I hope that i get old before i die

3 07 2008

Herr Bohlen findet, dass man vergammelt, wenn man älter wird.

Das sehe ich nicht so. Wie sagte Walter Moers einmal so schön: Kindheit und Jugend sind die öde Wartehalle bis zu den ersten sexuellen Erlebnissen und Drogenexperimenten. Das klingt lustig, auch diese Meinung teile ich aber nicht.

Das Alter hat nämlich durchaus seine Reize: Man hat sich (zumindest im besseren Fall) ein solides Wissen zugelegt. Man versteht Dinge einzusortieren (und notfalls auch wieder umzustrukturieren). Man weiss, was einem wirklich bekommt und was nicht. Man ist gelassener. Man ist nicht ein Spielball seiner Hormone und wirren Zukunftspläne. Man muss nicht mehr unwürdige Dinge tun, wie z.B. verschwitzt in schlecht klimatisierten Etablissments inmitten einer Horde gleichermaßen Ahnungsloser Drecksmusik konsumieren und auf Partnersuche sein, wo sie nie von Erfolg gekrönt sein wird. Man kann sich ein bißchen was leisten. Man weiss, wer seine Freunde sind und wer nicht. Man freut sich an der Natur, an den Tieren, an der Spargel- oder Kirschsaison. Man spricht andere Sprachen und kann sich mit interessanten Menschen unterhalten. Wenn man ein Zipperlein hat, ist das normal und gar nicht so schlimm.

Klar, Herr Bohlen meint wohl die Ästhetik, wobei ich persönlich finde, dass er im Alter gewonnen hat (man denke an Modern Talking, Trainingsanzüge, Frisuren, Grinsen). Aber auch alte Menschen können Schönheit und Würde ausstrahlen. Beispiele gefällig? Gandhi, Hermann Hesse, Helmut Schmidt, Marion Gräfin Dönhoff, Senta Berger, Golda Meir, Richard Weizsäcker, Compay Segundo, Ruben Gonzalez, Johannes Heesters, meine Omas, Tina Turner, Astrid Lindgren, Yehudi Menuhin,Heinz Rühmann …

Das ist natürlich eine beliebige Spontanauswahl, die aber zeigt: Es geht. Man sollte nur vermeiden, das Alter nicht zuzulassen, ihm nicht seine Würde zu geben, den falschen jungen Wein in einen alten Schlauch zu füllen. In einen alten Schlauch gehört alter, reifer, schöner Wein.

I hope that i get old before i die!





L G K R

17 06 2008

LIEBE = GLAUBE

KONTROLLE = RELIGION





Pantoffelkino Deluxe (I): Das Streben nach Glück (USA, 2006)

15 06 2008

Nicht nur die Musik, die Hans Castorp von Herzen liebte, da sie ganz ähnlich auf ihn wirkte wie sein Frühstücksporter, nämlich tief beruhigend, zum Dösen überredend (na ihr Literaturchecker, wo habe ich das denn aufgeschnappt?), kann unser Herz erwärmen, sondern auch der cineastisch anspruchsvolle Film, auch gerne Film-Film genannt, oder Film-Film-Film, wenn er denn besonders trefflich gelungen ist. So soll mein zweites Laster neben dem Musiksammeln, nämlich das DVD-Horten, doch endlich mal positive Früchte für das Gemeinwesen tragen, indem ich warmherzige Filmtipps für verregnete Wochenenden oder kaputte Abende gebe, an denen man es gerade noch schafft, eine silberne Scheibe auf den Traumschlitten des Pantoffelkinoplayers zu legen.

Nach einem gleichzeitig besuchsintensiven und verregneten Wochenende und einer fiesen Intervention des Media Markts, Topstreifen für EUR 6,50 unter die Videojunkies zu werfen, haben wir uns soeben den Streifen “Das Streben nach Glück” (im Original “The Pursuit Of Happyness”, USA 2006) mit Will Smith einverleibt.

Beruhigend und zum Dösen einladend ist dieser Film aber mitnichten, ganz im Gegenteil ist mir vorhin der Maulwurfkuchen im Hals stecken geblieben.

