Monatsarchiv: September 2008

Was ich in Schottland gelernt habe

Jetzt sind wir schon fast 3 Wochen aus dem Urlaub zurück, und ich habe noch gar nichts über SCHOTTLAND gepostet. Dabei war die Zeit dort sehr lehrreich. Nun denn, dann weihe ich euch mal in meine Erkenntnisse ein:

1. In Schottland gibt es nur zweimal im Jahr Regenwetter: In der ersten Hälfte des Jahres – und in der zweiten Jahreshälfte.

2. Schottischer Whisky schreibt sich im Gegensatz zum amerikanischen Whiskey ohne „e“. Die Wirkung ist dagegen ähnlich.

3. Der Ben Nevis ist mit 1.344 m der höchste Berg Schottlands und auch ganz Großbritanniens. Da lacht sogar der Grünten (der „Wächter des Allgäus“ mit 1738 m, vom Verfasser dieses Berichts schon ohne Sauerstoffgerät und damals noch mit meinem Apfelmesser, das am Flughafen London-Heathrow konfisziert wurde, bestiegen).

4. Die Schotten haben in ihren Castles fortwährend von irgendwelchen Eindringlingen sowas aufs Maul gekriegt, dass es sich gewaschen hatte. Dann bauten sie das Castle wieder auf, bis Eindringlinge kamen, die ihnen sowas aufs Maul… (usw. und so fort)

5. Diese irischen Heiligen habe ich nun wirklich gefressen: Bereits letztes Jahr nach meiner Rückkehr von den oberitalienischen Seen hatte ich über deren zwanghaften Drang, aus reiner Geltungssucht und Imponiergehabe Lindwürmer zur Strecke zu bringen, h i e r berichtet.
Und siehe da, die Geschichte der irischen Schuppentierquäler muss fortgeschrieben werden: Auch am Loch Ness findet sich ein Hinweis auf einen irischen Heiligen, der es einem reizenden Untier dreckig gegeben hat.

Fazit: Der Ire hat NESSIE auf dem Gewissen, deswegen erfanden die Schotten die Mär, dass der reizende Urzeitlindwurm dort heute noch lebt. Pustekuchen, ich habe das Ungeheuer nicht gesehen,

ein klarer Beweis für die Ökokatastrophe, die der irische Wanderprediger ohne jeden Funken Tierliebe verursacht hat.

6. Die Schotten brauen Bier aus Heide (ja, genau, wie in „Lüneburger Heide“. Heide!) und Ingwer. Befragt mal Hanns zu diesem Thema!

7. Man sollte auf schottischen Supermarktplätzen nicht parken, wenn man dort nicht einkauft. Die sind nämlich videoüberwacht, und der Spaß kostet 30 Pfund.

8. Schottlands Straßenbauer haben lustige Vorstellungen von Streckenführung.

9. In Schottland gibt es eine Band mit dem Namen „Red Hot Chili Pipers“, die Rockmusik auf Dudelsäcken nachspielt.

10. Unverzichtbare Utensilien in Schottland: Regenjacke, Südwester,


Wanderschuhe, Schal, Sonnenbrille (nach dem Whiskykonsum, weniger wegen des Wetters), Fotoapparat (zum Ablichten von Schafen, grünen Flächen, Regenbögen, Ottern, Delfinen, Friedhöfen und krummen Straßen), Whisky, Familienpackung Rennie (räumt den Magen auf).
Unbedingt zu Hause lassen: Badehose, Apfelmesser, leichte Sommerbekleidung, Sonnencreme.

Mir hat es übrigens in Schottland gut gefallen, und wir waren ein nettes Urlaubsteam, das viel Spaß hatte.

Bleibt nur eine Frage: Was trägt der Schotte eigentlich unter dem Kilt?

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Abi 83!!!!!!!!!!!

Es war einmal, in der norddeutschen Tiefebene, nördlich des Weißwurstäquators und jenseits von Holland, vor einem Vierteljahrhundert: Über den sieben Bergen bei den norddeutschen Zwergen machte ein Junge nach mehrjährigem schulischen Dornröschenschlaf und einer nordischen Freizeittrinksportsozialisation tatsächlich das Abi.

25 Jahre später flattert ihm eine Einladung zu einem Abi-Treffen in den elektronischen Briefkasten. Flugs alle Einladungen zu internationalen Preisverleihungen ausgeschlagen und den Termin dick im Kalender angestrichen – da muss ich hin!

Tags zuvor fahre ich mit der besten Ehefrau von allen, die sich auf vorzügliche Verköstigung im Hause der Eltern ihres Gatten freut (Partner müssen bei der Feier draußen bleiben, was sich als kommunikationsförderndes Element beweist), gen norddeutsche Heimat, und krause Gedanken geistern mir durch den Kopf: Was wird das wohl werden? Erkenne ich alle wieder? Und die mich? Wie geht man da hin, kommen da plötzlich alle im Anzug und kleinen Schwarzen, oder werden, wie 25 Jahre zuvor, alte Jeans, Bundeswehrparka mit Stickern und Jutetaschen ausgepackt und alle Kulturabweichler gesteinigt? Werden die alten Schulanekdoten ausgepackt, Sauf-, Kotz-, Anbagger- und Sportrekorde in Erinnerung gerufen? Soll man Bilder von Auto, Haus und Pferdepflegerin mitnehmen, um dem Schlagabtausch adäquat zu begegnen?

