Mut ist die neue Besonnenheit

Oder sollte es sein, wenn wir doch nur MUTIGER wären.

Mal ehrlich: Wer ist denn heute noch mutig? Ich meine jetzt nicht diese durchgeknallte Heldenattitüde, brüllend in die offene Maschinengewehrsalve zu laufen oder sich an einem Gummiseil ne Brücke hinunterzustürzen.

Nein, ich meine, etwas zu wagen. Das wahre Leben zu wagen. Mut zum Risiko, dazu stehen, was man tut – und es überhaupt tun.

Für Christen: Gottes Willen nicht nur schön zu finden, sondern ihn tun. Egal, was es mich kostet. Im Vertrauen auf den richtigen Weg handeln und Verantwortung übernehmen.

Stattdessen: Besonnenheit. Mittelmaß. Absicherung. Innere Emigration. Vernunft.

Auch alles schön, aber ich finde, es ist Zeit für etwas MUT!

79 Kommentare

Eingeordnet unter Privat, Problem, Vaterland

79 Antworten zu “Mut ist die neue Besonnenheit

  1. Mailin

    Genau. Nicht nur mit Gott kuscheln, sondern endlich mal erwachsen werden, losziehen, Herausforderungen ergreifen und seine Berufung wahrnehmen. Aktion!!!!

  2. inge

    Ja, endlich fällt einmal ein Begriff, der so zentral ist und gleichzeitig in Gesprächen und Kommentaren über das „geistliche Leben“ (kann man das eigentlich vom „anderen“ Leben trenne, ich kann das nicht: „das geistliche Leben“ vs „das profane Leben“?). Mut. Habe keine Furcht! „Fürchte Dich nicht“ – war schon mal Thema in den Kommentaren auf Markus seinem Blog. Aber Mut wozu? Wovor keine Furcht haben? Manche Dinge sehen mutig aus (Aktionismus), sind aber vielleicht Ausdruck grosser Angst. Mut heisst Mut zu sich selber, Mut zu einer Entscheidung von der man nur selber weiss dass sie ansteht und gleichzeitig Angst macht.
    Wie kriegt man Mut? Den richtigen Mut!

  3. Willst Du denn mutig sein? Wovor hast Du Angst?

  4. Mailin

    Mut bedeutet für mich auch nicht Aktionismus. Das ist eher Fleiß und wird hoch gelobt(natürlich zu Recht). Nein, für mich ist Mut eher, zu mir selbst (und nicht zu meinem Schein-Selbst) zu stehen. Was ich selber denke und fühle.
    Weil ich den Mut nicht immer habe, darum blogge ich, um meine Meinung reifen zu lassen, dass ich sie dann auch im realen Leben vertreten kann.
    Weil es mich beruhigt, zu wissen, dass Menschen ähnlih denken wie ich, denen ich nicht begegne. Aber ich wollte nicht stören..

  5. @Mailin: Genau, Aktion, aber nicht Aktionismus. Und dabei „zu sich selbst“ stehen. Das kann übrigens auch mal bedeuten, darauf nicht breite und nicht einmal vereinzelte, anonyme Zustimmung zu bekommen, sondern einen Weg zu beschreiten, dessen genauen Verlauf ich noch nicht einmal kenne, dies aber im Vertrauen.

    Meine Lieblings-Glaubens-Szene auf der Leinwand: Indiana Jones soll in Teil III einen Schritt des Glaubens gehen. Er steht vor einem ersichtlich mit menschlichen Mitteln unüberwindbaren Abgrund. Kein Sprung, kein Rumhangeln mit der Peitsche erscheint erfolgsversprechend. Glaube, Glaube, was heißt das? Einen Schritt nach Vorne ins Ungewisse im Vetrauen gehen. Indiana geht, und genau in dem Augenblick öffnet sich eine vorher nicht sichtbare Brücke und trägt seinen Schritt.

    Ohne Mut kein „Fort“schritt. Ohne Mut keine Brücke. Ohne Mut keine Erfahrung. Ohne Mut kein Glaube.

    Und was sind wir?

  6. Mailin

    Ja wer hat so einen Glauben??
    Du???
    (Das erinnert mich übrigens wieder an meinen Traum den ich vor meiner Taufe hatte.)
    Vermutlich geht es wirklich um die Überwindung von Angst, um Mut.
    Fortschritt- zu Gott? Ich denke, dann hast du Recht. Aber Erfahrung macht man immer, nur nicht gute, nicht „bildende“.
    Wenn man beginnt, alleine seinen Weg zu gehen, wird man bald von anderen begleitet- wenn man mal das Vertrauen hätte, ihn zu gehen.
    Den Film kenne ich leider nicht, aber es ist ein schönes Bild, so real.
    Ich bin ein Angsthase.

  7. inges Frage ist noch nicht beantwortet: Wie kriegt man Mut?

    Was ist Mut?

  8. @Mailin: Indiana Jones, wer sonst 😉

    Ich? Kreisklasse Mut, aber aufstiegswillig. Ich will ein ganz mutiger Angsthase sein! Ein draufgängerischer Angsthase im Marlon-Brando-Outfit. Brumm, brumm!

    Markus hat mir Spaß an Bildern gemacht. Ein guter Ansatz, sich ausdrucksstarke Bilder vorzuhalten. Das macht vieles klarer. Hast du das irgendwo gelernt, Markus? Jäger?

    Stimmt, Mut heißt: Angst überwinden. Angst erkennen, aber sie nicht Herr werden lassen! Zu dem Thema übrigens eine vorzügliche Lektüreempfehlung: „Asterix bei den Normannen“. Das meine ich ernst! Da taucht sogar ein Satz aus Mailins Kommentar fast identisch auf.

    Wie bekomme ich Mut?

    – Erkennen, dass ich ein Angsthase bin
    – Vom Angsthasen zum Muthasen werden wollen
    – Überzeugungen gewinnen (der Christ sagt: Sich biblische Wahrheiten aneignen; z.B. Gott liebt mich/ alles dient mir zum Guten/alle eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch/ fürchtet euch nicht/wer etwas bitten wird in meinem Namen…/wer suchet, der findet, wer anklopft, dem wird geöffnet; toll: wenn ich das nur schreibe, öffnet sich so eine kleine Gartenpforte in meinem Herzen und mir wird warm, weil die Frühlingsluft hineinströmt und Blumenduft – mir Mut gibt)
    – Hasenlederjacke an, auf das Motorrad und los!

  9. Mailin

    Der Satz aus „Asterix bei den Normannen“ würde mich ja schon mal interessieren. Früher habe ich Asterix geliebt, ich kenne alle Bände. Vielleicht deshalb???

  10. Mailin

    „-Erkennen, dass ich ein Angsthase bin
    -vom Angsthasen zum Muthasen werden wollen
    -Überzeugungen gewinnen
    -Hasenlederjacke an auf das Motorrad und los!“
    Klingt das nicht nach einer Menge gutgemeinter Ratschläge?
    Der erste Satz erinnert mich an: Erkennen, dass wir alle Sünder und schlecht und Versager sind und nur Gott aus diesem Dilemma herausholen kann. Der zweite: Bekehrung. Der dritte: zu verkopft, theoretisch- wie wäre es mit SelbstwertGEFÜHL?
    Der letzte: Hasen tragen keine Tierhäute!!

  11. Haben dich irgendwelche Evangelikale geärgert? 😉

    Punkt 1 stammt aus deinem Kommentar vom 20.01. Ich klaue nur bei guten Leuten!

    Mit dem zweiten meine ich nicht Bekehrung, sondern eher „Heiligung“, passt aber auch nicht ganz. Einfach Courage bekommen wollen.

    Satz 3 meine ich ernst. NATÜRLICH ist das mal was mit Kopf. Wer will schon seinen Kopf verlieren (Who wants to live forever…)?

    Und den Hasen in der Lederjacke habe ich mir so schön vorgestellt, schade! Aber Hasen fahren auch selten Motorrad…

  12. Hey, das Wichtigste noch vergessen. In Grimmscher Gegenfragetechnik: Was denkst du denn, wie man Mut bekommt?

  13. Mailin

    Ja ich wiß nicht, was genau Evangelikale sind, ich höre so etwas eher aus Freikirchen- die wenigen Erfahrungen, die ich habe. Also, sei darauf gefasst: Ich habe massenhaft Vorirteile!!
    Zu Punkt 1: Ich sagte, dass ich ein Angsthase bin- aber nicht, dass es gut sei, das von sich zu denken!!
    ZuPunkt 2: Mut bekommen wollen klingt für mich aber immer noch zu sehr nach Vorsatz, den man womöglich nie erreicht. Wir werden durch Christus geheiligt, nicht durch uns.
    Zu Punkt 3: Mit Herz und Verstand sage ich nur, denn allein rational könnte ich nichts davon glauben. Ich zumindest war -rational- zumindest immer felsenfest davon überzeugt, dass mich Gott hassen muss. Wer glaubt denn sowas??
    Zu Punkt 4 ist mir noch eingefallen, dass es ja mehr als pervers war, denn man könnte es auch so verstehen: „Hasenleder-Jacke“, also eine Jacke aus Hasenhaut!!

  14. @Mailin: Gehst du in eine Gemeinde?

    Zu den Punkten:

    1. Schlecht wäre es , sich als ewigen Angsthasen abzustempeln. Aber zu erkennen, dass man derzeit ein Angsthase ist, das ist doch hilfreich, oder? Zum Asterix-Zitat: Sinngemäß steht da: Nur wem es gelingt, seine Angst zu überwinden, ist wirklich mutig.

