Jan Garbarek Group, Live in den Mainfrankensälen in Veitshöchheim, 29.11.07

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Die Jan Garbarek Group (Betonung auf dem zweiten A!) gastierte soeben in den Mainfrankensälen in Veitshöchheim und lieferte ein feines Set ab.

Wir sind, lange schon gebucht, dabei mit Martina, Frieder und Uschi (mit Klein-Edelhäuser in Mamas Bauch) und Frieders Bruder Klaus und haben einen guten Platz in der 4. Reihe.

Garbarek wurde begleitet von Rainer Brüninghaus am Piano, Manu Katchè am Schlagzeug und einem Bassisten, den ich zuvor nicht kannte und dessen Namen ich mir nicht merken konnte, der aber wohl Ersatz für den ausgefallenen Eberhard Weber war.

Die gut eingespielte Gruppe (das war heute gemäß Ankündigung das achtzigste Konzert der Tour) swingte und zauberte auf allen Ebenen: Garbareks feiner Ton, seine fantasievollen Melodien, aber auch überraschenden Figuren überziehen den Abend einschmeichelnd und aufwühlend zugleich wie eine archetypische Stimme aus der Erde, die gen Himmel schwebt (ungewöhnliche Töne verlangen versponnene Erklärungen). Wer Garbarek und seine zahlreichen Ausflüge in verschiedene Ethnowelten kennt, weiß, wovon ich rede bzw. wovon man eigentlich nicht reden kann.

Katchè spielt erfrischend maskulin und auf den Punkt. Er macht den Eindruck, mal eben mit ein paar guten Freunden zu jammen und groovt dabei zum Abheben. Nur das Schlagzeug selbst ist so richtig geschmacklos: Zirkusviolett glitzernd, der Mann ist doch sonst so cool – aber macht ja nichts, wer so spielt, dürfte sich auch Diddlmäuse auf die Bassdrum pinnen!

Rainer Brüninghaus ist ein  ruhiger Virtuose, der in seinen Soli Bach mit Ruben Gonzalez vermählt und dessen Stimmungen auf dem Keyboard so geschmackvoll sind wie seine Figuren durchdacht bis ins feinste Detail. Für mich die Überraschung des Abends.

Der Bassist ist ein solider Handwerker, der aber in diesem Pool genialer Ausnahmeinstrumentalisten etwas untergeht.

Kurzum: Ein Besuch eines Garbarek-Konzertes lohnt sich immer, ob mit Hillard-Ensemble und „Officium“ wie vor einiger Zeit in St. Johannis in Würzburg oder jetzt mit der Group.

Mein persönliches Highlight: Garbarek simuliert mit dem kleinen Saxophon eine Art Delay-Effekt. Ich glaubte erst an einen Mikro-Trick, bis ich staunend sah, dass er die kleine verschobene Melodie unten mit dem kleinen Finger spielt.

Nach zwei traumhaften Stunden endete das Konzert nach einer bravourösen Zugabe um kurz nach 22.00 Uhr. Der kleine Edelhäuser im Bauch von Uschi fand es etwas zu laut, aber mit gutem Jazz kann man nicht früh genug anfangen 😉

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NACHTRAG: Ich habe eine gute Konzertkritik eines Mitbloggers mit tollen Fotos gefunden:

http://www.kitziblog.de/3151/jan-garbarek-group-in-veitshochheim/

Hallo KitziBlog, gute Arbeit!

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3 Kommentare

Eingeordnet unter Musik

3 Antworten zu “Jan Garbarek Group, Live in den Mainfrankensälen in Veitshöchheim, 29.11.07

  1. und jetzt auch noch garbárek. das wird ja schon unheimlich. hör auf, meine cds zu hören und meine bücher zu lesen! 🙂 okay, das war jetzt wirklich etwas übertrieben von mir. – toll geschriebener bericht. ich vergebe 4 max goldt punkte!

  2. Danke für die Blumen, der Abend war traumhaft

  3. Pingback: KitziBlog - Leben und Radfahren in Mainfranken » Jan Garbarek Group in Veitshöchheim

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