Das alles ist aber bekanntlich so gar nicht mein Ding, und deswegen beschließe ich, einfach so hinzugehen, wie ich bin: Jeans, Polohemd, Digitalkamera, neugierig.

Und siehe da: Der Tag war fantastisch! Eingeleitet durch die Führung eines gut informierten und erinnerungsbegabten Lehrers durchstreiften wir die Bildungshallen, die mal ca. 9 Jahre unsere Welt bedeuteten, und es dauerte nur kurz, bis alles wieder beim Alten war: Schnell erkannte man wohlvertraute Gesichter, hörte bekanntes Lachen, sah alte Freunde und Weggefährten den Austausch beginnen, sich umarmen oder lächelte freundlich offene Gesichter an. Keine Spur von Aufschneiderei oder Sozialdünkel, eine offene und herzliche Atmosphäre.

Und als dann die Abi-Klausuren, wie angekündigt, an Interessierte ausgeteilt werden, nachdem gerade die schulische Aufbewahrungsfrist abgelaufen war und die Dinger ansonsten verfeuert worden wären, ist es wieder wie damals: Die Jahrgangsbesten freuen sich, andere versinken noch einmal wie dereinst im Staub des Schulfrustes. Aber gottlob haben wir ja alle das Abi geschafft, verspätete Aberkennung der Hochschulreife ausgeschlossen.

Und dann rundet eine schöne Feier im „Club“ in Nordhorn den feinen Tag ab.

Fazit: Ich freue mich, mit diesem Jahrgang die Schulbank gedrückt zu haben, und habe mich auch ehrlich gefreut, JEDEN gesehen und mit manchen sogar sehr intensiv gesprochen zu haben. Gerne bald mal wieder.

Den Blog zum 83er-Revival gibt es hier:

http://die83er.wordpress.com

Und hier die drei schönsten Anekdoten aus meiner Schulzeit (nachdem gottlob Derartiges nicht bei der Feier ausgebreitet wurde):

1. Mein Deutschlehrer, Herr Diederichs, liest, wie das öfter mal der Fall war, in meiner Mittelstufenklasse Passagen aus meiner Klassenarbeit vor. Da das in der Regel als positives Beispiel gemeint war, freue ich mich auf eine gute Note und über die nette Promotion. Die Ausführungen vollziehen manch überraschende Wendung, sind pointenreich und werden häufig mit Worten wie „plötzlich“ oder „auf einmal“ gewürzt. Aber zu früh gefreut: Das war die erste SACHARBEIT im Fach Deutsch, tolle Geschichte, aber leider das Thema verfehlt. 5.

Das erklärt vielleicht, warum ich heute nicht spannende Kinderbücher schreibe wie mein ehemaliger Mitschüler Rainer Gussek (der leider, leider nicht bei der Feier dabei war), sondern Jurist geworden bin.

2. Kunstunterricht, Frau Hammer-Knorr (leider kürzlich verstorben, wie ich entsetzt erfahren habe): Wir arbeiten mit Linoleum. ich ritze eine Burg mit malerischer Landschaft in das braune Linoleum. Frau Hammer-Knorr dazu: Das sieht aus wie ein Hubschrauberlandeplatz, von einem Kind gemalt.

Das erklärt, warum ich meine Künstlerkarriere frühzeitig beendet habe (direkt nach diesem Spruch, und sie hatte ja so recht!)

3. Musikunterricht bei Herrn Drescher, jeder soll einen Musiker oder eine Gruppe vorstellen. Ich entscheide mich für die Band „Queen“. Von Musik hatte ich damals keine (musiktheoretische) Ahnung, hatte aber in der „Bravo“ recherchiert und stelle nicht nur das Oeuvre besagter Band, sondern auch die mir aus besagter Quelle bekannten Augen- und Haarfarben der Musiker vor.

Das erklärt, warum ernsthafter Umgang mit U- und E-Musik heute eines meiner bevorzugten Hobbys ist. Mann, ist mir das heute noch peinlich…

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Das Evangelium nach Markus…

liest uns ein Markus (der Grimm nämlich,  www.dergrimm.de  ) im Rahmen der Nacht der offenen Kirchen in Würzburg am 02.10.08, 20.00 Uhr, vor.

Wer Markus Grimm kennt, weiß, worauf man sich da freuen kann: Auf eine Kombination aus Lesetalent, Schauspielkunst und Tiefgang, wie sie ihresgleichen sucht. Kommt bloss nicht alle, damit ich noch einen guten Platz in der Augustinerkirche kriege.

Ach, ihr hört ja doch nicht auf mich. Dann kommt halt, und wir gehen danach noch einen Federweißen trinken oder machen einen Beckstein-Abschluss: 2 Maß, und dann mit dem Auto nach Hause.

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Was glaubt Herr Schmidt?

