Ich wasche meine Hände in Unschuld…

…oder genauer gesagt: Ich bin unschuldig an seinem Blut, seht ihr zu!

So wird Pilatus, der römische Statthalter, in Mt. 27, 24 zitiert, als der Mob nach der Kreuzigung Jesus schrie und er sich vor den Augen des Volkes die Hände wusch.

Was Pilatus damit genau meinte, bleibt unklar. Spürte er eigene Schuld? War es ein Rettungsversuch? Oder wollte er die Juden verspotten?

In der Autobahnkirche Baden-Baden findet sich ein interessantes Fensterbild, das genau diese Szene darstellt:

autobahnkirche.jpg

Auf der Hinfahrt nach Norditalien führte uns der Weg über die A 5, und da mache ich immer gerne eine Rast in der Autobahnkirche. Ein interessantes Gebäude, über das man

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mehr erfahren kann.

Der rechte Herr, offenkundig ein attestierender Soldat, erinnert mich ein wenig an Saddam Hussein. Und Pilatus spricht hier mit seinem Gesicht und hinterließ bei mir die Frage, ob ich unschuldig an dem Blut von Jesus bin und existentiell mit der Frage konfrontiert ähnlich dreinschauen würde wie der Pilatus, den uns der Künstler hier präsentiert.

Nach diesen Gedanken war ich umso froher, zu wissen, dass es nicht nur Wasser gibt, dass mir Soldaten in einem symbolischen Akt über die Hände kippen, sondern lebendiges Wasser.

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3 Kommentare

Eingeordnet unter Blogroll, Vaterland

3 Antworten zu “Ich wasche meine Hände in Unschuld…

  1. Hallo Gott,

    Ein kleiner Verbesserungsvorschlag:

    Das Leben sollte mit dem Tod beginnen – und nicht andersherum! Stell Dir
    das mal vor: du liegst six feet under, es ist dunkel und muffig und dann
    gräbst du dich dem Licht entgegen. Dort angekommen gehst du ins Altersheim und
    wirst dann rausgeschmissen, weil du zu jung wirst, spielst danach ein paar
    Jahre Golf bei fetter Rente, kriegst eine goldene Uhr und fängst gaaaanz
    laaangsam an zu arbeiten. Nachdem du damit durch bist, geht’s auf die Uni.
    Du hast inzwischen genug Geld, um das Studentenleben in Saus und Braus zu
    genießen, nimmst Drogen, hast nix als Frauen (bzw. Männer) im Kopf und
    säufst dir ständig die Hucke voll.
    Wenn du davon so richtig stumpf geworden bist, wird es Zeit für die
    Schule.
    In der Schule wirst du von Jahr zu Jahr blöder, bis du schließlich auch
    hier rausfliegst. Danach spielst du ein paar Jahre im Sandkasten,
    anschließend dümpelst du neun Monate in einer Gebärmutter herum – und
    beendest dein Leben als Orgasmus! Das wäre doch was!

  2. wessnet

    DAS Leben möchte ich, ehrlich gesagt, nicht leben:

    Saufen, Sex und Drogenkonsum mit kontinuierlich niedrigem Intelligenz- und Bewußtseinslevel – das kann man doch auch jetzt schon haben, ohne dass Gott die irdischen Möglichkeiten umprogrammieren müsste. Wem es gefällt…

    Die göttliche Erfüllung dieses lustigen Wunsches könnte aber eher fluchartigen Charakter annehmen. Die Hölle könnte, wenn man mal darüber nachdenkt, die Erfüllung der Wünsche sein, die man hegt, wenn man nicht mit der Existenz eines liebenden Gottes rechnet. Suum cuique sozusagen.

    Also, Lady, wenn dabei solche Gedanken herauskommen, würde ich mal empfehlen, den Fetisch in die Ecke zu schmeißen und mir was Reelles als Orientierung zu suchen.

    Aber so ernst braucht man Dir eh nicht zu kommen, oder?

  3. Warie Wocher

    Herrlich, jetzt endlich habe ich das Problem in der Tiefe verstanden 🙂

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