buch wird mein Freund und bleibt in meinem Kopf. Wenn es besser ist, rutscht es sogar in mein Herz.
Drei Heilmittel aus meiner Hausapotheke seien euch hiermit wämstens empfohlen:
1. Susanne Tobies: Der meine Schritte zählt

O-Ton der Autorin, die gerade mal wieder pilgert:
“Was treibt eine fast 50jährige berufstätige Ehefrau und Mutter dazu, sich aus heiterem Himmel Wanderschuhe anzuziehen und einen 10-kg-Rucksack aufzusetzen, um den deutschen Jakobsweg allein zu pilgern?
Bei Regen und Schnee, über aufgeweichte und schlecht passierbare Wege stoße ich an meine körperlichen Grenzen und begegne unverhofft auch meinen inneren Hindernissen und unheilen Prägungen. Gott hält mir durch den Weg einen Spiegel vor, erklärt behutsam Zusammenhänge und berührt mich durch überraschende Begegnungen.
Ein spannendes Abenteuer auf der Suche nach Gott und mir selbst. ”
Susanne fiel mir schon länger als einfühlsame und sprachgewandte Schreiberin auf ihrem Blog auf. Dann gab es zwei Artikel im “Aufatmen”, in denen Susanne von ihren Erlebnissen auf dem deutschen Jakobsweg berichtete, die mich sehr ansprachen. Ich bin langsam auch reif für eine Pilgerreise und liebäugle schon länger damit. Wer mich darauf wohl gebracht hat? Da gibt es doch so einen deutschen Comedystar, der ein Buch über seinen Jakobsweg in Spanien veröffentlichte, das seitdem als Geheimtipp gilt
Und Susanne hat es, wohl durch ähnliche Quellen inspiriert, durchgezogen. Das ist aber nicht “Hape” für Arme oder gar für arme Christen, sondern ein erfrischend persönlicher Reisebericht, poetisch und brutal ehrlich zugleich. Der Trip brachte der Autorin eine neue Freundin namens “Cordula” und neue, tiefe Erfahrungen mit Gott ein. Aber lest selbst.
By the way: Vielen lieben Dank an Dich, Susanne, für Deine Karte und das Buchpräsent, habe mich sehr gefreut und es gerne gelesen! Dir und Hartmut wünsche ich Gottes Segen auf euren brandaktuellen Pilgerwegen, ich freue mich schon auf das nächste Werk aus deiner Feder!
Hier kann man das Buch bestellen: http://www.c2cux.de/
2. Christoph Schlingensief: So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein: Tagebuch einer Krebserkrankung
Christoph Schlingensief, bekannter Film-, Theater- und Opernregisseur, Aktions- und Installationskünstler, hat das am Hals, vor dem sich Woody Allen 70 Jahre lang folgenlos gefürchtet hat: Krebs. Lungenkrebs. Er ist 48 Jahre alt, kein Alter, in dem man Spaß an derartigen Diagnosen hat. Man hat natürlich nie Lust, dem Tod ins Auge zu blicken. Was aber, wenn Gevatter Hein um die Ecke schaut und sich plötzlich in meine blühende Lebensplanung hineinschleicht? Oder besser: In meinen bunten, undurchdachten Alltag, von dem der Gesunde annimmt, er wäre ewig, und das Leben sei so furchtbar langweilig?
Wie ein Freund von mir immer sagt: Life is hard, and then you die.
Was mich für Gedanken befallen, wenn ich jegliche ironische Distanz zur Vergänglichkeit meines irdischen Daseins verliere, da die Uhr des Schnitters tickt, breitet Schlingensief in einer ehrlichen Bestandsaufnahme auf und schont und verschönert dabei nichts. Für Christen: C.S. stellt in dem Buch all die Fragen, die man ehrlich an das Leben, an sich selbst und Gott stellen muss, wenn es an das Eingemachte geht. Ich bin erschrocken und berührt, und nach der Lektüre dieses Buches steht ein Mann mehr auf meiner Gebetsliste, dem ich von Herzen wünsche, dass Gott ihm noch viele gute Jahre hier schenkt, und danach ein ewiges Leben ohne Leid und ohne Schmerz.
