Es perlt im gelandeten Ufo - Clemens Bittlinger mit David Plüss und Helmut Kandert in Höchberg

28 06 2008

Der Helmut hat uns eingeladen (nochmals besten Dank), und wir kamen: Clemens Bittlinger begab sich in die Niederungen der fränkischen Provinz, um ein paar gemachte Lieder und Wortbeiträge zum Besten zu geben.

Austragungsort war die kath. Pfarrkirche St. Norbert in Höchberg - Hexenbruch, die Clemens eingangs mit einem “gelandeten Ufo” verglich - etwas zu Unrecht, ein Einheimischer korrigierte aufklärend, dass da mehr ein Zelt nachempfunden werden sollte.

Clemens Bittlinger, seines Zeichens “Liedermacher” (wie es früher mal so schön hieß) und Pfarrer, rührte eine gute Mischung aus alten Gassenhauern, schlageresken Besinnungssongs und Kirchentagshits zusammen, und raus kam ein kurzweiliger Konzertabend mit einigen berührenden Momenten, wobei Bittlinger auf eine kongeniale Band bauen konnte: Tastenvirtuose David Plüss am Keyboard und eben Helmut Kandert am Drumset, der alte Checker, der einfach immer wieder mit interessanten Percussionskombinationen zu überraschen und begeistern versteht.

Ein paar Minuten Jamsession der beiden machten deutlich, welch musikalische Schwergewichte da für den Teppich sorgen, auf dem Clemens seine Gedanken zu Gott und der Welt getrost ablegen und zum Strahlen bringen kann.

Schön fand ich vor allem die lateinamerikanisch und afrikanisch angehauchten Sachen und die Lieder aus dem brandaktuellen Programm “Perlen des Glaubens”. Weniger den Song “Mensch Benedikt” (der übrigens, wenn ich Clemens richtig verstanden habe, von Pinks “Dear Mr. President” inspiriert wurde und eine Reaktion auf unglückliche Äußerungen Ratzingers zur Ökumene darstellen soll),

aber nicht wegen der “Kritik”, sondern weil das nicht die Fragen wären, die ICH Benedikt stellen würde, wenn er mal nen Walk mit mir taken würde, diesen Ausnahmeintellektuellen und Vordenker würde ich gerne mal etwas tiefergehender interviewen als ihn mit drei kritischen Pfadfinderfragen zur Wandergitarre rezitiert unangemessen zu nerven. Das heißt jetzt nicht, dass ich nicht auch kritische Fragen an die katholische Kirche und Benedikt hätte, aber kurz vorher trug Clemens doch die vertonte Ringparabel von Lessing vor, und wir sollen doch in der Liebe eifern…

Schön war dagegen besonders der Song “Du bist ewig”, einfach, aber eindringlich.

Zum Konzert trug der Barde aus dem Frankfurter Raum höchstselbst ein Armbändchen aus Glasperlen, dass mitnichten als Schmuckstück für homosexuell empfindende Männer dienen, sondern vielmehr nicht weniger als ein Sinnbild des Lebens darstellen soll, ein Katechismus für die Hände, so eine Art Rosenkranz für Evangelikale.

Ist doch eine gute Idee, darum nach dem Konzert zum Merchandise und eine Kombi aus CD und Kettchen erworben. Steht mir doch auch, oder?

Und was lese ich da im dazugehörigen Booklet? Die Zwischentexte stammen von einer Frau Kirstin Faupel-Drevs, Spiritualin am Ansverus-Haus, Aumühle. Das kommt mir doch irgendwie bekannt vor…

Alles in allem ein sehr angenehmer, kurzweiliger und inspirierender Abend mit drei sympathischen Musikern, denen ich etwas mehr Publikum gegönnt hätte als vor Ort, das Event wurde wohl etwas zu dürftig beworben.

Und der Clemens hat manchmal so was Bono-artiges…

Und jetzt lese ich mir mal das Booklet zu meinem neuen schwulen Perlenkettchen durch. Yotin, ich besorge mir glaube ich auch nen Rosenkranz, das kommt irgendwie maskuliner rüber.

Noch ein paar Impressionen:

Helmut, gut druff:

Der David auch:

Und zum Schluss: Kauft euch mal ne CD von Helmut und Christine Kandert, das lohnt sich sehr!





