Monatsarchiv: Januar 2009

Warum ich mal wieder blogge…

Andy Warhol würde vielleicht sagen: “ …you think too much.
That’s ‚cause there’s work that you don’t want to do…“

Was ist Arbeit, was macht sie aus uns, worauf kommt es an? Interessante Gedanken im Song „Work“ aus dem Songzyklus „Songs for Drella“ aus dem Jahr 1990, eine (ehrliche) Hommage und Auseinandersetzung von Lou Reed und John Cale mit ihrem „Mentor“ Andy Warhol, auch genannt „Drella“ (zusammengesetzt aus Dracula und Cinderella):

Work

Words and music: Lou Reed & John Cale

Andy was a Catholic, the ethic ran through his bones
He lived alone with his mother, collecting gossip and toys
Every Sunday when he went to Church
He’d kneel in his pew and say, „It’s just work,
all that matters is work.“

He was a lot of things, what I remember most
He’d say, „I’ve got to bring home the bacon, someone’s got to bring home the roast.“
He’d get to the factory early
If you’d ask him he’d tell you straight out
It’s just work, the most important thing is work
No matter what I did it never seemed enough
He said I was lazy, I said I was young
He said, „How many songs did you write?“
I’d written zero, I’d lied and said, „Ten.“
„You won’t be young forever
You should have written fifteen“
It’s work, the most important thing is work
It’s work, the most important thing is work

„You ought to make things big
People like it that way
And the songs with the dirty words – record them that way“
Andy liked to stir up trouble, he was funny that way
He said, „It’s just work, all that matters is work“
Andy sat down to talk one day
He said decide what you want
Do you want to expand your parameters
Or play museums like some dilettante
I fired him on the spot, he got red and called me a rat
It was the worst word that he could think of
And I’ve never seen him like that
It’s just work, I thought he said it’s just work
Work, he said it’s just work

Andy said a lot of things, I stored them all away in my head
Sometimes when I can’t decide what I should do
I think what would Andy have said
He’d probably say you think too much
That’s ‚cause there’s work that you don’t want to do
It’s work, the most important thing is work
Work, the most important thing is work

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Eingeordnet unter Kunst, Leben lernen, Leibliches, Musik

Nur zum Schmerz

„Gott flüstert in unseren Freuden, er spricht in unserem Gewissen; in unseren Schmerzen aber ruft er laut. Sie sind sein Megaphon, eine taube Welt aufzuwecken.“

Clive Staples Lewis (1898-1963), in: Über den Schmerz

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Eingeordnet unter Gesundheit und Hypochondrie, God`s Army, Leben lernen

Was ich mir gerade am meisten wünsche…

– Gelassenheit
– Mut (s.u.)
– Geduld
– Etwas mehr Fortune
– Disziplin
– und natürlich: Liebe

Helft ihr mir bitte mal dabei?

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Eingeordnet unter Leben lernen, Privat, Problem

Bioprodukte knallhart getestet – Teil 3 Tee von der London Tea Company

In München teuer entdeckt, nun im Netz bestellt und restlos begeistert:

Tee von der London Tea Company!

Begonnen hat die Liebe mit vorzüglichem „Vanilla Chai“, erworben für stolze € 6,90 in dem schnuckligen Teeladen in den „Fünf Höfen“ in München. Dort, wo es auch die besten Scones südlich von Cornwall gibt.

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Der Tee schmeckt nicht nur vorzüglich, rund und gehaltvoll, sondern ist gleich „100 % Organic“ UND Fairtrade.

So sollte es sein, noch dazu ist er chic verpackt und gut portioniert.

Auf der Homepage lässt sich der Tee allerdings direkt bestellen, ist dort erstaunlich günstig und wurde ratzfatz geliefert.

Neben „Vanilla Chai“ gibt es jetzt bei uns auch „Earl Grey“ (grandios!), „Lavender Camomile“ und „Crimson Lush“, zu Preisen zwischen £ 1,99 bis 2,29.

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Eingeordnet unter Bioprodukte knallhart getestet

Just an illusion

Ein kleiner musikalischer Beitrag zur ellenlangen Diskussion unter dem vorherigen Post:

Eine kleine Gruppe afro-amerikanischer Kontemplativer hat sich diese Frage in den 80ern schon gestellt: Ist alles nur eine Illusion? Keine Dunkelexperimente scheuend hat sie ihre Ergebnisse sogar in videodokumentarischer Form der interessierten Weltöffentlichkeit zur Verfügung gestellt:

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Eingeordnet unter Kontemplation, Leben lernen, Musik

Mut ist die neue Besonnenheit

Oder sollte es sein, wenn wir doch nur MUTIGER wären.

