Was tut der Christ eigentlich so den ganzen Tag? Teil I: Beten

Dem Beisassen sei Dank:

Ein aktueller Post zum Thema Patchwork-Spiritualität warf in mir die Frage auf, wie ich eigentlich WIRKLICH meine Spiritualität tagtäglich lebe.

Ich könnte ja jetzt etwas vom Pferd erzählen, so nach dem Motto: Wenn ich meine 2-stündige morgendliche Gebets- und Bibellesezeit beendet habe, nehme ich mein karges Mahl nach dem Dankgebet zu mir, wandle bewusst mit einem Choral im Kopf zum Bus, segne die zur Arbeit Strömenden usw. Geht aber nicht, ich befürchte, dass meine Frau mitliest, und die kennt mich…

Dann muss ich ja wohl ehrlich sein. Das versuche ich mal und hoffe auf rege und ehrliche Beteiligung von euch, wie es bei euch „in der Wirklichkeit“ aussieht. Es soll hier übrigens NICHT um Theologie, Bibelverse etc. gehen, sondern um eine realistische Beschreibung der geistlichen Aktivitäten, wie wir sie tatsächlich praktizieren.

Ich fang mal mit dem peinlichsten Thema an:

BETEN

Ich bete zusammengerechnet durchschnittlich eine halbe Stunde am Tag.

Dazu schließe ich die Augen und stelle mich darauf ein, jetzt zu Gott zu sprechen. Ich stelle mir dabei nicht ein konkretes Bild vor, sondern denke manchmal an Jesus Christus (dann schleicht sich mal ein bärtiger 30jähriger in meine Vorstellung ein), manchmal an den Vater.

Ich bete für Andere, danke, bitte für mich und meine Familie.

Meistens bete ich im Halbschlaf im Bett das erste Mal am Tag. Da es morgens in Anbetracht eines oft vollen Tages in meinem Kopf zu rumoren beginnt, sind das in der Regel Bitten um Hilfe für den Tag.

Unter der Dusche singe ich zuweilen laut oder leise im Kopf, das sind oft Lobpreissongs.

Eine wichtige Zeit ist die im Auto oder Bus: Da höre ich oft Predigten auf dem iPod und bete so vor mich hin, oft für Leute, die ich im Bus sehe. Wenn die wüssten…

 

Auf der Arbeit will ich oft beten, tue es aber praktisch selten.

Abends wieder Bus, Gebet dann nochmals leise vor dem Einschlafen.

Zu Hause habe ich einen Gebetshocker, an guten Tagen setze ich mich darauf und sitze und höre..

Gebetet wird außerdem gemeinsam in der miniChurch, selten mit Martina, vor dem Essen und in der CC.

Das war`s…

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5 Kommentare

Eingeordnet unter CityChurch, God`s Army, Kontemplation, Leben lernen, Privat, Vaterland

5 Antworten zu “Was tut der Christ eigentlich so den ganzen Tag? Teil I: Beten

  1. textomat

    Bei mir sieht es ganz ähnlich aus. Ich habe mir angewöhnt morgens und abends 1-2 Psalmen zu beten, auf die dann freies gebet folgt (oder auch nicht). Morgens bete ich meistens für Meine Familie und mich oder für Menschen die mich gerade gedanklich beschäftigen. Einen Gebetshocker habe ich nicht aber auch ich versuche mich ab und an im sitzen (habe da leider noch keine regelmäßigkeit reinbringen können).

    Bis mein Bus kommt vesuche ich mich meistens im Herzensgebet. kurze dank oder bitt-gebete für schöne erlebnisse oder in schwierigen situationen kommen natürlich auch immer wieder vor. Da ich momentan in keiner Gemeinde oder Kirche bin kommt gemeinschaftliches Gebet bei mir allerdings kaum vor.

