Musiktipp-Special zum 1. Mai
1 05 2008
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Kategorien : Die gute Frisur, Musik
Ein alter Favorit von mir:
Vorher

Nachher

Der Frühling kommt, die Matte fiel, die Meinungen dazu sind geteilt. Und, soll sie wieder wachsen, die Matte? Ich harre Deines Frisurtipps…
Die Nebelkrähe? So wird Robert Smith, Mastermind, Vogelnestfrisurträger und einziges Dauermitglied der britischen Bandinstitution “The Cure”, von Jan Wigger im aktuellen Musikexpress “liebevoll” benannt, und er fügt noch das Adjektiv “alt” hinzu.
Alte Nebelkrähe? Na, von wegen: Martina, meine treusorgende Gattin, hatte mir schon zu Weihnachten den Konzertbesuch in der König-Pilsener-Arena (menno, Leute, kann man deutsche Konzerthallen wirklich nicht glücklicher benennen?) in Oberhausen geschenkt. Klasse, denn obwohl ich The Cure schon seit mindestens 25 Jahren so richtig gut finde, hatte ich sie zuvor noch nie live gesehen.
Das scheint Smith geahnt zu haben und hat es mir und nebenbei auch den anderen über 10.000 Besuchern in der ausverkauften Arena so richtig dreckig gegeben: Über drei Stunden Konzert mit über 30 Songs aus allen Schaffensperioden der Band. Und dazu: Nie rockten sie so wie heute! Die Cure-Urgesteine Smith (Gesang, Gitarre, Vogelnestfrisur), Gallup (Bass) und Thompson (Gitarre) haben nur noch einen jüngeren Schlagzeuger dabei, der Bass pumpt, das Schlagzeug treibt, Smith tiriliert und alle Keyboardparts wurden von den Gitarren übernommen. Mir gefällt das noch besser als die Originalversionen, ich hoffe auf ein Livealbum von dieser Tour. Untermalt wurde dieses umwerfende Konzerterlebnis von einer stimmungsvollen Lightshow der geschmackvollen Art sowie dezenten Videoinstallationen hinter der Bühne. Keine Bandbilder auf Großbildleinwand, keine blöden Ansagen, keine hingerotzten Hits, sondern alles liebevoll serviert und engagiert und kreativ neubelebt. Wem dazu nur “langweilig” oder was von “Rosenzüchten” einfällt, dem hang wohl die eigene Vogelnestfrisur im Gesicht oder der muss was mit den Ohren haben.
Ach ja, die Frisur: Robert trug zum Konzert die Variante: Trauerweidenvogelnest. Ganz im Gegenteil zu seiner Gemütsverfassung: Er hoppelte zuweilen sogar zum rechten oder linken Bühnenrand und erfreute sich sichtlich an der euphorischen Stimmung im Publikum. Alles Schwarzkittel? Mitnichten! Altersspannweite von 16 bis 50, erstaunlich “normales” Publikum. The Cure hat in rund 30 Jahren Bandgeschichte nicht nur Goth-Rock erfunden, sondern ist eine, vielleicht sogar die geschmackvolle Popband.
Wer mehr lesen will, dem sei diese vorzügliche Kritik mit kompletter Playlist und zahlreichen Fotos empfohlen:
http://meinzuhausemeinblog.blogspot.com/2008/03/cure-oberhausen-160308.html
Oder ein Artikel in der WAZ:
http://www.derwesten.de/nachrichten/waz/2008/3/18/news-31510021/detail.html
An Beetlejuice musste ich beim ersten Blick auf Robert Smith übrigens auch denken, aber wenn ich recht orientiert bin, hatte der Film sich damals schon am Outfit des Godfathers of Goth orientiert.
Gibt es aus meiner Sicht auch was zu meckern? Allerdings, nämlich die b………. Parkplatzsituation an der Arena: Das Parkhaus war zwar kostenlos und bei Einfahrt gab es viele freie Plätze, nach dem Konzert dauerte es aber eine geschlagene Stunde, bis man aus dem Parkhaus wieder rauskam, wohl wegen eines verkehrstechnischen Nadelöhrs Richtung Autobahn. Dies bedeutete nach Konzertende um ca. 23:30 Uhr bis fast vor 01.00 Uhr in der Nacht Warteschlange mit Stop and Go, der blanke Horror, wenn man danach noch über 3 Stunden durch die stilgerecht verregnete Nacht fahren musste wie wir.
Und: Bessere T-Shirts könnten sich die Merchandise-Leute auch mal ausdenken, dass war alles sehr geschmacklos - wo doch The Cure gerade so designverliebt in der Covergestaltung, bei den Videos und ihrer Lightshow sind.
Aber für das alles kann unser Lieblingsmelancholiker wohl rein gar nichts…
Lobenswert ist allerdings die gute Infrastruktur der Arena: Viele Parkplätze, gutes Verpflegungsangebot, zahlreiche Toiletten, nette Hallengestaltung. Es wurde am Eingang nicht das übliche Brutalfilzen vorgenommen (in Leipzig war das kürzlich vor einem Konzert eine Leibesvisitation, die auch die GSG 9 nicht besser hinbekommen hätte), so wurden auch keine Kameras gefilzt und das rege Rumfofografieren in der ganzen Halle belegt wohl, dass man auch offiziell knipsen durfte. Da sollten sich andere Bands mal ein Beispiel dran nehmen, was ist denn so schlimm daran, ein paar verwackelte Fanfotos zu schießen?
Nur das offenkundig in der Halle bestehende Rauchverbot wurde von den Ordnern ebensowenig überwacht: Wirklich überall wurde gequalmt, im Foyer, an den Tribüneneingängen, auf den Rängen, im Innenraum. Da bin ich ob der damit einhergehenden knappen Atemluft weniger tolerant! Zumal es sogar großzügig ausgewiesene Raucherbereiche mit Außenterrassen gab! Und jetzt sagt bitte nicht, man wollte der Nebelkrähe das passende Ambiente zusammenpusten! Robert raucht ja wohl nicht, trank aber offenkundig während des ganzen Konzertes mit zunehmender Begeisterung German Beer!
Der Mann hat es übrigens gut: Es dürfte reichen, sich abzuschminken, das Haarspray abzusetzen oder ein Mützchen zu tragen, enge Klamotten an und keine Sau erkennt einen der kreativsten Popstars unserer Zeit ![]()
Wie man aus einem bescheidenen Motiv viel machen kann, lässt sich bei Johannes Fenn lernen: Der knippst mal so nebenbei am Sonntag die CCler und macht aus grauen Ratten Lichtmäuse. Danke, Johannes, und wer mal andere schöne Bilder sehen will: Ab zur Picasaseite des Künstlers. Fennomenal!



…wird aus

wohl

Vielleicht hab ich ja bis dahin zumindest wieder eine anständige Frisur!
Und wenn ich black and proud geworden wäre, würde Toto so aussehen:

BudgieBabe, an der übrigens eine hübsche Asiatin verloren gegangen ist, weist auf diesen Link hin, wo ihr auch mal spielen dürft:
… wo wir schon bei “The Police” sind: Andy Summers (der Gitarrist), so ca. 1978 - 1980.
oder auch:
Nachdem meine Haare derzeit selten den Friseur sehen, werde ich immer wieder gefragt, wer mich zu dazu inspirierte, mein Haupthaar nicht mehr scheren zu lassen. Daher ein Blick in mein nostalgisches Frisurengedächtnis, beginnend mit:
Bata Illic, 1972
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