Willkommen, kleine Lea!

15 05 2008

Unerwartet kommt oft:

Seit gestern ist Martina Tante und ich Onkel. Glückwunsch an Schwager Christian und Korinna, we proudly present:

LEA IRENE ROTHAUG




Ich liebe überraschende Gewitter in den Bergen!

15 05 2008

Nein, ich bin nicht masochistisch veranlagt und auch nicht lebensmüde. Auch habe ich nichts gegen Bergspaziergänge in der Sonne einzuwenden.

Auf eben einen solchen hatten wir uns auch eingestellt, als wir Pfingstsonntag Richtung Altstädter Hütte im Allgäu aufgebrochen sind. Die Wettervorhersage kündigte deutschlandweit Traumwetter an. Nach halbem Aufstieg hatten sich aber einige gar nicht trockenes Wetter verheißende schwarze Wolken über den Sonnenköpfen gebildet, und gerade an der Hütte angekommen fing es an zu regnen. Schnell ein Brot mit Bergkäse und ein Weißbier, und dann die nächste Regenpause zum Abstieg genutzt.

Und dann ging es unterwegs richtig los: Gewitter und heftiger Regen.

Dann wurden wir aber erbeten belohnt: So ähnlich wie Hape Kerkeling beim Universum bestellte ich vorsorglich beim Schöpfer des Universums (das erscheint mir etwas sinnvoller) dann wenigstens einen Alpensalamander, eines meiner, allerdings selten zu beobachtenden Lieblingstiere, das sehr feuchtigkeitsliebend ist.

Der Schöpfer ist allerdings ein großer Gönner und alles andere als humorlos: Nicht EIN Alpensalamander allein krabbelte genau über unseren Abstiegsweg (entlang des Leybachtobels), sondern gezählte 76 (!!!!). Danke, und hier ein paar Beispiele:




Ein Jahr ging schnell vorbei…

7 05 2008

…dann trafen wir uns in der Bücherei, du sagst, du würdest jetzt studieren.

Aus Welpen werden Hunde, aus Neugeborenen kleine dicke Babys.

Und aus einem kleinen Schnucki-Putzi-Blog wird ein Einjähriger. Kurzum: Dieses Blog hat Geburtstag. Ein Jahr - daher ein kleines Party-Video.

Und jetzt füttere ich das Blögchen mal schön weiter, damit es groooß und staaark wird.




Musiktipp-Special zum 1. Mai

1 05 2008




Blog`n`Roll High School

29 04 2008

Yotin plädiert dafür, sich nicht mit anderen zu vergleichen, aber was ist die Bloggerei, wenn nicht ein edler Wortwettstreit? Und Hand aufs Herz: Ein wenig mitteilsam und somit publikumsheischend muss man schon sein, wenn man sich regelmäßig vor der Weltöffentlichkeit verbal austobt.

Da kommt dann dieses Testchen gerade recht: Welcher Bildungsabschluss ist vonnöten, wenn man hier mitlesen will?

blog readability test

Habt ihr doch eh alle, oder? Und wenn nicht: Das ist sowieso Schwachsinn, lesen kann, darf und soll jeder. Dieses Weblog ist daher Gemeingut und hoffentlich kein Bildungsbürgerseparee…




Musiktipp (75): They might be giants - Birdhouse in your soul

28 04 2008

Ein alter Favorit von mir:




Das ICE-Unglück vom Samstag, 26.04.08, bei Fulda: Erlebnisbericht eines Fahrgastes

28 04 2008

Den ICE-Unfall vom vergangenen Samstag haben wir alle mit Schrecken aufgenommen, gleichzeitig aber erleichtert gehört, dass gottlob kein Mensch zu Tode gekommen ist - dafür eine ganze Schafherde, die den ICE in einem Tunnel bei Fulda (Landrückentunnel) zum Entgleisen gebracht hat.

