Bitte einmal etwas Glauben, ich möchte Berge verrücken!

“Ich sage euch: Selbst wenn euer Glaube nur so groß ist wie ein Senfkorn, könnt ihr zu diesem Berg sagen: Rücke von hier nach dort, und er wird dorthin rücken. Nichts wird euch unmöglich sein.”

Erlebte Realität im Alltag eines Christen,menschen oder fromme Utopie? Bringt Glaube (und Beten) überhaupt etwas (hallo Kuli, Du siehst, es arbeitet in mir…)?

Damit habe ich mich ein paar Tage lang beschäftigt, auf der Basis der Bibelstelle, die für mich vor rund 22 Jahren der “letzte Schubser” war, Christ zu werden (Mk 9, 24 : http://www.bibleserver.com/text/LUT/Markus9  ), und das mündete in eine Predigt in der FeG Karlstadt.

Es geht um den Vater eines (epilepsie)kranken Sohnes, der zu Jesus mit der Bitte um Heilung seines Sohnes schreit: ” Ich glaube, hilf meinem Unglauben!”

Zuvor hatte Jesus ihm geantwortet:  Du sagst: Wenn du kannst – alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt.”

Kleiner Auszug aus der Predigt:

Wie so oft legt Jesus den Finger in die Wunde, weist den Vater auf die Wurzel des Problems hin: „Für den, der glaubt, ist alles möglich.“ Und lenkt damit die Frage von sich ab und verweist den Vater zurück auf sich: Nicht, was kann er, Jesus, nicht, sondern was kannst Du, Vater des kranken Sohnes, nicht?

Der Vater versteht. Es geht nicht um einen Trick oder um ein Rezept. Es geht auch nicht darum, einen abstrakten Glauben gepachtet zu haben, einen Katalog von Lehrsätzen für wahr zu halten. Dieser Glaube, von dem Jesus an dieser Stelle redet, ist viel einfacher: Er bedeutet, ihm zu vertrauen. Jesus zu vertrauen, und dem liebenden Vater, mit dem er verbunden ist, zu vertrauen. Er bedeutet loslassen, abspringen, die Zügel loslassen und sie Jesus in die Hand geben. Er bedeutet keine Gewissheit, dass etwas passiert, wenn ich an irgendeinem geistlichen Knöpfchen drehe. Er bedeutet, dass ich in eine tiefe Einheit mit Gott komme, die alles andere als vorhersehbar ist, aber eine ganz gewiss: Sie ist gut! Und in dieser Einheit ist ALLES möglich.

 Ein gutes Zitat dazu aus dem Buch „Evangelium“ von Paul Schütz:

„Darum sind alle Dinge möglich dem, der da glaubt: weil er mit dem einig geworden ist, der alle Dinge kann.“

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Wenn die Pulsuhr nicht piept…

Weder Midlife Crisis noch Ärzterat, aber der immer stärker werdende Ruf meines Körpers führte mich in mein aktuelles, selbsterwähltes Wellnessprogramm:

- Kein Zucker, auch nicht in Getränken

- Abends keine Kohlenhydrate

- 4x wöchentlich Laufen, stets frühmorgens, nach Möglichkeit unter der anaeroben Schwelle

Also musste eine Pulsuhr her. Die Wahl fiel auf die Polar FT7. Die soll angeblich piepen, wenn man die Schwelle zwischen aerober und anaerober Phase überschreitet. Tut sie aber nicht.

Nein, ich laufe nicht so, dass ich stets im Fettverbrennungsmodus bin. Auch ist der Signalton nicht defekt. Man hört ihn nur einfach nicht. Außer, man ist Hund, Vulkanier oder so etwas. Erklärung dazu vom Kundendienst: Die Uhr ist wegen ihrer Wasserdichte bis 30 m so hermetisch gebaut, dass die Töne nur sehr schwer zu hören sind. Macht nichts, ich nehme dank des obigen Verhaltens trotzdem gut ab und fühle mich fit wie schon lange nicht mehr. Außerdem würde das Gepiepe eh nerven.

Aber lustig ist das schon, eine führende Weltfirma…

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Predigtnachtrag

Am vergangenen Wochenende habe ich in der Citychurch über den Turmbau zu Babel (Genesis 11, 1 -9) gepredigt.

