Ich lasse mir von einem kaputten Fernseher nicht vorschreiben, wann ich ins Bett zu gehen habe!

Und so lasse ich mir erst recht nicht von einem zu Ende gehenden Jahr vorschreiben, wie mein aktueller Gemütszustand ist!

Obiges Zitat stammt natürlich aus den berühmten „Szenen einer Ehe“ von Loriot, mit dem mich nicht nur verbindet, dass meine Schwiegereltern mir auf Empfehlung meiner Gattin, welche meinen Amazon-Wunschzettel sorgsam studiert hatte, mich aber auch durch und durch kennt, die just erschienene vollständige Fernseh-Edition zu Weihnachten geschenkt haben, sondern auch, dass ich in einem guten Fischrestaurant am Starnberger See mal am Nachbartisch neben ihm gesessen habe. Ich hoffe, er rechnet mir hoch an, dass ich ihn NICHT dumm angequatscht, ihn NICHT mit der Digitalkamera aufgenommen habe und auch NICHT an seinen Tisch mit der Bemerkung „Schmeckt`s ?????“ getreten bin. Ich habe da „einfach nur so gesessen“ und festgestellt, dass einer der Helden meiner Jugend ein gepflegter älterer Herr ist, der auch Fisch isst, eine Familie hat und Käffchen nach dem Mahle bestellt.

Jetzt wisst Ihr also, was ich seit Heiligabend so getrieben habe. Na ja, nicht nur DVD geschaut, normal gearbeitet musste auch werden, und ein paar Geschenke mehr waren auch einzuweihen. Neben ein paar anderen DVDs gab es noch Lesefutter (Martina hat u.a. ein formidables, aber leider vergriffenes Buch von Raymond M. Smullyan namens „Wie heisst dieses Buch“ antiquarisch aufgetrieben) und Outfitnachschub für den mittelalten Herrn diverser Art, bis hin zur Aufbaucreme (meine lieben Eltern hielten das für angebracht – was gibt es nächstes Jahr: Biovital? Ilja Rogoff?).

Meine Zeit lasse ich mir aufgrund eines weiteren Geschenks, ebenfalls von meinen Eltern, von einer binären Uhr vorschreiben:

uhr.jpg

Nun aber zurück zum Thema: Wie war es denn nun, dieses Jahr 2007? Und was gilt es, für das neue Jahr zu beachten? Wie in allen Jahren zuvor habe ich in Worten, Taten und Gedanken gesündigt, wie es so schön heisst, es aber nicht ist, und ich befürchte, dass es auch im neuen Jahr so sein wird. Nicht, dass ich nicht anders wollte, aber die Frucht des Alters ist, sich immer realistischer betrachten zu können. Da gibt es nur zwei Alternativen: Hinschauen oder systematisch unter Zuhilfenahme diverser Mittel (Konsum, Alkohol, ….. [freier Platz zum Einsetzen des persönlichen Lieblingsmittels]) verdrängen.

Das aber ist die Crux an Jahresendbetrachtungen: Es ist etwas zu billig, in Jahreskategorien zu denken, streng nach dem Motto, das alte Jahr war scheiße, ein paar saubere Vorsätze, und das neue Jahr erstrahlt im neuen Glanz! Nix is! Macht Euch nichts vor: Das ist unbegründeter Haltungsoptimismus!

Ich glaube, dass nur zwei Dinge dabei helfen, dass sich WIRKLICH etwas zum Positiven ändert: Dankbarkeit für das, was war, und Hoffnung darin, dass Gott jeden Tag für mich da ist. Ich sage bewusst nicht „im neuen Jahr“. Die Entscheidung, ob ich Gott in meinem Leben ranlassen will, muss ich jeden Morgen neu treffen, und dann noch ein paar Mal während des laufenden Tages. Während Gott immer „ja“ zu mir sagt, habe ich die Entscheidungsfreiheit, ob ich etwas mit Gott erleben will oder nicht.

Da fange ich doch mal an mit dankbar sein. Wofür bin ich im Jahr 2007 (seine Stunden sind gezählt, Gott habe es selig) dankbar?

