Die Volxbibel AT – Teil 1 ist da

Der bekannteste Bibelübersetzer deutscher Zunge heißt: Natürlich Martin ….er!

Wie du die ersten 4 fehlenden Buchstaben ergänzt, wird von deinem Alter abhängen: Wenn du so zwischen 12 – 21 Jahren alt bist, löst du vielleicht voll krass mit „Dreyer“ auf. Bis vor kurzem hätte es seit ein paar Jahrhunderten noch „Luther“ geheißen.

Die Volxbibel AT – Teil 1 folgt dem Beispiel ihres Vorgängers, des NT, und klettert im Amazon.de-Verkaufsrang hoch wie ein Wetterfrosch im April dieses Jahres (gerade hat der Frosch einen Regenschirm aufgeklappt), aktueller Stand der Fassung mit Motiv Zigarettenschachtel: Nr. 3.788 in Bücher. Wahnsinn!

Nun sollte man aber Dreyer nicht gegen Luther ausspielen oder umgekehrt: Die beiden deutschen Martins vereint ein Talent, nämlich dem Volk auf’s Maul schauen zu können. So wie Luther vor ein paar Hundert Jahren den Deutschen eine Bibel geschrieben hat, die sie auch verstehen können, liest sich die Volxbibel so, wie man (d.h. vor allem die Jugend einschließlich Berufsjugendlicher) heute „auf der Straße“ spricht.

Hu, hu, hu, höre ich die Wächter des „wahren Glaubens“ rufen, saugefährlich (äähhm, vielleicht vielmehr: unbiblisch, häretisch, bibeluntreu), was dieser Jesusfreak sich da zusammenschreibt: Da stimmt ja nicht jedes Wort mit dem Urtext überein, da gibt es PCs, Katzen, Bier und Styler in der VB, und überhaupt, wo bleibt der Ernst?

Liebe Unken dieser Welt, wo der rechte Glaube bleibt? Dort, wo es jesusmäßig abgeht, nicht, wo Punkt und Komma richtig gesetzt sind und man gestreng darüber wacht, dass der Glaube auch schön hinter dem Gartenzaun meines eigenen Horizonts bleibt und der Hausmeister mit Schiebermütze von oben ruft: Runter vom Rasen!

Tut mir leid, Martin D., meine Lieblingsbibelübersetzung bleibt Luther 84, aber: Die Volxbibel geht jesusmäßig ab und ist ein „fetter Segen“ für uns alle. Lest das Teil bitte (z.B. meine Lieblingsstelle, die Weihnachtsgeschichte, als Einstieg) und freut euch dran, und dann bitte, bitte: Nehmt das raus, worum es geht, den Gott, der selbst zu den Menschen gekommen ist und dabei nicht auf Ansehen, Stil oder wohlfeile Sprache achtete, sondern uns „je und je geliebt“ hat.

So gibt es jetzt eben zwei zu Recht bekannte deutsche Bibelübersetzer namens Martin. Der im Himmel liest bestimmt gerade Volxbibel und applaudiert!

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6 Kommentare

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6 Antworten zu “Die Volxbibel AT – Teil 1 ist da

  1. Mailin

    Besser als Luther kann man (fast) nicht schreiben. Klar ist es genauso richtig, aber es fehlt mir bei diesen „neumodischen Übersetzungen“ an Esprit. Irgendwie habe ich das Gefühl, die Sprache wird immer rationaler. Ich habe mal gelesen, dass sich die Sprache ursprünglich aus Gesang entwickelt hat, das finde ich faszinierend. Vielleicht wäre es sinnig, hebräisch zu lernen, ich meine als Christ, jeder Christ. Weil ich glaube, dass Sprache viel vermittelt, in seiner Dynamik. Die richtige Übersetzung kann es garnicht geben, weil jede Sprache einen anderen Ton hat, ein Geheimnis.

  2. k.

    Ja, hebräisch!! Das kann ich sehr empfehlen. Ist gar nicht so schwer auf den ersten Blick. Auf dem zweiten dann schon, aber soweit bin ich noch nicht 😉 und als guter Urtextler müsste man dann ja eigentlich noch griechisch lernen…

    כל טוב 🙂

  3. Ja, stimmt, Mailin. Die Volxbibel ist übrigens eine freie Übersetzung, nicht Wort für Wort genau übertragen, sondern der (m.E. gelungene) Versuch, den Sinn in „moderner“ Sprache, hier Slang oder Szenesprache, wiederzugeben. Wie gesagt, Luther genieße ich, da tatsächlich bislang unübertroffen, aber die Volxbibel ist mehr als ein Gag, wie das z.B. „Der große Boß“ war, teilweise flockig geschrieben, aber mit dem richtigen Herz und Sprachwitz.

    @k.: Hey, studierst du Theologie? Hab ich noch gar nicht mitbekommen, interessant!

  4. k.

    Nee, Kulturwissenschaften heißt das neue Zauberwort 😉 aber hebräisch hab ich früher mal zwecks Auslandsaufenthalt gelernt und freu mich jetzt noch über jedes Wort, das ich in der Bibel lesen kann… dabei lernt man zum Beispiel, dass es keine wörtlichen Bibelübersetzungen gibt, einfach deshalb, weil die hebräische Sprache viel kompakter und mehrdeutiger ist, als die deutsche.

  5. Mailin

    @k.
    Drum finde ich es auch fast wichtiger hebräisch zu lernen (obwohl ichs selbst noch nicht kann) als beispielsweise griechisch. Ich finde, es hat was besonderes, das „Mehrdeutige“ hat mich von Anfang an fasziniert.
    Wörtlich gibt es nicht, als ob Luther wörtlich gewesen wäre.
    @wessnet
    Nur so ein Jux: Ich habe mir bei einer Taufe einen Spruch von Luther ausgesucht, der „falsch“ übersetzt ist, weil ich ihn so schön fand, mit bestem Wissen. Kannst du das verstehen?
    Ich habe da übrigens auch so eine nette „anthroposophische“ Übersetzung (Emil Bock). Man kann auf verschiedene Arten übersetzen und das ist ja gerade das Schöne. Ich bevorzuge aber eben die altmodische Version, für mich braucht Religion sowas „antiquarisches“.
    Bibel in Gedichtform- auch sehr schön, finde ich. Drückt vielleicht noch viel mehr den wahren Wesenskern aus.
    „Aufgewacht“ (Radio Gong) liest doch auch immer aus der Volxbibel, oder? Ich glaube, das ist mehr was für Freikirchler… 😉

  6. Sorry, „Aufgewacht“ läuft außerhalb meines Biorhythmus, einmal im Leben gehört. Die lesen aus der Volxbibel? Wahrscheinlich eher „Hoffnung für alle“…

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