    2. Klingt fromm. aber wie läuft das dann? Ich mache nichts und warte, bis Christus meine Angst wegnimmt?

    3. Stimmt, aber erst mal sollte man verstehen, was später auch ins Herz rutscht. Vielleicht ist das auch nur mein Weg, aber ich kann mir gar nicht vorstellen, dass das wirklich anders geht, nur der Weg der Wissensvermittlung kann unterschiedlich sein. Z.B. kenne ich die Geschichte eines ehemals muslimischen Mannes, dem Jesus in einem Traum erschienen ist. Der hatte nie die Bibel gelesen und wusste gar nicht, wer das ist, Jesus.

    4. Als ehemaliger Besitzer diverser Zwerghamster kann ich dir versichern: Ich liebe Nagetiere. Markus und ich haben übrigens vor ein paar Tagen in der Nacht zwei Mäuse auf der Schönbornstr. gesichtet, die sich durch unsere Anwesenheit nicht im Geringsten irritieren ließen. Süß!

  15. Mailin

    Ich bin evangelisch, St Stephan, ESG & Co.
    Die Kirche ist meine zweite Heimat, auch etwas, womit man Mut bekommen kann, wenn man unter Menschen geht. Anfangs habe ich mich nur weitläufig umgeschaut, weil ich nicht kirchlich aufgewachsen bin. Bin also extrem konservativ.

    1. Selbsterkenntnis? Auf jeden Fall, so noch effektiver: Wenn man sich jedesmal wahnsinnig aufregt, wütend wird, agressiv, darüber, was man alles hätte tun können, wenn man nicht so ein fürchterlicher Feigling wäre. Aber man sollte sich nicht abstempeln.

    2. Ja ich denke meistens macht man sich zu viel Stress, es geht oft ganz von selbst. Ich als Angsthase erschrecke regelmäßig vor mir selbst, wie mutig ich sein kann, wenn ich mal die Kontrolle über mich verliere.
    Loslassen, nichts vornehmen, ausprobieren, Spaß haben, lustig sein.
    Gefühle zulassen. Provokation.
    Ich denke, es ist besser, in Situationen mutig zu sein, bei denen es nicht darauf ankommt.
    Anstand verlieren. Gesicht verlieren.

    3. So eine „Wissensvermittlung“ kann dann aber auch ein Lächeln, ein nettes Wort, eine Umarmung sein, oder? Die Liebe Gottes erleben.
    Zweifelst du nie an den Worten? Wie kann man dem glauben?

    4. Ja ich war früher auch viel im Wald, am Main, da sind Füchse, Mäuse, Enten, Ratten, Schwäne, faszinierend, denen zuzugucken, jetzt schaue ich aber lieber Menschen zu- noch spannender!!

    Ich will versuchen, die Frage noch zu beantworten, wie man Mut bekommt.
    1. Ziel stecken: Ich möchte verrückt werden
    2. Reizschwelle immer wieder austesten
    3. Mutig sein, wenn es überflüssig ist
    4. immer wieder alles anders machen
    5. sich selbst einbilden, man sei ein Superheld
    6. Erkennen, dass die anderen noch viel größere Angsthasen sind
    Reicht das aufs Erste??

  16. Mailin

    Vielleicht sollte man einfach mal seine Angst medittieren… Sie in den Ruin treiben. Mit ihr Freundschaft schließen.

    Ich sollte mir vielleicht mal einen Hund kaufen.
    Weil ich panische Angst vor ihnen habe…

  17. Mailin, soll ich dir mal was sagen? Es wird Zeit, dass du selbst bloggst! Es ist erfrischend, etwas von dir zu lesen. Zu dem anderen später…

  18. Mailin

    Neee, ich bin Waldorfschülerin, außerdem eigentlich im Abi- Stress. Ich kann Technik eigentlich nicht ausstehen, ist aber doch sehr verführerisch. Trotzdem: Eigentlich hasse ich diese Art von Kommunikation- ich brauch echten Kontakt, auch wenn man sich da oft eher flappsig ausdrückt. Das hier ist nicht meine Welt. Aber ich bin eben jung und dynamisch und will mich ein wenig ausprobieren, das ist alles.

  19. Dann empfehle ich twittern (siehe Sidebar rechts, unter „wessnet woanders“).

    Eine gute Schule, sich kurz zu fassen.

    Markus, nicht auch Lust zu twittern? Der Beisasse tummelt sich da auch…

  20. Mailin

    Was ist das- twittern? Hab irgendwie noch nicht so ganz verstanden, was das eigentlich soll.

  21. Habe ich bis vor kurzem auch net, aber komme gerade auf den Geschmack:

    Du meldest (kostenlos, wie immer bei Web 2.0) einen Account bei Twitter an. Du kannst dann deine Twitter-Seite etwas gestalten, und dann geht es los: Du darfst in 140 Zeichen mitteilen, was du gerade denkst, machst oder so. Wer das liest? Fortlaufend alle, die dir „folgen“. D.h., andere müssen sich bei dir anmelden, du kannst sie dann freigeben oder blocken. Oder die Leute besuchen deine Seite, dann sehen sie alle Tweets, falls dein Account öffentlich ist, als Übersicht.

    Du liest die „Tweets“, also Einträge anderer, auf deiner Twitterseite, wenn du ihnen „folgst“. Neben vielen Privatleuten gibt es auch Twitter-Accounts der Tagesschau, der ZEIT, von Obama, Merkel etc.

    Was das soll? Ne nette Kommunikationsform, eine Herausforderung, kurz (!) mitzuteilen, was gerade in deinem Leben läuft. Schneller als auf Blogs posten, spontaner, eigene Kunstform.

    Du kannst Deinen Account auch sperren, so dass nur Freigegebene deine Einträge lesen können.

    Gar nicht schlecht also, wenn man an sich fürs Abi lernen muss und nebenbei mal gucken will, was Andere gerade so machen. Fühlt sich irgendwie lustig an.

    @dasaweb: Ja, ja, jetzt hat`s mich schon gepackt 😉

  22. Mailin

    Eine gute Schule. Ja, wenn man nicht ich ist.
    Ich hasse diese „High Society“ manchmal. Geheimnisse. Grenzen.
    Was heißt gut?
    Nur, um dich nicht gänzlich deinen Illusionen zu überlassen. Ist doch überall gleich.

  23. Oh, ich glaube, Du hast mich missverstanden: Ich meinte, dass TWITTER eine gute Schule ist, sich kurz zu fassen, nicht, dass die Waldorfschule eine gute Schule ist. Letzteres hattest du gedacht, oder?

    Gegen Waldorfschulen als solche habe ich eher Vorurteile, da ich mal ein bisschen in das Oeuvre von Rudolf Steiner reingeschnuppert hatte. Nein, ich war kein Anthroposoph und habe damit auch nicht geliebäugelt, sondern mich hat als Christ interessiert, was Steiner lehrt, noch zumal ich über einen Freund mal ein bisschen was darüber mitbekommen habe. Habe auch mal einen Vortragsabend im Dom besucht.

    Hängengeblieben ist:

    – Pantheismus
    – Reinkarnation (so soll es nach Steiner sogar zwei Jesusknaben gegeben haben, einer eine Reinkarnation von Buddha, einer von Zarathustra, wenn ich mich recht erinnere; krasse Lehre!)
    – Die Akasha-Chronik für „Eingeweihte“

    Drei Dinge, die sich mit dem Glauben an Jesus Christus schwer bis gar nicht vereinbaren lassen. Ich weiß nicht, ob und wie Derartiges auch an Waldorfschulen gelehrt wird. Wenn, fände ich es nicht so dolle.

    Des weiteren wurde mir erzählt, dass es bis zur 12. keine Notenvergabe gibt und stark auf die musische Seite Wert gelegt wird. Ersteres halte ich für diskutabel, Zweiteres gefällt mir.

    Aber keine Musik vom Band, Architektur in bestimmter Form ist wichtig, Eurythmie. Oder sind das falsche Gemeinplätze?

  24. Mailin

    Ja typisch Freikirchler!! Eigentlich ist es mir zu blöd zum Kommentieren, aber so stehen lassen kann ichs auch nicht.
    Ihr solltet mal aufhören, so ein hochtrabendes Bild (oder auch niedrig) von Waldorf zu haben.
    Seit der Sekularisation im 19. Jh. ist der Unterricht nicht mehr primär christlich, und leider werden wir kaum „ideologisch“ unterrichtet, wäre aber interressant. Ich glaube, die Kirche und Gesellschaft wird bald viele Lehren Steiners selbst erfinden. Ist vieles garnicht so dumm.
    Er war übrigens für den konfessionellen Religionsunterricht (ev./kath.).

    Eine Frage hätte ich trotzdem noch:
    Warum ist Reinkarnation genau unchristlich?
    Woran macht man das fest??

  25. Jetzt muss ich mal zurückmeckern:

    Ich nenne ein paar ganz konkrete Kritikpunkte und höre nur „typisch“, „zu blöd“ und „vieles gar nicht so dumm“. Ernsthafte Auseinandersetzung hört sich, mit Verlaub, anders an.

    Wenn du die Inhalte blöd, oberflächlich oder falsch wiedergegeben findest, nimm mich argumentativ auseinander, dagegen habe ich gar nichts, ich lerne gerne. Ich werde nur nicht gerne pauschal angeblafft.

    Ich rechne dir mal positiv an, dass du wahrscheinlich sensibilisiert bist, weil viele Leute einen ebenso pauschal wegen Waldorf abwatschen. Ich mache das nicht und wollte das auch nicht, habe aber o.g. Bedenken, wobei ich ja schon habe anklingen lassen, dass ich nur a bisserl was darüber weiß.

    Was findest du denn speziell an Steiner gut? Wo habe ich evtl. Nachholbedarf?