3. Jack Deere: Überrascht von der Kraft des Heiligen Geistes
Am Wochenende habe ich mal wieder in der Citychurch gepredigt, und zwar über Apg 3, die Heilung des Gelähmten, Thema: Unser Umgang mit Wundern.
Das Buch von Jack Deere hatte ich bereits vor ca. 10 Jahren gelesen, meines Erachtens eines der Standardwerke zum Thema, wie der Heilige Geist heute noch wirken kann. Auch im Bereich der Heilung von körperlichen Krankheiten.
Meine Predigt hatte zum Tenor, dass wir nicht so sehr auf die Wunder schauen sollten, die in unserem Erlebnishorizont zudem kaum vorkommen, sondern auf Gott, darauf, dass Übernatürliches uns einen Weg zur persönlichen Beziehung zu Jesus Christus bahnen kann. Aber das es nicht immer eines Wunders bedarf, dass ich in eine Beziehung zum lebendigen Gott komme.
Wegen eines rhetorischen Spielchens am Anfang der Predigt habe ich dann von zwei Gottesdienstbesucherin erstmals etwas heftigere Kritik einstecken müssen, die selbiges unpassend fanden.
Darüber nachdenkend und selbiges bedauernd wurde mir aber ein ganz anderer Spiegel vorgehalten, denn irgendwie enthielt die formale Kritik auch eine inhaltliche Anfrage an mich, was ich nämlich im Bereich “Wunder”, hier besonders Heilung, nicht nur theoretisch für wahr und möglich halte, sondern wirklich “glaube”, d.h., was ich rückhaltlos in die Praxis umsetzen würde. Ehrlich gesagt treibt mich diese Frage gerade fundamental um, und deswegen habe ich mir gerade den alten Deere mal wieder vorgeknöpft und mir dank eines Tipps von Markus Herbert auch das Buch von Peter Schneider “Lahme tanzen unter der Kanzel” bestellt. Demnächst mehr davon…
Merkt ihr was? Meine Lektüre hat gerade ein gemeinsames Grundthema, ungewollt. Wirklich ungewollt?
Nein, das ist nicht MEIN neuer Schlachtruf, sondern eines dieser unvergesslichen Morrissey-Zitate,ins Publikum gerufen am 09.06.09 im Capitol in Offenbach, wo Morrissey zu Beginn seiner aktuellen Deutschlandtour gastierte.
Komisch, kaum einer aus meinem aktuellen persönlichen Umfeld konnte spontan etwas mit diesem Namen anfangen. Wer? Nun, wie Farin Urlaub unlängst so schön formulierte: “Und immer, wenn wir traurig waren / Und traurig waren wir ziemlich oft / Nahm ich dich in meine Arme / Und dann hörten wir die Smiths / Manchmal auch The Cure oder New Order / Aber größtenteils die Smiths” .
Und Steven Patrick Morrissey war dereinst eben der Sänger dieser Schmidts, der wohl einflussreichsten Indie-Band der 80er, Vegetarierer, Fan der “New York Dolls”, von James Dean und Oscar Wilde, der früher gerne mal mit Gladiolen auf der Bühne wedelte. Nun ja, lustige Mischung, die dazu anregen mag, über die sexuell-emotionale Ausrichtung des Künstlers zu spekulieren. Ähnlich wie Morrissey empfinde ich derartige Spekulationen allerdings als ermüdend und irrelevant. Mich beeindruckt mehr, das Morrissey konsequent eigene Meinungen vertritt, auch wenn diese nicht immer von der Öffentlichkeit abgeklatscht werden, dass er sich z.B. für Tierrechte engagiert – und eine dieser charismatischen Stimmen geschenkt bekommen hat, die nur wenige ihr eigen nennen können, und diese immer wieder kreativ und innovativ einsetzt – anders als z.B. leider Bono, bei dem ich oft den Eindruck habe, dass er seine Gabe einer Jahrhundertstimme etwas zu leichtfertig betrachtet.
Am 22. Mai dieses Jahres wurde dieser Musikheld meiner Indie-Jugend nun 50. 50! 50!!! Und, wie ist das so, mit 50 auf der Bühne eines Rockkonzertes zu stehen und in die Gesichter von 40-jährigen zu blicken?
