Musiktipp (85) Nana Mouskouri - Black Coffee

1 07 2008

Nana Mouskouri? Ja, Nana Mouskouri! Die griechische Sängerin ist nämlich von Hause aus nicht die Schlagersängerin, als die sie im deutschsprachigen Raum von skrupellosen Prä-Bohlianern präsentiert wurde, sondern eine ehrbare Interpretin griechischer Volksmusik und - des Jazz. Nachzuhören auch auf der der CD “Nana Mouskouri in New York“. Oder eben auf diesem Track, produziert von Altmeister Quincy Jones, der auch Michael Jacksons “Off The Wall” und “Thriller” veredelt hat, in dem sie Bloggers Lieblingsgesöff besingt: Black Coffee eben…

http://www.youtube.com/watch?v=wOHAdZUjLd8





Es perlt im gelandeten Ufo - Clemens Bittlinger mit David Plüss und Helmut Kandert in Höchberg

28 06 2008

Der Helmut hat uns eingeladen (nochmals besten Dank), und wir kamen: Clemens Bittlinger begab sich in die Niederungen der fränkischen Provinz, um ein paar gemachte Lieder und Wortbeiträge zum Besten zu geben.

Austragungsort war die kath. Pfarrkirche St. Norbert in Höchberg - Hexenbruch, die Clemens eingangs mit einem “gelandeten Ufo” verglich - etwas zu Unrecht, ein Einheimischer korrigierte aufklärend, dass da mehr ein Zelt nachempfunden werden sollte.

Clemens Bittlinger, seines Zeichens “Liedermacher” (wie es früher mal so schön hieß) und Pfarrer, rührte eine gute Mischung aus alten Gassenhauern, schlageresken Besinnungssongs und Kirchentagshits zusammen, und raus kam ein kurzweiliger Konzertabend mit einigen berührenden Momenten, wobei Bittlinger auf eine kongeniale Band bauen konnte: Tastenvirtuose David Plüss am Keyboard und eben Helmut Kandert am Drumset, der alte Checker, der einfach immer wieder mit interessanten Percussionskombinationen zu überraschen und begeistern versteht.

Ein paar Minuten Jamsession der beiden machten deutlich, welch musikalische Schwergewichte da für den Teppich sorgen, auf dem Clemens seine Gedanken zu Gott und der Welt getrost ablegen und zum Strahlen bringen kann.

Schön fand ich vor allem die lateinamerikanisch und afrikanisch angehauchten Sachen und die Lieder aus dem brandaktuellen Programm “Perlen des Glaubens”. Weniger den Song “Mensch Benedikt” (der übrigens, wenn ich Clemens richtig verstanden habe, von Pinks “Dear Mr. President” inspiriert wurde und eine Reaktion auf unglückliche Äußerungen Ratzingers zur Ökumene darstellen soll),

aber nicht wegen der “Kritik”, sondern weil das nicht die Fragen wären, die ICH Benedikt stellen würde, wenn er mal nen Walk mit mir taken würde, diesen Ausnahmeintellektuellen und Vordenker würde ich gerne mal etwas tiefergehender interviewen als ihn mit drei kritischen Pfadfinderfragen zur Wandergitarre rezitiert unangemessen zu nerven. Das heißt jetzt nicht, dass ich nicht auch kritische Fragen an die katholische Kirche und Benedikt hätte, aber kurz vorher trug Clemens doch die vertonte Ringparabel von Lessing vor, und wir sollen doch in der Liebe eifern…

Schön war dagegen besonders der Song “Du bist ewig”, einfach, aber eindringlich.

Zum Konzert trug der Barde aus dem Frankfurter Raum höchstselbst ein Armbändchen aus Glasperlen, dass mitnichten als Schmuckstück für homosexuell empfindende Männer dienen, sondern vielmehr nicht weniger als ein Sinnbild des Lebens darstellen soll, ein Katechismus für die Hände, so eine Art Rosenkranz für Evangelikale.

Ist doch eine gute Idee, darum nach dem Konzert zum Merchandise und eine Kombi aus CD und Kettchen erworben. Steht mir doch auch, oder?

Und was lese ich da im dazugehörigen Booklet? Die Zwischentexte stammen von einer Frau Kirstin Faupel-Drevs, Spiritualin am Ansverus-Haus, Aumühle. Das kommt mir doch irgendwie bekannt vor…

Alles in allem ein sehr angenehmer, kurzweiliger und inspirierender Abend mit drei sympathischen Musikern, denen ich etwas mehr Publikum gegönnt hätte als vor Ort, das Event wurde wohl etwas zu dürftig beworben.

