Immerhin

„Wenn wir uns nicht in die Gegenwart Gottes versetzen können, ist es immerhin etwas, sich in die Abwesenheit Gottes zu versetzen, in wachsendem Maß wahrzunehmen, dass wir ihn nicht wahrnehmen, bis wir uns vorkommen wie jemand, der neben einem riesigen Wasserfall steht und kein Geräusch hört, wie ein Mann, der in einen Spiegel blickt und kein Gesicht darin sieht, wie wenn wir im Traum mit der Hand nach sichtbaren Gegenständen greifen und nichts spüren. Wer weiß, dass er träumt, schläft nicht mehr ganz.“

Zitat – von wem?

Hat mich heute früh im Bus berührt.

23 Kommentare

Eingeordnet unter God`s Army, Kontemplation, Lustiges Bücherraten

23 Antworten zu “Immerhin

  1. Wunderschön. Danke. Weiss aber nicht von wem…

  2. Marika

    Na des ja mal cool.. berührt mich auch grad voll! Realität?!? Meine Realität?!? SEINE Realität?!? Wurde einmal in einer christlichen Aufstellung für Gott aufgestellt, das nennt sich dann, ich war „Repräsentant“ für Gott, fands sehr vermessen und nicht wirklich gut, aber ich hab mich mal drauf eingelassen.. Ging um ein dickes Beziehungsproblem und was ich jedenfalls gespürt habe war, nicht gefragt zu sein, abgelehnt, uninteressant..SEHR schmerzhaft! Erinner mich grad dran, wenn ich das Zitat lese.. Busfahrn is net schlecht, gell?! :-)!

  3. ach, hast du auch so’n gott-tinnitus?

  4. Marika

    Grad schomal versucht, scheinbar nicht geglückt..
    Finds sehr genial.. Meine Realität?!? Unsre Realität?!? Gottes Realität?!? War mal als „Repräsentant“ für Gott in einer Aufstellung gestanden.. was ich erlebt habe, war nicht lustig, erinnert mich gerade daran.. Ungefragt, nicht existent, wie nicht da.. War heftig.. Nuja! Busfahren is cool ;-)!

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  6. Gott-Tinnitus? Kommt darauf an, wie man es versteht. Mein „echter“ Tinnitus, den ich mir vor 25 Jahren eingefangen habe, suggeriert mir ja ein tatsächlich nicht existierendes Geräusch. Seine Ursache war ein überlautes Geräusch. Vielleicht ist der „Gott-Tinnitus“, wie du ihn verstehst, eher ein übertönendes Scheingeräusch?

  7. Soll ich mal auflösen, wer das zu Papier gebracht hat, oder hat jemand Ehrgeiz, das zu erraten?

  8. Nö – keine Ahnung…. sag mal!

  9. Nun denn: C.S. Lewis, aus “ Was man Liebe nennt“

  10. Sehr schön, sagen alle. Aber wer weiß schon, was es heißt? Sich in der unmittelbarsten Gegenwart Gottes zu befinden – und es nicht zu wissen: das heißt es. Wer hat das verstanden? Keiner von denen, die es sehr schön finden. Denn es ist nicht sehr schön. Es ist der furchtbare Anstoß, endlich aufzuwachen. Aber wer wacht schon gern auf?

  11. Schön ist gewiss nicht ganz der passende Ausdruck. Aber verwechselst du hier nicht Wissen mit Wahrnehmung?

  12. Der gute C.S. Fein! Ich habe das Buch vor ewigen Zeiten gelesen und war mir dieses Zitats nicht mehr gewahr.
    Danke Markus – und damit verabschiede ich mich wieder von diesem Blog – dass du genau weisst, wie Menschen ticken und zwar alle! Ist schon toll. Du hast den Durchblick. Wir nicht. Danke.

  13. @ wegbegleiter

    Es ist wirklich schade, dass man die Blogs anderer Leute nicht auch zensieren kann, gell?😉 Aber vielleicht lässt wessnet sich von deinem Boykott erweichen und schmeißt mich raus.

    @ wessnet

    Leider vergraule ich dir gerade deine besten Kunden. Vielleicht sollte ich besser schweigen.

    Ja, vielleicht verwechsle ich da was. Aber nach meinem Verständnis ist die unmittelbare Wahrnehmung im Grunde dasselbe wie Wissen. Also die Anschauung eines Wasserfalls, neben dem ich stehe, ist das Wissen um den Wasserfall. Man muss nur einen Weg finden, ihn zu erkennen.

  14. Es wäre vielleicht hilfreich gewesen, komplett zu zitieren.

    Davor steht: “ Vielleicht ist es für viele von uns so: Unsere Erfahrungen umreißen sozusagen die Form jener Lücke, wo unsere Liebe zu Gott sein sollte. Das genügt nicht. Aber es ist immerhin etwas.“

    Lewis schreibt zum Thema „Agape“ und schließt damit ab, dass es neben zwei Gnaden (die schenkende und die bedürftige Liebe, jeweils Menschen und Gott gegenüber) eine weitere gibt: Eine übernatürliche wertschätzende Liebe zu Gott.
    Und an diesem Punkt ist Lewis ehrlich und wagt sich nicht weiter vor, da er nicht weiß, ob er DIESE Form der Liebe je selbst gekostet hat. Er misstraut seinem Gelehrtenverstand und überlässt die Nachrichten aus einer „hellwachen Welt“ zuständigeren Leuten.

    Auch Lewis redet also, mit hohem Respekt, davon, dass diese Form der Liebe die höchste ist und etwas mit Erwachen zu tun hat.

