Zweierlei Maß

So, so, für 50 Millionen unterschlagen gibt es 2 Jahre auf Bewährung und etwas über 100.000 Geldauflage…

Ich weiß ja schon, wie das zustande kommt und wie das juristisch zu erklären ist, ABER: Wie erkläre ich das jetzt dem armen angeklagten Normalverbraucher, der so was für ein bißchen Drogen oder Trunkenheit im Verkehr kriegt? Oder einem Verurteilten, der 3 1/2 Jahre „ohne“ für einen Bruchteil Schaden bekommt? Ich könnte kotzen!

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3 Kommentare

Eingeordnet unter Leben lernen, Politik, Problem, Recht nicht lustig, Scheiße hoch drei

3 Antworten zu “Zweierlei Maß

  1. inge

    igitt! gibt es eigentlich verantwortungsvolle personen, die wichtige führungspositionen erreichen? (dass verantwortungslosen personen dies gelingt weiss ich selber).

  2. dasaweb

    Jemand, der im großen Stil betrügt ist nicht verantwortungsloser oder schlechter oder krimineller als derjenige, der das im kleinen Stil betreibt. Wer betrügen will, der tut das, und zwar immer innerhalb seiner Möglichkeiten. Der kleine Mann hinterzieht ein bisschen Steuern, betrügt ein bisschen seine Versicherung etc., und bringt es fertig, dabei auf die zu schimpfen, die ein paar Millionen verschachern, ohne zu merken, dass sie genau das gleiche Spiel betreiben, nur eben in einer anderen Liga spielen. Wer als Student schwarz fährt, in der Mensa mit fremder Karte billiger bezahlt, seiner Autoversicherung einen falschen Schaden unterjubelt usw., der schafft das oben genannte später als Manager, ohne das er zwischendurch verantwortungsloser werden musste. Das (Un-)Rechtsbewusstsein ist das gleiche. Behaupte ich einfach mal so provokant.

    Die Geschichte mit dem Strafmaß ist wohl eine andere, aber ich bin zu wenig Jurist, um nachvollziehen zu können, wie das zustande kommt. Ist mir aber ehrlich gesagt auch ein bisschen egal (wobei ich das Vermittlungsproblem bei dir verstehen kann).

  3. wessnet

    Du hast vollkommen recht, Daniel, Betrug ist vom Ansatz her immer das Gleiche. Noch schlimmer: Die Lüge ist die Basis des Betrugs, und wer ist schon frei von Lüge?

    Mir ging es auch nicht darum, von der moralischen Schuld des „kleinen Mannes“ abzulenken (und damit auch von meiner), sondern das sollte ein rein juristischer Frust-Post sein, nach dem Motto: Die Kleinen werden gehängt, die Großen beschenkt. Sozialromantikgelaber? Leider nein, ich könnte eine gute Reihe von Beispielen aufzählen, welch drakonische Strafen Leute für mittelprächtige Betrügereien oder Drogendelikte erhalten haben.

    Und DAS ist mir nicht egal: Wenn der Staat schon strafen darf (und darum, nicht um „göttliche Gerechtigkeit“, geht es ja bei der Strafjustiz), dann muss das Verhältnis zum angerichteten Leid stimmen. Du würdest mir sicherlich beipflichten, wenn einer deiner Jungs in 15 Jahren als junger Mann einmal dezent angetrunken Auto fährt, einen Blechschaden verursacht und dann 1 Jahr auf Bewährung plus Führerschein weg bekommt. Und Siemensleute, die 50 Mille versenken: 2 Jahre?

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