Monatsarchiv: Oktober 2009

Halloween ist grausam

…christliche Fundis dürfen sich aber abregen. Remember the Peanuts:

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Rotkäppchen und der blöde Wolf

Krisenzeiten, bunt angefüllt mit Rezession, Bankenkollaps, Schweinegrippe und der modischen Wiederkehr der Leggins, verleiten uns arme Menschenkinder zu eskapistischer Lektüre.

Mein kleines (imaginäres, so viel Poesie muss sein) Bastkörbchen, mit dem ich vergangene Woche durch die Hallen der Würzburger Filiale dieses Münchener Buchmonopolisten schlenderte, wurde bestimmt deshalb nicht mit aktuellen Sachbuchtiteln oder dem neuesten sozialkritischen Doku-Soap-Schmöker des ganz unten agierenden Hobbyschwarzen Wallraff gefüllt, sondern es war einmal eine frisch aufgelegte Neuausgabe der Märchensammlung der Brüder Grimm (ob die sich auch mal aufgelöst haben wie Oasis? Immer dieses Brüder-in-einen-Topf-Werfen schadet auf Dauer dem künstlerischen Ego).

Und jetzt lese ich mit großer Begeisterung Märchen. Rumpelstilzchen, der Fischer und seine Frau, Dornröschen und wie sie alle heißen, diese Flashbacks aus der Kindheit, oft wenig werkgetreu nacherzählt von literaturfernen Eltern und Nachkriegskindergärtnerinnen mit sadistischen Neigungen. Nun erstmals von mir im Grimmschen „Original“ (ich weiß schon, die haben auch nur gesammelt – aber eben auch den Standard gesetzt) gelesen. Wenn ich früher mal Märchen gelesen habe, waren das wohl so süße Kinderbuchübertragungen.

Was soll ich sagen: Wiederlesen macht Freude. Und ich bin beeindruckt, was sich da so alles findet und die Eskapismusvorwürfe Lügen straft: Arme Müller, die ihre Töchter wenig uneigennützig mit falschen Renditeversprechen dem Monarchen anpreisen, geldgeile Fischerfrauen, kinderlose Menschen (hier natürlich adligen Geblüts), denen „nichts fehlt bis auf ein Kind“, die dann doch noch ein Girl kriegen, aber zu geizig beim Einladen der Damen-High-Society sind, Witwen, Waisen und sprechende Kröten. Na gut, die sprechenden Kröten sind nicht ganz so sozialkritisch real, aber können wir sie nicht einen Moment als quakende Weisheit der gequälten Natur begreifen?

Mehr stört einen dann schon, dass manche Märchen so unlogische Sequenzen enthalten, wie wir sie als „lustige“ Logikfehler in Hollywoodproduktionen kennen.

Nehmen wir mal das Rotkäppchen. Story noch parat? Also, da drückt Mama dem Girl mit dem lustigen Kopfbedeckungsgeschmack ein Körbchen (aha!) mit Kuchen und Wein in die Hand, mit der strikten Anweisung, direkt damit zur Oma zu marschieren, die nicht im Altenpflegeheim, sondern im Wald wohnt, unterwegs nicht über Los zu gehen und auch keine 4000,- DM einzuziehen. By the way: Was waren das noch für Zeiten, als Omas noch ein schönes, naturnahes Zuhause hatten, sich mit Segen des Nachwuchses mit Kuchen und Wein vollballern durften, das Ganze auch noch als gesund durchging und die DM noch kursierte. Bevor ich jetzt zu eskapistisch werde aber weiter im Märchenwald:

Was macht die Göre? Lässt sich vom erstbesten Wolf seitlich anquatschen, der ihr irgendwas von tollem Wald und man soll da doch erst einmal ein bißchen chillen und so vertickert. Wir modernen Menschen, die wir schon Zeitungsabos auf der Straße von bedürftigen Ex-Knackis anempfohlen bekamen und gerne einmal von netten Hotline-Mitarbeitern angerufen werden, wissen natürlich Bescheid: Der Wolf ist mitnichten ein dufter Sozialarbeiter oder Öko-Aussteiger mit Waldfaible, sondern ein Gourmet: Nicht die olle Oma soll sein Festmahl sein, sondern das knackfrische Käppchen-Girlie.

So, Märchenonkel dieser Erde, jetzt hagelt es Kritik: Der Wolf spinnt nun diesen Plan aus, wonach das Mädel erst mal hier ein wenig im Wald rumhängen soll, während er selbst im Eiltempo zur Oma dackelt, die rüstige Renterin verschlingt, sich sodann crossdressingmäßig in Omakleider schwingt, um dann dort auf das Trödelkind zu warten, bis er es dann verschlinge.

Nun, Herr Wolf, das ist unlogisch! Wozu das Affentheater, wenn man es auch einfach haben kann: Warum nicht gleich das Mädchen im Wald verzehren, gleich an Ort und Stelle, ohne Gefahr, dass der Jäger schnarchende Scheinomas aufstöbert und aufschlitzt? Und danach nachspülen mit Kuchen und Wein?

