Beten für die WM

In Zeiten der Fußball-WM ist alles anders:

Plötzlich wird aus einem Land voller bierbäuchiger Heavy-Coucher eine Nation aus verkannten Bundestrainern, die Anweisungen in Richtung Flachbildschirm schreien, Trikots, die in der Hüfte etwas auftragen, auf der Arbeit spazieren führen und sich extra wegen „unserer“ Mannschaft in schafskalte Biergärten begeben, um kollektiv Deutschlandfähnchen zu schwenken.

Äußerst interessant ist dagegen, dass von eben diesen Flachbildschirmen etwas zu beobachten ist, was sonst in der Öffentlichkeit ein peinlicher Tabubruch wäre: Nein, nicht Holländerinnen in Stoffen aus orangem Nichts, nein, auch nicht der Austausch körperlicher Züchtigungen auf dem Rasen, und auch nicht besoffene Männer in albernem Aufzug, erst recht nicht das Titulieren des eigenen Trainers als …..sohn, der sich selbst …… soll – das ist ja alles normal in unserer Gesellschaft.

Nein, gemeint ist – öffentliches Beten! So sieht man südländische Schönlinge mit langen Haaren nach der Nationalhymne die Hände „katholisch“ falten und gen südafrikanischem Himmel blicken, mit leichter Lippenbewegung.

Nigerianische, südkoreanische oder brasilianische Fußballspieler beten für den Erfolg ihrer Mannschaft, was die Frage aufwirft: Was macht Gott, wenn zwei dieser Mannschaften aufeinander treffen? Hat dann die Siegermannschaft „besser gebetet“?

Oder noch prägnanter: Darf man für so etwas beten, für den Sieg in einem Fußballmatch?

Das Ratsvorsitzende der EKD hat hier keine Bedenken:

http://www.saarbruecker-zeitung.de/sz-berichte/themen/Gebete-fuer-deutsche-WM-Elf-Gott-hoert-alle-Bitten;art2825,3333193

Ich auch nicht, aber wir sind mal wieder bei der Frage: WARUM betet man eigentlich? Was ist meine Motivation? Warum will ich einen Sieg der Mannschaft, die mein Land zur WM entsendet?

Nein, nein, ich will hier nicht den Miesepeter spielen: Ich werde mir heute abend mit meinem Bierbauch das Spiel Ghana – Deutschland in einem Biergarten ansehen, umgeben von CClern und anderen Landsleuten, in Richtung Flachbildschirm brüllen, wenn so eine Schirifigur das Spiel zerpfeift oder ein Tor fällt, und dazu ein paar Bier trinken.

Und ich werde beten, dass der Bessere gewinnen möge 😉

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Eingeordnet unter Spocht, Vaterland

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