Archiv der Kategorie: CityChurch

Predigtnachtrag

Am vergangenen Wochenende habe ich in der Citychurch über den Turmbau zu Babel (Genesis 11, 1 -9) gepredigt.

Etwas zu spät ist mir ein wichtiger Gedanke gekommen. Nach der Predigt ist eine junge Frau zu mir gekommen und hat mich gefragt, ob Jesus in dieser Geschichte vorkommt. Das habe ich spontan verneint, die Frage hängt mir aber nach.

Und gerade habe ich eine Antwort darauf gefunden.

In Genesis 11 ist ja ironisch die Rede davon, dass Gott „herabsteigt“ (Ironie deswegen, da Gott herabsteigen muss, um den „tollen“ Turm überhaupt zu sehen). Gott handelt dann bewahrend zum Schutz der Menschen vor ihrem Stolz und ihrer Ruhmsucht, indem er die Sprache „verwirrt“ und die Menschheit zerstreut.

In Jesus passiert es dann noch einmal, dass Gott „herabsteigt“, dieses mal mit der Mission, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, nämlich eine neue Einheit der Menschen in Jesus herzustellen – und gleichzeitig eine neue, tiefe Einheit mit Gott.

Die Brücke der Stelle in Genesis 11 zu Jesus ist der „herabsteigende Gott“, der Gott, der, obwohl die Menschheit ihn ablehnt, selbst kommt, um heilend einzugreifen. Dazu im 1. Kapitel des Johannesevangeliums:

„Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn gemacht; aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind.“

Warum ist mir das nicht Samstag eingefallen? Aber besser spät als nie…

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Jesus im Mittelpunkt

Mit einem Freund habe ich vergangenen Samstag länger über dieses Thema diskutiert: Ist in unserer Gemeinde Jesus (noch) im Mittelpunkt?

Was ist das für eine seltsame Frage? Außenstehenden sei erklärt, dass sich unsere Gemeinde, die Citychurch Würzburg, von Anfang an dazu entschieden hat, eben das zu tun: Jesus in den Mittelpunkt zu nehmen. Deswegen nannten wir unsere Mitarbeitergottesdienste „JiM“.

Und was kann man sich darunter vorstellen? Sitzt in unserer Mitte ein langhaariger Sandalenträger, alle Anderen im Kreis auf Stühlen drumherum? Haben wir tolle Vorstellungskräfte? Sind wir schlichtweg vollkommen durchgeknallt?

Christen aller Denominationen werden uns beipflichten: Wir glauben daran, dass Jesus Christus nicht nur mal früher gelebt hat, sondern dass er auferstanden ist. WAHRHAFTIG auferstanden ist. Wie heißt es so schön: „Er sitzt zur rechten Gottes…“.

Eben. Aber nicht in GoDis der Citychurch Würzburg, oder? Zu kurz gedacht:Jesus hat uns versprochen: „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. “

Auch bei uns in Würzburg also. Nun, das ist also christliches Gemeingut, dass Jesus wirklich „da“ ist. Nicht in einem eigenen Körper, aber trotzdem mittendrin. Aber auch „im Mittelpunkt“?

Das ist nun eine Frage der Perspektive: Und unserer Entscheidung. Christ sein bedeutet sich anvertrauen an den auferstandenen Christus, ein altes Leben eintauschen gegen ein neues Leben „in der Nachfolge“, also mit festem Blick auf Gottes Sohn. Wenn das mein „Lebensprinzip“ ist, darauf schauen, wo Gottes Sohn in meinem Leben ist, was er mit mir tun will und wie er Gemeinschaft mit mir haben will, dann ist Jesus genau da: In meinem Fokus, im Mittelpunkt meines Lebens. Er ist dann mein Leben. Er zwingt mich aber nicht dazu, das zu sein. Je nach unserem Willen geht es auch anders, z.B.:

1. Jesus als Gast

Ich lade ihn zuweilen mal ein, bin aber froh, wenn er auch mal wieder weg ist. Das ist natürlich ein Trugschluß, der lebendige Gott ist nie „weg“ – aber er zwingt mich nicht, in mein Leben zu kommen, ihn wahrzunehmen.

2. Jesus als Rettungssanitäter

Tatütata, wenn Sorgen kommen rufe ich ihn an, und er kommt. Danach geht es „normal“ weiter.

3. Jesus als Schiedsrichter

Ich lasse ihn um mich herumlaufen wie der Unparteiiische beim WM-Endspiel, mit Erlaubnis, mich anzupfeifen. Aber am nächsten Tag sind wir alle die besseren Schiedsrichter.

Usw. und so fort.

Und, ist er das noch, im Mittelpunkt? Bei uns, bei mir? Der Freund hatte Bedenken. Bedenken sind gut, denn diese Frage müssen wir uns jeden Tag neu stellen: Ist er das noch, im Mittelpunkt? Bei mir? In meiner Gemeinde? Will ich das überhaupt?