    Reinkarnation nicht „christlich“? Dazu müsste man erst einmal klären, was man unter „christlich“ versteht. Zentral für mich (viele Andere werden das anders sehen) ist das Evangelium, die Botschaft von/über Christus. Ein nicht unzentraler Aspekt ist, dass Jesus am Kreuz stellvertretend für unsere Sünde gestorben ist. Jetzt gibt es ein Bündel Bibelstellen, die das näher erklären. Ich nenne mal als ein Beispiel Kolosser 1, 20.

    Mal unabhängig davon, dass die Bibel Reinkarnation nicht lehrt, sondern nur ein Leben (ich glaube im Prediger steht das sogar fast wörtlich so), würde sich der Gedanke einer Reinkarnation auch nicht recht mit einem Erlösungsgedanken vertragen, zumindest, wenn die Reinkarnation immer neue „Verbesserungsmöglichkeiten“ bedeuten soll – dann müsste ich mich schlussendlich doch selbst erlösen. Ich verstehe Reinkarnation immer, wenn ich darüber lese, so: Neue Runde, neue Chance, sein Karma aufzupolieren.

    So, das ist Zündstoff genug. Vielleicht hat Markus Lust, das mal richtig auseinanderzunehmen.

    Ich hab aber keinen Bock auf eine theologische Grundsatzdiskussion, wer „für“ Reinkarnation ist, kann mir ja mal erzählen, warum er das für richtig, gut und wahr hält. Noch besser: Erfahrungswerte…

  26. Fabelhaft, ich bin begeistert! Jetzt kommt wieder Leben in die Bude!

    @ Mailin
    Du hast ja völlig recht. Vor allen Dingen damit: „Ich glaube, die Kirche und Gesellschaft wird bald viele Lehren Steiners selbst erfinden. Ist vieles garnicht so dumm.“ Ich glaube, die Gesellschaft ist grade schon dabei, übrigens. Der Mann war ein Mystiker, der hat aus persönlichem Erleben gesprochen, da gibt es keinen Zweifel, wenn ich auch glaube, dass sich einiges Ideologische und Schiefe – die unselige Zentrierung auf das Denken z.B. – bei ihm darüber gelegt hat. Aber da wäre er nicht der einzige Mystiker. Und um das auch zu sagen: Ich mag ihn nicht, ich habe nur wenig von ihm gelesen und ich bin GANZ BESTIMMT kein Anthroposoph, mein Schwiegervater kann das bestätigen! Das ändert aber nichts an Steiners Erfahrungs-Wissen. Ich mag auch Franz Xaver nicht oder Thomas von Aquin, den späten Luther find ich auch höchst problematisch, gell.

    @ wessnet
    Reinkarnation gibt es, ob das nun in der Bibel steht oder nicht. Das ist doch kein Kriterium für die Wirklichkeit. Es stehen eine ganze Menge Dinge nicht in der Bibel, das macht aber nix, weil die Bibel eben in einem bestimmten soziokulturellen Umfeld entstanden ist, sich auch abgegrenzt hat, z.B. gegen den Zoroastrismus. Und die Bibel lehrt nicht, sie erzählt. Den Lehrwert machen dann die unterschiedlichen religiösen Menschen daraus. Entsprechend sieht das dann auch immer anders aus, je nach Konfession oder Religion (Judentum, Christentum, Islam) oder Weltanschauung. Aber das wird leicht zur theologischen Grundsatzdiskussion. 😉
    Erfahrungswerte? Naja, da gibt es dutzende Bücher, ich selbst z.B. wurde als Fünfjähriger erhängt, habe als südamerikanischer Opferpriester Mordorgien geleitet – aber was solls. Wen es interessiert, der muss es selbst erfahren. Dann ist die Sache einfach und klar. Vergiss Karma und all diese Wörter. Nicht darüber lesen, wessnet, ich hab früher auch darüber gelesen und die Sache bestritten.

    Pantheismus, wieso nicht mit dem Christentum vereinbar? Erstmal: die pantheistische Erfahrung, die Erfahrung, das alles von Gott belebt ist, dass letztlich alles in Gott und aus ihm und Gott selber ist, dass eine Trennung von Gott und Welt nur gefühlt, aber nicht real ist, das ist menschliches Allgemeingut. Diese Erfahrung gibt es sogar im christlichen Kontext, es ist die mystische Kernerfahrung. Oder zumindest doch so weit, dass man Gott in seinen Werken, in den geschaffenen Dingen erkennen kann. Offenbarung ist das, nicht wahr, oder Inkarnation. Das Inkarnierte ist doch nicht vom Inkarnierenden getrennt, oder? Das Offenbarte doch nicht vom Offenbarer. Man muss das gar nicht so hoch hängen. Wenn du an einem Sommertag im wogenden Getreidefeld stehst, alles ist still und licht, ein linder Wind streift dein Gesicht, dann weißt du, was ist meine. Ob man da jetzt den Zettel „Pantheismus“ dranklebt oder nicht, ist mir egal, diese Zettel macht man doch bloß aus Angst. Angst ist aber der Feind des Glaubens, deshalb auch „Fürchtet euch nicht“. Denn wenn ihr euch fürchtet, ist es mit dem Glauben Essig. Das – bleiben wir halt dabei – „Pantheistische“ beschreibt eine reale Erfahrung vieler Menschen, sogar eine zutiefst religiöse Schlüsselerfahrung. Die Unvereinbarkeit einer Erfahrung mit einem ideologischen oder religösen System spricht nicht gegen die Erfahrung, sondern gegen das System. Das ist wie bei wissenschaftlichen Theorien, die müssen sich an der Wirklichkeit messen und nicht am Fürwahrhalten des Wissenschaftlers.

    Die Akasha-Chronik. Das Geheimwissen im Hintergrund des Universums. Ja, Himmel Herrgott, was ist denn das? Das ist doch nichts Besonderes, es ist nichts anderes als die Wirklichkeit, das Muster des Kosmos, neuerdings in der Quanten-Physik die Matrix (nein, nicht die aus dem Film). Oder auch das hermetische Gebäude (Hermes Trismegistos), das auf eine mythologisch-archetypisch-allegorische Weise das Getriebe der Welt erklärt. Es ist die Ebene, auf der aus Nichts die Schöpfung allererst entsteht (Gen 1). Eine unglaublich kreative Quelle, die im Hintergrund immer sprudelt, dann steigt das Wasser durch viele Schichten hindurch nach oben und an der Oberfläche, also in dem, was wir im Alltagsbewusstsein erleben, werden dann allerlei Zusammenhänge sichtbar: sog. Zufälle, Gleichzeitigkeiten, Entsprechungen, Intuitionen, Ahnungen, Bestimmung, Schicksal usw. Was daran wäre nicht christlich? Nichts widerspricht einer im engen Sinn christlichen Lehre. Die christliche Lehre befasst sich einfach nicht damit. Muss sie ja auch nicht, sie hat eben einen anderen Fokus, eine andere Stoßrichtung. Sie ist praktisch, oft alltagspraktisch, lebenspraktisch. Das eine – Akasha oder wie auch immer man das nun nennt – und das andere – christliche Lehre – sind verschiedene Dinge, eines ist nicht auf das andere reduzierbar, auch wenn man christlicherseits gern alles auf das Christliche reduzieren möchte. Es geht aber nicht, und der Versuch sollte unter Strafe gestellt werden.

  27. Mailin

    @Markus

    Dein Schwiegervater- das ist ein Anthroposoph?
    War nur etwas verdutzt, aber klar, das weiß ich ja eigentlich.
    Ich bin auch ganz bestimmt kein Anthroposph, das heißt aber nicht, dass Steiner in manchen Punkten nicht auch Recht hatte. Meine Mutter, die quasi nur Steiner liest, meinte übrigens auch, dass die Nächstenliebe fehlt- also zu sehr im Kopf. So ein Dialog ist manchmal ganz interessant. Später schreibe ich weiter, habe keine Zeit mehr, eigentlich wollte ich nicht darüber reden!!!

  28. Mailin

    @wessnet

    Mir geht es überhaupt nicht darum, darüber zu streiten, ob Reinkarnation christlich ist oder nicht, ich bin auch selbst kein Verfechter dieser Lehre. Fakt ist jedoch, dass Jesus darüber nichts lehrt(also auch nicht, dass es sie nicht gibt). Ich bin einfach gegen ein Dogma, das ist alles.
    Ich selbst glaube aber an eine Präexistenz der Seele, möchte mich jedoch nicht festlegen, wo und in welcher Form, nicht (nur), um etwas wieder gut zu machen, sondern weil ich an ein Leben nach dem Tod glaube- eine Überzeugung, die ich einfach habe, so wie ich weiß, dass ich lebe. Sie ist in mir drin. Ich kann mir nicht vorstellen nicht mehr zu sein, von meinem Körper aber schon.

    Was, glaubst du, kommt nach dem Tod?
    Was sagt das Christentum darüber?

    Nun hat Jesus die Sünde hinweggenommen, warum halte ich mich dann noch an die Gebote?
    Irgendetwas stimmt hier nicht.

    Für mich ist nicht das Evangelium, sondern die Bibel die Grundlage meines Glaubens; nicht Jesus, sondern Gott.
    Ich denke, man ist Christ, wenn man Jesus als den Messias anerkennt.

    Ich muss dir sagen, ich weiß auch nicht viel über Rudolf Steiner, sodass ich dir jetzt nicht alle deine „Vorurteile“ nehmen kann und das will ich auch garnicht. Kritik ist wichtig. Aber alles leichtfertig glauben, was man von den Gegnern einer Lehre hört, ist naiv. Die Anthroposophie ist ein Gegner der Kirche, weil sie Lehren vertritt, die der Kirche als Institution nicht passen und damit auch noch Erfolg hat.
    Die Punkte, die du bringst, mögen stimmen, vielleicht hat Steiner so gedacht, aber Luther war auch Antisemit, plädierte für Hexenverbrennung und dennoch bekenne ich mich zum evangelischen Glauben.
    Und vor einer Verurteilung sollte man doch mal fragen, was Steiner mit seinen Thesen wollte, woher er sie nahm.

