Monatsarchiv: Oktober 2008

25 peinliche Lieblingssongs

Was ich oft und gerne höre, sieht man ja bereits bei last.fm und blip.fm.

Nun aber hat mich Alex dazu aufgefordert, einen Blick ins Allerheiligste freizugeben: Meine iTunes Top 25.

Ich hatte da vorher noch nie (Hand aufs Herz!) reingeschaut und bin nicht minder überrascht als Alex über seine Hitparade.

Meine einzige Entschuldigung: Auf dem iPod wird in der Regel geshuffelt. So kommt es zustande, dass der iPod gerne meine Lieblins-CD von den Ärzten „Le Frisur“ ansteuert. Kennt die noch jemand? Ein Konzeptalbum über – Haare! Grandios, vor allem die unbekannten Stücke auf dem Album.

Ich habe noch nicht rausgefunden, nach welchen Kriterien der iPod shuffelt, bzw. ob es überhaupt Kriterien gibt. Auffällig ist jedenfalls, das bestimmte Alben gehäuft angewählt werden. Vielleicht, wenn man die Stücke nicht wegdrückt?

Repräsentativ für meinen Hörkonsum ist das auch nicht, denn ich höre viel Musik über den CD-Player und auch per Vinyl, und dann gilt es ja auch noch, gute Blip-DJs abzuhören. Auf diesem Wege entdeckt man viel gutes Zeug. Was waren das noch für Zeiten, als man 10 LPs von Freunden ausgeliehen und auf C 90 kopiert hat!

Und ich höre einfach gerne Renaissancemusik.

Jetzt weiß ich gar nicht, an wen ich die Aufgabe weiterwerfen soll, denn wer ist überhaupt sonst noch iPod-Nutzer und bloggt? Wer will?

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Let`s twist again!

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Endlich ist Strauß wieder da…

…und rückt im Interview mit SPIEGEL ONLINE gerade, was die Wurmfortsätze der Stoiber’schen Selbstbeweihräucherungspolitik in seinem Bayerland versaubeutelt haben!

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,581832,00.html

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Kassettenmädchen und -jungs gesucht!

Darüber hatten wir es kürzlich schon mal: Die Zeit der Erstellung von Mixtapes für gute Freunde und vor allem Kassettenmädchen.

Sprich: Musikophiler Nerd stellt auf einer C 90 (C 60 ist zu knapp) die interessantesten Songs seiner SCHALLPLATTENsammlung zusammen, bevorzugt mit dem Ziel, die Auserwählte zugleich von Geschmack und Exklusivität des Compilers zu überzeugen.

Ich räume ein: Ich tat es auch! Und meine Mixtapes konnten schon mal Pat Metheny, Heinz Rühmann und die Violent Femmes mit Horowitz oder Caspar Brötzmann vermählen.

Welch Irrtum: Frauen wollen so etwas nicht. Sie besitzen in der Regel 30 – 40 Tonträger der gerade aktuellen Art, dabei ist gewiss eine Kuschelrock, ein paar Billig-Klassik- Einspielungen (Mozart, Grieg, Beethoven oder so), Pur, was lustiges Deutsches (Ärzte/Hosen/WIZO/Sportfreunde etc.) und etwas, das sie für Rock halten (U2, Coldplay, Simply Red usw.). Und Radiopop.

Frauen wollen zwar Anerkennung und nehmen das Geschenk dankend entgegen, klatschen es dann aber schnell in die Ecke. Während der Compiler zu Hause Däumchen dreht und darüber sinniert, ob die Angebetete gerade beim Konsum von Helmet, John Coltrane oder dem Hillard Ensemble ihr Herz für ihn
entdeckt…

Die Zeit der Mixtapes ist vorbei, und Mix-CD geht aus irgendeinem Grund gar nicht.

Logisch, dass ich heute blippe. Ich bin ein Opfer meiner Sozialisation, verzeiht mir. Oder hört es euch an und legt selber auf, und zwar hier:

http://blip.fm/wessnet

PS: Wenn ihr auch Betroffene seid, versteht ihr wahrscheinlich auch, warum ich mir gerade die neu aufgelegte CD von Paul Young „No Parlez“ (mit allen 12″-Mixes auf einer Begleit-CD) gekauft habe. 1983, Abi, Jugend, Kassettenmädchen und – jungs…

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Ist das Markus-Evangelium ein Anti-Evangelium?

Gewiss, denn Markus erzählt im packenden Erzählstil von Jesus Christus, nicht als „feinem Typen“, Sozialrevolutionär oder prophetischem Wunderheiler, sondern als Sohn Gottes, wie schon der erste Satz klar stellt:

“ Dies ist der Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes.“

Das ist für jeden, der das erstmals WIRKLICH hört, härtester Tobak: Ein Mensch, trotzdem Sohn Gottes. Nicht allein Auserwählter, Idol oder Märtyrer, die Inkarnation Gottes.

Wenn man 2000 Jahre zurück geht und sich in den Leser (bzw. wohl öfter Hörer) des Evangeliums im ersten nachchristlichen Jahrhundert hineinversetzt, wird die Botschaft noch subversiver, provokanter, herausfordernder. Da kann man nach dieser Einleitung alles Weitere eigentlich nur als Quatsch abtun – oder glauben.

Erlebbar wird das umso mehr, wenn man das GANZE Markus-Evangelium am Stück vorgelesen bekommt: So geschehen gestern Nacht in der Augustinerkirche zu Würzburg im Rahmen der „Nacht der offenen Kirchen“. Markus Grimm brauchte rund 2 1/2 Stunden, um das Evangelium mit kurzer Pause und wenigen Auslassungen zum Vortrag zu bringen.

Hierbei beschränkte er sich auf einen unprätentiösen, aber eindrücklichen Lesestil, am Tisch mit Lampe sitzend, ohne jede Manieriertheit.

Der Text entfaltete sich wie ein nüchterner Bericht, in dem die wundersamen Dinge nicht durch künstliche Dramatik, sondern das sachliche Sezieren der nur allzu menschlichen Fragen zum Vorschein treten. Das ist kein Abenteuerroman und keine Biographie, sondern eine fleischgewordene Frage zu meiner Beziehung zu Gott.

Umso mehr setzte sich von diesem eindrücklichen Vortrag des ersten Evangeliums die für mich etwas überraschende Einleitung ab: Pfr. Burkhard Hose referierte über das „Markus-Evangelium als politisches Buch“.

So auch der Obertitel der Veranstaltungen in der Augustinerkirche am 02.10.08: „Die Bibel – ein politisches Buch“.

Jo mei, was ist denn bitte „politisch“? Darüber lässt sich trefflich nachdenken, z.B. auf der Basis folgender Aussage:

„Politik ist die Lehre von den Staatszwecken und den besten Mitteln (Einrichtungen, Formen, Tätigkeiten) zu ihrer Verwirklichung.“ (Brockhaus, 1903, Bd. 13: S.236)

Ist die Bibel in diesem Sinne ein Buch, das die Gesellschaft verändern will? Ähm, und kann ein Buch etwas wollen? Oder der Autor? Welcher denn dann bitte?

Ich verlasse diesen Ansatzpunkt sicherlich manch schöner theologischer oder auch politischer Streiterei. Denn für mich ist es, jetzt mal ganz ehrlich gesagt, wurscht, was die Bibel IST. Interessanter finde ich, zu erleben, was sie MIT MIR MACHT.

Herr Pfr. Hose tauchte dagegen zu meinem Unbill etwas tiefer in die Materie ein und breitete eine Theorie des Würzburger Professors Dr. Dr. Karlheinz Müller aus, wonach Markus das Evangelium als Streitschrift gegen das römische Herrschergeschlecht der Flavier verfasst hat. Wenn das jemanden interessiert, kann er dazu mal hier nachlesen:

http://www.julius-echter-gymnasium.de/home_jeg/nav/01_aktuell/seiten/akt_026_mueller.shtml

Das klang durchaus durchdacht und schlau, ich halte diese Theorie allerdings trotzdem, zumindest in ihrer Reinform, für schlichtweg falsch. Nachdem Markus Grimm das Evangelium im Anschluss daran vorgelesen hatte, konnte man nicht umhin, selbige Gedankengänge als absurd zu empfinden: Gerade Markus stellt Jesus nicht als Staatsfeind, sondern Menschenfreund und vollkommenen Diener des Vaters dar.

Vielleicht tue ich der modernen Theologie ja unrecht, aber möglicherweise würde heute ein Evangelist ein Anti-Evangelium gegen die Theologie verfassen? Lustiger Gedanke, aber wohl auch nicht, denn dann wäre er kein Evangelist, sondern politischer Autor…

Die Worte des Evangeliums haben dagegen noch heute eine Sprengkraft, die mich immer wieder überrascht, erst recht, wenn mir ein Evangelium am Stück präsentiert wird. Ganz neu angerührt haben mich

– Mk 1, 15

– Mk 2, 13 -17

-Mk 4, 10 -12

– Mk 5, 6

– Mk 12, 41 – 44

– und besonders Mk 9, 1. Diese Worte habe ich, glaube ich, das erste Mal richtig verstanden, ebenso und im Zusammenhang damit Mk 12, 27

So, liebe Theologen und Hobbytheologen: Kritische Anmerkungen dazu? Dann erwarte ich Euren Widerspruch oder einen politischen Versöhnungsgedanken…

Wir waren übrigens mit unserer miniChurch inklusive noch einem Marcus (nun mal mit „c“) da:

Und feine Musik gab es auch:

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