Monatsarchiv: August 2010

Zizek, Robin Hood, Starbucks und der Kapitalismus

(geklaut bei depone )

Ein Kommentar

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Jesus im Mittelpunkt

Mit einem Freund habe ich vergangenen Samstag länger über dieses Thema diskutiert: Ist in unserer Gemeinde Jesus (noch) im Mittelpunkt?

Was ist das für eine seltsame Frage? Außenstehenden sei erklärt, dass sich unsere Gemeinde, die Citychurch Würzburg, von Anfang an dazu entschieden hat, eben das zu tun: Jesus in den Mittelpunkt zu nehmen. Deswegen nannten wir unsere Mitarbeitergottesdienste „JiM“.

Und was kann man sich darunter vorstellen? Sitzt in unserer Mitte ein langhaariger Sandalenträger, alle Anderen im Kreis auf Stühlen drumherum? Haben wir tolle Vorstellungskräfte? Sind wir schlichtweg vollkommen durchgeknallt?

Christen aller Denominationen werden uns beipflichten: Wir glauben daran, dass Jesus Christus nicht nur mal früher gelebt hat, sondern dass er auferstanden ist. WAHRHAFTIG auferstanden ist. Wie heißt es so schön: „Er sitzt zur rechten Gottes…“.

Eben. Aber nicht in GoDis der Citychurch Würzburg, oder? Zu kurz gedacht:Jesus hat uns versprochen: „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. “

Auch bei uns in Würzburg also. Nun, das ist also christliches Gemeingut, dass Jesus wirklich „da“ ist. Nicht in einem eigenen Körper, aber trotzdem mittendrin. Aber auch „im Mittelpunkt“?

Das ist nun eine Frage der Perspektive: Und unserer Entscheidung. Christ sein bedeutet sich anvertrauen an den auferstandenen Christus, ein altes Leben eintauschen gegen ein neues Leben „in der Nachfolge“, also mit festem Blick auf Gottes Sohn. Wenn das mein „Lebensprinzip“ ist, darauf schauen, wo Gottes Sohn in meinem Leben ist, was er mit mir tun will und wie er Gemeinschaft mit mir haben will, dann ist Jesus genau da: In meinem Fokus, im Mittelpunkt meines Lebens. Er ist dann mein Leben. Er zwingt mich aber nicht dazu, das zu sein. Je nach unserem Willen geht es auch anders, z.B.:

1. Jesus als Gast

Ich lade ihn zuweilen mal ein, bin aber froh, wenn er auch mal wieder weg ist. Das ist natürlich ein Trugschluß, der lebendige Gott ist nie „weg“ – aber er zwingt mich nicht, in mein Leben zu kommen, ihn wahrzunehmen.

2. Jesus als Rettungssanitäter

Tatütata, wenn Sorgen kommen rufe ich ihn an, und er kommt. Danach geht es „normal“ weiter.

3. Jesus als Schiedsrichter

Ich lasse ihn um mich herumlaufen wie der Unparteiiische beim WM-Endspiel, mit Erlaubnis, mich anzupfeifen. Aber am nächsten Tag sind wir alle die besseren Schiedsrichter.

Usw. und so fort.

Und, ist er das noch, im Mittelpunkt? Bei uns, bei mir? Der Freund hatte Bedenken. Bedenken sind gut, denn diese Frage müssen wir uns jeden Tag neu stellen: Ist er das noch, im Mittelpunkt? Bei mir? In meiner Gemeinde? Will ich das überhaupt?

Jesus lässt sich nicht an einem Mittelpunkt „festnageln“. Der Geist weht, wo er will. Deswegen ist der Mittelpunkt jeden Tag woanders. Es gilt nicht, sich einzurichten, mit einem Plastikjesus mitten im Kreis, sondern zu suchen, wo Jesus heute ist. Und mich dann anzuschließen.

Oder?

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