Der Streifen handelt auf der Basis einer wahren Geschichte vom Leben des Chris Gardner, ein schwarzer Vertreter im San Francisco des Jahres 1981. Chris hat Frau und Sohn (5 Jahre alt, im Film von Will Smiths Sohn verkörpert) und einen Drecksjob: Er verkauft ein seltsames, teures medizinisches Gerät, genauer gesagt VERSUCHT er, das Ding zu verkaufen, denn kein Mensch kauft ihm das Teil ab. Dabei hat er, überzeugt vom potentiellen Verkaufserfolg, eine ganze Batterie dieser Teile eingekauft und in seinem bescheidenen Heim zum Abverkauf deponiert.

Tja, und kein Geschäft bedeutet recht bald: Kein Geld für Miete, Steuern, Auto und bescheidene Ansprüche der Familie. So hat seine Frau schnell die Schnauze voll davon, rund um die Uhr selbst zu arbeiten und trotzdem auf Messers Schneide zu leben. Sie verdrückt sich zum Suchen des eigenen Glücks nach New York und lässt Mann und Kind zurück.

In dieser Krisensituation erhält Chris eine Chance, nämlich ein 6-monatiges Praktikum als Börsenmakler zu absolvieren, denn er hat eine mathematische Begabung in die Wiege gelegt bekommen, die ihn u.a. befähigt, Rubik`s Cube in ein paar Minuten zusammenzufummeln (das konnte ich früher auch mal…). Problem nur: Das Praktikum ist ein Fulltimejob, aber UNBEZAHLT.

In einem Ritt durch die Pechhölle fliegt Chris, von Smith oskarnominiert in Szene gesetzt, erst aus der eigenen (Drecks-)Wohnung, dann aus dem billigen Hotel, um dann sein Leben mit Sohnemann im Schlepptau in Obdachlosenasylen, auf U-Bahnhof-Klos und der Straße zu fristen.

Der Film hat ein glückliches Ende, ist aber erst einmal fast 2 Stunden bedrückende (amerikanische) Realität, ein Musterstück über die dunklen Seiten des Kapitalismus und die Macht des Geldes.

Der Streifen ist aber gleichzeitig auch ein bewegendes Playdoyer dafür, trotz bedrückender Probleme nicht aufzugeben, sondern sein Leben nach vorne gerichtet zu leben: In einer Schlüsselszene prophezeit Chris Gardner seinem basketballbegeisterten Sohnemann, dessen einziger Luxusgegenstand neben einer Actionfigur ein Basketball ist, dass er es wohl wie sein Vater nur zu einem mittelmäßigen Hobbyspieler bringen wird. Als er sieht, dass beim Junior die Mundwinkel heruntergehen, erkennt er seinen Fehler und spricht: “Lass dir nie wieder von jemandem erzählen, dass du etwas nicht schaffen kannst!”

Damit spricht er einen Leitsatz aus, den er sich dann ganz offenkundig selbst zum Lebensmotto auserkoren hat.

So bleibt nach dem Film nicht nur Bedrückung und Mitleid für den Titelhelden zurück, sondern der Aufruf, selbst sein Leben zu leben, seine Begabungen zu erkennen und diese unbeirrt, trotz aller äußeren Missstände, mit Hoffnung zu verfolgen und dabei die zwischenmenschlichen Beziehungen und besonders seine Kinder nicht zu vergessen.

Das passt fantastisch zu Christophs Predigt von heute morgen, ist aber auch ein Abbild der Hoffnung, die uns die Bibel in den Sprüchen macht:

Spr 6, 4-10

Gönne deinen Augen keinen Schlaf und keinen Schlummer deinen Wimpern! Reiße dich los wie die Gazelle aus der Hand des Jägers und wie ein Vogel aus der Hand des Vogelstellers! Geh hin zur Ameise, du Fauler, sieh ihre Wege an und werde weise! Sie, die keinen Anführer, Aufseher und Gebieter hat, sie bereitet im Sommer ihr Brot, sammelt in der Ernte ihre Nahrung. Bis wann, du Fauler, willst du noch liegen? Wann willst du aufstehen von deinem Schlaf? Noch ein wenig Schlaf, noch ein wenig Schlummer, noch ein wenig Händefalten, um auszuruhen - und schon kommt wie ein Landstreicher deine Armut und dein Mangel wie ein unverschämter Mann.

