Was vom Forum übrig bleibt…

…zumindest in meinem Kopf, kann ich nun, knapp einen Tag nach dem Wochenende in Erlangen (Emergent Forum, 01.-02.12.07), schon einmal ins Grobe geschrieben zusammenfassen:

Persönliches

– Eine nette Horde, dieses emergente Völkchen!

– Eine gute Atmosphäre: Viele nette Gespräche, große Offenheit auch neuen Gesichtern gegenüber, freundliche Helfer, ein schönes Gemeindehaus am Bohlenplatz (jetzt gibt es schon Plätze, die nach dem Bohlen benannt sind! Habt Ihr auch einen Andersplatz in Erlangen?)

– Nett auch, dass man bei Euch im Gemeindehaus schlafen konnte!

– Erlangen gefiel mir überhaupt sehr gut: Eine sehr schöne Altstadt mit gut erhaltenem historischen Baumaterial, wenn ich das früher gewusst hätte, wäre ich zeitiger zum Abendessen am Samstag ausgeschwärmt und hätte noch ein wenig gebummelt.

– Neben ein paar bekannten Gesichtern hatte man mal Gelegenheit, sie alle mal zu sehen, die geschätzten Kollegen Blogger. Zum Kennenlernen war aber nicht richtig viel Zeit, da sich natürlich die Organisatoren öfter abkapseln mussten, außerdem zwar viel „Open Space“ war, dort ging es aber um Themen, und das Persönliche kam notgedrungen etwas knapp. Abends in der Kneipe war es dann auch schwierig, mal mit Mehreren zu sprechen. Aber es ist ja noch nicht aller Tage Abend!

Geistliches

– Mitgenommen habe ich vor allem Brian McLarens Bild von der Emerging Church als „Baumrinde“ rund um alle Konfessionen/Denominationen im Gegensatz zu dem Bild der EC als ein Stück vom Gesamtkuchen Kirche und seine Aussage, dass sich z.B. ein Baptist und ein Katholik, die offen sind für die Veränderungen, die die Postmoderne mit sich gebracht hat, näher stehen als ein Katholik, dem das wichtig ist und ein anderer Katholik, der das Althergebrachte konservieren will. So würde ich mir das auch wünschen!

– Beschäftigt hat uns auch die Frage, wie man es verhindert, dass „Leute ins Wasser geschmissen werden“.

– Ehrlich gesagt etwas angenervt hat mich der schon etwas bierernste Vokabulargebrauch, z.B. „missional“ statt missionarisch. Liebe Studenten der Theologie, ich habe es gecheckt, worum es dabei geht, aber man sollte bei der Vermittlung der Inhalte der einschlägigen Bücher nicht auf eine zu „missionale“ 😉  Schiene kommen, denn es gibt m.E. ein paar wirklich wichtigere Themen, die es für christliche Gemeinden oder Gruppierungen vor allem praktisch umzusetzen gilt, so z.B. die Wiedererlangung der sozialen Kompetenz, die Versöhnung der Konfessionen, die Wiederentdeckung der persönlichen Spiritualität, auch im Ritus oder mit „körperlicher“ Einbeziehung (Daniel, Deine Übung am Sonntag fand ich sehr gut, da würde ich gerne bei uns in Würzburg mal weiterexperimentieren, und Weihnachten lass ich mir nen Gebetshocker schenken!) und, was abends in der Kneipe „in unserer Ecke“ stark anklang, die persönliche Veränderung gläubiger Christen in Richtung echter Nachfolge. Damit der Baumring nicht trennt, sondern verbindet, wäre es vielleicht hilfreich, die Abgrenzung nicht schon sprachlich zu betreiben. Oder mit Macbooks 😉  Mal kleine Randbemerkung: Mehr Sozialkompetenz, Schöpfungsverantwortung und „Basisdemokratie“ wirken auf „arme Lütt“ zuweilen nicht so superglaubhaft, wenn ich großen Wert auf wertvolle Elekronikgeräte und teure Klamotten lege. Diesen Schuh zieh ich mir übrigens auch selbst gerne an…

– Jason Clark finde ich ebenfalls sehr sympathisch und habe ihn sehr „geerdet“ und herzlich erlebt. Von den Inhalten habe ich diesmal nicht viel behalten, besser fand ich da die Podcasts auf der Emergent Deutschland-Seite (die man sich auch fein bei iTunes abonnieren kann).

