Monatsarchiv: Februar 2009

Slip slidin‘ away

Da hört man so schön beim Malochen im Hintergrund Simon and Garfunkel und stolpert bei „Slip slidin‘ away“ von Paul Simon über diese Zeilen:

 

God only knows
God makes his plan
The information’s unavailable
To the mortal man
We’re working our jobs
Collect our pay
Believe we’re gliding down the highway
When in fact we’re slip slidin‘ away

 

Stimmt das? Eventuell ja, wenn die Verbindung nicht existiert oder unterbrochen ist. Wie furchtbar.

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Kann er?

Mein Lebensthema: Wem vertraue ich eigentlich? Mir? Menschen? Wieviel Zeit verwende ich darauf, zu planen, zu grübeln, mich zu sorgen?

Und wieviel Zeit verwende ich darauf, mich an die Stelle zu wenden, die zuständig ist, die die Kompetenz und den Willen hat, mir zu helfen?

Zeigt mein Leben nicht, worauf ich meine Hoffnung setze? Doch, ja, wie peinlich.

Dann werdet ihr euch freuen, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es sein soll, traurig seid in mancherlei Anfechtungen, damit euer Glaube als echt und viel kostbarer befunden werde als das vergängliche Gold, das durchs Feuer geläutert wird, zu Lob, Preis und Ehre, wenn offenbart wird Jesus Christus. (1.Petr 1, 6 + 7)

Meine lieben Brüder, erachtet es für lauter Freude, wenn ihr in mancherlei Anfechtungen fallt, und wisst, dass euer Glaube, wenn er bewährt ist, Geduld wirkt. Die Geduld aber soll ihr Werk tun bis ans Ende, damit ihr vollkommen und unversehrt seid und kein Mangel an euch sei. (Jak 1, 2 – 4)

Dazu ein Song, der mich gestern angerührt hat. Ja, das geht auch mit „christlicher Popmusik“.

Mighty to save

Everyone needs compassion
Love that’s never failing
Let mercy fall on me
Everyone needs forgiveness
The kindness of a Savior
The hope of nations

Savior, He can move the mountains
My God is mighty to save
He is mighty to save
Forever, Author of Salvation
He rose and conquered the grave
Jesus conquered the grave

So take as You find me
All my fears and failures
Fill my life again
I give my life to follow
Everything I believe in
Now I surrender

Shine your light
And let the whole world see
We’re singing
For the glory of the risen King, Jesus

Artist: Hillsong Australia
Album: Mighty To Save

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Mein Coming-Out

Auf die Gefahr hin, einen Großteil meiner treuen Leserschaft zu verlieren, bitte ich um Verständnis dafür, dass dringende Seelennot mich zu einem radikalen Offenbarungsschritt zwingt.

Lange habe ich mir überlegt, ob das Medium Internet der rechte Platz ist, um eine hochbrisante private Veranlagung aufzudecken, aber ich bin das Versteckspiel satt, und ich hoffe, dass viele ähnlich Veranlagte durch mein riskantes Voranpreschen ermutigt werden, es mir gleichzutun und mit ihrer wenig gesellschaftskonformen Orientierung an das Licht der Öffentlichkeit zu treten.

Ich gestehe: Ich bin heterosexuell, und nicht nur das, ich bin auch noch Monogamist.

Bevor sich nun viele angewidert abwenden, bitte ich sehnlichst darum, meinen Erklärungsversuchen ein paar Minuten ihr Auge zu schenken.

Ich hatte eine harte, prägende Kindheit: Meine Eltern trugen auch schon die o.g. Makel an sich. Sie verbargen es nicht einmal vor ihrer Umwelt, dass sie heirateten, daraufhin zusammenzogen, und was dann hinter zugezogenen Schlafzimmervorhängen in den 60ern geschah, kann ich wohl getrost der Fantasie meiner Leser überlassen. Obwohl schon in den 60ern in Deutschland so Manches möglich wurde, waren meine Erzeuger Sklaven ihrer Gene und ritten auf dem damals noch gesellschaftlichen Mainstream mit. Wie einfallslos und konservativ das auch war, war ihnen vielleicht gar nicht bewusst, mag auch sein, dass sie sogar noch versteckte Freude dabei hatten.