Aber die Psalmen nicht vergessen:
Ps 104,23

Der Mensch geht aus an sein Werk, an seine Arbeit bis zum Abend.

Ps 127,1

Wenn der HERR das Haus nicht baut, arbeiten seine Erbauer vergebens daran. Wenn der HERR die Stadt nicht bewacht, wacht der Wächter vergebens.
Ps 128,2

Denn essen wirst du die Arbeit deiner Hände. Heil dir! Gut steht es um dich.

Der Film atmet Spiritualität, ohne sie gross hervorzuheben. Nicht umsonst ist aber eine andere Schlüsselszene eine Gospelmesse, in der der Chor singt: “Herr, räume nicht den Berg weg, sondern hilf mir, ihn zu besteigen!”

Euch allen eine gute Arbeitswoche…





Wer bist Du?

11 06 2008

Christ?

Satanist?

Buddhist?

Muslim?

Jude?

Materialist?

Sozialist?

Humanist?

Was bist Du? Bist Du es wirklich? Bist Du es immer? Bist Du überhaupt etwas, oder bist Du jemand, der nicht etwas “ist”, sondern “wird”? Bist Du Dir sicher? Ist es wichtig, Dir sicher zu sein? Glaubst Du, etwas zu sein, oder bist Du jemand, der glaubend ist?

Ist Dir wichtig, was Andere sind? Warum? Hast Du mehr Menschen gerne, als dass Du Menschen leid bist?

Bist Du so, wie Du sein willst? Wenn nicht, was hindert Dich daran, so zu sein, wie Du sein willst? Willst Du so sein, wie Du sein willst? Oder willst Du jemand bleiben, der so sein will, wie er sein will?

Bist Du fertig? Willst Du jemand sein, der fertig ist? Oder willst du jemand sein, der nicht fertig sein will?





Weisheit

1 06 2008

„Denn Weisheit ist letztlich nichts anderes als das Maß unseres Geistes, wodurch dieser im Gleichgewicht gehalten wird, damit er weder ins Übermaß ausschweife, noch in die Unzulänglichkeit falle. Verschwendung, Machtgier, Hochmut und ähnliches, womit ungefestigte und hilflose Menschen glauben, sich Lust und Macht verschaffen zu können, lassen ihn maßlos aufblähen. Habgier, Furcht, Trauer, Neid und anderes, was ins Unglück führt – wie die Unglücklichen selbst gestehen – engen ihn ein. Hat der Geist jedoch Weisheit gefunden, hält dann den Blick fest auf sie gerichtet… dann brauchte er weder Unmaß, noch Mangel, noch Unglück zu fürchten. Dann hat er sein Maß, nämlich die Weisheit und ist immer glücklich.“

(aus Augustinus, „Über das Glück“ )





Was tut der Christ eigentlich so den ganzen Tag? Teil I: Beten

27 05 2008

Dem Beisassen sei Dank:

Ein aktueller Post zum Thema Patchwork-Spiritualität warf in mir die Frage auf, wie ich eigentlich WIRKLICH meine Spiritualität tagtäglich lebe.

Ich könnte ja jetzt etwas vom Pferd erzählen, so nach dem Motto: Wenn ich meine 2-stündige morgendliche Gebets- und Bibellesezeit beendet habe, nehme ich mein karges Mahl nach dem Dankgebet zu mir, wandle bewusst mit einem Choral im Kopf zum Bus, segne die zur Arbeit Strömenden usw. Geht aber nicht, ich befürchte, dass meine Frau mitliest, und die kennt mich…

Dann muss ich ja wohl ehrlich sein. Das versuche ich mal und hoffe auf rege und ehrliche Beteiligung von euch, wie es bei euch “in der Wirklichkeit” aussieht. Es soll hier übrigens NICHT um Theologie, Bibelverse etc. gehen, sondern um eine realistische Beschreibung der geistlichen Aktivitäten, wie wir sie tatsächlich praktizieren.

Ich fang mal mit dem peinlichsten Thema an:

BETEN

Ich bete zusammengerechnet durchschnittlich eine halbe Stunde am Tag.

