Homosexualität und Kirche…

…ist ein altes und trotzdem „heißes“ Thema, welches in der Regel wie folgt behandelt wird:

Die wohl überwiegende Meinung, insbesondere in evangelikalen und charismatischen Kreisen, ist, dass die Bibel sich deutlich gegen Praktizierung von Homosexualität ausspricht, dies beruhend auf Stellen im AT und Paulusworten. Es geht hierbei (natürlich) nicht um die Verurteilung eines homosexuell empfindenden Menschen, sondern um die Problematisierung eines homosexuellen „Lebensstils“, sprich promiskuitive, aber auch partnerschaftliche Auslebung der Homosexualität.

Dazu folgendes: Die Bibelstellen, die sich gegen Homosexualität aussprechen, gibt es, was jeden, der sich ernsthaft mit der Bibel auseinandersetzen will, den „Anspruch“ der Bibel als Gottes Wort also an sich herantragen lässt, vor die Frage stellt, wie diese Stellen seriös auszulegen sind.

Zwei aktuelle Veröffentlichungen bringen mich insofern etwas ins Nachdenken, und zwar Timothy Geddert in seinem hervorragenden Buch „Verantwortlich leben. Wenn Christen sich entscheiden müssen.“ und ein Post von Peter Aschoff über seine Gespräche auf dem Dünenhof-Festival 2007 mit Tony und Peggy Campolo.

Tony und Peggy Campolo haben als Ehepaar offenkundig zwei verschiedene Ansätze: Campolo ist auf der oben dargestellten, „klassischen“ evangelikalen Linie, Peggy Campolo stellt sich dagegen die Frage, ob eine auf Dauer angelegte Lebenspartnerschaft nicht seitens der Gemeinde zu akzeptieren und sogar zu unterstützen ist.

Was für „christliche Ohren“ im Hinblick auf jahrhundertealte Kirchengeschichte und herrschende Lehre erst einmal ungeheuerlich klingt, muss aber folgenden Argumenten begegnen:

– Wie fühlen sich homosexuell veranlagte Menschen im Umgang mit der Kirche: Angenommen und geliebt, oder abgeurteilt und verachtet? Wie würde Jesus damit umgehen?

– Was sagen die oft zitierten Bibelstellen wirklich, d.h. welchen konkreten Hintergrund haben sie?

– Ist Homosexualität in Form von Promiskuität oder gar Prostitution im Lichte der biblischen Aussagen gleichzusetzen mit einer auf Lebenszeit eingegangenen Partnerschaft?

Nachdem dieses Thema große gesellschaftliche Relevanz hat und in Kirchengemeinden wahlweise über- oder unterbetont, jedoch selten „sachlich“ behandelt wird, werfe ich hiermit mein erstes „Stöckchen“ in die Runde: CC-Blogger, was denkt ihr dazu?

Alle anderen Leser: Und ihr? Bitte aber nur ernstgemeinte „Zuschriften“!!! Habe in diesem Zusammenhang keine Lust auf zotige Sprüche oder unreflektierte Meinungen, die ich dann im Interesse einer interessanten Diskussion „rausschmeißen“ werde. Mir geht es um die Frage: Verstehen wir die Bibel an dem Punkt richtig, und wenn nicht, was gilt es zu ändern; und falls doch: Was bedeutet das für die Gemeinden?

4 Kommentare

Eingeordnet unter CityChurch, Vaterland

4 Antworten zu “Homosexualität und Kirche…

  1. J.F. paparazzo

    Ich habe noch einmal die Bibel durchgesehen:

    Im Neuen Testament gibt es 3 Stellen zu dem Thema:

    1. Kor. 6,9: hier ist der sexuelle Verkehr mit Kindern und Jugendlichen gemeint.

    Tim 1,9: auch hier ist nur der sexuelle Verkehr mit Kindern und Jugendlichen gemeint.

    Röm 1, 26: hier wird vom Leben der Heiden gesprochen, die Gott nicht kennen.
    „Ihre Frauen vertauschten den natürlichen Verkehr mit dem widernatürlichen; ebenso gaben die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau auf und entbrannten in Begierde zueinander; Männer trieben mit Männern Unzucht und erhielten den ihnen gebührenden Lohn für ihre Verirrung.“(Röm 1,26)

    Im Alten Testament gibt es zwei Stellen:

    „Du darfst nicht mit einem Mann schlafen, wie man mit einer Frau schläft; das wäre ein Gräuel.“ (Lev 18,22);
    „Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Gräuel ist, und sollen beide des Todes sterben; Blutschuld lastet auf ihnen.“ (Lev 20,13)

    Du siehst: Viel sagt uns die Bibel zu dem Thema nicht.

  2. wutzthesane

    Und wie sieht es bei den Priestern aus? Lehre ist eine Sache, wie wird denn in der Kirche gelebt? Kürzlich wurde in einem Spiegel Interview die Kirche als transnationale Schwulenvereinigung bezeichnet. Zu Recht? Welche Doppelmoral…
    Ich habe unlängst mehr zu dem Thema hier von Dr. Subtilis gelesen:
    http://doctorsubtilis.wordpress.com/2008/08/09/huk/
    Ich hoffe an der Stelle gibt es bald noch weitere Einsichten.

  3. wessnet

    @wutzthesane

    Herzlich willkommen und danke für Kommentar und Link.

    Tja, wo gehobelt wird, fallen Späne, und wo Menschen handeln (Priester sind meines Wissens auch „nur“ Menschen), werden Fehler gemacht.

    Bleibt die Frage: Was ist denn „richtig“? Beziehungsweise: Was sagt denn die christliche Lehre dazu, und wie setzen „wir“ das um?

    Ach ja: Gibt es denn gar keine homosexuell veranlagten Leser? Eure Meinung würde mich zu dem Thema besonders interessieren!

    Der Post von „Doctor Subtilis“ ist übrigens gar nicht so subtil. Erstaunt hat mich nur: Gibt es echt Leute, die es WIRKLICH klasse finden, eine gekühlte Cocktailtomate in den ….. geschoben zu bekommen?

  4. Pingback: Es könnte alles so einfach sein – ist es aber nicht… « wessnet

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s