Monatsarchiv: April 2010

Die Essenz

„Das Christliche ist letztlich keine Wahrheitslehre oder Deutung des Lebens. Es ist auch das; aber darin besteht nicht sein Wesenskern. Den bildet Jesus von Nazareth, dessen konkretes Dasein, Werk und Schicksal – das heisst also eine geschichtliche Person.“

Romano Guardini, Das Wesen des Christentums. Würzburg 4. Aufl. 1953, S. 10

(inspiriert von Thomas Matterne und Marlies)

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Eingeordnet unter Bibliophil, Kontemplation, Vaterland

Ein Herz für Griechenland

Das kann man ja gar nicht mit ansehen: Das bezaubernde Land, das uns seit jeher mit seiner entzückenden Mythologie, seiner expliziten Kunst, seiner berauschenden Architektur, die noch heute Vorbild für viele Kunstwerke im deutschen Vorgarten vom Baumarkt ihrer Wahl ist, dem Sirtaki und seinen aus knoblauchhaltigen Fleischbergen bestehenden Mahlzeiten erfreut hat, geht finanziell vor die Hunde.

Schnelles Vorgehen ist vonnöten, wie die Kanzlerin nach einer angemessenen Warmspielphase nun etwas nervös artikuliert, aber, liebe Frau Merkel und lieber Herr Schäuble: 8, 20 oder 30 Milliarden Euronen? Die haben wir doch gerade selbst nicht übrig, wir brauchen doch Geld für das neue iPhone, den iPad und die Sanierung der deutschen Straßen, die der Winter dahingerafft hat wie der Athener Smog die Akropolis.

Ich habe daher ein 5-Punkte-Programm vorbereitet, das nichts kostet, aber effektiv ist:

1. Wir fahren alle geschlossen im Urlaub nach Griechenland. Super billig dieses Jahr, und die Touristenkohle saniert das marode Hellas!

2. Wir gehen anstelle zum Asiaten um die Ecke mal wieder zum sympathischen Griechen. Macht Spaß, und die familienfreundlichen Gastwirte schicken Care-Pakete in die Heimat!

3. Wir trinken nur noch Ouzo, Imiglikos und Samos.

4. Rehakles wird König von Griechenland.

5. Wir schicken Nana Mouskouri, Costa Cordalis und Udo Jürgens in die Krisengebiete, damit sie die Hellenen mit ihren einschlägigen Hits ermuntern mögen. Tut den Griechen gut, und uns auch.

Kalinichta!

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Eingeordnet unter Politik, Problem, Urlaub

Direction home

Manchmal passiert es: Ich sitze einfach so in der Straßenbahn rum, Knopf im Ohr wie Steifftier, und mein iPod shuffelt so vor sich hin, von Murry Perahia über Madness zu Jamiroquai, und da schmuggelt sich so ein Stück ein, das mich emotional wegpustet. Just wieder heute passiert, mit Sinéad O’Connor und einem Song aus ihrem GRANDIOSEN Album „Throw Down Your Arms“ aus dem Jahr 2005, und zwar „Untold Stories“, einem Buju-Banton-Cover. Ich musste mich heute sehr zusammenreissen, angesichts des umwerfenden Gesangs und der perfekt zurückhaltenden Instrumentierung mit Akustikgitarre und Percussion nicht – ja, loszuheulen.

Nicht ganz so bestechend wie auf Platte, aber immer noch die Größe ahnen lassend hat Sinéad das mit Sly und Robbie, den alten Reggaehippen, bei Letterman zu Gehör gebracht. Segen für diese Frau, die es verdient hätte, ein (spiritueller) Weltstar zu sein.

Noch vergessen: Der Text ist sehr berührend, hier zum Mitlesen.

While I’m Living
Thanks I’ll Be Giving
To the Most High You know,

Chorus:
I am living while I am living to the father I will pray
Only he knows how we get through everyday
With all the hike in the price
Arm and leg we have to pay
While our leaders play

Verse 1:
All I see people a rip and a rob and a grab
Tief never love fe see tief wid long bag
No love for the people who a suffer real bad
Another toll to the poll may God help we soul
What is to stop the youths from get out of control
Full up of education yet no own no payroll
The clothes on my back have countless eyehole.
I could go on and on the full has never been told

Repeat Chorus

Verse 2:
Who can afford to run will run
But what about those who can’t…they will have to stay
Opportunity a scarce, scarce commodity
In these times I say… When mama spend her last and send you go class
Never you ever play
It’s a competitive world for low budget people,
Spending a dime while earning a nickel
With no regards to who it may tickle
My cup is full to the brim
I could go on and on the full has never been told

Repeat Chorus

Verse 3:
All I see people a rip and a rob and a grab
Tief never love fe see tief wid long bag
No love for the people who a suffer real bad
Another toll to the poll may God help we soul
What is to stop the youths from get out of control
Full up of education yet no own no payroll
The clothes on my back have countless eyehole
Could go on and on and the full has never been told
(On and On)
Though this life keep getting me down
Don’t give up now
Got to survive somehow
Could go on and on and the full has never been told

Repeat Chorus

Verse 4:
Who can afford to run will run
But what about those who can’t…they will have to stay
Opportunity a scarce, scarce commodity
In these times I say… When mama spend her last and send you go class
Never you ever play
It’s a competitive world for low budget people,
Spending a dime while earning a nickel
With no regards to who it may tickle
My cup is full to the brim
I could go on and on the full has never been told
I could go on and on the full has never been told
I could go on and on….
The full has never….