Sodann gaben sie auch ihrem Sohn keine Chance, sich sexuell in einer Weise zu orientieren, in der man heute im Abendprogramm von Arte punkten könnte: Das Anziehen von roten Strumpfhosen bei einem 5-Jährigen und das Gestatten des Ansehens der Hitparade mit damals schon hinreichend richtig Tickenden waren nur halbherzig weltoffene Erziehungselemente, die den Ballast der glücklichen Jugend in einem Hetero-Haushalt und der Gene nicht ausgleichen konnten.

Anstatt sich scheiden zu lassen, fremd zu gehen oder wenigstens gesellschaftskonforme Praktiken zu übernehmen, lebten diese Eltern treu zusammen und tun das heute noch.

Ich hoffe, dass so mancher Leser mein Dilemma nun schon besser nachvollziehen kann. So sehr ich mich auch bemühe, vergeblich: Da die sexuelle Orientierung eines Menschen nach Meinung führender Gelehrter schon im frühesten Kindesalter unabänderlich festgelegt und es durch verschiedene Studien zweifelsfrei erwiesen ist, dass die sexuelle Orientierung zu einem großen Teil von genetischen Faktoren bestimmt wird, kann ich noch so viele Antony- oder Morrissey-Platten hören, modische Männerschals kaufen oder den Oscar-Wilde-Film anschauen, bis ich schwarz (oh, sorry, das ist nicht politisch unkorrekt gemeint, nur so ne Redenswendung!) werde: Ich kann meine Perversion, auf Frauen zu stehen und das nur mit einer einzigen Dame meiner Wahl auszuleben, nicht ablegen.

Mein Problem wurde schon von führenden Sexualforschern thematisiert: Aufgrund der normativen Erziehung entstehen bei heterosexuellen Menschen zum Teil erhebliche Spannungen zwischen den Erwartungen der Umgebung an ihre Gefühle und den tatsächlich vorhandenen Gefühlen. Während zum Beispiel andere Jungs eine sexuelle Erregung beim Anblick von Jungs verspüren, empfinden Hetero-Jungs in derselben Situation ganz anders. Das führt oft zu einem subjektiven Gefühl des Andersseins und auch des Alleinseins. Viele Heterosexuelle glauben heute zunächst, ganz alleine und einzigartig zu sein mit ihren Gefühlen.

Vorausgesetzt, dass keine Verfolgung von Heterosexuellen droht, können heterosexuelle Frauen und Männer dieses emotionale Dilemma dadurch auflösen, dass sie einsehen und akzeptieren, tatsächlich anders zu sein und darüber hinaus zu erkennen, dass die an sie von anderen herangetragenen Erwartungen für sie nicht bindend sind. Die Betreffenden lösen sich von den Rollenerwartungen ihrer Umgebung, sie emanzipieren sich von der Rolle als potentiell Homosexueller. Das erfordert ein erhebliches Maß an Mut und Selbstvertrauen, da es auch das Eingeständnis der Zugehörigkeit zu einer Minderheit bedeutet, die zum Teil mit erheblichen Widerständen in Staat und Gesellschaft zu kämpfen hat.

Nun bin ich soweit und bekenne: Ja, ich bin ein Perverser! Ich tue es mit nur einer Frau. Und wo es nun schon raus ist, werde ich mich bemühen, mich für die Rechte Heterosexueller mutig in der Öffentlichkeit einzusetzen. Nicht nur, dass ich mich auf offener Straße trauen werde, die Zuneigung zu meiner Frau mit Händchenhalten und auch mal einem verstohlenen Kuss auszudrücken, ich werde, wo es geht, öffentlich mehr Aufklärung über die Sexualpraktiken Heterosexueller fördern. Manches wird ja heute unbesehen von der breiten Öffentlichkeit rundweg als pervers abgelehnt.