Offenkundig klasse, denn Morrissey ist in Würde gealtert. Wie wir alle ist er etwas “kompakter” gebaut als mit 25, trägt keine albernen Outfits, sondern Designerjeans, Hemden mit V-Ausschnitt (das tun wir nicht alle
) und eine Kurzhaarfrisur (das tun wir auch nicht alle, aber bis 50 kann es ja noch werden).
Wie wir alle rutscht ihm die Jeans immer a bisserl runter, und man muss sie etwas hochruckeln, zur Not auch auf der Showbühne. Man ist etwas gebeugter und schwitzt natürlich bei körperlicher Anstrengung reichlich. Da muss man in der Not schon mal “blank ziehen” und sein Oberhemd der Gemeinde entgegenwerfen (die es wie ein Kaninchen behandelt, das es mitten in ein Wolfsrudel verschlagen hat):

Und abseits dieser goldigen Äußerlichkeiten ist der Meister der großen Gesten ein wahrhaft charmanter Entertainer geworden, der nicht umsonst das Set mit “This charmin man”, dem alten Schmidts-Gassenhauer in Powerplay, beginnt.
Seine Stimme ist über alle Zweifel erhaben, auch wenn ein böser Virus gerade noch seine Heimattour in Great Britain torpediert hat, und er fischt Perlen aus seinem nun sehr reichhaltigen Repertoire, wie dies in der Indie-Szene nur noch der andere berühme Schmidt, Herr Robert “Vogelnestfrisur” Smith, kann.
Nur das Morrissey sie alle hat: Powersongs wie “Irish Blood…”, herzzerreissende Balladen, die aber von seinen ungewöhnlichen Lyrics leben und leben lassen, Poplieder, Rocker, Schwulstwerke voller Pathos. Ach, wie schön, und das ist gar nicht gestrig, sondern sehr heutig, denn Meister Moz hat gerade drei Superalben in Folge veröffentlicht.
Und er wird langsam so richtig nett, macht Shake hands am Bühnenrand, ist locker und lustig und gar nicht so eitel. Ja, Gott segne uns, und vor allem dich, Steven Patrick Morrissey. Das meine ich ganz ernst und wünsche dir von Herzen das Einzige, von dem ich nicht weiß, ob du es schon mal erfahren hast: Gottes Frieden. Das ist nicht ganz uneigennützig, denn ich wünsche mir im Himmel erstklassige Musik, bitte!
Wer übrigens eine fantastische Kritik vom Offenbach-Konzert lesen will, schaue mal hier:
http://meinzuhausemeinblog.blogspot.com/2009/06/morrissey-offenbach-090609.html
Und bevor ich es vergesse: Habe die Freude gehabt, als Support die erstaunlich gute Band “Doll and The Kicks” kennen zu lernen und habe mir am Schluss gleich deren Debut-CD gekauft und persönlich signieren lassen (die Band betreute den Merchandising-Stand höchstselbst, da konnte ich gleich etwas Lob loswerden). Wenn mich nicht alles täuscht, haben die bald zumindest einen Hit, z.B. den hier:
http://www.youtube.com/watch?v=CV_aYN4PImk
Gerade bei Feierlichkeiten, seien es weltliche oder kirchliche, kochen schon einmal die Emotionen hoch. Und wer wird schon gerne bei einer heiligen Handlung gestört?
Der bekannteste Bibelübersetzer deutscher Zunge heißt: Natürlich Martin ….er!
Wie du die ersten 4 fehlenden Buchstaben ergänzt, wird von deinem Alter abhängen: Wenn du so zwischen 12 – 21 Jahren alt bist, löst du vielleicht voll krass mit “Dreyer” auf. Bis vor kurzem hätte es seit ein paar Jahrhunderten noch “Luther” geheißen.
Die Volxbibel AT – Teil 1 folgt dem Beispiel ihres Vorgängers, des NT, und klettert im Amazon.de-Verkaufsrang hoch wie ein Wetterfrosch im April dieses Jahres (gerade hat der Frosch einen Regenschirm aufgeklappt), aktueller Stand der Fassung mit Motiv Zigarettenschachtel: Nr. 3.788 in Bücher. Wahnsinn!