Nachtrag zur Filmmusik des Würzburg-Krimis “Freiwild” - Der spanische Song stammt von der Band Manà

13 04 2008

Jetzt habe ich herausgefunden, von wem der spanische Song im Würzburg-Krimi “Freiwild” ist : Die Gruppe heißt Maná, das Lied “En el muelle de san blas”. Ein sehr schöner emotionaler Song, der wird wohl noch ein Hit werden, wenn man sich die Suchanfragen im Netz ansieht.

Erschienen bei Warner, CD-Label-Code 423, Bestellnr. 3984-20430-2.

Gibts auch bei Amazon(mit Hörprobe)als Studiofassung:

http://www.amazon.de/Grandes-Man%C3%A1/dp/B00005QEQE/ref=pd_sim_m?ie=UTF8&qid=1208104803&sr=8-2als

…oder als MTV Unplugged:

http://www.amazon.de/Mtv-Unplugged-Ohne-Altersbeschr%C3%A4nkung/dp/B00000JBCP/ref=pd_sim_m?ie=UTF8&qid=1208104803&sr=8-2als





Fernsehtipp: Der Würzburg-Krimi

12 04 2008

Heute abend um 20:15 Uhr im Bayerischen Fernsehen zu sehen: Der Würzburg-Krimi “Freiwild”.

Pflichtprogramm für alle Würzburger, hier mehr dazu:

Main-Post

Hier gibt es die

BILDER

Stolz ist auch die Citychurch, denn wir kennen eine (noch kleine) Darstellerin…

We proudly present:





Benedikt: Bete und arbeite, suche das rechte Maß, bleibe am gleichen Ort (I)

6 02 2008

Markus Lägel sei Dank:

Ich habe Interesse am Leben und Werk des Benedikt von Nursia bekommen. Was liegt da näher (auch im geographischen Sinne), als sich das Büchlein “Benedikt von Nursia” von Anselm Grün vorzuknöpfen, erschienen im Vier-Türme-Verlag Münsterschwarzach (ich lege die 7.Auflage 2004 zu Grunde), und sich mit dessen Inhalt hier auseinanderzusetzen? Dies werde ich in den nächsten Tagen tun, beginnend heute mit dem ersten Kapitel über die Gestalt Benedikts:

Anselm Grün hält fest, dass das Leben Benedikts schnell erzählt ist:

- Geb. ca. 480 in Nursia, Mittelitalien

- Studium in Rom

- Abbruch des Studiums wegen des moralischen Niedergangs in der Stadt

- Rückzug in die Einsamkeit: Erst Asketengemeinschaft in Enfide, dann drei Jahre lang Eremitendasein in einer Höhle bei Subiaco

- Lehrtätigkeit

- Vorsteher eines Klosters in der Umgebung

- Erneute Einsamkeit

- Gründung von zwölf kleinen Klöstern

- 529: Gründung von Monte Cassino - Neue Gemeinschaft, Schreiben einer “Regel” (Regula Benedicti) [Die ganze Regel  ist   h i e r  online zugänglich!]

- 547: Tod Benedikts

Soweit die dürren Fakten, aber wer war Benedikt, was für ein Mensch steht hinter den Ordensregeln, mit denen ich mich in der kommenden Zeit beschäftigen möchte?

Ein “netter Kerl”, ein Populist ganz gewiss nicht, dagegen sprechen zentrale Ereignisse in seinem Leben: Statt sich mit seiner sinnenfrohen Studienstadt zu arrangieren oder den Heiligen im sündigen Umfeld zu spielen, der sich gleichermaßen über seine Mitmenschen erheben oder aber schleichend in ihre Lebenspraxis hineingezogen werden könnte, verlässt Benedikt angewidert (!) Rom. Sein erster Klostervorsteherjob endete damit, dass die Mönche ihn vergiften wollten! Da war er wohl etwas zu ernst in der Sache, und die Mönche wurden aus ihrer Bequemlichkeit geschreckt.

Eine große Wirkung zu Lebzeiten blieb aus: Keine Massenbewegungen wurden in seiner Zeit durch ihn initiiert, keine nachhallenden Wundertaten, keine übermäßige Beliebtheit im Volk.

