Wenn man älter wird, lernt man seine Organe mit Vornamen kennen…

…oder gibt Ihnen süße Spitznamen wie Magi (nicht zu verwechseln mit Magie oder gar Maggi), Milzimaus oder Old Leber.

Noch bin ich ja ganz fit: Das Lebendgewicht hält sich in Grenzen, ich sehe noch meine Füße beim Duschen, schlafe wie ein Bär und schnarche überhaupt nicht (vereinzelte üble Nachreder wie meine Frau oder ca. 14 Mitfahrer eines Segeltörns mit dem Museumsschiff „Mytilus“ auf der Elbe lügen alle wie gedruckt!). Ich kann 10 km am Stück laufen, ohne umzukippen, spiele Volleyball, habe keine Diabetes, trage keine Brille, meine Prostata ist noch nicht so groß wie ein Medizinball, und ich hatte seit rund 5 Jahren keine ernstzunehmende Grippe mehr. Mein volles Haar umspielt mein Haupt, wenn auch einige graue Haare Altersweisheit symbolisieren. Es schmeckt, und ich kann noch kräftig zubeißen.

Aber letzte Woche hab ich mich dann doch mal richtig mies gefühlt: Als nettes Andenken habe ich mir so eine Art Magen-Darm-Grippe aus der norddeutschen Tiefebene mitgebracht. Schüttelfrost, Fieber, Rumoren im Magen, und das andere unangenehme Leiden, über das aus ästhetischen Gründen hier der Mantel des Schweigens gebreitet werden soll.

Und plötzlich macht das Essen keinen Spaß mehr! Ein paar Tage lang gesellte sich fieses Sodbrennen hinzu. Seit Freitag bin ich schon wieder leidlich fit, aber das Sodbrennen besuchte mich gestern abend noch einmal und verabschiedete sich erst nach einer Tasse Kamillentee!

Ich weiß, das ist alles gar nicht so schlimm. Außerdem bin ich ein Hypochonder vor dem Herrn und beobachte skeptisch meine vielen Muttermale (aus Angst vor dem malignen Melanom, das sich ganz bestimmt irgendwann aus meiner Haut schält), leise Anflüge von Kopfschmerzen bedeuten bestimmt einen Gehirntumor, und ganz bestimmt ereilt mich Darmkrebs, MS oder Leukämie.

Eins habe ich aber gelernt: Hut ab vor jedem, der über Jahre mit so etwas eigentlich Banalem wie Magenproblemen kämpfen muss. Wenn mir schon eine Woche Sodbrennen das Leben versauert, welche Geduld und Großmut gehört dazu, eine Krankheit über einen langen Zeitraum würdevoll zu meistern.

Drum Jüngling, genieße heute Deine Jugend, esse gut, trinke gut und danke dafür, denn das währt nicht ewig. Nicht wahr, Magi?

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Eingeordnet unter Gesundheit und Hypochondrie

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