Nun sollte man aber Dreyer nicht gegen Luther ausspielen oder umgekehrt: Die beiden deutschen Martins vereint ein Talent, nämlich dem Volk auf’s Maul schauen zu können. So wie Luther vor ein paar Hundert Jahren den Deutschen eine Bibel geschrieben hat, die sie auch verstehen können, liest sich die Volxbibel so, wie man (d.h. vor allem die Jugend einschließlich Berufsjugendlicher) heute “auf der Straße” spricht.
Hu, hu, hu, höre ich die Wächter des “wahren Glaubens” rufen, saugefährlich (äähhm, vielleicht vielmehr: unbiblisch, häretisch, bibeluntreu), was dieser Jesusfreak sich da zusammenschreibt: Da stimmt ja nicht jedes Wort mit dem Urtext überein, da gibt es PCs, Katzen, Bier und Styler in der VB, und überhaupt, wo bleibt der Ernst?
Liebe Unken dieser Welt, wo der rechte Glaube bleibt? Dort, wo es jesusmäßig abgeht, nicht, wo Punkt und Komma richtig gesetzt sind und man gestreng darüber wacht, dass der Glaube auch schön hinter dem Gartenzaun meines eigenen Horizonts bleibt und der Hausmeister mit Schiebermütze von oben ruft: Runter vom Rasen!
Tut mir leid, Martin D., meine Lieblingsbibelübersetzung bleibt Luther 84, aber: Die Volxbibel geht jesusmäßig ab und ist ein “fetter Segen” für uns alle. Lest das Teil bitte (z.B. meine Lieblingsstelle, die Weihnachtsgeschichte, als Einstieg) und freut euch dran, und dann bitte, bitte: Nehmt das raus, worum es geht, den Gott, der selbst zu den Menschen gekommen ist und dabei nicht auf Ansehen, Stil oder wohlfeile Sprache achtete, sondern uns “je und je geliebt” hat.
So gibt es jetzt eben zwei zu Recht bekannte deutsche Bibelübersetzer namens Martin. Der im Himmel liest bestimmt gerade Volxbibel und applaudiert!
- Das durchschnittliche Lebensalter eines dsungarischen Zwerghamsters
- Typische Feriendauer bei Jules Verne
- Die halbe Legislaturperiode des Deutschen Bundestags
- Baumwollhochzeit
- Gesetzliche Gewährleistungsfrist beim Kaufvertrag
- Trächtigkeitsdauer des afrikanischen Elefanten (na ja, fast)
Und jetzt auch das Ding hier. Bewegt sich also mit Elefantenruhe außerhalb jeglicher Gewährleistung in Baumwolle gehüllt und tote Hamster am Wegesrand zurücklassend. Von Beileidskundgebungen bitte ich im Interesse dieses sensiblen Wesens Abstand zu nehmen.
Für alle Fans amerikanischer (Indie-)Rockmusik gibt es einen tollen Tipp:
Der geneigte Hörer findet auf dieser Seite Exklusivmaterial diverser rühmenswerter Interpreten, z.B. Bon Iver, Hold Steady, Bob Mould, Fleet Foxes, Low et. pp zum KOSTENLOSEN Download.
Die Seite ist grafisch hübsch gestaltet, neben den Downloads (MP3 in guter Qualität) gibt es nette Comicbildchen zu jedem Act und redaktionelle Artikel.
Nur kurz registrieren, und schon kann es losgehen. Die Sessions umfassen in der Regel ein kurzes Hallo an den Hörer und 3 – 4 Songs, sind zuweilen akustisch instrumentiert, manchmal als Garagensession arrangiert. Hunderte von Künstlern liegen schon im Archiv, welches ständig wächst. Macht Lust auf die Bands, ein gutes Marketingportal. Denn was gefällt, will man ja auch auf Konserve haben.
Warum so plötzlich? Weil Kinder doch etwas sehr, sehr Schönes sind und das hier gerade mein Herz erwärmt hat wie einen Bratapfel im Steinofen: