Kassettenmädchen und -jungs gesucht!

Darüber hatten wir es kürzlich schon mal: Die Zeit der Erstellung von Mixtapes für gute Freunde und vor allem Kassettenmädchen.

Sprich: Musikophiler Nerd stellt auf einer C 90 (C 60 ist zu knapp) die interessantesten Songs seiner SCHALLPLATTENsammlung zusammen, bevorzugt mit dem Ziel, die Auserwählte zugleich von Geschmack und Exklusivität des Compilers zu überzeugen.

Ich räume ein: Ich tat es auch! Und meine Mixtapes konnten schon mal Pat Metheny, Heinz Rühmann und die Violent Femmes mit Horowitz oder Caspar Brötzmann vermählen.

Welch Irrtum: Frauen wollen so etwas nicht. Sie besitzen in der Regel 30 – 40 Tonträger der gerade aktuellen Art, dabei ist gewiss eine Kuschelrock, ein paar Billig-Klassik- Einspielungen (Mozart, Grieg, Beethoven oder so), Pur, was lustiges Deutsches (Ärzte/Hosen/WIZO/Sportfreunde etc.) und etwas, das sie für Rock halten (U2, Coldplay, Simply Red usw.). Und Radiopop.

Frauen wollen zwar Anerkennung und nehmen das Geschenk dankend entgegen, klatschen es dann aber schnell in die Ecke. Während der Compiler zu Hause Däumchen dreht und darüber sinniert, ob die Angebetete gerade beim Konsum von Helmet, John Coltrane oder dem Hillard Ensemble ihr Herz für ihn
entdeckt…

Die Zeit der Mixtapes ist vorbei, und Mix-CD geht aus irgendeinem Grund gar nicht.

Logisch, dass ich heute blippe. Ich bin ein Opfer meiner Sozialisation, verzeiht mir. Oder hört es euch an und legt selber auf, und zwar hier:

http://blip.fm/wessnet

PS: Wenn ihr auch Betroffene seid, versteht ihr wahrscheinlich auch, warum ich mir gerade die neu aufgelegte CD von Paul Young „No Parlez“ (mit allen 12″-Mixes auf einer Begleit-CD) gekauft habe. 1983, Abi, Jugend, Kassettenmädchen und – jungs…

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2 Kommentare

Eingeordnet unter Blogroll, Musik, Privat, Tonträger

2 Antworten zu “Kassettenmädchen und -jungs gesucht!

  1. Hans

    Mix CD’s gingen/gehen doch. Allerdings, für mich ca. 15 Jahre, zu spät.
    Und um eine ansehnliche Auswahl an TDK SA-90’s mit Musik befüllen zu können, hätte man sicher auch über eine umfangreiche Vinylsammlung vefügen müssen.
    Er als Ende der 80er die ersten CD Verleiher Ihre Schätze für 1 DM/pro CD (Fr.18:00-Sa.8:00) zu Mixverfügung und SA-90 befüllung, zur Verfügung stellten war es auch mir möglich grandiosen POP/Rock/Electronic Crossover Tapes zusammen zu stellen.
    Ich hoffe das die aktuelle Mixtapegeneration die Möglichkeiten schätzt und nutzt. Eine coole Playlist für den iPod der Auserwählten kann man auch heute noch erstellen.
    Beim Blip`n freue ich mich heute über jeden neuen Zuhörer der einen ähnlich durchwachsenen Musikgeschmack hat wie ich.

    BTW: Auf diesen coolen Artikel bin ich durch blip.fm gestossen.

  2. wessnet

    Hallo Hans,

    danke für den netten Kommentar.

    Ich hatte damals auch „nur“ ca. 100 Vinylscheiben, da konnte man aber schon was mixen.

    Warum Mix-CDs m.E. nicht gehen: Ein ästhetisches Problem, das Tape hat so etwas nett-dilettantenhaftes, die CD ist klanglich perfekt, ist aber so kalt unpersönlich.

    Die Playlist im iPod ist furchtbar virtuell, und wie viele Mädels hören regelmäßig Musik auf dem iPod?

    Wie lautet deine Blip-Adresse? Hast Du leider vergessen anzugeben, ich bin neugierig!

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