– Kleine Nebenbemerkung: Die Diskussionen am Sonntag über Struktur oder Nichtstruktur, Vernetzung etc. kamen mir a bisserl so vor wie ein Grünenparteitag Anfang der 80er (ich war da nicht dabei, aber was man so kennt): Basisbetonung, Fundis, Realos, wir mögen uns alle, „Ihr“ und „wir“ usw. Waren die Grünen eigentlich auch schon postmodern 🙂 ?

– Eine Sache hat mir gefehlt: Praktische Erfahrungsberichte von Leuten, die schon mal was Emergentes ausprobiert haben: GoDis, Predigten, Aktionen, Projekte etc. Darauf habe ich am meisten Lust, mal was ausprobieren. Hab da für Würzburg schon mal ein paar Gedanken gehabt. Aber sowas wurde gar nicht angeboten, oder habe ich das übersehen?

– Eine Hausaufgabe habe ich mir mitgenommen: In einigen Diskussionen klang es an und blieb etwas offen: Was ist eigentlich die Aufgabe, der Auftrag der Kirchen? Was ist damit der Auftrag der Kirche, der ich angehöre? Was ist sodann MEIN Auftrag? Und welche Rolle kann  dabei eventuell die Emerging Conversation spielen, welche Aufgabe ihr zufallen?

Kulinarisch

– Der Kaffee!!!! Baristas, Ihr wart wirklich klasse, ich trinke öfter mal guten Kaffee, aber Eurer muss sich nicht verstecken! Dieser Latte! Die Espressi! Toll und vielen Dank!

– Pizza war auch lecker und überdurchschnittlich gut.

– Freies Abendessen war auch grundsätzlich o.k., aber da hätte ich einen Vorschlag: Wie wäre es damit, beim nächsten Mal Plätze in umliegenden Restaurants vorzubestellen und die „Open Space“- Angebote gleich, und mit gutem zeitlichen Rahmen, dorthin zu verlegen? Und danach kommt man zusammen, ein paar Leute referieren über Ergebnisse und man lässt den Abend bei von Luther abgesegnetem Bier ausklingen?

So, das war`s! Jetzt dürft Ihr mir Contra geben oder lautstark applaudieren, ich komme aber gerne mal wieder (wenn ich noch darf 😉 )

19 Kommentare

Eingeordnet unter Emergentes, Vaterland

19 Antworten zu “Was vom Forum übrig bleibt…

  1. dermob

    Hi,
    mittlerweile habe ich auch deinen Blog gefunden…

    Deine Schilderungen finde ich sehr cool. Ich konnte leider nicht kommen, wäre aber wirklich gerne dabei gewesen!!!

    Besonders witzig kommt mir doch der Absatz ab
    „Ehrlich gesagt etwas angenervt hat mich der schon etwas bierernste Vokabulargebrauch, z.B. “missional” statt missionarisch. Liebe Studenten der Theologie…“
    vor. Ich könnte mich auch immer über das Vokabular wegschmeißen. Mein Lieblingswort ist „Dekonstruktion“.

    Ich werd deinen Blog weiterhin lesen und auch bei mir verlinken…

  2. wessnet

    Hi Udo,

    danke für Deinen Besuch. Habe Dich heute auch schon im Blogroll verlinkt, denn ich finde Deine Seite überaus erfrischend!

    Die Dekonstruktion kann also weitergehen…

  3. kannst du das vielleicht etwas erklären: …dass “Leute ins Wasser geschmissen werden” ??