Mal ehrlich: Wer ist denn heute noch mutig? Ich meine jetzt nicht diese durchgeknallte Heldenattitüde, brüllend in die offene Maschinengewehrsalve zu laufen oder sich an einem Gummiseil ne Brücke hinunterzustürzen.

Nein, ich meine, etwas zu wagen. Das wahre Leben zu wagen. Mut zum Risiko, dazu stehen, was man tut – und es überhaupt tun.

Für Christen: Gottes Willen nicht nur schön zu finden, sondern ihn tun. Egal, was es mich kostet. Im Vertrauen auf den richtigen Weg handeln und Verantwortung übernehmen.

Stattdessen: Besonnenheit. Mittelmaß. Absicherung. Innere Emigration. Vernunft.

Auch alles schön, aber ich finde, es ist Zeit für etwas MUT!

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Eingeordnet unter Privat, Problem, Vaterland

Mit 37 Jahren hört das Leben auf…

…könnte man denken, wenn man sich Beck ansieht.

Robert Beck, 37, Lehrer, mit Ambitionen auf die große Rockstarkarriere. Gerade solo, da müssen feuchte Schülerinnenfantasien und das Mädel aus dem Cafe um die Ecke herhalten. Heiraten und seriös werden will Beck aber auch gar nicht, es geht ihm mehr nach, dass er in diese bürgerliche Sicherheit gerutscht ist: Staatsjob, Wohnung mit Männerspielzeugen wie CDs, Filmen, fetter Ami-Kühlschrank mit Eiswürfelmacher. Tristesse Royal.

Aber da kreuzt plötzlich dieser Schüler auf, Rauli aus Litauen. Das ist nicht nur eines dieser Länder, die beim Grand Prix immer gewinnen, da sich diese Ostblockstaaten gegenseitig pushen, sondern dieses verhuschte Jüngelchen spielt auch noch Gitarre wie Hendrix, ne, noch besser als Hendrix.

Tja, und wenn das eigene Leben nicht langt, um sich diesen Rock`N`Roll-Wunschtraum zu erfüllen, dann könnte man es doch als Manager dieses Wunderknaben schaffen…

Soweit das Szenario des noch relativ neu erschienenen Romans „Becks letzter Sommer“ von Benedict Wells. Der Autor ist gerade mal 23 Jahre alt, war somit zu der Zeit, in der sein Roadmovie-Roman spielt, im zarten Teeniealter. Na ja, Lehrer lernt man da ja kennen. Musike macht der Autor zudem auch, er schwimmt somit nicht in unbekannten Gewässern.

Ist das ein gutes Buch, höre ich aus dem Unterbewusstsein einen älteren, glatzköpfigen Mann mit lustigem Akzent rufen? Eine kurze Internetrecherche ergibt, dass ein paar hochwohlfeile Kritiker das Buch misslungen finden.

Euch Finsterraben rufe ich zu: Schreibt ihr Waldpfeifen doch mal mit 23 ein Buch, in dem zwar nicht jeder Satz nach Thomas Mann oder Joyce klingt, aber der angenehme Erinnerungen an Christian Kracht Junior, Irving und Salinger aufkommen lässt, aber weder gekünstelt, noch trivial daherkommt, sondern im besten Sinne natürlich:

Ich staune, was der junge Autor an Atmosphäre der späten 90er aufgenommen hat. Ich war damals auch Mitte 30 und fühle mich, so leid es mir tut, in Herrn Robert Beck ein wenig gespiegelt…

Noch ein Robert, nämlich Robert Zimmerman, spielt in diesem Buch eine Rolle: Die Kapitel sind nach Songs des alten Knarzebaden benannt, die Musik spielt zuweilen eine Rolle, und in einer Szene spricht Herr Zimmerman leibhaftig zum „Helden“:

„Sie sind hier, weil Sie keine Entscheidungen treffen. Und das ist schlecht. Denn wenn Sie es nicht tun, dann tut’s das Leben für Sie. Und das Leben trifft oft die schlechteren Entscheidungen, weil es Schwäche und Zögern bestraft. Die Welt ist für die Mutigen gemacht, der Rest schwimmt nur mit. Die Frage ist also: Sind sie wenigstens ein guter Schwimmer?“

Ist die Generation X eine „Lost Generation“? Ernst des Lebens verpasst oder zu spät aufgesprungen?

Das Leben ist keine Power-Rangers-Folge. Das Leben ist ein Roadmovie.

Wer weiß, wovon ich rede, dem empfehle ich dieses Buch.

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