Wohlgemerkt nicht Schmitt oder Schmitter, sondern Helmut Schmidt, Altbundeskanzler, „Schmidt Schnauze“, Hamburger, Offizier, Politiker und Staatsmann alter Schule, Kettenraucher, ZEIT-Herausgeber, von mir seit jeher hoch verehrt.

Kann man in einem Vorabdruck seines neuen Buches „Außer Dienst“ in der aktuellen ZEIT nachlesen:

http://www.zeit.de/2008/38/Schmidt-Vorabdruck

Fazit: Leider eigentlich gar nichts!

Im Nazitrauma war die Kirche Schmidt als Widerstandsinstitution wichtig. Im Krieg tröstete ihn der Gedanke, dass alle Obrigkeit von Gott eingesetzt ist und nichts gegen dessen Willen geschieht.

Nach dem Krieg keimten auch daran Zweifel auf. Gott, Jesus, Heiliger Geist, Jesus Gottes Sohn? Na ja, eigentlich für Schmidt nicht nachvollziehbar, warum sind dann nicht alle Menschen Gottes Sohn?

Schade, ich hätte mir gewünscht, dass Herr Schmidt auch zum Thema Glaube wenigstens intelligente Gegenargumente erwägt. Stattdessen drängt sich der Eindruck auf, dass Herr Schmidt mit dem Glauben soviel am Hut hat wie ein Eichhörnchen mit dem Geigespielen (das Copyright auf diese Aussage hat mein alter Kumpel Stefan Wahler, seinerzeit auf sich selbst bezogen).

Was bleibt? Immer kräftig sein Gewissen bemühen. Ach, Herr Schmidt, über das Thema würde ich gerne auf eine Zigarettenlänge mit ihnen reden. Der Himmel braucht Mentholzigarettenraucher und Staatsmänner ihres Kalibers! Ich bete jetzt jeden Tag für Helmut Schmidt. Wer als Kettenraucher 90 Jahre alt wird und noch nicht gläubig ist, mit dem hat Gott doch noch etwas vor!

Wer macht mit?

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Easy come easy go

Der neue Barttrend in der stylischten Gemeinde Mitteleuropas, der Citychurch Würzburg, lange verpönt, nun von dem gepflegten Herrn mittleren und gehobenen Alters gerne wieder getragen: Der Oberlippenbart, von seinen Anhängern auch zärtlich „Pornobalken“ genannt.

Aber schon zu spät, um auf den fahrenden Zug aufzuspringen: Die Modevorreiter haben in einem kurzen Sommer der Bartliebe die sprießenden Fusseln schon wieder im Waschbecken feucht begraben, um den nächsten Gesichtshaartrend im Stillen vorzubereiten. Als Dokument des Modehöhepunktes dieses Sommers bleiben nur diese Bildwerke:

 

Nachtrag:

Die Citychurch ist noch viiiel stylischer als ich gedacht habe: Zwei mitteljunge Herren aus gleichem Stall wiesen mich in aller gebotenen Schärfe darauf hin, dass ihnen die Ehre der Ersttragenden gebührt. Aus Anlass der Fussball-WM im eigenen Lande trugen besagte Herrschaften schon vor zwei Jahren die Bürde des unverstandenen Modetrendsetters, nicht nur mutig, sondern nahezu unbemerkt. Darum hier noch nachgeschoben die Beweisfotos:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aber wenn ich da so drüber nachdenke: Wir hatten einmal einen Visionär in der CC, der schon immer früher wusste, was später passiert, so auch in der Bartmode. Schon 2003 und weit davor zierte ein Oberlippenbart sein visionäres Antlitz. Erinnert ihr euch noch?

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Glück ist…

Und:

– trotz „gefährlichem“ Taschenmesser gerade doch nicht am Flughafen London-Heathrow wegen unerlaubten Waffenbesitzes verhaftet zu werden

– mit unglaublich netten Freunden die schottischen Highlands zu durchstreifen

– Single Malt Whisky aus Schottland

– Fisch!

– Braveheart auf Englisch in einem viktorianischen Landhaus in den Highlands anschauen

– im Regen tanzen

– beinahe das Ungeheuer von Loch Ness sehen

– das Eilean Donan Castle bei Nacht

– Full English Breakfast mit Sausages, Mushrooms und „Schweinechips“

– vielleicht auch… Heide-Bier????

– Lectures in Capernwray Hall

– Peter und Gaby Reid kennen lernen

– Bogenschießen und dann auch noch glücklich gewinnen

– Fudge

– Karamelshortbread

– Marshmallows und Erdbeeren mit Schokolade vom Schokobrunnen überzogen am Spieß mit Kakao in Keswick genießen

– bei HMV und Marks & Spencer shoppen

– Schafe

– nicht vom Hochlandrind überrannt werden

– und dann wieder nach Hause kommen und die Citychurch genießen

– und vor allem: Das Alles mit Jesus zu erleben. Peter würde sagen: Alles von Jesus in allem von mir. Juchhu!

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Eingeordnet unter Around the world, Fackelträger, Farin Urlaub, Leibliches, Urlaub