Ich weiß, wie sehr mir dieses Outing auf meinem künftigen Lebensweg schaden wird: Viele normal Veranlagte werden nicht nur hinter meinem Rücken über mich tuscheln, Witze reißen und mich verspotten, sondern mich schlichtweg schneiden. Politisch bin ich ruiniert, und an eine Karriere als Musiker oder sonstiger Kunstschaffender ist, außer im Alternativbereich, nicht mehr zu denken. Und ich werde nie zum Teddy-Award, dem schwul-lesbisch-transidentischen Filmpreis der Internationalen Filmfestspiele Berlin, eingeladen werden, aber sei’s drum:

Hier stehe ich und kann nicht anders! Gott helfe mir, Amen!

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Ritter oder Schurke?

Bist du einsam und gelangweilt? Oder du s……. auf den Valentinstag und sehnst dich nach einem Logikrätsel, an dem du ein wenig herumknabbern darfst?

Gerne würde ich dir das Buch „Wie heißt dieses Buch?“ von Raymond Smullyan empfehlen, nur: Es ist vergriffen. Mit etwas Glück findest du es antiquarisch zu einem fairen Preis, z.B. bei Amazon Marketplace.

Einen hab ich aber für dich, ein gödelsches Rätsel von der Insel der Ritter und Schurken:

Auf dieser Insel gibt es nur zwei Arten von Insulanern: Eben Ritter und Schurken. Die haben beide ein Problem: Ritter sagen IMMER die Wahrheit (sie können also nicht lügen, selbst wenn sie wollten), während die Schurken immer lügen.

Ein Besucher nähert sich auf einem Boot besagter Insel und sieht aus der Ferne die Insulaner A, B und C. Vorgewarnt will er gleich mal wissen, mit wem er es zu tun hat, geht auf A zu und fragt ihn, ob er denn Ritter oder Schurke sei. Der antwortet etwas, was aber dahingenuschelt ist und vom Besucher nicht verstanden wird. Der unternimmt nun den zweiten Versuch und fragt B, was der A denn gesagt hätte. B: „A hat gesagt, er sei ein Schurke“. Darauf C zu dem Besucher: „Glauben sie B kein Wort, er lügt!“

Was sind B und C? (kleiner Tipp: Was A wirklich ist, lässt sich anhand obiger Aussagen nicht herausfinden…)

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Benjamin Knöpfchen und der Kolibri der Hoffnung

Manche Menschen sind Tänzer, manche Mütter, manche Künstler, egal:

Es gibt den großen Gleichmacher: Der Tod, der am Ende des Lebens auf uns wartet. Im Krankenhausbett, im Altersheim auf dem Ohrensessel, im Wochenbett, kugeldurchbohrt auf dem Schlepper, auf dem Liegestuhl am Meer oder gar auf der Bühne einer Zeltevangelisation.

Der Tod ist allgegenwärtig und doch gut versteckt. Er ist das verdrängte Finale, das ungenannte Grauen, der einsame Schlusspunkt. Der Tod ist es aber auch, der uns den Wert der wirklich wichtigen Dinge vor Augen hält.

Diesen Sensenmannblues kennen wir alle, nur in der umgekehrten Reihenfolge, wie sie uns in dem Film «Der seltsame Fall des Benjamin Button» präsentiert wird:

Besagter Benjamin wird als Greis geboren, von seinem Vater als Monster wahrgenommen, und beginnt sein Leben als Findel“kind“ im Altersheim.