Etwas zu spät ist mir ein wichtiger Gedanke gekommen. Nach der Predigt ist eine junge Frau zu mir gekommen und hat mich gefragt, ob Jesus in dieser Geschichte vorkommt. Das habe ich spontan verneint, die Frage hängt mir aber nach.

Und gerade habe ich eine Antwort darauf gefunden.

In Genesis 11 ist ja ironisch die Rede davon, dass Gott “herabsteigt” (Ironie deswegen, da Gott herabsteigen muss, um den “tollen” Turm überhaupt zu sehen). Gott handelt dann bewahrend zum Schutz der Menschen vor ihrem Stolz und ihrer Ruhmsucht, indem er die Sprache “verwirrt” und die Menschheit zerstreut.

In Jesus passiert es dann noch einmal, dass Gott “herabsteigt”, dieses mal mit der Mission, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, nämlich eine neue Einheit der Menschen in Jesus herzustellen – und gleichzeitig eine neue, tiefe Einheit mit Gott.

Die Brücke der Stelle in Genesis 11 zu Jesus ist der “herabsteigende Gott”, der Gott, der, obwohl die Menschheit ihn ablehnt, selbst kommt, um heilend einzugreifen. Dazu im 1. Kapitel des Johannesevangeliums:

“Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn gemacht; aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind.”

Warum ist mir das nicht Samstag eingefallen? Aber besser spät als nie…

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Der Fotograf, der dich liebt…

Es könnte nur einen Grund geben, mir zu wünschen, noch einmal zu heiraten (natürlich wieder dieselbe Frau, die ja bekanntlich die beste Ehefrau von allen ist):

Uns von Johannes Fenn dabei fotografieren zu lassen. Ich war jetzt schon mehrere Male Zeuge der Aufnahmen und begeisterter Betrachter der Ergebnisse. Paulus würde heute sagen: Wenn ihr Euch nicht enthalten könnt, heiratet – und lasst Euch dabei von Johannes fotografieren, den Knipsjünger, den der HERR liebt!

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Schlag dir die Klauseln aus dem Kopf!

Werbung kann wirklich aufbauend sein:

Ich werde niemandem Neues erzählen, wenn ich berichte, dass die Victoria Versicherung (bei der ich übrigens seit Jahr und Tag Kunde bin) jetzt “ERGO” heißt.

Ich bin übrigens sehr zufrieden mit meiner Versicherung, gute Konditionen, gute Leistungen. Tief frustriert hat mich nur, dass der typische Versicherungsnehmer offenkundig, wie die Werbung zeigt, nicht ein Mittvierziger mit Schwimmring und Grabesblond, sondern ein junger, hübscher Lederjackenträger ist, der durch die ERGO-Werbung läuft, cool wie Sau seinen Frust über das deutsche Versicherungswesen rausbläst und sich zum Schluß, bevor er den Retro-Kopfhörer überstreift, mit dem Appell an die Assekuranzmeister wendet, er möge doch versichert und nicht verunsichert werden.

Hach, so schön und cool bin ich nicht mehr, bin ja schon froh, dass so alte Säcke wie ich überhaupt noch versichert werden. Die ERGO-Einstiegswerbung hat mich also etwas neidisch auf so viel juvenile Chuzpe gemacht.

Aber jetzt schlägt mein Herz wieder höher: Neuerdings ist der feuchte Mädchentraum aus der ERGO-Werbung verschwunden (wahrscheinlich von aphrodisierten Versicherungsnehmerinnen lebendig zerrissen und eingemacht), stattdessen äußert ein 40something mit deutlich weniger erotischer Strahlkraft Sätze, die auch Thomas Bernhard mit Elfriede Jellinek in der Antiaggressionsgruppe eingefallen sein könnten, und proklamiert auf den Großplakaten: Ich will Klartext und keine Klauseln!!

Cool, die ERGO hat also wohl alle ihre AGBs abgeschafft und leistet jetzt nur noch unbesehen irgendwelcher blöder Klauseln? Dann bin ich umso lieber weiterhin ERGO-Kunde, noch zumal die Werbehelden auch wieder im optischen Mittelmaß angekommen sind. Cogito, ERGO sum, oder so..