  2. vielen dank für diese ehrlich beschreibung!

    bei mir geht´s mit dem beten mal leichter und mal schwerer … eine kleine revolution haben in mir die mystiker ausgelöst … themen: inneres gebet, wandel in der gegenwart gottes, alles zu einem gebet machen, sich von gott anschauen lassen, kontemplation und das immerwährende herzensgebet haben mich diesbezüglich neu belebt

    meine grundsätzliche übung ist die: ich versuche, mich so oft es geht an die gegenwart jesu oder an einen anderen gedanken an jesus, an einen bibelvers, an ein geistliches lied usw zu erinnern … mein prinzip: nicht eine lange stille zeit am morgen – da penne ich sowieso noch, sondern viele kleine stille zeiten im trubel des tages – das ergibt dann einen regelmäßigen umgang mit jesus … aber die festen gebets – und bibelzeiten dürften da auf dauer auch nicht fehlen

    ich versuche einfach, in jedem moment alles was ich tue und erlebe mit gedanken an jesus, sein dasein und sein wesen und seine gegenwart zu verbinden … und das ist wirklich ganz leicht … man muss nur seinen willen ganz leicht ein wenig drücken und auf jesus richten … gebet um die hilfe gottes ist dazu auf jeden fall angebracht … am anfang braucht es ein wenig übung und zu beginn bin ich immer erschrocken, wenn ich abends merkte, dass ich wieder so wenig gebetet hatte … doch es fällt zunehmend immer leichter … ist eben ein geistliche übung … man verinnerlicht das gebet und es geht bald so leicht

    über das thema arbeite ich seit längerem schon an einem workshop, seminar, vortrag wie auch immer … hab ihn in den grundzügen schon fertig und mehrfach schon gehalten … es rankt sich um bruder lorenz und seine gedanken über die vergegenwärtigung gottes

    hier noch ein link: http://www.ingottesgegenwart.blogspot.vom … das sind auch noch links zum thema

    buchempfehlung: frank laubauch, „leben in gottes gegenwart“

    herzliche grüße
    martin

  3. Regelmäßige Stille Zeit ist bei mir (leider) Fehlanzeige. Die 15 -20 Minuten Autofahrt zu und von meiner Arbeitsstelle nutze ich dagegen fast immer zum Beten. Mit Hartmut bete ich immer nur dann, wenn was ganz besonderes anliegt oder eines unserer Kinder oder ein Freund mal Probleme hat. Ab und zu mit meiner Gemeinschaft und mit Kollegen. Zum Essen fast nie (da bin ich durch meine Kindheit geschädigt – runtergeleierte sinnentkernte Gebete liegen mir nicht). Außer ich spüre konkret Dankbarkeit fürs Essen oder die Tischgemeinschaft, dann danke ich Gott.
    Was ich mir angewöhnt habe: Wenn ich sowieso gerade ein bißchen rumdenke, kann ich Gott genauso gut mit einbeziehen. Ich denke also „vor Gott“, versuche, mir seiner Gegenwart bewusst zu werden. Was ich auch versuche: Ab und zu Stille vor Gott zu haben, damit ER mich umgekehrt auch in seine Gedanken hineinnehmen kann. Manchmal klappt’s , manchmal nicht.

  4. annyan

    hi thorsten!
    hab mir das bestimmt schon 5x durchgelesen. ich glaube, am besten gefällt mir, neben dem dass du so ehrlich und echt bist, dass du schon im bett zu beten beginnst… …und du noch so im halbschlaf bist. bin ich meistens auch. irgendwie wirst du mir da noch sympatischer ;-)!

  5. wessnet

    Danke für eure Beiträge, ich stelle fest, dass das Reden über spirituelle Praxis viele Gedanken und Wünsche freisetzt.

    Komisch, dass das Gebet mit dem Partner so ein Problem ist, gelle?

    Und ich wünsche mir mehr „rituelles“ Gebet, feste Zeiten, Strukturen, Kontinuität. Das klingt vielleicht gesetzlich, eng und spießig, aber für mich wäre das bestimmt hilfreich.

    Beispiel: Bis vor ein paar Jahren habe ich (ungefähr seit Berufsanfang, ganz früher bei Mama und Papa gab es immer geregelte Mahlzeiten!) nicht regelmäßig gefrühstückt, sondern bin mit leerem Magen zur Arbeit gefahren.

    Geht ganz gut, aber es ist so ein unentspannter Tagesanfang und gewiss gesundheitlich unvernünftig.

    Jetzt gibt es seit Jahren jeden Morgen zur gleichen Zeit einen Tee und ein Müsli oder ein Vollkornbrot mit Quittenmarmelade. So ein geistliches Vollkornbrot erträume ich mir auch für meine Morgende.

    Vielleicht mal ins Herzensgebet einsteigen?

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