Monatsarchiv: Dezember 2007

Ich lasse mir von einem kaputten Fernseher nicht vorschreiben, wann ich ins Bett zu gehen habe!

Und so lasse ich mir erst recht nicht von einem zu Ende gehenden Jahr vorschreiben, wie mein aktueller Gemütszustand ist!

Obiges Zitat stammt natürlich aus den berühmten „Szenen einer Ehe“ von Loriot, mit dem mich nicht nur verbindet, dass meine Schwiegereltern mir auf Empfehlung meiner Gattin, welche meinen Amazon-Wunschzettel sorgsam studiert hatte, mich aber auch durch und durch kennt, die just erschienene vollständige Fernseh-Edition zu Weihnachten geschenkt haben, sondern auch, dass ich in einem guten Fischrestaurant am Starnberger See mal am Nachbartisch neben ihm gesessen habe. Ich hoffe, er rechnet mir hoch an, dass ich ihn NICHT dumm angequatscht, ihn NICHT mit der Digitalkamera aufgenommen habe und auch NICHT an seinen Tisch mit der Bemerkung „Schmeckt`s ?????“ getreten bin. Ich habe da „einfach nur so gesessen“ und festgestellt, dass einer der Helden meiner Jugend ein gepflegter älterer Herr ist, der auch Fisch isst, eine Familie hat und Käffchen nach dem Mahle bestellt.

Jetzt wisst Ihr also, was ich seit Heiligabend so getrieben habe. Na ja, nicht nur DVD geschaut, normal gearbeitet musste auch werden, und ein paar Geschenke mehr waren auch einzuweihen. Neben ein paar anderen DVDs gab es noch Lesefutter (Martina hat u.a. ein formidables, aber leider vergriffenes Buch von Raymond M. Smullyan namens „Wie heisst dieses Buch“ antiquarisch aufgetrieben) und Outfitnachschub für den mittelalten Herrn diverser Art, bis hin zur Aufbaucreme (meine lieben Eltern hielten das für angebracht – was gibt es nächstes Jahr: Biovital? Ilja Rogoff?).

Meine Zeit lasse ich mir aufgrund eines weiteren Geschenks, ebenfalls von meinen Eltern, von einer binären Uhr vorschreiben:

uhr.jpg

Nun aber zurück zum Thema: Wie war es denn nun, dieses Jahr 2007? Und was gilt es, für das neue Jahr zu beachten? Wie in allen Jahren zuvor habe ich in Worten, Taten und Gedanken gesündigt, wie es so schön heisst, es aber nicht ist, und ich befürchte, dass es auch im neuen Jahr so sein wird. Nicht, dass ich nicht anders wollte, aber die Frucht des Alters ist, sich immer realistischer betrachten zu können. Da gibt es nur zwei Alternativen: Hinschauen oder systematisch unter Zuhilfenahme diverser Mittel (Konsum, Alkohol, ….. [freier Platz zum Einsetzen des persönlichen Lieblingsmittels]) verdrängen.

Das aber ist die Crux an Jahresendbetrachtungen: Es ist etwas zu billig, in Jahreskategorien zu denken, streng nach dem Motto, das alte Jahr war scheiße, ein paar saubere Vorsätze, und das neue Jahr erstrahlt im neuen Glanz! Nix is! Macht Euch nichts vor: Das ist unbegründeter Haltungsoptimismus!

Ich glaube, dass nur zwei Dinge dabei helfen, dass sich WIRKLICH etwas zum Positiven ändert: Dankbarkeit für das, was war, und Hoffnung darin, dass Gott jeden Tag für mich da ist. Ich sage bewusst nicht „im neuen Jahr“. Die Entscheidung, ob ich Gott in meinem Leben ranlassen will, muss ich jeden Morgen neu treffen, und dann noch ein paar Mal während des laufenden Tages. Während Gott immer „ja“ zu mir sagt, habe ich die Entscheidungsfreiheit, ob ich etwas mit Gott erleben will oder nicht.

Da fange ich doch mal an mit dankbar sein. Wofür bin ich im Jahr 2007 (seine Stunden sind gezählt, Gott habe es selig) dankbar?

– Für meine Frau

– Für meine Eltern und Schwiegereltern

– Dafür. dass ich bald erstmals Onkel werde (an dieser Stelle nochmals alles Gute für Christian und Corinna!)

– Für meinen Job und meine guten Mitarbeiter

– Für Gesundheit

– Für ein tolles Jahr in der Citychurch Würzburg

– Für meine Freunde

– Für meinen Leihgebetshocker

– Für viel gute neue Musik

– Für meine liebste Neuerwerbung: Ein iPod Nano 3. Generation 8 GB

– Für ein paar tolle Essen bei Gianni und in der Kham Sushi Bar in Würzburg

– Für einen tollen Urlaub am Lago Maggiore und in der Schweiz

– Für ein tolles Wochenende im Allgäu mit Rubihornbesteigung

– Für ein inspirierendes Emergent Deutschland – Wochenende in Erlangen

Hey, dankbar sein baut auf! Probiert es doch auch mal!

In diesem Sinne viele gute Tage unter Gottes Segen und Führung im neuen Jahr 2008 – wenn Ihr wollt 😉

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Frog in concert 3 – Weihnachtskonzert 03

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Das Schweigen der Kontemplation

„Das Schweigen der Kontemplation. In jedem von uns verbergen sich Abgründe, Unbekanntes, Zweifel, wilde Leidenschaft, geheimes Leid…aber auch Schuldgefühle,niemals Eingestandenes, so sehr, dass sich uns ungeheure Leeren auftun. Triebe wühlen uns auf, man weiß nicht, woher sie kommen – urväterliche Erinnerungen oder genetische Bestimmtheit? Wenn wir Christus mit kindlichem Vertrauen in uns beten lassen, werden eines Tages die Abgründe bewohnbar sein. Eines Tages, später einmal, werden wir feststellen, dass sich in uns eine Revolution vollzogen hat.“

[Frere Roger, Jeden Augenblick neu, Herder 1987]

Kontemplation ist nur scheinbar Passivität. Sie ist vielmehr die Grundlegung jeglicher Aktivität, das Zulassen des tiefen, gemütshaften Ergriffenwerdens.

Viva la Revolution!

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Frog in concert 2 – Weihnachtskonzert 02

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Frog in concert 1 – Weihnachtskonzert 01

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Frog Tales 7 – Die Weihnachtsgeschichte nach Lukas (04)

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Frog Tales 6 – Die Weihnachtsgeschichte nach Lukas (03)

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