Besonders bewegt hat mich aber, dass ich einen Fahrgast sehr gut kenne: Artur Schmitt, ehemaliger Pastor der Citychurch Würzburg und jetzt Bundessekretär der FeG. Seinen Erlebnisbericht, der mich gestern per Mail erreicht hatte, möchte ich (mit Arturs freundlichem Einverständnis), unkommentiert veröffentlichen:

“Als ich gestern um 18.03 mit dem ICE von Hamburg wieder losfuhr, wusste ich nicht, dass ich drei Stunden später die längsten Sekunden meines bisherigen Lebens buchstäblich „erfahren“ würde. Um ca. 21.10 Uhr, etwa 20 km hinter Fulda, fuhr unser Zug mit über 200 km/h in den Landrückentunnel, der gut 10 km lang ist. Bald nach der Einfahrt in den Tunnel entgleisten die meisten Waggons. Wir donnerten noch einige hundert Meter auf dem Gleisbett weiter ins Tunnelinnere.

Die Ursache für das Unglück war uns zunächst völlig unklar. Mich hatte es auf den Boden geschleudert. Koffer und andere Dinge flogen durch die Luft. Wir wurden hin- und hergeschüttelt, schlingerten zum Teil an der Tunnelwand entlang. Man hörte kreischende metallische Geräusche, Schreie von den Fahrgästen.

In diesen Augenblicken fragte ich mich nach der Art der Katastrophe und ob wir hier jemals wieder lebend herauskämen. Wie von selbst kamen meine Stoßgebete.

Als nach endlosen Sekunden der Zug schließlich zum Stehen gekommen war, bot sich uns ein katastrophaler Anblick. Alles war durcheinander gewirbelt. Unser Waggon war stark zur Seite geneigt und drohte zu kippen. (Nach späteren Augenzeugenberichten lag ein anderer Waggon tatsächlich auf der Seite.)

Einige Männer schlugen die Scheiben ein. Von draußen zog eine dichte, ätzend riechende Staubwolke herein. Man konnte absolut nichts aus dem Fenster sehen.

Wir halfen einander auf die Beine, kletterten ein paar Minuten später auf Anweisung des Zugpersonals aus dem Waggon und gingen stolpernd und hustend knapp 1000 Meter zurück zum Tunnelausgang. Der Qualm und der Staub raubten uns fast den Atem.

Irgendwann begann ich im Schein der Lampen neben all den Trümmern und Eisenteilen auch blutige Leichenteile wahrzunehmen. Wir merkten bald, dass sie von Tieren stammten. Am Ende des Tunnels sahen wir dann die Kadaver einer Schafherde. Ich zählte gut zwanzig Stück. Ein jämmerlicher, schrecklicher Anblick. Der Zug war in die verirrte Herde gerast.

Bald kamen Dutzende von Rettungskräften, die Polizei und die Feuerwehr zum Großeinsatz. Glücklich stellten wir fest, dass es nicht viele Verletzte gab. Die meisten hatten nur einige Blessuren und Prellungen davongetragen. Hauptsache aber: Wir alle lebten! Dies war unfassbar und ein echtes Wunder.

Manche Leute standen unter Schock. Mit anderen konnte ich reden. Einer von ihnen stellte fest, dass er heute seinen zweiten Geburtstag erleben würde. Einige junge Leute lasen sich später aus der Zeitung ihre Horoskope vor. Fast alle aber redeten davon, dass wir miteinander unwahrscheinliches Glück gehabt hätten. Ich habe dann meist versucht, die Ursache dieses Glücks zu erwähnen…

Die folgenden Stunden gestalteten sich schwierig: Bis wir alle registriert waren, nach Fulda zurückgebracht und in einen neuen ICE verfrachtet worden waren (der Lokführer musste mit einem Taxi von Frankfurt herbeigeholt werden), verging eine lange Zeit. In Würzburg kamen wir schließlich um 3.30 Uhr mit einer Verspätung von exakt sechs Stunden an.