    Was ich an Steiner gut finde? Zunächst einmal: Ich bin beileibe kein „Steiner-Fan“, aber durch ihn hat sich die biologisch-dynamische Landwirtschaft (mit-)entwickelt, die Homöopathie, Änderungen im Schulsystem, das ganzheitliche Denken, die Erkenntnis der individuellen Entwicklung etc.
    Das finde ich gut.
    Er hat die Menschen als Lebewesen und nicht als Ding betrachtet. Die Waldorfschule basiert darauf, dass jeder Mensch verschiedene Lerninhalte in dem jeweiligen Lebensalter aufnehmen kann, dass wir eben keine Roboter sind, die unaufhörlich Wissen in sich rein stopfen können, sondern verschiedene Dinge zu verschiedenen Zeiten brauchen und auch verschieden leistungsfähig sind.
    Ich war letztens bei einem Vortrag eines Proffessors über die Wirtschaftskrise, der meinte,
    dass unsere ökonomischen Probleme daher stammen, dass wir die Physik auf unser wirtschaftliches System übertragen haben. Die Physik arbeitet mit Mineralien- anorganischen Stoffen, die sich als einziges der Bestandteile unserer Erde linear, also immer steigend entwickeln. Ein Kristall wird mit der Zeit immer größer, Menschen, Tiere, Pflanzen nicht. Das hat Steiner gewusst: Das auch Krisen für die Entwicklung nötig sind und dass es nicht immer nur Aufschwung geben kann.

    Steiner ist aber extrem kompliziert, anstrengend und schwer zu verstehen, deshalb sollte man gerade bei Aussagen über ihn vorsichtig sein, in beiden Richtungen.

  29. Mailin

    Noch was zum Pantheismus: Als ich noch nicht sicher im Christentum war, meinte ich zu meiner Schwester(übrigens katholisch), dass ich eigentlich eher pantheistisch denke, sie meinte daraufhin, dass ja das Christentum auch irgendwie pantheistisch sei und ich bin mittlerweile der gleichen Überzeugung, denn schon im Abendmahl begegnet uns Gott in Brot und Wein, im Feuer Moses, in den Mitmenschen (sonst wäre „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ ja nicht das GLEICHE(!) wie „Liebe Gott“, oder??), etc. Der Islam hingegen hat in meinen Augen einen wirklich „echten“ Monotheismus. In einem Bibelkreis sind wir sogar auf Stellen gestoßen(im AT), in denen es um Götter(also keine Götzen) ging(in Löwen z.B.), aber sie unterstehen alle Jahwe (ist ja auch logisch, wenn er alles ist).

  30. Ich schätze, der Monotheismus im Islam ist genau so echt oder unecht wie im Christentum. Erzähl mal einem eingefleischten Katholiken was von „Gott ist überall“. Das sei er eben nicht, bekommt man zu hören, und wenn doch, dann jedenfalls hier in der Kirche mehr als draußen auf der Straße. Wie das Christentum und vermutlich alle Religionen hat auch der Islam einen inneren Kern, Sufismus genannt. Schau dir mal den persischen Mystiker Rumi an, das ist wundersam!

  31. inge

    habe leider momentan nicht so viel zeit mich an den kommentaren aktiv zu beteiligen und wenn dann habt ihr in der zwischenzeit schon dreizehn verschiedene themen gestreift.
    1. mut:
    danke für die antworten auf „wie bekomme ich mut“! indiana jones finde ich gut! „der weg entsteht im gehen“, bonhoeffer sagt sinngemäss, das gott den mut nicht im voraus gibt. der erste schritt ist wichtig, er soll in die richtige richtung gehen. was ist die richtige richtung? vielleicht die nach vorne, der angst entgegen, mitten hinein in die angst.
    2. reinkarnation:
    eigentlich wollte ich mich in diese diskussion nicht einmischen aber neugierig bin ich jetzt schon geworden. markus, wie kommst du darauf, dass du als 5-jähriger erhängt wurdest und als Opferpriester Mordorgien geleitet hast (gleichzeitig?)
    3. pantheismus:
    ich bin zwar katholisch aufgewachsen (was sind eingefleischte katholiken eigentlich?), aber dass tiere auch etwas göttliches haben finde ich selbstverständlich, wie kann man was anderes fühlen?

  32. inge

    zum theme mut fällt mir interessanterweise dieses zitat ein, das dem beisassen evtl. bekannt vorkommt:
    „es gibt keinen weg. es gibt nur ein ziel. was wir weg nennen ist zögern“ (franz kafka)

  33. inge

    @wessnet:
    „Wovor hast Du Angst?“ das ist eine gute frage ueber die es sich lohnt nachzudenken.

    „Willst Du mutig sein?“ was passiert eigentlich wenn man gar nicht mutig ist, immer vor allen entscheidungen sich drückt, bzw. „es sich entscheiden“ laesst. ist das eigentlich schlimm?

  34. inge

    „Was ist Mut?“
    „Ohne Mut kein “Fort”schritt. Ohne Mut keine Brücke. Ohne Mut keine Erfahrung. Ohne Mut kein Glaube.“

    was passiert wenn man immer nur ein angsthase ist?
    oder wen indiana jones den ersten schritt macht, dann die brücke, und dann traut er sich nicht drüber gehen, kriegt mitten auf der brücke riesenschiss….

  35. @ inge
    Das mit dem Mut ist mir immer noch zu theoretisch. Klingt zu sehr nach gutem Willen, Vorsatz und Intention. Ich halte nichts davon, glaube ich. Man hat manches von dem, was ich in meinem Leben getan habe, als „mutig“ bezeichnet. Aber ich habe es nie so empfunden, es war der natürliche nächste Schritt. Ist das Wasser mutig, wenn es einen Wasserfall hinunterstürzt?

    „wie kommst du darauf, dass du als 5-jähriger erhängt wurdest und als Opferpriester Mordorgien geleitet hast (gleichzeitig?)“
    Nicht gleichzeitig. Und ich komme nicht darauf, sondern ich habe es erlebt. Das ist ein großer Unterschied. Wenn es nur gedacht oder erschlossen wäre, würde ich es nicht schreiben. Das ist wohl schwer theoretisch nachvollziehbar, aber die Möglichkeit, es zu erleben, liegt viel näher, als man glauben mag. Erleben kann man solches – und unglaubliche andere Dinge – in veränderten Bewusstseinzuständen. In meinem Fall im Rahmen des „Holotropen Atmens“.

    Dass Tiere etwas Göttliches haben, fühlt nicht jeder. Ganz zu schweigen von Pflanzen, Steinen, Luft. Aber auch die sind nicht mehr und nicht weniger göttlich als ich. Auch das kann man erleben. Ein Wunder.

    Das Kafka-Zitat begleitet mich schon länger. Und Kafka hat, wie so oft, ziemlich Recht.

  36. inge

    @markus:
    das wasser ist natürlich nicht mutig wenn es einen wasserfall hinunterstürzt! es stürzt halt hinunter. hast du schon mal einen haufen wasser vor einem wasserfall gesehen, das sich entscheidet ob es jetzt hinunterstürzten soll oder doch eher angst hat vor den 200 metern und dann umdreht uns sagt: “ nee, trau mich nicht“? hat wasser angst? kann sich wasser entscheiden?

  37. Ich glaube, der Eindruck, man könne sich im eigentlichen Sinn entscheiden, ist trügerisch.

  38. @ Mailin

    „Nun hat Jesus die Sünde hinweggenommen, warum halte ich mich dann noch an die Gebote?“
    Ja – warum eigentlich?

  39. inge

    „Ich glaube, der Eindruck, man könne sich im eigentlichen Sinn entscheiden, ist trügerisch.“

    markus, wie meinst du das? das verstehe ich nicht. „im eigentlichen sinn“ ?. ich kann mich doch entscheiden den wasserfall hinunterzustürzten (oder nicht), das wasser im fluss kann das nicht.

  40. inge

    habe ein wenig über holotropes atmen gegoogelt. hat also mit hyperventilation zu tun. ist es gut zu wissen, dass man als fünfjähriger erhängt wurde? vielleicht verkraftet man das gar nicht und hat danach eine meise? (ich meine nicht dich, markus, aber ich könnte danach evtl. eine meise haben).

  41. Markus

    Genau das meine ich, du kannst dich nicht entscheiden. Das sagt ja neuerdings auch die moderne Kognitionsforschung, wenn sie feststellt, dass Entscheidungen unbewusst fallen und erst Sekundenbruchteile später im Bewusstsein realisiert und dann logifiziert werden. Das Ich entscheidet nichts, es sichert sich nur ab.
    Es ist ungemein befreiend, das einzusehen und sich mit dem Fluss treiben zu lassen. Das ist das, was etwa auch Tao meint, der Weg geht dahin wie Wasser, umspült ohne Widerstand jedes Hindernis, immer weiter und weiter.

  42. Es ist eher umgekehrt mit dem Holotropen Atmen. Die Meise, die du immer schon hattest, wird langsam erkennbar. Das Wunderbare am Holotropen Atmen ist, dass es nicht wie eine Droge wirkt, wo du in einen Trip kommst, den du nicht mehr beeinflussen kannst. Die Bewusstseinsveränderung beim Holotropen Atmen (nicht exakt und nicht nur Hyperventilation) ist jederzeit reversibel, du bist immer gewahr, mit einem doppelten Bewusstsein. Und der Atemprozess mutet dir nie mehr zu, als gerade aktuell möglich oder nötig ist. Das ist tatsächlich ein Wunder, diese Heilungskräfte am eigenen Leib zu erfahren, die innere Weisheit, die dich führt, nährt und hält.