PS: Schon gewusst, dass Clip 1 offenkundig dezent von “High Fidelity”, ähm, “beeinflusst” ist? Guckst du hier:

http://blog.rebellen.info/2010/08/25/dumm-dreist-ideenlos-ergo-versicherungen/

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Zizek, Robin Hood, Starbucks und der Kapitalismus

(geklaut bei depone )

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Jesus im Mittelpunkt

Mit einem Freund habe ich vergangenen Samstag länger über dieses Thema diskutiert: Ist in unserer Gemeinde Jesus (noch) im Mittelpunkt?

Was ist das für eine seltsame Frage? Außenstehenden sei erklärt, dass sich unsere Gemeinde, die Citychurch Würzburg, von Anfang an dazu entschieden hat, eben das zu tun: Jesus in den Mittelpunkt zu nehmen. Deswegen nannten wir unsere Mitarbeitergottesdienste “JiM”.

Und was kann man sich darunter vorstellen? Sitzt in unserer Mitte ein langhaariger Sandalenträger, alle Anderen im Kreis auf Stühlen drumherum? Haben wir tolle Vorstellungskräfte? Sind wir schlichtweg vollkommen durchgeknallt?

Christen aller Denominationen werden uns beipflichten: Wir glauben daran, dass Jesus Christus nicht nur mal früher gelebt hat, sondern dass er auferstanden ist. WAHRHAFTIG auferstanden ist. Wie heißt es so schön: “Er sitzt zur rechten Gottes…”.

Eben. Aber nicht in GoDis der Citychurch Würzburg, oder? Zu kurz gedacht:Jesus hat uns versprochen: “Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. “

Auch bei uns in Würzburg also. Nun, das ist also christliches Gemeingut, dass Jesus wirklich “da” ist. Nicht in einem eigenen Körper, aber trotzdem mittendrin. Aber auch “im Mittelpunkt”?

Das ist nun eine Frage der Perspektive: Und unserer Entscheidung. Christ sein bedeutet sich anvertrauen an den auferstandenen Christus, ein altes Leben eintauschen gegen ein neues Leben “in der Nachfolge”, also mit festem Blick auf Gottes Sohn. Wenn das mein “Lebensprinzip” ist, darauf schauen, wo Gottes Sohn in meinem Leben ist, was er mit mir tun will und wie er Gemeinschaft mit mir haben will, dann ist Jesus genau da: In meinem Fokus, im Mittelpunkt meines Lebens. Er ist dann mein Leben. Er zwingt mich aber nicht dazu, das zu sein. Je nach unserem Willen geht es auch anders, z.B.:

1. Jesus als Gast

Ich lade ihn zuweilen mal ein, bin aber froh, wenn er auch mal wieder weg ist. Das ist natürlich ein Trugschluß, der lebendige Gott ist nie “weg” – aber er zwingt mich nicht, in mein Leben zu kommen, ihn wahrzunehmen.

2. Jesus als Rettungssanitäter

Tatütata, wenn Sorgen kommen rufe ich ihn an, und er kommt. Danach geht es “normal” weiter.

3. Jesus als Schiedsrichter

Ich lasse ihn um mich herumlaufen wie der Unparteiiische beim WM-Endspiel, mit Erlaubnis, mich anzupfeifen. Aber am nächsten Tag sind wir alle die besseren Schiedsrichter.

Usw. und so fort.

Und, ist er das noch, im Mittelpunkt? Bei uns, bei mir? Der Freund hatte Bedenken. Bedenken sind gut, denn diese Frage müssen wir uns jeden Tag neu stellen: Ist er das noch, im Mittelpunkt? Bei mir? In meiner Gemeinde? Will ich das überhaupt?

Jesus lässt sich nicht an einem Mittelpunkt “festnageln”. Der Geist weht, wo er will. Deswegen ist der Mittelpunkt jeden Tag woanders. Es gilt nicht, sich einzurichten, mit einem Plastikjesus mitten im Kreis, sondern zu suchen, wo Jesus heute ist. Und mich dann anzuschließen.

Oder?

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