– Für meine Frau

– Für meine Eltern und Schwiegereltern

– Dafür. dass ich bald erstmals Onkel werde (an dieser Stelle nochmals alles Gute für Christian und Corinna!)

– Für meinen Job und meine guten Mitarbeiter

– Für Gesundheit

– Für ein tolles Jahr in der Citychurch Würzburg

– Für meine Freunde

– Für meinen Leihgebetshocker

– Für viel gute neue Musik

– Für meine liebste Neuerwerbung: Ein iPod Nano 3. Generation 8 GB

– Für ein paar tolle Essen bei Gianni und in der Kham Sushi Bar in Würzburg

– Für einen tollen Urlaub am Lago Maggiore und in der Schweiz

– Für ein tolles Wochenende im Allgäu mit Rubihornbesteigung

– Für ein inspirierendes Emergent Deutschland – Wochenende in Erlangen

Hey, dankbar sein baut auf! Probiert es doch auch mal!

In diesem Sinne viele gute Tage unter Gottes Segen und Führung im neuen Jahr 2008 – wenn Ihr wollt 😉

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6 Kommentare

Eingeordnet unter Leben lernen, Privat

6 Antworten zu “Ich lasse mir von einem kaputten Fernseher nicht vorschreiben, wann ich ins Bett zu gehen habe!

  1. budgiebabe

    Hey Thorsten, dir und Martina schon mal auf diesem Weg ein fröhlich gebrülltes GUTES NEUES JAHR und das alles so gut (oder besser) für euch beide weiterläuft wie im letzten Jahr.
    Was deine binäre Uhr betrifft, bekommst du die Kommentare persönlich 😉

  2. inge

    danke fuer den post!
    dankebarkeit soll sehr wichtig sein im geistlichen leben und ueberhaupt (hab ich mal gehoert in einem erntedankgottesdiest und woanders auch).
    kannst uns ruhig oefter mal im laufe von 2008 daran erinnern! (-:

  3. wessnet

    @inge:

    Schön, dass Du hier mal vorbeischaust. Wenn ich recht orientiert bin, bist Du auch eine fleißige Leserin des „neuen Kellions“, gelle? Ist auch eines meiner Lieblingsblogs (ich hoffe, Yotin verträgt Lobhudelei 😉 ).

    Da ich mich selbst immer wieder daran erinnern muß, dankbar zu sein, wäre es vielleicht hilfreich, das hier gleich öffentlich zu tun, greife Deine Anregung also bei Gelegenheit gerne auf.

  4. inge

    ja, ja, recht orientiert, ich lese fleissig das „neue kellion“ – es ist das beste orthodoxe blog, das ich kenne (lobhudel, lobhudel, lobhudel, …)

  5. liebe fans, danke für die blumen. gibt’s das wort „hudeln“ (?) auch ohne „lob“? – hey thorsten, super uhr. ich bin neidisch! – übrigens habe ich die ersten zwanzig minuten deiner CC-predigt gehört: du sprichst ja hochdeutsch! und du kommst sicherlich nicht aus der gegend um würzburg herum, oder?

  6. wessnet

    @inge: Wie wäre es denn mal mit einem eigenen Blog? Wo Du doch schon so gerne kommentierst, bist Du gewiss eine potentielle Bloghausherrin 😉

    @yotin: Ja, ja, ich bin gebürtiger Fischkopf (wie die Franken sagen, und das sind alle, die nördlich des Mains geboren wurden). Nordhorn, Grafschaft Bentheim, ist meine Heimat. Bin aber schon 23 Jahre in Würzburg.

    Die binäre Uhr ist interessant, hat aber einen Nachteil: Um die Zeit zu sehen, muss man sie immer anstellen, die Anzeige währt dann ca. 5 Sekunden.

    Und herzlichen Glückwunsch, dass Du die ersten 20 Minuten der (letzten?=Glaube) CC-Predigt durchgehalten hast. Hoffentlich habe ich Dich weder narkotisiert noch aufgeregt?

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