  43. inge

    „Die Meise, die du immer schon hattest, wird langsam erkennbar.“—> oje!!

  44. Haha, jaha! Hab grad auf meinem Blog einen Post zum Holotropen Atmen eingestellt. Wenn es dich interessiert, vielleicht hast du ja noch genauere Fragen.

    Leider hängt noch eine Antwort auf deinen vorigen Kommentar bei wessnet in der Spamschleife, weiß der Teufel warum. Vielleicht taucht ja dann irgendwann morgen meine Antwort auf deine Frage auf, wie das mit dem Entscheiden gemeint ist.

  45. Mailin

    @Markus

    Ich halte mich an die Gebote(oder auch nicht) aus meinem Innern heraus, aus der Liebe, die ich in mir spüre. Ich meinte ja nur, dass so ein Buchstabenglauben für mich widersprüchlich ist. Man kann die Bibel nicht wörtlich nehmen. Und was sind schon Worte? Was bedeuten sie?
    Wenn ich Gott liebe, halte ich mich an die Gebote, aus der natürlichen Folge dessen heraus.

    Ich denke, Gott überall zu spüren, hat nichts mit der Konfession zu tun. Der Koran erscheint mir aber stärkere Wichtigkeit auf nur den einen Gott zu legen. Beispielsweise, weil Jesus als Gott-Mensch angesehen wird. Also Gott auch materieller Stoff ist.

  46. Mailin

    @Markus

    Ich mag dieses Schwarz-Weiß-Schema nicht.
    Mut ist abhängig von allen möglichen Faktoren. Angst überwinden wäre passender. Dass, was allgemein als mutig angesehen wird, ist meiner Ansicht nach auch selten mutig, hat eher was mit Umständen zu tun, Situationen. Ich war in den Augen von anderen oft mutig, wenn ich keine Zeit oder Energie hatte, Angst zu haben. Also eigentlich kein Mut. Angst und Mut sind auch Luxus. Ich bin stolz darauf, endlich Angst haben zu können, ein Fortschritt.
    Entscheidungen gibt es, aber viel weniger, als wir das glauben. Wir werden enorm viel beeinflusst. Aber trotzdem: Wenn wir zu 0,0001% selbst entscheiden, kann das eine fundamental verändernde Auswirkung auf unser Leben haben, in jede Richtung.

  47. Sorry Leute, da sitze ich mal knapp 20 Stunden nicht am Rechner, und alles voll mit Kommentaren, von denen 11 (ca. 8 x davon ein Kommentar von Markus) im Spam waren – warum auch immer, ich check`s net!

    Lesen konnte ich noch nichts, habe jetzt erst einmal versucht, das in Form zu bringen.

  48. @ Mailin

    „Nun hat Jesus die Sünde hinweggenommen, warum halte ich mich dann noch an die Gebote?“
    Ich habe den Eindruck, du weichst der selbstgestellten Frage aus. Wenn man das ernst nimmt, wenn man den Glauben daran ernst nimmt, dass die Sünde hinweggenommen ist – was bleibt dann noch? Nichts mehr. Was sollen da noch Gebote? Freiheit, Wahrheit, Liebe auf der einen Seite und Gebote auf der anderen widersprechen einander. Kannst du das sehen? Willst du es sehen? Das ist die Frage.

    Und was soll das heißen, Gott lieben? Du liebst nicht Gott, nie. Du liebst dein Bild von Gott, du magst das weichmachende Gefühl, das Gott in dir auslöst, du magst es mit einer Mischung aus Angst und Zuversicht, du magst und brauchst die Sicherheit, die Sinnhaftigkeit, die davon ausstrahlt. Aber nicht Gott. Gott kann man nicht lieben. Man kann nur Gott sein.

    Entscheidungen. Nochmal ganz deutlich: Wir entscheiden gar nichts, nie. Das ist Illusion. Du erinnerst dich, Illusion? Denn Ich existiert gar nicht, die Dame schwebt nicht. Ich hat noch nie irgendwas entschieden. Ich kann gar nicht entscheiden. Ich glaubt nur, zu entscheiden. Wer Ohren hat, der höre.
    Man kann sich damit zufrieden geben. Aber dann erfährt man niemals, wirklich niemals, was Freiheit, Wahrheit und Liebe ist. Man macht allerlei persönliche Fortschritte, die sich wie Freiheit, Wahrheit und Liebe anfühlen. Aber die vergehen wieder. Die Lösung liegt viel näher, als du glaubst. Sie liegt in der Erkenntnis, dass du nicht Ich bist.

    @ inge

    Deswegen gibt es Mut gar nicht. Mut ist eine Illusion des Ich. Als Reaktion auf Angst. Angst ist ebenso eine Illusion. Ist das nicht wunderbar? Ist das nicht eine frohe Botschaft? Die Frage ist aber: Kann man es annehmen?

    Du spürst aber Angst, sagst du? Das ist nur ein Traum, aufwachen!

  49. Mailin

    Ich denke, dass man zwangsläufig die Gebote hält, wenn man mit Gott lebt, sie sind eine Hilfe. Und wenn man sie hält, lebt man mit Gott. Auch wenn ich Gott bin und Gott alles ist, kann ich ihn lieben. Du und ich haben wohl unterschiedliche Vorstellungen von Liebe.
    Was kann man lieben, wenn nicht Gott?
    Ein Bildnis kann man nicht lieben, nur Leben.

  50. Mailin

    Ich finde, das ist kein Widerspruch.

  51. Mailin

    Das ist mir zu dogmatisch. Eines schließt das andere nicht aus.

    Trennung gibt es nicht. Mut gibt es nicht. Entscheidungen gibt es nicht. Angst ist nur ein Traum. Gott als Gegenüber gibt es nicht.
    Liebe zu Gott gibt es nicht. Das Ich gibt es nicht.

    Die Freiheit, Wahrheit und Liebe bleibt auch, wenn andere Dinge dazu kommen.

    Ich habe die Frage nicht gestellt, weil sie mir wichtig ist. Beide Komponeneten haben in meinen Augen ihre Rechtmäßigkeit, die ich aber durch mathematisches Denken auch nicht verstehen kann.
    Ich habe die Frage an wessnet gestellt, um eine Antwort zu bekommen, nicht um selber eine zu geben.
    Ich selbst kann aber mit dem scheinbaren Widerspruch gut umgehen, weil es mir nie darum ging, die Bibel logisch zu verstehen, das ist nur für den Dialog wichtig, was es für mich erst in Zukunft geben wird.
    Ich mache mir auch nur selten Gedanken darüber, ob ich mich an die Gebote halte, aber ich fühle z.B. so etwas wie ein Blitz in mir, wenn ich lüge. Wenn ich es nicht tue, fühle ich mich besser. Ich denke, hauptsächlich Lügen haben mein Leben zerstört.

  52. Wenn man die Gebote nicht hält, lebt man dann nicht mit Gott?

    Wir alle lieben nur Bilder. Weil wir die Dinge selbst nicht kennen.

    „Trennung gibt es nicht. Mut gibt es nicht. Entscheidungen gibt es nicht. Angst ist nur ein Traum. Gott als Gegenüber gibt es nicht.
    Liebe zu Gott gibt es nicht. Das Ich gibt es nicht.“
    Das hab ich nicht geschrieben – großes Missverständnis! Ich habe von ILLUSION geschrieben, nicht von gibt-es-nicht. Du erinnerst dich an das Beispiel mit dem Illusionisten und der Dame?

    Du hast das Stichwort „logisch“ eingeführt. Von logischem Verstehen habe ich nie gesprochen, das kannste getrost vergessen.

    Wenn du nicht lügst, fühlst du dich besser, als wenn du es tust. Das ist doch wunderbar und vollkommen richtig! Es weist dir einen Weg. Der Blitz und das schlechte oder gute Gefühl kommen aber nicht von Gott.

  53. Habe mich jetzt gerade noch einmal durch die Kommentare gewühlt. Viel Stoff, viele Fragen, viele Thesen.

    Mal ganz allgemein: Ich will eigentlich eines nicht, nämlich diskutieren, um Recht zu behalten. Ich sage, dass ich das „eigentlich“ nicht will, weil ich mich immer wieder dabei ertappe, Freude am Recht behalten zu haben.

    Jesus war bzw. ist nicht so. Er diskutiert nicht, um andere unterzubuttern, sondern er hilft. Manchmal redet er gar nicht. So wäre ich auch gerne. Das bedeutet für mich, dass ich es toll finde, wenn wir voneinander lernen, wie es ist, mit Gott zu leben.

    Jetzt noch einmal eine harte These: Wahrheit gibt es. Davon geht übrigens jeder von uns aus, z.B. auch Markus, wenn du sagst, dass es Reinkarnation gibt. Du schließt das aus eigenen Erlebnissen. Kafka hat Recht, sagst du. Du glaubst an Wahrheit, nur an eine andere.

    Meine Zentralfrage ist: Was „braucht“ man, um zu Gott zu kommen? Was ist überflüssig, was vielleicht sogar hinderlich? Was hilft mir? Dieser Prüfung sollte man alles unterwerfen, was man anfasst, um Gott zu erleben.

    @Mailin: Zu Deiner Frage: „Jesus hat die Sünde hinweggenommen.“ Stimmt, m.E. in dem Sinne, dass er einen Schuldspruch aufgehoben hat. Ist die „Sünde“ damit allgemein weg? Was ist Sünde? Weniger ein individuelles, bestimmtes Fehlverhalten, mehr die Situation der Trennung von Gott. Markus hätte Recht, dass Sünde eine Illusion ist (hast du das eigentlich mal explizit gesagt, Markus? Aber du siehst es doch so, oder?), wenn die Trennung von Gott Illusion wäre. Jeder Mensch, der, evtl. sogar bewusst, ein von Gott getrenntes Leben führt, empfindet es anders. Ihm fehlt das Bindeglied zu Gott, der Glauben an Christus als Messias, der Heilige Geist. Jeder, der den Heiligen Geist empfängt, weiß, was los ist. Das ist auch ein „bewusstseinsverändernder Zustand“. Der Beste, den es gibt.