Und der Clemens hat manchmal so was Bono-artiges…

Und jetzt lese ich mir mal das Booklet zu meinem neuen schwulen Perlenkettchen durch. Yotin, ich besorge mir glaube ich auch nen Rosenkranz, das kommt irgendwie maskuliner rüber.

Noch ein paar Impressionen:

Helmut, gut druff:

Der David auch:

Und zum Schluss: Kauft euch mal ne CD von Helmut und Christine Kandert, das lohnt sich sehr!





Musiktipp (84): Esbjörn Svensson Trio - The Chapel

25 06 2008

Toll: Das Esbjörn Svensson Trio. Traumhafter melodischer Jazz voller Ideen und Harmonie.

Traurig: Esbjörn ist kürzlich unerwartet und viel zu jung bei einem Tauchunfall gestorben. Wir denken an Dich, Esbjörn!





Musiktipp (83): Sting - Shape Of My Heart

24 06 2008

Mein Lieblingssong von Sting in besonders eindringlicher Aufführung - das Konzert vom 11.09.2001 (sic!), komplett veröffentlicht auf der DVD “All This Time”- zum Heulen schön:





Musiktipp (82): Salvador - David Danced

14 06 2008

Mal ein Schmankerl für die Nico! Und Ghoutam - ich wusste gar nicht, dass du bei Salvador singst ;-)

PS: Salvador live in Deutschland beim Revofest in Aschaffenburg, 15.-17.08.08

http://revofest.de/





Musiktipp (81): Neil Young - Old Man

12 06 2008

Der Song zum 13.Juni 2008:





Polizeiabschiedsball im Stadion: The Police am Sonntag, 08.06.08, in der LTU-Arena in Düsseldorf - Kritik des (letzten?) Deutschlandkonzerts

9 06 2008

Deutschland gewinnt 2:0 gegen Polen, “The Police” spielen zeitgleich in rund 105 Minuten live ihre Greatest Hits - soweit keine Überraschungen in Deutschland…

Das Ersatzkonzert in Düsseldorf, LTU-Arena, vom Sonntag, 08.06.08, ist rum. Letztes Jahr am 13.10.07 musste das Konzert wegen einer Kehlkopfentzündung des Herrn Gordon Sumner alias “Sting” abgesagt werden und wurde nun, ebenso wie Mannheim, nachgeholt.

Martina und ich haben uns dann schon einen Tag früher in der Nähe von Düsseldorf einquartiert (in Kaarst), Freunde besucht und sind dann entspannt mit der S-Bahn 78 vom Hauptbahnhof direkt bis vor die Arena gefahren. Wäre ganz toll gewesen, wenn nicht ausgerechnet unsere S-Bahn auf einer Kreuzung mit einem Auto kollidiert wäre, was aber auch nicht schlimm war, denn nach rund 20 Minuten hatten Polizei und Rettungskräfte das Gröbste erledigt und wir konnten umsteigen und weiterfahren, so dass wir pünktlich kurz vor 19:00 Uhr in der Arena waren. Listig war aber, dass man sich so bei der Rückfahrt mit der S-Bahn den Autostau Richtung Autobahn erspart hat…

Das Dach war leider trotz guten Wetters zugeklappt, und rund 45.000 zahlende Gäste (da kann Sting seinen Landsitz noch einmal rundvergolden lassen…) transpirieren, so dass wir schnell noch einmal zum Futterfassen die Halle verlassen haben, nachdem sich die Vorband “The Charlatans”, die doch früher mal eine leidlich bekannte englische Rave-Band war, in aktueller Form als Oasis-Abziehbild, allerdings ohne gute Songs, entpuppte. Oder waren wir einfach noch nicht “warm”?

Egal, mit Pommes/Currywurst im Bauch begaben wir uns um 20:00 Uhr zurück in die Arena, und pünktlich wie die Polizei fangen Sting, Copeland und Summers ca. 20.15 Uhr an.

Die Playlist beginnt (natürlich) mit “Message in a bottle”. Es wird schnörkellos, aber handwerklich überzeugend gerockt, Sting auf dem deutlich vernehmbaren, abgewetzten (Lieblings-?)Bass, Summers auf der roten Strat, Copeland an dem für ihn typischen individuellen Drumset.