In diesen Stunden des Nachdenkens wurde ich immer wieder an die Schafherde erinnert. Wer war ihr Besitzer? Warum hatte er sich nicht um die Tiere gekümmert? Hatte er sie in Sicherheit gewähnt? Warum waren sie in die Irre gegangen?

Für mich wurde dieses Bild zu einer göttlichen Anfrage an mich persönlich:

Worin liegt meine Hauptaufgabe als Leiter? Wo setze ich Prioritäten? Kümmere ich mich als „Hirte“ zu sehr um mich? Um (notwendige) strukturelle Angelegenheiten? Ist mir das Wohl der ganzen Herde wirklich am wichtigsten?

Und was ist mit den „anderen Schafen“? „Jammert“ es mich, packt es noch unser Herz, wenn wir sie in die Irre laufen sehen? Haben wir als Gemeinden noch unseren eigentlichen Auftrag im Blick, sie zu Jesus zu führen, weil sie sonst unweigerlich rettungslos verloren sind? Wie setze ich selbst dieses Ziel konkret um?

Das sind Fragen, die mich bewegen. Gleichzeitig bin ich in dieser Nacht von einer großen Dankbarkeit ergriffen worden. Ich kenne einen guten „Hirten und Bischof unserer Seelen“, Jesus Christus. Er hat mich und viele andere am Leben erhalten. Zu ihm gehöre ich; bei ihm habe ich es gut. Und ihm will ich aus ganzem Herzen folgen.

Aber das Bild von der Schafherde, das hat sich mir unauslöschlich eingebrannt.”




Bäume brauchen auch Wind!

28 04 2008

Ein guter Gedanke aus Matzes Predigt vom Sonntag in der Citychurch München, den ich Euch nicht vorenthalten möchte:

Matze hat über “mentale Stärke in Krisensituationen” gesprochen und als Grundlage Lk 6,47 hergenommen. Dort geht es um ein Haus und die Frage, auf welchem Fundament es gebaut ist und was dies für Folgen für seinen Bestand in “stürmischen Zeiten” hat.

Eine ähnliche Stelle findet sich in Jer 17,8 (und auch Ps 1, 3): Dort wird das Bild eines Baumes gebraucht, der am Wasser gepflanzt ist und auch bei Hitze grün bleibt, denn er ist “gut verwurzelt”. Mit dem Baum ist natürlich der Mensch gemeint, das Wasser ist das “lebendige Wasser”, also Jesus. Der Mensch ist also gut beraten, “in Jesus verwurzelt” zu sein, d.h. in einer konstanten, lebendigen Beziehung zu Jesus Christus zu stehen.

Matze hat dem noch eine botanische Weisheit hinzugefügt: Bäume brauchen allerdings auch Wind, um richtig gut zu wachsen, also größer und gesünder zu werden. Tröstlich, nicht wahr? Da kann man den “Wind”, also all den Zoff in unserem Leben, mal ganz anders betrachten, als “botanische Notwendigkeit”.




Citychurch München - GoDi im Garten statt im Kino

27 04 2008

…und wenn man schon mal in München ist, besucht man natürlich auch gerne die jüngere Schwester, nämlich die Citychurch München.

Pastor Olli und Team sind hoch motiviert und hatten das große Glück, bei strahlendem Wetter in Gronsdorf bei München einen kleinen, aber feinen “internen” GoDi feiern zu dürfen. Für alle Kinoasseln der älteren Schwester, der Citychurch Würzburg, ein paar Impressionen (und der “Trost”: Die “richtigen” GoDis finden jeden dritten Sonntag um 17:30 Uhr in einem Theater in Schwabing statt!) und liebe Grüße nach München: Es war schön bei Euch, wir denken an und beten für Euch!

Olli und Matze im Garten

Die weibliche Fraktion in heiligem Geplauder begriffen

Herr Weber predigt - frei, denn er musste abends vorher mit den Wessens in den Augustinerkeller ;-)

…und Alles lauscht gebannt…

Da steht`s drin, Leute!

