Indiana Jones auf der Suche nach dem verlorenen Erich von Däniken

Und, wie isser nu, der neue Indy?

Kommt drauf an, welchen Gott Du hast (um ihn mal selbst zu zitieren)!

Ich persönlich „habe“ Jesus Christus, und dann gefällt einem irgendwie Teil 3 am besten. Aber Hollywoodschinken sind natürlich NIE geistliche Erbauungsfilme. Gibt es das überhaupt, geistliche Erbauungsfilme? Vielleicht Shadowlands, schlag nach bei Antje.

Teil 4 packt dagegen eine nicht ganz neue Theorie aus der Klamottenkiste der Mystery-Kulte: Die archaischen Kulturen, u.a. die Maya, wären so hochentwickelt gewesen, weil Außerirdische uns vor ein paar tausend Jahren besucht hätten. Hier haben Spielberg/Lucas nicht bei Star Wars oder der „Unheimlichen Begegnung der dritten Art“ Selbstplagiat betrieben, sondern einen Mystery-Klassiker der 70er ausgegraben. Kennt noch einer von euch Erich von Däniken?

Als Junge war ich Mitglied in der „Deutschen Buchgemeinschaft“, ein „Buchclub“ a` la Bertelsmann. Dort musste man dann alle drei Monate ein Buch kaufen, sonst bekam man dann irgendeinen Schmöker, der der „Tipp des Monats“ war, zugeschickt, und da durfte man mit dem Schlimmsten rechnen.

Also lustig im Laden in Lingen nahe meiner Heimat Nordhorn gestöbert, und besonders gerne Bücher zum Thema Archäologie mitgenommen. Z.B. „Götter, Gräber und Gelehrte“ oder Bücher über Ausgrabungen in der römischen Welt. Und mittendrin lagen bunt bebilderte „wissenschaftliche“ (verzeiht mir, ich war 12!!!) Werke des Herrn von Däniken. Nazca-Linien in Peru? Von Außerirdischen gemacht. Hesekiel beschrieb ein Raumschiff, in den Maya-Pyramiden sieht man Bilder von extraterristischen Astronauten.

Von wem wurden die Pyramiden in Ägypten erbaut? Erraten!

Däniken selbst empfiehlt bis heute: „Bitte, meine Damen und Herren, glauben Sie mir kein Wort“. Das empfehle ich auch, denn Dänikens Theorien mögen sehr phantasievoll sein, und es ist lustig, Dinge mal aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Wer das tun will, möge sich aber den wahren Mysterien dieser Welt nicht verschließen: Der Auferstehung Christi und dem Heiligen Geist. Denn wer beginnt, sich mit diesen großen Geheimnissen zu beschäftigen, wird recht bald feststellen, dass er sich nicht wie Däniken verbiegen muss, um eine verschwurbelte Theorie gegen zahlreiche berechtigte Zweifel zu rechtfertigen, sondern der wird Dinge entdecken, die ihm wie Indy im Mayagrab die Kinnlade runterklappen lassen. Gott ist groß!

Das Außerirdischengedönse wäre dann auch schon das einzige Mystische im neuen Blockbuster mit Hut und Peitsche, denn ansonsten regiert das Handgemachte: Autoaction, Marlon-Brando-Motorrad, Pulver, Waffen, Faustkämpfe, Amphibienfahrzeuge. Die Kulisse für dieses Haudraufkino bietet (einmal mehr) die
Wüste von Nevada, außerdem Princeton, alles in den wilden 50ern mit ihrem Russen- und Kommunistenhass (lange schon keinen Actionstreifen mehr gesehen, in dem Russen die feindlichen Deppen sind: Erblüht da ein neues lauwarmes kaltes Kriegchen in Hollywood???) der McCarthy-Ära, Atombombentests, Peru und das Amazonasgebiet. Und immer wieder lustige Tierchen: Murmeltiere (oder
Erdhörnchen, was krabbelt da in der Wüste rum? Zu faul zum Googeln!), Äffchen, Skorpione, Riesenameisen, und natürlich – Schlangen! Der kurz vor der Verrentung stehende frischentdeckte Papa, der im Halbtagsjob Lehrer ist, kloppt sich durch Südamerika, als wenn es kein Morgen gibt. Etwas auf der Strecke bleibt bei dem Klopptempo der feine Witz der ersten drei Teile, aber schön gucken und rennen kann er noch, der Harrison. Nicht Alles (oder besser: Das Wenigste) ist logisch in diesem Film, und: Gold ist nicht magnetisch!

Für gequirlte Scheiße erachte ich den Film trotzdem nicht, sondern halte es – wie öfter mal – mit meinem Lieblingsblatt, das es nicht umsonst ist, der ZEIT: Die freut sich am Old School Abenteuerfilmchen, dem Aufstand der alten Männer gegen das am Computer zusammengefummelte moderne Kino, am Schweiß des Hauptdarstellers und dem bunten Kaleidoskop der Länder und Abenteuerszenarien. So sehe ich das auch und fühl mich wieder wie 12, nachdem ich einen archäologischen Schinken von der Deutschen Buchgemeinschaft mitgenommen habe.

Und jetzt gucke ich noch mal in „Götter, Gräber und Gelehrte“ rein und lese danach Hesekiel, um mich noch einmal davon zu überzeugen, dass Herr von Däniken die Bibel nicht verstanden hat. Leider…

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4 Kommentare

Eingeordnet unter Film, Privat

4 Antworten zu “Indiana Jones auf der Suche nach dem verlorenen Erich von Däniken

  1. budgiebabe

    Du wolltest ja meine Meinung hören – selber Schuld – hier also meine Filmkritik.
    Ein schöner „Bigscreen-Movie“, Kate Blanchet sieht interessant mit schwarzen Haaren aus und war ganz pasabel als „Bösewichtin“ („Klar, als Australierin!“ -sagt der Aussie). Der „neue“ Sohn lässt mich weitere Teile be“fürchten“. War auf alle Fälle eine kurzweilige Unterhaltung.