Neues hinzugefügt wird hier nichts, der Sound ist gut, druckvoll und das Spiel differenziert, Sting ist etwas mehr Elder Gentleman als die Punkbürste 1978, singt tiefer, schaut versunken und selbstironisch-abgeklärt, Copeland trägt ein Stirnschweißband und braucht es bei der Maloche am Kit auch, Summers guckt konzentriert, ist sichtlich 62 und hat als Einziger ein klein Bäuchlein. Sting dagegen trägt figurbewusste Klamotten, in denen 90 % der Konzertbesucher wie eine Pellwurst auf Rädern aussehen würden.

Wer kann, kann eben….Und einen grauen Landlord-Bart!

Weiter geht es mit “Walking on the moon”, und im weiteren Verlauf des (etwas kurzen, aber Band und Publikum sind ja schon etwas älter, da kommt man ungern spät nach Haus!) Konzerts gibt es die Hit-Volldröhnung mit “Demolition man”, “Next to you”, “De do do do…”, “Every little thing…”, “Roxanne” (nicht “Roxette”, wie ein Zuschauer in Richtung Ausgang meinte: “Bei Roxette hätte der Sting aber nich so gesungen wie früher…”), “Don`t stand so close to me” (der Sting war ja auch mal Lehrer, und wenn er damals schon so T-Shirts getragen hat, kann man sich die “strong words in the staffroom” schon vorstellen ;-) ), “Invisible sun”, “Wrapped around your finger” und natürlich “Every breath you take” (übrigens der EINZIGE Top-Ten-Hit der Band in Deutschland, worauf der WDR 2-Moderator in einer Special-Sendung ab 23:00 Uhr hinwies, Police waren damals eine Albumband).

Reihenfolge weiß ich nicht mehr, auch egal, es waren auch noch ein paar Stücke mehr, aber eben nur “Best of”, keine Sting-Solo-Stücke, kein Cover, kein unbekannteres oder experimentierfreudiges Albumstück, nichts Neues. Gefallen hätte mir z.B., mal “On any other day” oder “Canary in a coalmine” live zu hören. Oder eben die Hits mal anders. Wie das geht, lässt sich z.B. gut bei dem “Roxanne”-Cover von George Michael nachhören, oder eben auch bei Sting Solo.

So wurde die Publikumserwartung formidabel und solide bedient, es hat auch Spass gemacht, aber leider nicht mehr. Offenkundig gibt es auch keinen einzigen neuen Song. Schade, Sting kann es doch sonst noch. Und bei drei derart guten Musikern müsste doch nach 25 Jahren Pause genug Ideenmaterial rumliegen.

Stattdessen hatte man den Eindruck, als wenn es den Jungs zwar redlich Freude gemacht hat, dass sich noch 45.000 40-50-Jährige an sie und ihre besten Songs erinnern, dass es aber doch auch körperlich anstrengend war, dieses Set durchzustehen und es nun auch wieder gut ist. So soll ja auch im August das letzte Konzert ever in New York stattfinden und dann wieder Schluss sein.

Fazit: Schön, überhaupt mal Police live gesehen zu haben, denn das dürften die Wenigsten der Besucher zuvor schon mal erlebt haben. Nett auch, die alten Gassenhauer ansprechend und in guter Klangqualität dargeboten zu bekommen. Danke auch für den vollen Einsatz der Musiker in körperlicher Hinsicht, Präsenz habt ihr immer noch! Und das ohne jegliche Bühnenshow oder Specialeffekte, nur Licht und ein paar Videoleinwände. Auch die Chemie zwischen den Bandmitgliedern stimmte sichtlich:

Toll war auch, dass es keine Begleitmusiker gab und so mal wieder deutlich wurde, welch dichten Sound die drei Musici bei sichtlich spartanischer Besetzung (Gesang, Bass, E-Gitarre und Schlagzeug/Percussion) zu erzeugen in der Lage sind. Das ist auch gut so und besser als die offenkundig aufwendigen Konzerte der letzten Tour in den 80ern zu “Synchronicity”. Die Stärke von Police war immer das schroffe, reduzierte, aber differenzierte Klangbild kombiniert mit Stings Ausnahmestimme. Der hat heute Glück, dass er mit dieser Stimme nach wie vor ohne Anstrengung punkten kann, denn die originelleren MUSIKER waren und sind Copeland und Summers, die jeweils einen einzigartigen Sound geprägt hatten, ohne den Police nicht Police wäre.

