Slip slidin‘ away

Da hört man so schön beim Malochen im Hintergrund Simon and Garfunkel und stolpert bei „Slip slidin‘ away“ von Paul Simon über diese Zeilen:

 

God only knows
God makes his plan
The information’s unavailable
To the mortal man
We’re working our jobs
Collect our pay
Believe we’re gliding down the highway
When in fact we’re slip slidin‘ away

 

Stimmt das? Eventuell ja, wenn die Verbindung nicht existiert oder unterbrochen ist. Wie furchtbar.

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18 Kommentare

Eingeordnet unter Problem, Vaterland

18 Antworten zu “Slip slidin‘ away

  1. Dieses „slip slidin‘ away“ kenne ich auch. Aber dann erlebe ich immer wieder, – und das kann Wochen oder Monate dauern – dass Gott mich unbemerkt überholt, sich zu mir umdreht und mir in die Augen schaut. Ein kleiner Schreckmoment, ein Gespräch oder auch mehrere, und wir sind wieder Freunde. ER läßt die Verbindung nicht abreißen.

  2. Mailin

    „God makes his plan“
    Bist du dir da sicher? Dass er plant? Wenn er doch alles weiß?
    Ich habe oft das Gefühl, dass wir diejenigen sind, die andauernd Pläne machen und dabei den Kopf verlieren.
    Ich frage mich manchmal, ob Gott uns noch verstehen kann, ob der Mensch, wenn er Gott beschreibt, nicht meistens sich selber meint.
    Glaubst du, Gott kann unsere Art zu denken verstehen?
    Wenn ich Gott wäre, ich könnte das nicht.
    Ich glaube, Gott schaut nur, fühlt, erlebt und grübelt nicht, weil er weiß, jemand der keine Zeit kennt, der plant auch nicht.
    Aber nette Vorstellung, ich finde es faszinierend, die verschiedenen Bilder von Gott.

  3. Mailin

    @Susi

    Wie sieht das aus, wenn Gott einem in die Augen schaut, konkret? Interessiert mich wirklich.
    Ich meine, ist doch was anderes, als wenn sich Gott(?) mir in den Weg stellt, mich berührt etc. Das erlebe ich öfters. Aber wie ist das, Gott in die Augen schauen, weil man doch angeblich sein Angesicht nicht sehen kann…
    Wenn man jemanden in die Augen schaut, in ihn hinein schaut, sieht man das Gesicht vielleicht ja auch garnicht, sondern das Herz oder so.(??)

  4. @ Susi

    ER lässt die Verbindung nicht abreißen? Aber wieso reißt sie dann ab?

    ER lässt die Verbindung sehr wohl abreißen. Und dann nimmt ER sie wieder auf. Beides: Abreißenlassen und Wiederaufnehmen macht ER. Oder nicht?

    Nein, falsch. DU lässt die Verbindung abreißen und DU nimmst sie wieder auf. Oder nicht?

    Wieder falsch. Es gibt überhaupt kein Abreißen, deshalb auch kein Wiederaufnehmen. Warum?

    Weil es keine Verbindung gibt. Nur Identität, die kann weder abreißen noch aufgenommen werden. Du nimmst sie wahr oder nicht.

  5. @ Mailin: Ja, „in die Augen schauen“ ist für mich ein Bild, um zu beschreiben, was ich in dem Moment fühle: Ich fühle mich gesehen, erkannt, durchschaut, verstanden, geliebt. Woher ich weiß, dass dieses Empfinden von Gott verursacht wurde? Das ist schon schwerer zu beantworten. Für mich ist es das Gleiche wie bei meinen (Schlaf-)Träumen: Viele sind einfach nur wirr und nicht zu verstehen. Manche kann ich klar identifizieren als Träume, in denen ich Erlebtes verarbeite. Aber sehr selten habe ich auch Träume, da weiß ich auf Anhieb, die kommen von Gott. Ich weiß es einfach, und immer bringen sie mich in Bewegung. Genau so ist das mit meinen Empfindungen: Die meisten kommen und gehen. Aber bei einigen weiß ich genau, das war eine Begegnung mit Gott. Da ist eine Sicherheit, im selben Moment, wo es passiert, ohne jeden Zweifel.
    Und – ich glaube, dass Gott uns Menschen verstehen kann. Nicht nur, weil er uns geschaffen hat, sondern weil er als Jesus selbst Mensch war mit allem, was dazu gehört …