Dazu schließe ich die Augen und stelle mich darauf ein, jetzt zu Gott zu sprechen. Ich stelle mir dabei nicht ein konkretes Bild vor, sondern denke manchmal an Jesus Christus (dann schleicht sich mal ein bärtiger 30jähriger in meine Vorstellung ein), manchmal an den Vater.

Ich bete für Andere, danke, bitte für mich und meine Familie.

Meistens bete ich im Halbschlaf im Bett das erste Mal am Tag. Da es morgens in Anbetracht eines oft vollen Tages in meinem Kopf zu rumoren beginnt, sind das in der Regel Bitten um Hilfe für den Tag.

Unter der Dusche singe ich zuweilen laut oder leise im Kopf, das sind oft Lobpreissongs.

Eine wichtige Zeit ist die im Auto oder Bus: Da höre ich oft Predigten auf dem iPod und bete so vor mich hin, oft für Leute, die ich im Bus sehe. Wenn die wüssten…

 

Auf der Arbeit will ich oft beten, tue es aber praktisch selten.

Abends wieder Bus, Gebet dann nochmals leise vor dem Einschlafen.

Zu Hause habe ich einen Gebetshocker, an guten Tagen setze ich mich darauf und sitze und höre..

Gebetet wird außerdem gemeinsam in der miniChurch, selten mit Martina, vor dem Essen und in der CC.

Das war`s…





1 Monat Bio

27 05 2008

Daniel “[depone]” Ehniß verlinkt auf eine hochinteressante Seite:

http://www.vitalgenuss.com/bio-monat/

Inhalt: Schweizer proben den biologischen Ernstfall, und zwar 1 Monat leben und schlemmen mit Bioprodukten. Die Schweizer haben den Migros, wir in Würzburg sind aber auch nicht schlecht dran: Lollo Rosso, Vollkornbäckerei Köhler, tegut … Wer möchte, kann die ganze Vielfalt der Bioprodukte ausprobieren und genießen.

Und sich bei den sympathischen Schweizern (ich klaue dieses Attribut bei DJ Bobo und verleihe es feierlich den Bio-Versuchskarnickeln) Anregungen holen!





Suche Frau für einen Freund…

20 05 2008

Dieser junge Mann hat einiges zu bieten, ist aber aus nicht nachvollziehbaren Gründen noch allein.

Welche, gerne blutjunge und attraktive, Frau sucht noch den guten Fang fürs Leben? Hier kannst du bedenkenlos zugreifen…





Wie bekomme ich freudigen Glauben?

20 05 2008

Na? Was denkt ihr?

Seid mal eben ehrlich: Ihr wollt tiefe Zufriedenheit, echte Freude, Ruhe, gefestigten Glauben. Und, gibt es den Masterplan dafür? Was ist deine Strategie?

Vielleicht

- regelmäßiges Bibelstudium?
- geordnete Lebensverhältnisse?
- ein tiefes Gebetsleben?
- harmonische Beziehungen in Familie, Gemeinde, Freundeskreis?

Alles nicht übel und sehr erstrebenswert. Und, schaffst Du das? Dann schon mal Respekt. Aber wenn: Langt es? Bist du “angekommen”? Bist du gefestigt?

Falls nicht, wundere dich nicht. Derek Prince bezieht sich in einem kürzlich von mir angehörten Vortrag auf Petrus, und dessen Antwort ist: Freudiger Glaube ist eine Folge - eines wahren TESTS im Glauben. Das hört man gar nicht gerne, dass man “im Glauben getestet wird”, gelle?

Petrus aber sagt (1.Petr. 1, 6 +7):

“6 Dann werdet ihr euch freuen, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es sein soll, traurig seid in mancherlei Anfechtungen, 7 damit euer Glaube als echt und viel kostbarer befunden werde als das vergängliche Gold, das durchs Feuer geläutert wird, zu Lob, Preis und Ehre, wenn offenbart wird Jesus Christus.”

Ins gleiche Horn stößt Paulus in Röm 5, 3 - 5:

“3 Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch der Bedrängnisse, weil wir wissen, dass Bedrängnis Geduld bringt, 4 Geduld aber Bewährung, Bewährung aber Hoffnung, 5 Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.”

Rühmst du dich schon deiner Bedrängnisse, oder wohnst du noch? Ich will das jetzt mal testen: Mich testen lassen…





Aktueller Erziehungstipp

19 05 2008