Olli und Braut

Martina und Martin

Fußball-Pastor Olli Ribéry




Mark Rothko - Retrospektive in der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung, München, 08.02.- 27.04.08

27 04 2008

Martina und ich haben die letzte Chance genutzt und uns am Samstag in München die Mark-Rothko-Ausstellung angesehen.

Ich bin schon lange ein Freund von Rothkos Bildern und war sehr gespannt auf die Ausstellung.

Fazit: Sehr nett, alle Schaffensperioden, großzügige Räume, Zeit zum Anschauen.

Nachfolgend ein paar Impressionen, bitte mit Vorsicht genießen, ich bin weder Kunstexperte noch Rothko-Biografie-Kenner und spreche nur das aus, was ICH mir gedacht habe. Das kann vollkommen falsch und unangemessen sein, aber die Gedanken des Bloggers sind frei!

- Rothko trank gerne zu viel.

- Er war Jude, Brillenträger und hat sich 1970 in seiner Galerie umgebracht. Kurz zuvor hat er der Tate Gallery in London einige (8?) Werke geschenkt, die in einem separaten Raum gemäß seinem Plan ausgestellt wurden.

- Die Frühwerke sind bereits ähnlich farbschichtig angelegt wie das reife Spätwerk. Hier gibt es Personengruppen, U-Bahnhöfe, Plätze, surreale Perspektiven.

- Rothko liebt Meditation, Verinnerlichung und sakralen Umgang mit Farbe und Räumen.
Das hat alles etwas Pseudoligiöses mit italienischem Touch, abstrakte Fresken. Arvo Pärt würde als musikalische Unterstützung passen, oder Paul Giger. Komisch, die mag ich auch beide.

- Rothko hat es gereizt, geschlossene Räume zu gestalten, die unverändert erhalten bleiben sollten (Da fällt mir BLUMFELD ein: Jeder geschlossene Raum ist ein Sarg - da sucht jemand das Unvergängliche in einer meditativen Ästhetik. Viele Bilder Rothkos wirken auf mich wie Fenster, durch die man ins Unvergängliche schauen will, wie durch einen Nebel, dessen hohe Reduzierung den Blick auf das Wesentliche durch Wegräumen jeglicher Ablenkung ermöglichen soll. Der Weg dahin sind aber tiefe Farben mit sakralem Wert, Sinneseindrücke wie durch lichtdurchflutete Fenster. Die späten Schwarzgraubilder wirken wie die ultimative Reduktion vor nächtlichem Fenster, oder ein Blick vom einsamen Strand auf die tiefe, unbekannte See.).

- Manche Bilder aus den 40ern sehen aus wie Prophezeiungen des Holocaust.

- Mich sprechen am meisten die “wolkigen” Bilder mir Weiß- und Grauschichten an, die mit Schwarz, Grau- und tiefen Blautönen transparent angelegt sind.

- Das Spätwerk ist schwer und reduziert, aber immer noch erstaunlich vielschichtig.

Ein Zitat:

“It would be good if little places could be set all over the country, like a little chapel where the traveler, or wanderer could come for an hour to meditate on a single painting hung in a small room, and by itself.”

(”Es wäre gut, wenn überall im Lande Orte eingerichtet werden könnten, ähnlich wie kleine Kapellen, in denen ein Reisender oder Wanderer eine Zeitlang über ein einziges in einem kleinen Raum hängendes Bild meditieren könnte.”)

Mark Rothko, 1954

Und für Alle, die die Ausstellung in München verpasst haben: Sie wandert nun nach Hamburg. Bedenkt: Das wird in unserem Jahrhundert wahrscheinlich die letzte Ausstellung in Deutschland sein, in der es über 100 Werke des amerikanischen Künstlers zu sehen geben wird.

Einen guten Ausstellungskatalog gibt es für 25,- Euro.