  6. @ Markus: Ich versuche, dich zu verstehen. Vielleicht haben wir beide Recht. Identität ist für mich tatsächlich eine gute Beschreibung meines Verhältnisses zu Gott. Aber gelebte Verbindung spielt auch ’ne Rolle.
    Am Besten wird das vielleicht durch die Geschichte vom „verlorenen Sohn“ beschrieben. Der Sohn ist der Sohn vom Vater, das ist seine Identität. Die bleibt, auch wenn er dem Vater den Rücken zukehrt und abhaut. Aber – die Beziehung ist erst mal auf Betreiben des Sohnes auf Eis gelegt. Das Herz des Vaters dagegen hält innerlich die Verbindung aufrecht: Er denkt jede Minute an seinen Sohn, er steht jeden Tag vor der Tür und wartet auf seine Rückkehr. Ich denke mal, hätte es damals Handy oder Email gegeben, hätte der Vater diese Mittel benutzt, um seinen Sohn zu erreichen.
    Wenn ich sage: „in die Augen schauen“, dann gilt das auch für den Vater in der Geschichte. Er hat erkannt, warum der Sohn abgehauen ist. Und er ist bereit, ja es ist sein größter Wunsch, wieder eine Verbindung von Herz zu Herz zu ihm herzustellen. Das geht aber nur auf freiwilliger Basis von beiden Seiten her. Ob erwartungsvoll an der Tür stehen oder in die Augen schauen: Beides ist eine Einladung zur Wiederherstellung einer Herzensbeziehung.
    Eine wunderbare Geschichte ganz ähnlichen Inhaltes ist im AT in Hosea geschildert, nur dass es sich da um eine Beziehung zwischen Mann und seiner Frau, einer untreuen Hure, handelt. Es ist fast unglaublich, wieviel Liebe da zwischen den Zeilen durchscheint!

  7. Mailin

    In die Augen schauen ist also nur ein Bild? Schade. „Ich fühle mich gesehen, erkannt, durchschaut, verstanden, geliebt.“ Und du? Siehst du auch was? Hört sich irgendwie so passiv an.

    Das mit den Träumen kenne ich komischerweise auch. Manche Träume kommen von Gott. Manche Träume kommen aber auch von anderen Menschen, mit denen ich ganz tief verbunden bin. Telepathie, Vorhersehung. Sind zwei so esoterische Begriffe, die aber sehr real sind. Irgendwie weiß man, was es ist, ich frage mich manchmal, woher, weil es nicht angelernt ist oder doch? Menschen kenne ich, aber woher weiß ich, wer Gott ist? Und woher kommt die Verbindung?

    Nein, Jesus war nicht Mensch mit allem, was dazu gehört. Ich habe das noch in keiner Predigt gehört, aber was ist damit: Er hatte niemals eine Liebesbeziehung, er hatte keine Kinder, kurz: Er hat sich nicht gebunden. Er ist gekommen und ist wieder gegangen. Wir aber können nicht loslassen.