    Was kommt nach dem Tod? Jeder, der ein neues Leben mit Christus begonnen hat, stirbt nicht, sondern hat ewiges Leben. Und die anderen?

  54. Mailin

    @Markus

    „Der Blitz und das schlechte oder gute Gefühl kommen aber nicht von Gott.“
    Woher dann, wenn Gott alles ist?
    Andere These: Die 10 Gebote sind ja auch vor allem für das tägliche Leben, dass wir friedlich miteinander leben können. Hat wohl weniger mit der Gottesbeziehung an sich zu tun.

    Niemand hält die Gebote, alle halten sie teilweise. Ich denke bloß, die Gebote sind ein Weg, mit Gott bewusst zu leben.

    „Wir alle lieben die Bilder, weil wir die Dinge selbst nicht kennen.“ Dann ist es ja sinnlos, über irgendwas zu reden.

    Nur Illusion. Woher weißt du, was Illusion und was Wirklichkeit ist? Oder ist für dich alles nur Illusion?

    @wessnet

    1. Welchen Schuldspruch?
    2. „Jeder, der ein neues Leben mit Christus begonnen hat, stirbt nicht, sondern hat ewiges Leben.“ Das weiß ich auch, rein theoretisch. Aber was bedeutet das: Ewiges Leben? Jeder von uns stirbt. Dieses physische Leben allein kann also nicht damit gemeint sein. Hat ein ewig wieder reinkarnierender Kern nicht auch ewiges Leben? Wie sieht dieses ewige Leben aus? Wenn es jetzt schon beginnt?
    Die anderen…Dazu ein paar Bibelzitate:
    „Es werden viele rufen: Herr, Herr und ich werde antworten: Ich habe dich nie gekannt.“
    „Wer mich sieht, der sieht den Vater und wer den Vater sieht, sieht mich.“
    Ich denke, man kann auf viele Arten Christus begegnen, dazu reicht die Taufurkunde nicht.
    Was heißt das: Ein Leben mit Christus zu beginnen? Doch nichts anderes, als ein Leben mit Gott zu beginnen.
    Ich bin mir garnicht sicher, ob es „die anderen“ wirklich gibt. Man sollte Christus nicht auf ein einziges Körperkleid reduzieren.

  55. Mailin

    @wessnet

    Meine Zentralfrage ist: Wer ist Gott?
    Und meine These ist: Übersehen wir ihn nicht allzu oft? Müssen wir noch zu ihm kommen oder ist er vielleicht schon da und wir sind nur zu blind?
    Ich persönlich glaube, man braucht garnichts für Gott- im Gegenteil. Wir haben immer viel zu viel.
    Warum würdest du so viel für Gott tun?

  56. @ wessnet

    Ja, natürlich gibt es Wahrheit, das habe ich nie bestritten. Aber Reinkarnation ist nur eine Tatsache, das hat mit Wahrheit nichts zu tun. Christus sagt: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Da gehört der Begriff „Wahrheit“ hin, es geht nicht um Faktisches. Die Wahrheit ist das, was übrigbleibt, wenn die Illusion verschwunden ist. In diesem Zusammenhang ist natürlich auch Reinkarnation eine Illusion, damit wir uns klar verstehen. Natürlich ist sie das.

    Ich glaube nicht an Wahrheit. Ich sehe sie oder eben nicht.

    „Meine Zentralfrage ist: Was ‚braucht‘ man, um zu Gott zu kommen? Was ist überflüssig, was vielleicht sogar hinderlich? Was hilft mir?“
    Ja, das ist eine wichtige Frage. Um zu Gott zu kommen, braucht man gar nix. Weil man nämlich nie woanders ist. Die Frage ist eher: Was hilft mir, das zu erkennen? Und da gibt es schon Hilfreiches und Hinderliches. Aber ich glaube, alles, was hilfreich ist, läuft letzten Endes auf Meditation hinaus. Alles andere ist Schnickschnack, Reinkarnation, Karma, Therapie usw. Schnickschnack – richtig verstehen, bitte – dann, wenn es um die Frage der Gotterkenntnis geht.

    Und, ja, mein Lieber, Sünde ist Illusion. Fabelhaft, ich werde verstanden, vielleicht infiziere ich euch ja noch alle damit! 🙂

    Dass Menschen die Trennung von Gott empfinden, bedeutet nicht, dass sie keine Illusion wäre! Das ist entschieden zu kurz gegriffen. Schon mal deine Gefühle in einem Alptraum beobachtet? Sehr reale Gefühle, die aber nichts anderes sind als duweißtschonwasjetztkommt.

    Der Empfang des Heiligen Geistes ist bewusstseinsverändernd, das gefällt mir sehr gut, das wäre mir nicht aufgefallen. Aber jetzt wirds problematisch. Denn was du empfängst, ist nicht der Heilige Geist. Nein, Moment, ich meine es folgendermaßen: Du erlebst etwas von Erkenntnis, Offenbarung, Frieden, was auch immer damit verbunden ist. In diesem Moment selbst gibt es nur die Erfahrung, richtig? Dann kommst du wieder heraus aus der Erfahrung, und jetzt hast du Begriffe, mit denen du das, was dir widerfahren ist, erklärst, kommunizierst und einordnest. Und dann sprichst du vom Heiligen Geist. Es ist enorm wichtig, diesen Schritt zu erkennen. Enorm wichtig! Diese Erkenntnis bedeutet fast alles. Alle Mystiker kennen die Schwierigkeit, das Erfahrene nachher zu verstehen. Und nicht wenige fallen dann in ein dogmatisches System von Begriffen über Begriffen. Man muss die Erfahrung möglichst frei halten von Begriffen.

    „Jeder, der ein neues Leben mit Christus begonnen hat, stirbt nicht, sondern hat ewiges Leben. Und die anderen?“
    Welche anderen? Siehst du den Irrtum? Zeig mir den, der nicht in Christus lebt, zeig ihn mir! Du kannst mir höchstens den zeigen, der es nicht weiß.

    @ Mailin

    „‚Der Blitz und das schlechte oder gute Gefühl kommen aber nicht von Gott.‘ Woher dann, wenn Gott alles ist?“
    Wunderbar, ich liebe das! So scharfsinnig! Es stimmt aber trotzdem, wenngleich nicht logisch. Versuchen wirs mal damit: Sie kommen nicht von dem, was du für Gott hältst.

    „‚Wir alle lieben die Bilder, weil wir die Dinge selbst nicht kennen.‘ Dann ist es ja sinnlos, über irgendwas zu reden.“
    Aha! Guter Schluss!

    „Woher weißt du, was Illusion und was Wirklichkeit ist? Oder ist für dich alles nur Illusion?“
    Ich weiß es, weil ich es sehe. Ich sage nur: Meditation, Erwachen. Dann sehe ich auch, was keine Illusion ist. Es gibt nur einen Weg, es herauszufinden, nur einen Weg: Aufwachen zu deinem Wahren Wesen, dann ist alles klar. Weg, Wahrheit und Leben sind darum ein und dasselbe. Und nicht Jesus sagt das, sondern der Christus, das ist: der Buddha, der Erwachte, der Erwählte, der Gesalbte, der seine wahre Natur erkannt hat. Was heißt das: Gesalbter? Vom Wahren Wesen erfüllt.

    Nicht sterben. Das bedeutet vielleicht ewige Fortexistenz, vielleicht auch nicht. Was solls? Das ist müßig. Es muss Bedeutung haben für das Jetzt. Nicht sterben, das bedeutet – ja, ich wiederhole mich – die Erkenntnis des Wahren Wesens. Denn das ist dein Wahres Wesen: ungeboren, unsterblich.

    „Meine Zentralfrage ist: Wer ist Gott?“
    Ja, Mailin, das ist die Zentralfrage. Aber wie willst du die Antwort finden? Such mal hier: „Wer bin ich?“ Nein, nicht vorschnell abtun. Ich schwöre dir bei allem, was mir heilig ist: Hier findest du die Antwort auf deine Zentralfrage. „Wer bin ich?“ Man muss diese Frage verfolgen mit einer Sturheit ohnegleichen, man darf sich mit keiner Antwort zufrieden geben, mit keiner, zu keinem Zeitpunkt, bis sich alles zu einem einzigen großen Zweifel verdichtet. Ich meine das wörtlich! Das tut weh, du stößt auf enorme Widerstände, aber du musst durchhalten, nicht nachlassen. Dann wird irgendwann die Frage verschwinden, und die Antwort steht in ihrer ganzen Einfachheit vor deinen Augen. Es ist wirklich ganz simpel.

  57. inge

    @mailin
    „“Wir alle lieben die Bilder, weil wir die Dinge selbst nicht kennen.” Dann ist es ja sinnlos, über irgendwas zu reden. “ —Stimmt! Lies mal Ludwig Wittgenstein.

    „Meine Zentralfrage ist: Wer ist Gott?“ Gott ist in erster Linie ein Wort. Keiner von uns weiss sicher was der jeweils andere unter diesem Wort in Wirklicheit versteht und meint. Niemand, auch nicht der Papst. Weil die Wörter die wir haben Gott (und auch viele andere Dinge, insbesondere die abstrakteren) nicht beschreiben können.