  4. wessnet

    Brian hat in seinem Vortrag ein Bild verwendet (oder besser gesagt: Er gebraucht mehr Bilder als zu „erklären“, was mir erst im nachhinein aufgefallen ist, da diese Bilder in mir weiterarbeiten):

    Jemand kommt einem in einem Fluß Ertrinkenden zur Hilfe und rettet ihn. Nach dieser Aktion sieht er erneut einen im Fluß Untergehenden und hilft auch diesem. Tag für Tag steigt die Anzahl der Rettungsbedürftigen, Helfer kommen hinzu, die Rettungsaktionen weiten sich aus, bis man sich die Frage stellt, wer eigentlich weiter oben all diese Leute in den Fluß wirft.

    An alle Teilnehmer: Das war aus dem Gedächtnis nacherzählt, gibt es etwas zu korrigieren oder ergänzen? Und was sagt ihr zu diesem Bild?

  5. Pingback: Emergent Marburg, Hamburg & Erlangen at einAugenblick.de

  6. Hier meldet sich einer der „Lieben Studenten der Theologie“, der übrigens gerade neben Udo sitzt. Gute Beobachtungen machst du…

    Deine Hausaufgabe würde ich mit einem Wort beantworten, was du vorher „ablehnst“. Zumindest inhaltlich. Ob man es nun missionale Gemeinde oder missionarische Kirche nennt, ist eigentlich egal. Wobei ich „missional“ als Begriff vorziehe, da für mich (und andere) bei „missionarisch“ viel mitschwingt, was ich nicht meine, andererseits vieles, was ich mit missional bezeichne, nicht. Verstehst du, was ich meine?

    Mehr Zeit für Persönliches und Erfahrungsberichte hätte ich mir auch gewünscht. Es war einfach zu wenig Zeit!

    Gruß aus Marburg,
    Hufi

  7. kauda

    Mir ist hängengeblieben, dass Jason dieses Bild im Zusammenhang mit Micha 6,8 gebraucht hat, um den Unterschied zwischen Barmherzigkeit und Gerechtigkeit zu erklären:

    Kirche, die die Ertrinkenden rettet, erweist sich als barmherzig, aber sie macht einen Fehler, wenn sie sich auf Dauer nicht die Frage stellt, wer die Menschen eigentlich weiter oben in den Fluss schmeißt. Die Bekämpfung der Ursache hat er in meiner Erinnerung als (Streben nach) Gerechtigkeit beschrieben. Kommt das hin?

    Mir gefällt das Bild, weil es mir die Frage stellt, in wie weit ich mich auf die Linderung von akuten Nöten beschränke oder bereit bin, Gründe und Zusammenhänge zu suchen, die im Einzelfall zu dieser Not geführt haben. Im individuellen Fall habe ich die Befürchtung, dass das sehr zeitintensiv werden könnte 😉 Aber auf Gruppenebene sehe ich interessante Wirkungsfelder für Christen z.B. in der lokalen Sozialarbeit. Man könnte herrlich mit bestehenden Gruppen oder als neue, nicht auf Christen beschränkte Initiative ……… (träum)

    Das wird viel Zeit und Geld kosten. Aber wenn wir in der Vergangenheit bereit waren, große Zeltevangelisationen zu betreiben in der Hoffnung, dass EINER erreicht werden kann, dann lohnt es sich umso mehr, die „Flussufern zu befestigen“ und Reinschmeißer zu bekämpfen, um konkret sichtbare Not gar nicht erst aufkommenm zu lassen, oder?