    Und JA, Gold ist NICHT magnetisch! 😉

  2. Nicaean says : I absolutely agree with this !

  3. H.Fuß

    habe mir ja fast gedacht, daß Sie Jurist sind. Die bekommen hab ich mal gehört beim Staatsexamen die Allwissenheit schon mitgeliefert. Götter, Gräber und Gelehrte habe ich auch in meiner Jugend gelesen. Bin Jahrgang 1948. Das hört sich auch nicht anders an – Bienenkult Zeremonien, Initiationriten , 500 Tonnen Granitblöcke, die auf Papyrusschiffchen transportiert werden. Da gefällt mir der Däniken schon besser, der mal neue Hpothesen versucht, was ja nicht verkehrt sein kann. Selbst im Aristokratenkreis der Archäologie hat Heinrich Schliemann entgegen der gängingen Wissenschaft Troia ausgegraben. Die Physikprofessoren im 19.Jahrhundert haben ihren Studenten empfohlen keine Physik zu studieren, da ja bereits alles bekannt sei. Mein Gott Herr Weß, Sie sind geformt und im Brain gewaschen nach jahrelangen Jurastudium. Unter den Talaren Muff von tausend Jahren. Ich will Sie nicht beleidigen , cih will Sie nur etwas wachrütteln. Ich wollte es gäbe unter Euch Juristen auch einen Jura Däniken. Sie können sich diese Thematik einfach nicht vorstellen, da Sie sich auf eine dreidimensionale Matrix focusiert haben- was nicht sein darf, kann nicht sein. Ist es so absurd zu vermuten, daß es Außerirdische gibt – so arrogant und vermessen zu sein wie unsere mittelalterliche Kirche, die glaubte, daß wir der Mittelpunkt des Universums sind. Um Gottes Willen – der Mittelpunkt des Universums – mit Verlaub gesagt, wir sind wahscheinlich noch nicht mal ein richtiger Quantenfurz. Ich halte es da lieber mit der Quantenphysik, die haben die besseren Erkläru ngsmodelle da kann man besser atmen dabei. Ich habe nichts gegen Jesus Christus, der nebenbeibemerkt mit dem alten Testament überhaupt nichts zu tun hat. Dann lassen Sie sich mal die summerischen Steintafeln im Enuma elisch übesetzen. Da bemerken Sie , daß die Bibel schlecht abgeschrieben hat und nur ein kleiner Teil unserer Schöpfungsgeschichte ist und da kommen Sie schon langsam dahinter daß es mehrere Schöpfungsgötter gibt und die gar nicht mal so göttlich waren, denn die hatten sehr menschliche Eigenschaften. Und nun fragen Sie sich mal, warum unsere Gesellschaft so ist wie sie ist. Weil wir deren Gene in uns haben. Lasset uns – plural – den Menschen machen – der wurde aber aus einem anderen Grund gemacht – das würde hier zu weit gehen. Wenn Sie jetzt ein bißchen weiter forschen, dann haben wir die Sumerischen Götter – Annunaki genannt – als die Astronauten von Däniken entlarvt. Was ist so absurd an dieser Theorie. Nicht absurder als zu behaupten, daß die Pyramidenblöcke mit Papyrusschiffchen geliefert wurden und dann mit Rampen die Pyramiden gebaut wurden. Ich vergöttere von Däniken nicht. Es gab und gibt viele Dänikens – aber bitte die Schulärchäolgie bringt auch keine besseren Denkmodelle. Außerdem ist ein Akademiker auch kein bessere Denker, nur weil er den Persilschein hat. Wer heilt hat Recht mit oder ohne Studium.

    so jetzt esse ich mein Butterbrot fertig und darf Ihnen für die Zukunft alles Gute wünschen und denken Sie noch mal über die Matrix nach. Spsst …Dies war ein Hinweis aus der Matrix !

  4. Hallo Hr. Fuß,

    vielen Dank für den Besuch auf meinem Blog.

    Ach, die Allwissenheit habe ich leider nicht gepachtet, nicht mal geliehen. Ich finde Däniken übrigens recht interessant – halte aber seine Thesen für falsch. Nicht, weil ich schlauer wäre (bin ich nicht), sondern weil ich gerne in der Bibel lese, und die ist so manches, aber kein Weltraumroman. Ihr Inhalt erschließt sich auch nicht zwangsläufig dem Schlauen, sondern dem, der offenen Herzens ist. Und mit Verlaub: Das Evangelium, so liest man in der Bibel selbst, ist eine Torheit dem, der nicht dran glaubt. Das ist nämlich eine wirklich schräge Geschichte, die nur eine Wahl lässt: Sie ist Lüge – oder Wahrheit. Forschen Sie doch mal mit der Prämisse, dass die Geschichte von Jesus Christus so real ist, wie sie den Besuch von Außerirdischen für wahr halten. Und dann lesen Sie mal, was die Bibel ihnen dann sagt. Mich hat die Botschaft der Bibel überrascht und aus den Socken gehauen.

    Der Blogartikel sollte übrigens in erster Linie eine Kritik des letzten „Indiana-Jones“-Streifens sein, der viel Däniken inhaliert hatte. Außerirdische mag es durchaus geben, aber für uns viel interessanter: Gibt es auch Gott, und wer war (oder ist) Jesus Christus? Was meinen Sie?

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