Been…..
Toooooold.

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Wenn du mit Leiden leben lernen willst, lebe mit dem, der mit dir leidet!

Die Überschrift ist erklärungsbedürftig: Ich habe keine Selbsthilfegruppe für Masochisten eröffnet, sondern am vergangenen Sonntag in der Citychurch zum Thema „Mit Tod und Trauer leben?“ gepredigt.

Angesehen hatte ich mir dafür das alttestamentarische Buch „Hiob“ – mit dem ich immer schon ein paar Probleme hatte. So z.B.:

– Was soll diese bescheuerte Wette zwischen Gott und Satan eigentlich?
– Gibt das Buch eine Antwort darauf, WARUM Hiob leiden muss?
– Warum sterben Unschuldige (die Kinder und Knechte Hiobs) und Tiere?
– Warum „darf“ Satan hinlangen?
– Ist es ein toller Ausgleich, wenn ich zehn Kinder verliere und dafür zehn „neue“ Kinder bekomme?

Eine gute Empfehlung bei Problemen dieser Art mit biblischen Büchern ist, sich, mit allen kritischen Fragen im Kopf, mit dem Buch zu beschäftigen.

Das Ergebnis dieser Beschäftigung ist h i e r nachzuhören und herunterzuladen. Oder h i e r als Video.

In Kurzfassung: Das Buch Hiob ist ein gutes Beispiel dafür, dass Leiden nicht bzw. extrem selten Folge persönlichen Fehlverhaltens ist, somit in der Regel keine „Strafe“.

Kleiner Auszug aus dem Predigtmanuskript:

Gott geht es in erster Linie um Beziehung zu uns, nicht um heuchlerische Frömmigkeit, also eine Haltung, mit der Gott scheinbar verteidigt wird, wir versuchen, seine Werke zu erklären – aber dabei vielleicht innere Vorbehalte haben. Daher: Lieber im Gespräch mit Gott ehrlich seine Frustration zum Ausdruck bringen als mit Menschenweisheit etwas in eine Situation hineinzuinterpretieren, was gar nicht von Gott kommt.

Das Gottesbild der Freunde Hiobs ist: Gott ist gerecht … also segnet er die Guten und straft die Bösen. Und Gott sagt: FALSCH! Ihr habt nicht recht von mir geredet!

Ehrliche Beziehung mit Gott hat Hiob im Leid, im tiefsten Leid erlebt. Jetzt waren keine Erklärungen mehr nötig, sondern Hiob war an der Quelle angekommen: Er hat lebendige Gottesbeziehung erlebt.

Das, was Hiob hier erlebt hat, hat seine Fortsetzung in Jesus Christus gefunden: In Jesus hat es Gott auf die Spitze getrieben: Er hat nicht nur zu einem Menschen geredet, sondern er ist selbst
Mensch geworden und hat sich selbst kein Leiden erspart. Im Buch Hiob wird Satan angewiesen, nicht das Leben Hiobs anzutasten. Gott ging einen Schritt weiter und ersparte sich selbst in Jesus das nicht, von dem er Hiob bewahrt hat.

Warum lohnt es sich, Vertrauen auch und gerade im Leid in diesen Gott zu haben, der durch Jesus Christus Mensch wurde? Nicht nur, weil er selbst starb (das wäre ein tolles Argument für eine religiöse Gemeinschaft aus lauter Selbstmordattentätern), sondern weil wir in Jesus sehen, wie sehr Gott mitLEIDET, wie liebevoll er ist:

– Jesus lässt keine Gelegenheit aus, Leid zu bekämpfen, Kranke zu heilen, Menschen zu trösten
– Jesus ist vom Leid entsetzt und traurig über das Elend (Lazarus, „Schafe ohne Hirten“)
– Offenbarung: Kein Leid und kein Geschrei…

Daher die Empfehlung in der Überschrift: Wenn du mit Leid konfrontiert bist und notgedrungen genötigt bist, mit Leid zu leben, wende dich offen und ehrlich an Gott, wie es Hiob auch getan hat, und er wird dir antworten, und nicht nur das:
Es gilt die Zusage:

Noch ist keine Versuchung über euch gekommen, die den Menschen überfordert. Gott ist treu; er wird nicht zulassen, dass ihr über eure Kraft hinaus versucht werdet. Er wird euch in der Versuchung einen Ausweg schaffen, so dass ihr sie bestehen könnt. (1.Korinther 10,13)

Das bedeutet im Klartext:

Alle Probleme sind mit Gott zu schaffen!

Bitte nicht missverstehen: Das Leben läuft nicht immer so, wie wir uns das vorstellen. Gott nimmt, warum auch immer nicht, Leid nicht aus der Welt. Er hat versprochen, dass er das SPÄTER tun wird, am Ende der Zeiten, aber noch nicht jetzt. Aber Gottes Schutz ist über uns, und das bedeutet, dass wir mit dem Leid, das uns gerade passiert, mit den Mitteln, dem Maß an Glauben und Kraft, das wir gerade haben, umgehen können, es durchstehen können.

Lest mal wieder Hiob, ein interessantes Buch mit ganz anderer Message, als ihr es euch vielleicht gedacht habt…


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Eingeordnet unter CityChurch, Leben lernen, Predigt