Mich wundert nur, dass im Bandkonzept heute nicht mehr Variabilität zugelassen wird. Sting jazzt und soult ja immer mal wieder gerne mit kongenialen Partnern wie z.B. Gil Evans, Vinx, Branford Marsalis, Manu Katche oder Craig David. Warum jazzt Police nicht in dieser Dreierbesetzung? Das wäre doch mal toll, ein Jazz-Reggae-Wave Album mit Standards, oder Jamsessions. Ein bisserl kam das mal bei “Can`t stand losing you” vor, und ein wenig durfte Copeland auf exotischem Schlagwerk engagiert herumhämmern. Bitte mehr davon! Oder ist Police anlässlich der Reunion aufgefallen, dass sie einfach Rockmusik gemacht haben und das eben knallen muss? Und die Weiterentwicklung nur zum Preis der Abwendung des Massenpublikums zu machen gewesen wäre? Und dann erinnert man sich noch einmal mit Schweiß und Spucke an die wilde Rockzeit, schaut aber altersmilde selbst auf das eigene Frühwerk?

Also, liebe Polizei, vielen Dank (auch dafür übrigens, dass man ganz offiziell mit der eigenen Digitalkamera Fotos vom Konzert machen durfte) und Applaus, falls euch aber der Hafer mal wieder juckt: Für über 100,- Euro Tribüneneintritt würde ich mir das nächste Mal wenigstens 2 Stunden Konzert mit ein paar neuen Sachen oder gutem Gejamme und keine Greatest-Hits-Wohlfühl-Veranstaltung wünschen. Das kann ich mit DVD zu Hause bequemer haben und muss mich danach nicht wie Vieh in eine S-Bahn mit transpirierenden Altersgenossen quetschen lassen.

Ach ja, das Deutschlandspiel: Davon war während des Konzerts nichts zu sehen, aber man war informiert: Sting selbst gab von der Bühne bekannt:” Germany one point, Poland zero” (nach dem Grand Prix Eurovision, oder wie dieser Gesangsnudelwettstreit mit osteuropäischem Vorteil jetzt immer heißt, ganz ungewohnte Töne), und überall wurden die Leute per SMS über den aktuellen Stand informiert. Glücklicherweise wartete somit auch die deutsche Nationalmannschaft nicht mit Überraschungen auf, sondern brillierte auch mit solider Technik und begnadetem Frontmann im eifrigen Erfüllen der Erwartungshaltung.

Wer noch andere Police-Kritiken lesen will: Die Westdeutsche war auch da:

http://www.wz-newsline.de/index.php?redid=250843

Und die WAZ auch:

http://www.derwesten.de/nachrichten/panorama/2008/6/9/news-54325110/detail.html

Oder ein anderer Blogger mit Blues über die Zeitläufte gefällig?

http://www.hdschellnack.de/?p=2751





Musiktipp (80): Herman’s Hermits - No Milk Today

5 06 2008

Wie immer ist dieses Blog auf der Höhe der politischen Diskussion, diesmal mit einem prophetischen Lied einer Beatband, die schon vor über 40 Jahren das unerträgliche wirtschaftliche Leid der deutschen Milchbauernschaft Anno 2008 erahnte und dieses Klagelied verfasste. Im Interesse von glücklichen Kühen und nachhaltiger Landwirtschaft zahle ich übrigens gerne ein paar Cent mehr für den Liter Milch - wenn sich dies auch in der Haltung der Kühe niederschlägt und Milch in Bio-Qualität produziert wird.

Vorbildlich ist hierin - wie auch anderweitig - das Allgäu!





Musiktipp (79): FM Einheit & Caspar Brötzmann - (Titel…ääähhhmmmm, egal, die beiden machen Musik und dabei a bisserl was kaputt)

5 06 2008

Reflektierte, komplexe Musik, das ist genau mein Ding, Baby! Hier der Beweis:





Jetzt bin ich aber beruhigt…

5 06 2008

Habe gerade an diesem

Musiktest

teilgenommen, der meine Vorlieben analysiert.

Mein Ergebnis: “Reflektiert komplexe Musik” soll es sein! Die Erläuterung, die man leider nicht kopieren kann, sprach von durchdachter, emotionaler Musik, gerne auf akustischen Instrumenten fabriziert. Gar nicht so falsch, wenn man davon absieht, dass ich z.B auch Caspar Brötzmann, Helmet oder Aphex Twin mag.

Siehst Du Martina, das ganze Zeug, was ich immer höre, ist reflektiert und komplex. Jetzt habe ich es schriftlich!

Und Ihr?