    Es heisst in der Bibel ja auch nur DASS es Ihn gibt. Wenn Moses nach seinem Namen fragt, kommt die Antwort “ Ich bin, der ich bin“.
    Josef Ratzinger schreibt in seiner „Einführung in das Christentum“ über diese Stelle, dass das ja gar kein Name ist, sondern die Zurückweisung der Frage. Du bist also in guter Gesellschaft (mir Moses und all den anderen).

    Oje und schon haben wir ein paar sinnlose Worte mehr, hat Spass gemacht.

  58. inge

    „Was ist Mut?“
    Mir fiel gerade auf, dass die Kurzform der Überschrift zum Originalpost lautet: Mut=Besonnenheit. Könnte auch stimmen, oder?

  59. Aber was ist Besonnenheit?

  60. inge

    hallo markus,
    wir haben gerade wieder parallel gepostet, habe deinen eintrag vorher nicht gelesen!

  61. inge

    Besinnen auf sich selber und auf das was ist und dadurch unterscheiden, was Illusion ist. Und dem dann trauen, es als Grundlage des eigenen Handelns nehmen?

  62. Wir haben leider nicht parallel gepostet, sondern mein Kommentar lag wieder mal über Nacht in wessnets Mülleimer, HERR WESSNET! 😦

    Diese Mutdefinition gefällt mir ganz gut. „Besinnen auf sich selber“. Wie weiß man denn, was das ist: man selber?

  63. Mailin

    Wenn du die Wahrheit durch Meditation erfährst, dann hast du Recht. Wenn ich in diese Richtung gehe(Meditieren will ich das nicht nennen), dann empfinde ich ebenso. Ich bin mir aber nicht sicher, ob man von der geistigen Welt auf die irdische Welt schließen kann und deshalb bin ich dem gegenüber skeptisch- weil ich im Alltagsleben andere Empfindungen habe. Beides sind Empfindungen, woher soll ich wissen, welche Recht haben?

  64. Was bin ich?

    Das müsste man mit zehn Fragen rausbekommen, wenn nicht, bekommt man am Ende ein Schwein…

    Bin ich der, der nachts träumt? Träume ich den, der ich bin?

    Narkose: Ich bin ganz körperlos, schwarze Dunkelheit. Wie durch einen Tunnel sehe ich einen Arzt mit einem medizinischen Instrument. Es ist nichts da, nur der Geist, der „sinnlos“ im Raum ist.

    Halbschlaf: Ich beiße die Zähne zusammen, das Gebiss wird sehr schwer, die Schwere ist das einzige körperliche Empfinden. Ich spiele damit, die Schwere kommen und gehen zu lassen.

    Bin ich eine Illusion?

    Nein.

  65. @ wessnet

    „Bin ich der, der nachts träumt? Träume ich den, der ich bin?“
    Das Traumbewusstsein und das Alltagsbewusstsein haben nicht dasselbe Ich, zwischen beiden gibt es einen Unterschied, eine Schwelle. Schon bemerkt? Welches ist das richtige?

    Zhuang Zi sagt: „Einst träumte mir, ich sei ein wunderschöner Schmetterling, ich gaukelte frei umher von Blume zu Blume. Dann erwachte ich. Nun weiß ich nicht: Bin ich Zhuang Zi, der geträumt hat, er sei ein Schmetterling? Oder bin ich ein Schmetterling, der träumt, er sei Zhuang Zi?“

    „Bin ich eine Illusion?“
    Wer ist es, der diese Frage stellt? Versuch das mal zu beantworten.

    @ Mailin

    Das Sehen der Wahrheit hat mit Empfindungen nichts mehr zu tun.

    Geistige Welt vs. irdische Welt, das ist Steiner. Dieser Gegensatz ist für das Finden Gottes komplett irrelevant.

    „Beides sind Empfindungen, woher soll ich wissen, welche Recht haben?“
    Diese Frage wird sich dir nie mehr stellen, sobald du auch nur ein einziges Mal die Wahrheit gesehen hast.

  66. Wer anders soll mir diese Frage beantworten – als ich?

  67. Mailin

    @Markus

    Ich mag das nicht. Jemand, der mir sagt, was Wahrheit ist und was nicht.
    Irdische und geistige Welt gibt es nicht nur bei Steiner. In der Bibel heißt das: „Fleisch“ und „Geist“.

    Eigentlich kann man, denke ich, bei keiner Erfahrung sicher sein, dass das Gott ist. Ich denke, das ist bei der Wahrheit genauso, auch wenn man das meint.

    Der Blitz, wenn ich lüge, ist natürlich nicht Gott, in dem Sinne, wie du denkst, wer Gott für mich ist (das weiß ich selber nicht so genau), sondern Dämonen, das Böse etc., dass von Gott trennt. (Das habe ich geschrieben, um dich zu ärgern)

  68. Mailin

    @inge

    Weißt du, eigentlich ist es mir auch ziehmlich egal, wer Gott ist. Der Name Jahwe hat etwas, dass einen vor den Kopf stößt, wenn man wirklich eine Antwort erwartet. So wie auch Jesus, meine ich, nie klare Lehrmeinungen formuliert hat. Eine andere Übersetzung, die ich fast noch schöner finde: „Ich werde sein, der ich sein werde“-deutet auf Veränderung, Entwicklung, Zukunft hin.

    Die Fragen, die ich hier im Internet stelle, hatte ich vorher höchstens in Ansätzen und ich mag es ohnehin lieber, wenn alles offen bleibt. Ich denke das so: Gott ist anders. Belustigt mich irgendwie. Nicht zu fassen, wie Schmetterlinge.
    Erst jetzt merke ich, dass mir auch die Kirche keine Antworten liefert, eher Erzählungen und das finde ich klasse. Deshalb fühle ich mich dort auch so frei.
    Mir ist es übrigens egal, was der Papst sagt.
    Ich glaube, ich debattiere hier nur so viel, weil Behauptungen aufgestellt werden, das mag ich nicht(Was will ich dann hier?).
    Über vieles habe ich mir nie Gedanken gemacht, weil ich damit auch nie besonders konfrontiert worden bin. Ich denke, andere Dinge sind wichtiger. Frieden zum Beispiel.

  69. @Mailin:
    „…ich mag es ohnehin lieber, wenn alles offen bleibt.“

    Ja, das wünsche ich mir manchmal auch. Klappt aber nicht, denn man macht ja Erfahrungen, und die werden zumindest zu einem Rahmen, einem Geschmack.

    Wer ist Gott? In einem Woody-Allen-Film heißt es zu einer ähnlichen Frage sinngemäß: „Keine Ahnung, ich weiß ja nicht einmal richtig, wie der Dosenöffner funktioniert.“ Das ist ehrlich beobachtet, aber mit den Jahren wird man sensibel dafür, WIE Gott ist, wie es sich anfühlt, schmeckt. Das kann man nicht in einem Hörsaal abstrakt erklären, aber jeder, der sich regelmäßig bewusst auf Gott einlässt, weiß, wovon ich rede.

    Noch mal was ganz „Banales“: Der Heilige Geist ist m.E. keine „Illusion“, keine Interpretation, sondern eine Erscheinungsform Gottes, sogar eine wichtige, denn die Bibel beschreibt ihn als Helfer. Im NT ist davon die Rede, dass die Nachfolger Christi vom Hl. Geist „erfüllt“ werden. Jetzt könnte man sagen: Das ist in der Form Quatsch, das erleben fromme Christen nur so. Es könnte aber auch „wahr“ sein. Ich glaube daran, dass das buchstäblich wahr ist, denn ich erlebe den Hl. Geist. Er ist mehr als ein frommes Erlebnis, eben „bewusstseinsverändernd“. Wie wäre es mal anstelle diverser esoterischer Praktiken damit, zu probieren, ob man nicht vom Hl. Geist erfüllt wird? Warum soll das weniger wahr sein, als bei sauerstoffreduziertem Atmen Reinkarnationserfahrungen zu machen?

  70. Mailin

    @wessnet

    Sicher, alles offen ist natürlich nie. Und ich orientiere mich natürlich irgendwohin.
    Wenn mir aber andere Menschen sagen, was ich zu glauben habe, mag ich das nicht, nicht mal in meiner eigenen Konfession.
    Wahrscheinlich erlebe ich das ganz ähnlich wie du, aber eben drum möchte ich das nicht behaupten, weil es für mich ohnehin klar ist und es ist doch für jeden klar, der es erlebt.
    Ich denke, ich muss hier keine Diskussionen schaffen, über etwas, bei dem es (meiner Meinung nach) Recht haben nicht gibt.
    Wie Gott ist, davon habe ich vielleicht eine Ahnung, trotzdem begegnet er mir immer wieder neu. Das meinte ich damit, als ich sagte, Gott sei anders (und er kommt immer dann, wenn man am wenigsten mit ihm rechnet). Ich würde noch an Gott glauben, wenn er komplett widerlegt wäre- weil er für mich existiert und alle schlauen Sprüche nichts daran ändern werden.
    Ohne Gott würde es mich nicht mehr geben.

    Warum zweifelst du, wenn du den Heiligen Geist spürst? Ich zweifel daran nicht und übrigens auch nicht alles, was ich hier als These in den Raum stelle, denke ich auch so. Ich probiere mich aus, trotzdem bin ich vermutlich viel konservativer christlich, als du das von mir denkst.
    Letztlich verkörpert die Bibel für mich nur das, woran ich ohnehin schon geglaubt habe. Ich habe nie meinen Glauben gesucht, sondern eine Religion, in der ich meinen Glauben leben kann.

