Prekariat und Prokrastination…

behandelt der Kolumnenkönig Max Goldt gewohnt genial  in einem in seinem neuen Buch „QQ“ abgedruckten Text, eine Titanic-Kolumne, die schon ein paar Tage alt ist.

Prekariat ist das schicke Modewort für „Unterschicht“, eine „nette“ Form, sich scheinbar politisch korrekt über die Verlierer unserer Gesellschaft zu amüsieren. Goldt seziert den Begriff und seine Verwender genüsslich, und vielleicht sollte man sich eher, wie er wohl zwischen den Zeilen gesellschaftskritisch anmerkt, mal Gedanken darüber machen, welche Maßnahmen geeignet sind, die „bildungsfernen Schichten“, das zweite, auch immer mal gerne von Harald Schmidt benutzte Modewort, zu bildungsvertrauten Schichten zu machen, als sich auf Kosten Benachteiligter zu amüsieren. Ein Anfang wäre, den öffentlich-rechtlichen Bildungsauftrag in Funk und Fernsehen mal wieder ernst zu nehmen. Schluss mit der Dauerberieselung mit Gewinnspielchen, Jingles, „lustigen“ Beiträgen und Casting-Shows. Wozu kassiert die GEZ? Habt Ihr nicht Orwell gelesen? Wessen das Herz voll ist, dessen geht der Mund über…Wer einen Bildungshintergrund hat und diesen Dreck konsumiert, ist selbst schuld. Wer aber den Bildungshintergrund hat und die Konsumenten mit Müll füttert, macht sich der vorsätzlichen Volksverdummung schuldig. Puh, der Blog hier wird jetzt politisch…

Auf andere Weise bedrohlich, nämlich wegen hohen Selbsterkennungswerts, ist das Outing des Kolumnisten als Opfer der Prokrastination, dem gerne als „krankhaft“ titulierten Aufschieben von wichtigen Dingen. Lest das mal bei Goldt nach, wir können dann danach gemeinsam eine Selbsthilfegruppe gründen.

 P.S.: Welcher Mineralstoffmangel ist eigentlich gerade „up to date“? Selenmangel ist megaout, gelle?

2 Kommentare

Eingeordnet unter Drucksachen

2 Antworten zu “Prekariat und Prokrastination…

  1. Gustav

    >P.S.: Welcher Mineralstoffmangel ist eigentlich gerade “up to date”? Selenmangel ist megaout, gelle?

    Muß es nicht Seelenmangel heißen? 😉

  2. …das war ein Flashback für Goldt-Fans, der dozierte auch mal über „modische“ Mineralstoffmängel und „empfahl“ mal den Selenmangel, Magnesium und Calcium war ihm zu mainstreamartig.

    Also kein Schreibfehler, obwohl der „Seelenmangel“ gut zum oben gesagten passt….

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