  8. wessnet

    @hufi:

    Vielen Dank für das Vorbeischauen. Das mit der Hausaufgabe muss ich noch einmal nachsacken lassen und mir unbedingt die Podcasts anhören. Aufgefallen ist mir erst im Nachhinein, dass Brian und Jason gerne in Bildern reden, die nachhallen, und lieber auf den Nachhalleffekt als auf weitschweifige Erklärungen setzen. Das ist mutig, oder vielleicht einfach ein Glaubensschritt, auf die Kraft des Evangeliums vertrauen.Ich bin da etwas „angefixt“, würde man wohl neudeutsch-bahnhofsmilieuartig sagen…

    Erst mit einigen Tage Verzögerung hat mich das sehr inspiriert, und ich liebe Dinge, die einen erst später berühren. So wird niemand beim ersten Anhören Keith Jarrett lieben. Interessant finden evtl., aber nachhaltig angeregt werden würde mich wundern. Ich überlege gerade schon, was das für meinen Predigtstil bedeuten kann.

    O.k., missional. Als Nichttheologiestudent habe ich da zum einen etwas Nachholbedarf bezüglich der Begriffserfassung, unabhängig von Definitionsversuchen und vorbelasteten Begriffen ist aber auch Teil meiner Hausaufgabe die Abstimmung der Begriffe „Reich Gottes“ und „Missionsbefehl“ und das jeweilige praktische Ausfüllen. Ich habe natürlich eine Meinung dazu, ich fand aber auch den Ansatz gut, in allem Hinterfragungen zuzulassen. In die Richtung möchte ich für mich mal weiterdenken.

    Meine Kritik beruht auch vor allen Dingen darauf, dass ein paar Gesprächspartner offensichtlich stark emotional diese Begriffe hochhielten. Mir erschließt sich noch nicht, ob das ein Produkt der Kenntnisnahme der gesammelten emergenten Standardwerke und die daraus resultierende „politische Korrektheit“ emergenten Denkens ist, oder ob es da eine persönliche Vorgeschichte gab und die Gesprächspartner nicht „repräsentativ“ waren. Die Begriffe als solche sind mir egal, deswegen könnte ich auch „missionarisch“ ablegen, nur wäre es doch vielleicht hilfreicher, alte Begriffe mit neuem Leben zu erfüllen als sprachliche Abgrenzungsarbeit zu betreiben, wo sie vielleicht gar nicht nötig ist. Luther hat vor 500 Jahren auch inhaltlich und weniger sprachlich eine Revolution (oder eben besser eine Reformation) angestoßen. Habe in diesem Kontext auch den von Dir verlinkten idea-Artikel gelesen. Klar gibt es da Ängste im evangelikalen Lager, weswegen ich es in Beziehung auf Emergent Deutschland auch besser finde, Schritte in Richtung überkonfessioneller Bewegung zu gehen als in Richtung „Kuchenteil“ (also getreu Brians Bild Emergent nicht als „neue Kirche“, sondern als Baumrinde, als einende Bewegung um die Konfessionen herum).

    Vielen Dank übrigens für die Sammelarbeit der Emergent-Artikel auf Deinem Blog, das hilft sehr, den Überblick zu behalten!

    @Daniel:

    Hupps, das war ein Bild von Jason, nicht von Brian? Das kommt davon, wenn man nicht alles mitschreibt in meinem Alter!

    Willst Du jetzt Politiker werden? Hört sich so an, und ist auch durchaus erwägenswert.

    Deine sonstigen Träume träume ich mit, und unsere letzte Reihe war ja schon mal ein zarter Schritt in die Richtung…

    Ich denke da auch gerade bzw. schon länger über etwas nach…

  9. hey thorsten! anschaulicher bericht! – das forum muss also wirklich ein ereignis gewesen sein, eine BEGEGNUNG. toll! bei den studientagen stand wohl nur theoretisches im vordergrund …

    und lieber mob: was du da auf deinem blog machst, ist das nicht auch dekonstruktion?! 🙂

  10. @beisasse:
    Ja, dass ist es, was dermob macht.
    Es geht im wohl eher um dieses schlaue Wort…

    @wessnet:
    Vielen Dank für deine Erklärung nochmal. Ich glaube, ich habe erkannt, um was es dir geht. Und ich werde versuchen nicht zu sehr „emergent-insider“ zu spielen und damit (mit meiner Sprache etc.) andere auszugrenzen. Das ist ein schwierige Aufgabe, ob nun in dieser „conversation“ oder in anderen.
    Viel „Erfolg“ beim Hausaufgaben machen! Das sind alles Fragen (Gemeinde, Reich Gottes, Mission etc.), über die man sehr lange (mindestens ein Leben lang) nachdenken kann.