Grün stellt fest: ” Benedikt verkündigt nicht sich und seine persönliche Originalität, sondern er weist in seiner Regel einen Weg…”. Die Person verschwindet wohltuend hinter seinem Werk, der “Regula Benedicti”.

Hinter den Anweisungen der Regel leuchtet auf, mit was Benedikt gesegnet war:

- Erfahrung
- Selbsterkenntnis in menschlichen Stärken und Schwächen
- das richtige Maß
- Leitungsbegabung
- Hilfsbereitschaft
- Gabe der Versöhnung
- Glaube

Grün betont, dass Benedikt mit seinen Regeln, die sich nicht nur an Mönche, sondern an jeden richten, der ein ernsthaftes Leben in der Nachfolge führen will, niemanden überfordern will, sondern realistisch mit den Schwächen rechnet, die es nicht in strikter Befolgung von Regeln, sondern im Verstehen des Geistes, den die Regel atmet, zu meistern gilt. Getrieben war er von einer optimistischen, mit tiefsinnigem Humor und Vertrauen auf die Gnade versehenen Haltung, die in unruhigen Zeiten (Völkerwanderung, kultureller und moralischer Verfall des römischen Reichs) eine Basis für ein gelassenes und ruhiges Leben zu bieten in der Lage war.

Gar nicht so viel anders als heute in unseren postmodernen Zeiten inklusive Globalisierung und Neuigkeitenwahn im Dschungel des Informationszeitalters, gelle? Wie sagt Anselm Grün so schön:  “Unsere Zeit ist von ständiger Flexibilität gekennzeichnet. Doch die Seele kommt oft nicht mit!”

Keine Angst, ich will nicht ins Kloster! Ich bin glücklich verheiratet und viel zu neugierig veranlagt, um ein Höhlenleben auch nur ein paar Wochen durchzuhalten. Mich interessieren aber folgende Fragen:

- Wie lässt sich natürlich gelebte Spiritualität gut mit dem Alltag verbinden?
- Wie bringe ich “stabilitas”, Beständigkeit, in mein Leben?
- Wie lässt sich Stille in ein “normales” Leben dauerhaft einbauen?
- Kann die Regel von Benedikt auch heute noch, und auch außerhalb klösterlicher Gemeinschaften, fruchtbar für ein gemeinschaftliches Zusammenleben sein? Ist das möglich: Christliche Gemeinschaft in engerer Form als eine Gemeinde und in weiterer Form als eine Familie oder Kommunität? Ich finde, das ist ein reizvoller Gedanke, der auch eine interessante Perspektive für Singles, alte Menschen und Menschen mit einer Behinderung sein könnte, abseits vom staatlichen “Abschiebesystem” in Form von Heimen und Anstalten (wobei es für Singles nicht einmal Heime gibt ;-) ).

Das ist der Grund, warum ich mal genauer hinsehen will, ob Benedikt nicht schon vor 1500 Jahren Antworten auf Fragen gefunden hat, die unsere Gesellschaft heute erbärmlich beantwortet…





Am 12.07.2008 schon was vor?

16 01 2008

Das ist etwas sehr vorausschauend, aber schon mal zum vormerken:

Am Samstag, 12. Juli 2008, ist Triefensteintag mit Open Air bei den Christusträgern.

Programm:

Triefensteintag mit Open Air

Thema: einfachEr

Toröffnung ab 14.00 Uhr
15.30 Uhr gemeinsamer Gottesdienst

Open Air 19.30 Uhr mit
ct & friends
Christoph Zehendner & Band
Allee der Kosmonauten

Das hört sich gut an, Triefenstein (bei Marktheidenfeld) ist immer eine Reise wert, erst recht, wenn so gute Musiker vor Ort sind.

Die Wessens werden dort also anzutreffen sein…





Unsere frängische Heimat, Runde 1

30 09 2007

…wer kennt sie? Der möge sich in dieser neuen Serie als Kenner Würzburgs erweisen. Wo befindet sich dieser/diese/dieses genau in Würzburg? Immer neu wird diese Frage in die Blogosphäre hallen, der Beantwortung harrend. Der über 10 Runden siegreiche Ortschecker gewinnt einen Bocksbeutel Frankenwährung!

osterinselfigur.jpg