Was sagt uns das? Dieses Märchen macht aus dem Wolf einen zahnlosen Halbtrottel, der offenkundig nur ein literarischer Kunstgriff für die an vergnügungswillige Mädels gerichtete Moralbotschaft ist, dass man immer schön das tun soll, was die Mutti sagt, ohne selbst nachzudenken und Gefahren wahrnehmen zu lernen. Ein echter Wolfskerl hätte das Mädchen natürlich nicht dumm zugelabert und dann (viel später, zu spät) runtergeschluckt wie der Wal den Jona, sondern das willkommene Häppchen an Ort und Stelle sauber zerrissen. Und das Mädel würde in Anbetracht derart realistischer Gefahrenquellen der Mutter zurufen: Geh doch selbst in den Wald, Rabenmutter!

Das kritische Lesen der Märchen kann richtig Spaß machen! Ich habe mir nur dabei gedacht: Wir Bibelleser, sind wir denn nicht Eskapisten? Märchenleser? Ist die Bibel auch so ein Märchenschmöker mit logischen Brüchen, von Menschen geschrieben, um andere mit Pseudohorrorstorys zu erziehen?

Nach längerem Nachdenken: Meiner Meinung nach ganz gewiss nicht. Besser als Tolkien, dem auch unberechtigt Eskapismusvorwürfe gemacht wurden, werde ich das aber wohl nicht ausdrücken können:

“Why should a man be scorned if, finding himself in prison, he tries to get out and go home? Or if, when he cannot do so, he thinks and talks about other topics than jailers and prison-walls?”

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Wiedersehen

Es gibt dieses Zeug, was man irgendwann, bevorzugt in der Kindheit, gesehen hat und was einem nicht aus dem Kopf geht, egal, ob es „gut“ war oder nicht. Na ja, natürlich hat man es irgendwie gut oder bemerkenswert gefunden, sonst hätte man es ja schnell in den Mülleimer des Medienvergessens geschmissen.

Meine bewusste Kindheit fand in den 70ern und frühen 80ern statt. Böse Stimmen werden jetzt im Chor rufen: Das erklärt manches! Tolerante Zeitgenossen werden Nachsicht üben und mir nicht den Kopf abschlagen, dass mein Langzeitgedächtnis z.B. den Film „Aufforderung zum Tanz“ mit Herrn Westernhagen, damals noch „Müller-Westernhagen“, gespeichert hält. Prolos im Ruhrgebiet, Traumtänzer, Lebenskünstler, Säufer, Spieler, Rennbahnen, LKWs, Lederjacke und Schlaghose, Theo, der später (etwas schlechter) im Kino gegen den Rest der Welt antrat, war ein seltsames Idol. Vielleicht weniger, wenn man jung ist und die Mamma aus dem Pott kommt. Nicht available auf DVD (war eh ne TV-Produktion) und nicht mehr in der TV-Wiederholungsschleife, aber hier ein kleiner Ausschnitt:

Und noch einer:

To be continued…

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Nur die Liebe zählt

Wer die Zitatauswahl in der Predigt nicht mitbekommen hat oder nicht da war, kann hier noch einmal nachlesen, was „die Welt“ zur Liebe zu sagen hat:

„Der Liebe leichte Schwingen trugen mich; kein steinern Bollwerk kann der Liebe wehren, und Liebe wagt, was irgend Liebe kann.“
(Shakespeare, Romeo und Julia)

„Die Jugend und die schöne Liebe, alles hat sein Ende.“
(Goethe, Egmont)

„Die Liebe besteht zu drei Viertel aus Neugier.“
(Casanova, Memoiren)

„Die Liebe ist der Endzweck der Weltgeschichte, das Amen des Universums.“
(Novalis)

„Die Liebe und der Suff, die reiben den Menschen uff.“
(Berliner Sprichwort)

„Liebe und Not meistern alle Gebot.“
(Martin Luther)

„Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben – na na na na nana ; mir ist als ob ich durch dich neu geboren wär!
Heute fängt ein neues Leben an, deine Liebe die ist Schuld daran,
alles ist so wunderbar, dass man es kaum verstehen kann“
(Jürgen Marcus)

„Liebe vergeht, Hektar besteht.“ (Bauernsprichwort)

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Lass uns Liebe SEIN

Das Lied zum Immerhin-Post: Macht nicht den Fehler und nehmt den Song nicht ernst, der hat es in sich.

Komm und träum den Traum noch mal. Dann muss du wissen, was du willst. Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage…

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Befehl!

Gültig für alle Musikfreunde:

SOFORT bei Daytrotter ( http://www.daytrotter.com/ ) anmelden, danach (kostenlos) folgende Sessions downloaden:

– Bombadil
– Colin Hay
– Brendan Benson
– Fleet Foxes
– Aimee Mann

Dann setzen und hören!

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Im Gedenken an einen vierbeinigen Freund

Sancho

Sancho, + Okt. 09

(eigentlich hat er immer meiner Frau das Knie geschleckt; ich mochte ihn aber auch gerne!)

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