Wie schon die Sphinx wusste, haben hohes Alter und Babyzeit Parallelen und evtl. nur ein Bein Unterschied. Und ein Menschenleben hat IMMER einen unermesslichen Wert, wie ungewöhnlich der Mensch auch sein mag. Das ist gleich zu Anfang das große Ausrufezeichen des jüngsten Streifens von Regisseur David Fincher, der schon mit bemerkenswerten Leinwandexperimenten wie „Sieben“ und „Fight Club“ (einem meiner Lieblingsfilme) auffiehl und dem es mit diesem Film gelingt, Hollywood mit dem großen historischen Erzählkino zu vereinigen, Oskarregen berechtigt vorprogrammiert: Die Liebe der Pflegemutter Queenie ist es, in all ihrer geradezu naiven Frömmigkeit, die es ermöglicht, dass dieses Kind besonderer Art so gestärkt wird, dass es sein (rückwärtslaufendes) Leben bis zum Tod in ebensolcher Liebe und Hingabe an das Leben bewältigen kann.

Liebe ist es, die den Kindergreis und die junge Daisy vom ersten Augenblick an über alle konventionellen Grenzen hin verbindet.

Liebe öffnet Benjamin die Herzen zu einem Pygmäen, einem Schlepperkapitän, der eigentlich Künstler ist, zu vielen alten Menschen und zu seinen Kameraden auf einem Marineschiff. Sogar zu seinem Vater, der ihn erst aussetzte, hilflos vor diesem „Wunder, das man sich nicht wünscht“, sich dann später aber schuldbewusst und in Familientradition den Sohn als Nachfolger seiner Knopf(!)fabrik wünscht.

Durch seine ungewöhnliche Situation gereinigt widersteht der Sohn aber, den langweiligen, pflichtbewussten Weg alles Vergänglichen zu gehen und lebt bereits als alt-junger Mann das Leben, für das es sich zu leben lohnt: Das Leben in der Annahme des Lebens und mit dem Flügelschlag der Liebe.

Ein Kolibri ist nicht nur ein Vogel, sondern ein „verdammtes Wunder“. Das Leben ist unberechenbar und verwoben (die geniale Sequenz in Paris weiß davon ein unvergessliches Lied zu singen), aber es trägt ein Geheimnis in sich. Wer dieses Geheimnis erkennt, der versteht, auf was es im Leben ankommt. Der wird Leben in Fülle haben und wie ein Baby sterben, ohne zu sterben.

Lachen und Weinen (mit Flashbackgarantie, nicht auf die oberflächliche Art) ist garantiert. Nur viel Zeit sollte man mitnehmen, der Streifen in Sepiaoptik, der nebenbei auch noch eine Liebeserklärung an das Katrina-gebeutelte New Orleans ist, dauert fast drei Stunden. Aber was soll`s, wenn man im Leben Jahr für Jahr immer mehr aussieht wie der junge Brad Pitt 😉

PS: Der Film hat übrigens auch noch den besten Running Gag der Filmgeschichte zu bieten.

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Fieberkind

Unsere umfangreichen Diskussionen hier und bei Markus haben in mir die Frage aufgeworfen, woran ich eigentlich im christlichen Glauben hänge.

Die Antwort ist erschreckend einfach: Ich liebe es, einen Vater im Himmel zu haben. Einer, der sich um mich kümmert. Der mich liebt, wie ich bin. Der mich tröstet, wenn ich Fieber habe. Der mir etwas vorliest. Der sagt: Rühr meinen Jungen nicht an.

Ich habe einen guten, sehr guten irdischen Vater, den ich sehr liebe. Ich habe eine liebevolle Mutter, die ich ebenso liebe. Ich habe eine liebevolle Frau, die beste Ehefrau von allen, die ich über alles liebe.

Und ich habe einen Vater im Himmel.

Ich bin gerne Fieberkind. Vater, komm, und lies mir etwas vor!

(PS: Der Name „Fieberkind“ ist hiermit vorsorglich urheberrechtlich als Bandname vorgemerkt 😉 )

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Chinesischer Sehtest

Werden deine Augen schlechter? Das kann gewichtige Gründe haben! Zum Selbsttest betrachte dieses Bild. Damit es auch funktioniert, ziehe deine Augen bitte zu einem Schlitz, da der Test ursprünglich für den asiatischen Raum konzipiert wurde.

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Eingeordnet unter This is a test