  11. dermob

    Als dekonstruktiv denkender Mensch enttarnt, möchte ich mich an dieser Stelle unpassenderweise gegen das „Ertrinkenbild“ wenden.
    Ich bin natürlich für die Bekämpfung der Ursachen, stehe aber, ob meines einfachen und naiven- und doch destruktiven- Charakters, für die einfachen Dinge im Leben.

    Dazu ein Bild:
    Ein kleines Kind wirft immer wieder sein Spielzeug auf den Boden (Mann ins Wasser). Papa (ich) kommt, und hebt es immer wieder auf.
    Papa könnte auch die Ursache bekämpfen (Kind davon überzeugen, dass Spielzeug werfen nicht gut ist, vielleicht mit drakonischen körperlichen Strafen- tagtäglich der Fall und auch bei Frommen nicht unbeliebt), oder er könnte einsehen, dass es ein Lernprozess ist. Kind lernt die absolute Wiederholbarkeit der Schwerkraft.

    Das Bild passt natürlich nicht perfekt, im Endeffekt glaube ich nicht an Ursachenbeseitigung. Am Ende wird diese Welt noch ein besserer Ort, aber über wen soll ich mich dann aufregen?

    Ich möchte lieber die kleinen Heldentaten des Alltags tun, ohne mir denken zu müssen, ich täte es nur ob meines Egos oder ohne wirklichen Erfolg.

  12. wessnet

    @yotin: So ganz untheoretisch war es auch nicht, aber Begegnungen nahmen schon viel Platz ein. Für die Zukunft wünsche ich mehr noch mehr Begegnung und bedeutend mehr Praxis.

    @hufi:Dann mach ich jetzt erstmal meine Hausaufgaben und geh dann spielen 😉

    @dermob: Ganz verstanden habe ich es noch nicht: Du glaubst gar nicht an die Möglichkeit von Ursachenbeseitigung, oder Du magst es nur persönlich nicht, Dich nach Ursachen umzusehen, wenn man erst mal praktisch anpacken kann? Das Letztere würde ich vorbehaltlos abnicken, denn immer wenn Jesus in den Evangelien von Nächstenliebe spricht, wird er sehr praktisch und sagt nicht: Bildet Ausschüsse zur Bekämpfung der Witwenarmut!

    Da wären wir irgendwie beim Thema, ob Christen Politik machen sollen. Dazu könnte ich jetzt ein Essay schreiben, beschränke mich aber darauf zu sagen, dass das zwar m.E. nicht die Kernaufgabe eines Christen ist, aber es schon sehr wichtig ist, dass es gewichtige, also durchdachte und richtig motivierte, christliche Stimmen in der Politik gibt. Und mit einem hast Du absolut recht: Es wird nie einen perfekten (irdischen) Staat geben, ebenso wenig wie eine perfekte Gemeinde oder einen perfekten Christen.

  13. dermob

    Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht was mich an der Ursachenbekämpfung stört, aber es stört mich schon länger. Ich bekomme dann immer komische Gefühle…
    Vielleicht klingt Ursachenbekämpfung zu oft nach getarnter Bocklosigkeit. Außerdem glaube ich, hat der Geber genau so viel von seiner Tat wie der Nehmer. Ich will mir irgendwie den Spass nicht nehmen lassen…

    Überall wird alles professioneller, und dann darf man nicht mal mehr helfen.

  14. wessnet

    Noch mal kurz zurück zu Jason Clark und Daniel Röder (=kauda):

    Die meinen beide auch nicht, dass es falsch ist, in unmittelbarer Not zu helfen, sondern dass eine Gemeinde evtl. was falsch macht, wenn sie nur die Not lindert, aber nicht bestrebt ist, zu schauen, ob man nicht was an den Ursachen ändert. Richtig, Daniel, oder?