  8. @Mailin: Na, ja, passiv ist so eine Begegnung nicht. Ich reagiere wie oben beschrieben. Ich rede mit Gott. Dazu muss ich ihn nicht sehen. Sehen ist nur ein biologischer Vorgang. Zudem ist Gott in der Regel unsichtbar. Schon Saint-Exupéry hat es gesagt: Man kann auch mit dem Herzen sehen. Solche besonderen Momente gehen jedenfalls nicht spurlos in meinem Leben vorüber. Etwas ändert sich bei mir: Manchmal werden meine verletzten Gefühle geheilt. Manchmal werde ich auf Menschen aufmerksam, die meine Hilfe brauchen. Manchmal bekomme ich Frieden über etwas, was mir vorher Unruhe bereitet hat … In der Regel sind es ganz lebensnahe und praktische Dinge, die sich ändern. Keine großen Sachen, von außen betrachtet. Einmal hatte ich tatsächlich auch ein Bild vor meinen inneren Augen, als ich Jesu Hände gesehen habe. Aber das ist eine Ausnahme.
    Und ja, so gesehen hast du Recht: Jesus hatte keine Frau, keine sexuelle Beziehung und keine Kinder. Aber gebunden hat er sich trotzdem. Z.B. an einen Haufen wilder Typen, die er seine Jünger und Freunde nannte. Und Liebesbeziehungen jeglicher anderen Art hatte er auch. Die Evangelien sind voller Berichte darüber. Gebunden hat er sich an seinen himmlischen Vater, an seinen Auftrag und an die Schwerkraft der Erde – auch im übertragenen Sinn.

  9. Verbindung, Identität – sind das nicht wieder nur Worte, unbeholfene Bilder? Plant Gott oder IST Gott einfach? Kann man das sicher sagen? So aus der Zeit-Raum-Perspektive? Nette Überlegungen für Philosophen und Theologen…

    Dennoch eint uns die Wahrnehmung, dass manchmal etwas nicht stimmt. An wem liegt das? Sind das nicht immer wir, die wir vor uns hingleiten, bis wir uns besinnen, aufwachen, an ihn wenden?

    Warum fehlt uns so viel, auch so viel erlebte Verbindung (oder Identität)? Jesus würde wahrscheinlich sagen: Weil ihr nicht darum bittet. Nicht als Betteln zu verstehen, sondern als gefühlter und gelebter Wunsch. Wer bittet, dem wird gegeben.

  10. Mailin

    @Susi

    Ich halte dagegen: Gott ist in der Regel sichtbar.
    Heißt nicht, dass wir ihn sehen, denn wir übersehen ja einiges. Mitmenschen kann ich auch mit dem Herzen sehen UND mit den Augen.

    Ändert sich auch was bei Gott?

    Ich denke, sexuelle Bindung ist etwas anderes und Kinder zu haben ebenfalls.
    Ich weiß, dass das ein riesiger Unterschied ist, weil ich das auch nicht habe.
    Sogar seine Familie war schließlich nichts besonderes mehr, weil alle die ihm folgten seine Geschwister waren. Oder alle waren etwas besonderes.

    Jesus war allein.

  11. Mailin

    @wessnet

    Schön wärs, wenn mir mal was fehlen würde, mir wird eher immer alles zu viel…
    „Kannst du nicht etwas stiller, ruhiger mir begegnen, leise säuseln in mein krankes Herz, mir von ferne deinen Segen geben, so dass ichs nicht merk?“

  12. Die Beschwerde habe ich noch nie gehört! Deutsche Romantik?

  13. Alles, was man jemals in seinem Leben zu sehen, hören, riechen, fühlen bekommt, ist Gott. Die Frage ist nur, ob man es erkennt oder nicht. Wenn man es erkennt, umso besser. Wenn nicht, auch egal. An meiner Göttlichkeit ändert das nichts. Wenn ich mir ihrer bewusst bin, bin ich der bewusste Gott. Wenn nicht, bin ich der unbewusste Gott. Immer aber Gott.

  14. Mailin

    @wessnet
    Ist ja klar, weil es ohne mich das auch nicht gibt.

  15. Mailin

    @Markus

    Du langweilst mich.

  16. hallo lieblingsanwalt, guter musikgeschmack. 😉 kennst du das von simon & garfunkel? http://www.youtube.com/watch?v=u9izUVnaAGw.
    Da war ich etwas erstaunt.

  17. mmh, da gibt’s ja schon einen markus. dann nenne ich mich mark.us

  18. @mark.us: Wie sagt Thomas Mann noch mal: Ja, ja, die Musik…

    Gospel von S&G war vermutlich ein Ausflug in den amerikanischen Songkatalog, weniger Überzeugungstat, wenn ich mir die Texte von Simon zu ansehe. Schade.

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