    Toll finde ich seinen Ansatz, sich die eigene Ohnmacht an diesem Punkt einzugestehen, bevor man leichtfertig eigene Erfahrung suggeriert. Vielleicht ist es schon ein Problem, über eigene Erfahrungen zu reden, anstelle Liebe zu werden.

    Versteht ihr?

  15. Mailin

    Hmm, schon besser irgendwie.
    Denn wenn ich den Text da oben lese, frage ich mich – rein theoretisch – woher ich denn weiß, dass da ein Wasserfall ist, wenn ich ihn wirklich GARNICHT wahrnehme. Woher weiß ich, dass er laut ist, wenn ich nichts höre?
    Komisch…
    „(…)Unsere Erfahrungen umreißen sozusagen die Form jener Lücke, wo unsere Liebe zu Gott sein sollte.(…)“
    Das erklärt, finde ich, einiges. Weil man vielleicht doch etwas wahrnimmt: Einen Hohlraum vielleicht…😉
    Oder so…

  16. @Markus: Wenn nach deiner Wahrnehmung die Ablehnung schlechter Umgangsformen und mangelnden Respekts bzw. Arroganz gegenüber Menschen bereits Boykott ist, na dann hat ja die Toleranzkeule erstaunliche Niederungen erreicht. Mahlzeit! Ich frage mich bei deinen Kommentaren, warum du es immer wieder krampfhaft darauf anlegst, Menschen in die Pfanne zu hauen. Pauschal Leuten Ernsthaftigkeit ihrer Gotteserkenntnis abzusprechen ist schlicht miese Kinderstube, nicht vorhandener Respekt und Arroganz. Aber sicher wirst du darauf auch wieder einen tollen gedanklichen Winkelzug bringen, der dich davon abhält, einfach mal „Entschuldigung“ zu sagen und einen Fehler einzugestehen. Sowie andere dein Verhalten nur halb so deutlich aufs Korn nehmen wie du das bei den Menschen tust, jaulst du auf und legst nach. Tja…

  17. das ist schon richrtig verstanden: gott-tinnitus ist gott-suggestion. übrigens: so produziert man „schöne“ sätze: indem man versucht paradox zu klingen: wenn du nichts hörst, ist es gott. warum sagt man nicht einfach: „wenn du nichts hörst, ist da nichts.“

  18. @ wessnet

    Das ist wirklich interessant, was Lewis da schreibt: dass die Erfahrungen die Lücke abbilden, gleichsam als Schablone für Gott. Dazu hab ich zwei Bemerkungen, erstens: Das wäre doch schon enorm viel, das wäre quasi ein Gottesbeweis e contrario; zweitens: Ich glaube aber, der Witz ist, dass es diese Lücke in Wirklichkeit gar nicht gibt, jede Erfahrung ist heilig oder kann es sein, ist dann also eine Erfahrung Gottes.

    An diesem Punkt hinkt vielleicht auch das Bild von dem Wasserfall, den man nicht sehen kann, denn sowas gibt es im Grund nicht. Es kann aber Folgendes sein: Man hat von Wasserfällen gehört, darüber gelesen usw., und jetzt steht man vor einem, weiß aber noch nicht, dass es einer ist. Bis einem schlagartig – erleuchtungsmäßig – klar wird: „Ach, DAS ist ein Wasserfall!“ So ist das m.E. auch mit Gott.

    @ beisasse

    Wo nichts ist, ist nichts. Ich glaube, das stimmt. Aber ich glaube auch: Nichts ist auch Gott.

    Gott-Tinnitus gefällt mir. Zugleich: Das Pfeifen im Ohr, dass im Unterschied zu anderen Geräuschen auf keine äußere Schallerzeugung zurückgeht, sondern vom Innenohr selber erzeugt wird, ist gleichwohl ein Geräusch der wirklichen Welt; mehr noch: JEDES Geräusch entsteht erst in meinem Ohr, wo Schallwellen in Geräusche verwandelt werden. Es ist also entweder alles Illusion oder nichts – was auf dasselbe rauskommt. Will sagen: Auch ein Gott-Tinnitus ist Gott.

  19. Noch ein Zitat aus dem Buch, Zusammenhang: Werden wir uns im Himmel wiedererkennen, sind Beziehungen, besonders Liebesbeziehungen, dort noch von Bedeutung?

    „Wenn wir einmal das Angesicht Gottes sehen, werden wir erkennen, dass wir es schon immer gekannt haben. Er ist bei all unseren irdischen Erfahrungen unschuldiger Liebe mit dabei gewesen, er hat sie geschaffen, getragen und mit Leben erfüllt.“

    Ich hatte beim Lesen dieser Worte das Bild von bestimmten Menschen, deren Gesicht sich plötzlich verwandelt in ein altbekanntes, liebevolles Gesicht. Das ich natürlich nicht GESEHEN habe. Dazu passend auch die Stelle in Mt. 25: Ich bin … gewesen.

    Daraus kann eine spannende Suche werden oder im „schönsten“ Fall wache, präsente Liebe.

  20. @Mailin: Die Idee mit dem „Hohlraum“ trifft es m.E. sehr gut. Da ist etwas angelegt, das gefüllt werden will, und es hilft nicht, sich einzubilden, es sei bereits gefüllt, wenn tatsächlich nichts drin ist.

  21. @beisasse: Ist das eigentlich auch dein Ansatz: Lieber sagen, dass man Gott nicht erlebt, als Gott in etwas hineinzuinterpretieren, wo er nicht ist?

  22. ja. aber meistens sagt man sowieso nichts.

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