Unzulässige Mittel bei der Evangelisation

Der von mir persönlich sehr geschätzte Papst Benedikt XVI. rügte während seines Lateinamerikabesuches evangelikale Gruppen gemäß SPIEGEL ONLINE wie folgt:

„Benedikt rief die Bischöfe zur Verteidigung der führenden Rolle der katholischen Kirche in der Region auf. Angesichts des wachsenden Einflusses von protestantisch-evangelikalen Religionsgemeinschaften in Lateinamerika, wo rund die Hälfte der Katholiken auf der Welt lebt, forderte er von den Priestern „wahrhaft missionarischen Eifer, um Glaube und Hoffnung zu verbreiten“. Den protestantisch-evangelikalen Freikirchen warf der Papst eine aggressive Missionstätigkeit vor. Bezeichneten sich 1980 noch 89 Prozent der Brasilianer als Katholiken, so waren es 2000 nur noch 74 Prozent. Im gleichen Zeitraum wuchs der Anteil der Anhänger evangelikaler Gruppen von sieben auf 15 Prozent.“

Gleichzeitig bediente sich der gewiefte Theologe aber selbst aggressiver Werbemittel: Wie das bei Spiegel Online zu sehende Bild schonungslos beweist, animierte er höchstselbst augenscheinlich die versammelten Gläubigen und Sympathisanten zur bereits als überholt betrachteten Praktizierung des Ententanzes. Jetzt müssen sich die aggressiv missionierenden Evangelikalen aber was einfallen lassen..

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2 Kommentare

Eingeordnet unter Vaterland

2 Antworten zu “Unzulässige Mittel bei der Evangelisation

  1. Interessanter Punkt das mit dem Konflikt zwischen Pfingstkirchen und Katholiken. Wie mein oberflächlicher Eindruck ist, lässt sich die Pfingstbewegung dort allerdings nicht mit der gutmütigen Variante in unseren Breiten vergleichen. Glaube, da geht’s Health&Wealth-mäßig, wie auch kohlemäßig (also für die Pastoren) richtig zur Sache. Hab da aber nicht wirklich Ahnung – wer mal interessant rauszukriegen, falls man Zeit hat…

  2. wessnet

    Ich fände es auch mal interessant, herauszufinden, was der Papst tatsächlich genau gesagt hat. Habe nach der Lektüre anderer Artikel, z.B. auf jesus.de, den Eindruck gewonnen, der Spiegel hat hier nicht sauber recherchiert.
    Anderswo heisst es nämlich, der Papst hätte die ABWERBUNG von praktizierenden Katholiken, nicht die allgemeine Missionstätigkeit unter Kirchendistanzierten, angeprangert bzw. mehr die Bischöfe aufgefordert, dies nicht „kampflos“ hinzunehmen.
    Von Pfingstlern habe ich gar nichts gelesen, sondern eher von evangelikalen Freikirchen.
    Ich nehme also mal tatsächlich, abgesehen von dem kleinen Ententanzwitz, bis zum Beleg des Gegenteils „in dubio pro reo“ an, dass der Papst nicht die ernsthafte Missionstätigkeit freikirchlicher Gruppen mißachtet, sondern das Abwerben von eigenen Schäfchen.
    Was mir viel weniger gefällt ist die Aufforderung zum Marienkult im Rahmen der Abschiedsreden, vor allem im Zusammenhang mit einer aus dem Wasser gezogenen Madonnenfigur. Das sind die verbleibenden 2% gegenüber den 98% guter Auffassungen, für die ich den amtierenden Papst mehr als schätze, über die ich gerne mal in Ruhe mit dem Papst reden würde, einleitend mit den Worten: Gehts denn noch?

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