    Ein Analogbeispiel wäre Entwicklungshilfe: Man kann über einem afrikanischen Dorf Nahrungsmittel abwerfen, oder man baut einen Brunnen und schickt Entwicklungshelfer, die den Leuten beibringen, wie man nachhaltige Landwirtschaft betreibt. Beides ist richtig und gut, denn die Armen brauchen h e u t e zu essen, man kann aber auch schon mal dabei helfen, dass sie ihre Nahrungsmittel für m o r g e n selbst produzieren.

    Es will Dir also bestimmt keiner den Spaß an unmittelbarer, praktischer Hilfe nehmen, ganz im Gegenteil. Ich denke, der Auftrag zur Einflußnahme in der Welt trifft auch mehr die Gemeinden oder sogar die Kirchenorganisationen. Die katholische Kirche sowie katholische Gemeinschaften wie z.B. Sant´ Egidio (siehe den Link in meiner Sidebar) sind da übrigens vorbildlich, ich sehe eine Schwäche in strukturiertem sozialen Engagement eher in der evangelikalen Szene. Mutter Teresa hat mal sinngemäß gesagt, dass sie zuerst nur Leute missionieren wollte, dann aber dazu übergegangen ist, den Armen und Kranken zu helfen und dadurch Gottes Licht leuchten zu lassen. Ich freue mich, dass dieser Gedanke auch in der Emerging Conversation eine größere Rolle spielt als bisher im evangelikalen Bereich.

  15. Auch wenn das jetzt gar nicht in die Diskussion passt: Was war denn das für eine Übung zur „Wiederentdeckung der persönlichen Spiritualität, auch im Ritus oder mit “körperlicher” Einbeziehung“? Das würde mich mal interessieren.

  16. wessnet

    Hallo Thomas,

    erst einmal danke für den Besuch.

    Da haben sich in meinem Post wohl zwei Aussagen vermengt: Ich habe einmal die These aufgestellt, dass es m.E. ein paar wirklich wichtigere Themen gibt, die es für christliche Gemeinden oder Gruppierungen vor allem praktisch umzusetzen gilt,
    und als Beispiel die Wiederentdeckung der persönlichen Spiritualität, auch im Ritus oder mit “körperlicher” Einbeziehung, genannt. Gemeint habe ICH damit persönliche Gebetszeiten und gemeinschaftliches Gebet in etwas bewussterer und strukturierter Haltung, also auch mit Blick auf die körperliche Haltung beim Gebet. Konkretes Beispiel: Ich bete regelmäßig in einer körperlichen Haltung, die mich nicht vom Gebetsinhalt ablenkt, z.B. auf einem Gebetshocker.

    Daniel Ehniß (= depone) hat auf dem EF eine körperliche Gebetsübung angeboten, bei der es darum ging, bestimmte körperliche Haltungen als Ausdruck einzunehmen. Die Übung von Daniel war also nicht die umfassende Erfüllung dessen, was ich als Manko in (besonders evangelikalen) Gemeinden empfinde, sondern einfach eine interessante und hilfreiche körperliche Gebetsübung.

  17. wessnet

    @depone:

    Tja, da habe ich Dich doch beinahe zum Guru für „rituelles, körpereinbeziehendes Gebet“ gemacht. So schnell kann es gehen….

    Bei der Gelegenheit: Habe ich deine Übung überhaupt zutreffend beschrieben, d.h. wird Deine Intention richtig wiedergegeben? Und falls ja, hast Du da schon etwas mehr rumprobiert?

  18. hallo thorsten,

    da du die intention der übung so treffen beschrieben hast habe ich einen smiley hinterlassen. guru möchte ich nicht unbedingt sein – obwohl… :] ich habe auf jeden fall schon mehr damit gemacht. ich genieße das vor allem auch in gruppen, alleine praktiziere ich es im moment eher unregelmäßig.

    grüße
    daniel

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