    „Warum soll das weniger wahr sein, als bei sauerstoffreduziertem Atmen Reinkarnationserfahrungen zu machen?“
    Ja, das frage ich mich auch. Warum eigentlich?
    Jedenfalls ist das nicht mein Ziel. deines?
    Mir sind so ganz materielle Ziele wie Frieden, Absenkung des Hungers in der Welt, aber auch Gemeinschaft um einiges wichtiger. Aber Markus wird dir bestimmt eine nette Antwort geben.
    Übrigens sind aber auch Gotteserfahrungen nicht das, was ich suche. Ich suche Menschen. Gleichzeitig machen sie mich nervös. Du siehst, ich bin paradox.

    Nochmal: Warum hast du Zweifel? Warum kann man nicht das, was man erlebt, einfach so annehmen? Im Christentum gibt es keine Gurus mit Offenbarungswissen, sondern die direkte Verbindung von mir zu Gott. Meine eigenen Erfahrungen stehen immer über die der anderen. Andere Erfahrungen wie die aus der Bibel oder auch die von Markus sind für mich nur dazu da, um meine eigenen besser zu verstehen. Sonst nichts.

    @Markus

    Da ich die Wahrheit ja offenbar noch nicht gesehen habe, kann ich sie natürlich nicht erkennen. Wenn ich sie sehe, werde ich sie erkennen. Solange das nicht geschieht, bleibe ich bei dem, was für mich Wahrheit ist. Darüber zu reden bringt ja offenbar nichts.
    Das erinnert mich an: „Du hast die Offenbarung noch nicht.“ Das sagen Sekten.

  71. @Mailin: ICH zweifle gar nicht am Hl. Geist, ganz im Gegenteil. Ich habe das oben nur als Frage für Markus aufgeworfen, der auch den Hl. Geist nur als duweißtschonwas versteht.

    Stimmt, es geht um eigene Erfahrung. Wenn man die übrigens nicht mit Gott machen könnte, wäre alles Gelaber darüber sinnlos. Man kann aber. Und wie!

  72. Mailin

    @wessnet

    Woher weißt du, dass das Gott ist?

    Na klar gibt es für Markus den Heiligen Geist nicht, das ist ja ein christlicher Begriff.

  73. Weil „es“ sich so anfühlt. Weil er Frieden schenkt. Weil er hilft. Weil er ist wie in der Bibel beschrieben. Weil er Jesus bezeugt.

  74. Nicht schön. Ich kann euren Hass fast mit Händen greifen. Ich bin aber gar nicht euer Gegner. Nur noch ein paar Richtigstellungen von mir.

    @ Mailin

    Willst du mir wehtun? Na gut.

    Ich habe nirgendwo gesagt, was Wahrheit ist. Wie auch? Und genauso wenig hab ich irgendwo gesagt, was du glauben sollst. Du verwechselst mich mit dem Pfarrer.

    Die Erfahrung der Wahrheit ist zweifelsfrei. Ja, es gibt solche Erfahrungen. So zweifelsfrei wie die Erfahrung, dass du lebst.

    „Das erinnert mich an: ‚Du hast die Offenbarung noch nicht.‘ Das sagen Sekten.“
    Ja, das stimmt. Aber Jesus sagt es auch. Und übrigens: Für Sekten geht es dabei um Macht und darum, Menschen zu binden. Das ist mir aber grad egal. Nimm, was dir taugt, schmeiß in die Tonne, was dir nicht taugt, es sind nur Wörter, sie gehen links rein und rechts raus, und das sollen sie auch.

    Über die Wahrheit zu reden, bringt nichts, das ist richtig. Aber Wörter können Wegweiser sein. Mehr nicht, weniger auch nicht. Das könnte der Sinn sein von dem, was wir hier tun.

    „Andere Erfahrungen wie die aus der Bibel oder auch die von Markus sind für mich nur dazu da, um meine eigenen besser zu verstehen. Sonst nichts.“
    Wunderbar!

    Und wie war das nochmal mit meiner Fähigkeit, die Leute zu verärgern, von der du anderswo geschrieben hast? Worüber ärgern sich die denn?

    @ wessnet

    „Wie wäre es mal anstelle diverser esoterischer Praktiken damit, zu probieren, ob man nicht vom Hl. Geist erfüllt wird?“
    Hey, wessnet, du willst mich ja bekehren! Der Hammer! Aber ist das nötig? Bin ich nicht bereits vom Heiligen Geist erfüllt? Was meinst du: Gibt es die Erfüllten und die Unerfüllten? Zeig mir mal einen. Und jetzt hat der Feind ja endlich auch den richtigen Namen: „esoterische Praktiken“. Mann, Mann…

    „Warum soll das weniger wahr sein, als bei sauerstoffreduziertem Atmen Reinkarnationserfahrungen zu machen?“
    Hier eine „nette Antwort“: Das eine ist nicht mehr und nicht weniger wahr als das andere. Hab ich das behauptet? Reinkarnationserfahrungen können für die persönliche Entwicklung förderlich sein – na und? Das hat mit Wahrheit nichts zu tun.
    Übrigens ist der Sauerstoffgehalt im Blut erhöht.

    Mir schwante schon, es würde dich aufbringen, als ich schrieb, dass du nicht den Heiligen Geist erfährst, deswegen hab ich ja so genau zu erklären versucht. Nochmal anders: Wenn ich Reinkarnationserfahrungen mache, mache ich keine Reinkarnationserfahrungen, sondern ich mache Erfahrungen. Und nachher klebe ich einen Zettel dran. Wenn du den Heiligen Geist erfährst, erfährst du nicht den Heiligen Geist. Du erfährst etwas Besonderes, und nachher klebst du den Zettel „Heiliger Geist“ dran. Ist das so schwer zu erkennen?

    @ all

    Natürlich gibt es den Heiligen Geist, das wisst ihr doch. Wo hätte ich das denn bestritten? Was glaubt ihr ist Erleuchtung?

    So, ihr Lieben, damit ist es für mich genug, ihr wollt Recht haben, ihr habt es.

  75. @Markus: Nein, kein Hass, überhaupt nicht. Hass würde sich doch gegen dich als Person richten, als „Gegner“. So empfinde ich das in keinster Weise, ganz im Gegenteil: Es ist sehr anregend, sich von deinen Gedanken mitnehmen zu lassen.

    Auch das Wort „esoterische Praktiken“ war nicht negativ oder abgrenzend gemeint, sondern eben nur eine Beschreibung. Ist z.B. das holotrope Atmen keine Praktik? Und Esoterik hattest du selbst mal irgendwo als Begriff eingeführt.

    Es wundert mich übrigens etwas, dass du so dünnhäutig reagierst. Du dekonstruierst lustig die heiligen Kühe des Christentums, durchaus auch mit etwas missionarischem Eifer, und sobald man mal ausruft: Nein, bitte nicht, das ist meine Lieblingskuh, die ist keine Illusion, sondern meine geliebte Heilige Kuh, fühlst du dahinter heißen Bekehrungswillen.

    Also, endlich kommt mal wieder „Leben in die Bude“, auch bei dir 😉 …

    Verstehe ich dich an einem Punkt falsch? Du willst von Reinkarnation, Hl. Geist etc. als Tatsachen, nicht als Wahrheit reden. Mir dünkt aber, dass es dir unvorstellbar erscheint, dass jemand z.B. den Heiligen Geist als Wahrheit ERFÄHRT – und es auch die Wahrheit ist.

    Ich klebe einen Zettel dran – vielleicht steht ja sogar das Richtige drauf? Mir geht es nicht darum, „Recht zu haben“. Wozu auch? Wenn ich es hätte, wäre es gut für MICH. Wenn nicht, was hätte ich davon, zu glauben, ich hätte Recht? Nur: Warum ist die Heiliger-Geist-Alternative im Spektrum der Wahrheiten nicht mehr als eine Illusion?

  76. Mailin

    @Markus

    Unsere Pfarrer sagen uns nicht, was wir glauben sollen, pauschalisiere deine Erfahrungen bitte nicht. Hinter Pfarrern gibt es Menschen. Im Gegenteil: Meistens weiß ich ja gar nicht so genau, was ich eigentlich glauben SOLL.

    Hass ist das nicht, gar nicht. Eher Befremdung. Und: Dass ich deine Sprache nicht verstehe. Ich meinte nur, dass es sinnlos ist, wenn du auf einer anderen Ebene lebst, dass wir kommunizieren.

    Du erhebst aber den Anspruch, zu wissen, was Wahrheit ist und was es nicht ist. Ich selbst rede nur von Meinungen.
    Deshalb kann ich auch garnicht Recht haben, weil ich nahezu jeden Tag anders denke. Womit habe ich denn Recht? Mein Problem ist ja viel eher, dass ich selbst noch kein klares Weltbild habe.
    Du aber, denke ich, auch nicht.

    Jesus hat unter Vollmacht geredet. Das ist der Punkt. Auch das Christentum war anfangs eine Sekte. Und Jesus ihr Rabbi.

    Worte bedeuten für mich viel.
    „Und Worte sind es doch, die einst, so schwer in deine Wagschal fallen. Ist keins ein nichtiges von allen, um jedes lachst du oder weinst.“ (Droste-H.)
    „Am Anfang war das Wort.“

    Du ärgerst mich gerade garnicht, ich werde nur gewahr, dass die Zettel, die du an deine Erfahrungen klebst, nicht mit meinen übereinstimmen, wodurch es letztlich unmöglich wird, miteinander zu kommunizieren.
    Weil du eine andere Sprache sprichst.

    Markus, ich hasse dich nicht, ich mag dich sehr gerne, aber du lebst in einer anderen Welt.
    Und vielleicht will ich dir wirklich weh tun, weil ich denke, dass ich das ohnehin nicht kann, weil wir nichts miteinander zu tun haben.

    @wessnet

    Das können dann aber auch nur Engel sein?

  77. Was können Engel sein? Habe deine Frage nicht verstanden.

  78. Mailin

    @Markus

    Vergiss es. Meinen letzten Kommentar. Und überhaupt.

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