Jesus lässt sich nicht an einem Mittelpunkt „festnageln“. Der Geist weht, wo er will. Deswegen ist der Mittelpunkt jeden Tag woanders. Es gilt nicht, sich einzurichten, mit einem Plastikjesus mitten im Kreis, sondern zu suchen, wo Jesus heute ist. Und mich dann anzuschließen.

Oder?

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Es könnte alles so einfach sein – ist es aber nicht…

Bereits vor ein paar Jahren habe ich hier mal über Homosexualität und Kirche geschrieben.

Mit großem Interesse beobachte ich gerade einen sehr differenzierten Umgang mit diesem Thema: Kürzlich im „Aufatmen„, ganz aktuell bei Peter Aschoff, und auch N.T. Wright hat sich dem Thema vorsichtig angenähert:

Meine Gedanken dazu:

– Wer hier „biblisch“ argumentieren möchte, bekommt viel Rückenwind – aber bewegt sich auf dünnem Versmaterial
– Wer sich ernsthaft mit homosexuell empfindenden Menschen darüber austauschen will, die noch zudem Interesse am Glauben haben: Was wäre in einer solchen Debatte gefühlt richtig? Lasst uns doch auch hier mal denken: W.W.J.D.?
– Wenn Schwule und Lesben Kirche nicht attraktiv, Christen nicht sympathisch, die Bibel verurteilend und nicht ermutigend finden: Ist das richtig, und wenn nein: Woran liegt das?
– Wenn man bei diesem Thema fragt: Wie relevant könnte der christliche Glauben für homosexuell empfindende Menschen werden: Was wären erste gute Schritte?

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Wenn du mit Leiden leben lernen willst, lebe mit dem, der mit dir leidet!

Die Überschrift ist erklärungsbedürftig: Ich habe keine Selbsthilfegruppe für Masochisten eröffnet, sondern am vergangenen Sonntag in der Citychurch zum Thema „Mit Tod und Trauer leben?“ gepredigt.

Angesehen hatte ich mir dafür das alttestamentarische Buch „Hiob“ – mit dem ich immer schon ein paar Probleme hatte. So z.B.:

– Was soll diese bescheuerte Wette zwischen Gott und Satan eigentlich?
– Gibt das Buch eine Antwort darauf, WARUM Hiob leiden muss?
– Warum sterben Unschuldige (die Kinder und Knechte Hiobs) und Tiere?
– Warum „darf“ Satan hinlangen?
– Ist es ein toller Ausgleich, wenn ich zehn Kinder verliere und dafür zehn „neue“ Kinder bekomme?

Eine gute Empfehlung bei Problemen dieser Art mit biblischen Büchern ist, sich, mit allen kritischen Fragen im Kopf, mit dem Buch zu beschäftigen.

Das Ergebnis dieser Beschäftigung ist h i e r nachzuhören und herunterzuladen. Oder h i e r als Video.

In Kurzfassung: Das Buch Hiob ist ein gutes Beispiel dafür, dass Leiden nicht bzw. extrem selten Folge persönlichen Fehlverhaltens ist, somit in der Regel keine „Strafe“.

Kleiner Auszug aus dem Predigtmanuskript:

Gott geht es in erster Linie um Beziehung zu uns, nicht um heuchlerische Frömmigkeit, also eine Haltung, mit der Gott scheinbar verteidigt wird, wir versuchen, seine Werke zu erklären – aber dabei vielleicht innere Vorbehalte haben. Daher: Lieber im Gespräch mit Gott ehrlich seine Frustration zum Ausdruck bringen als mit Menschenweisheit etwas in eine Situation hineinzuinterpretieren, was gar nicht von Gott kommt.

Das Gottesbild der Freunde Hiobs ist: Gott ist gerecht … also segnet er die Guten und straft die Bösen. Und Gott sagt: FALSCH! Ihr habt nicht recht von mir geredet!

Ehrliche Beziehung mit Gott hat Hiob im Leid, im tiefsten Leid erlebt. Jetzt waren keine Erklärungen mehr nötig, sondern Hiob war an der Quelle angekommen: Er hat lebendige Gottesbeziehung erlebt.

Das, was Hiob hier erlebt hat, hat seine Fortsetzung in Jesus Christus gefunden: In Jesus hat es Gott auf die Spitze getrieben: Er hat nicht nur zu einem Menschen geredet, sondern er ist selbst
Mensch geworden und hat sich selbst kein Leiden erspart. Im Buch Hiob wird Satan angewiesen, nicht das Leben Hiobs anzutasten. Gott ging einen Schritt weiter und ersparte sich selbst in Jesus das nicht, von dem er Hiob bewahrt hat.

Warum lohnt es sich, Vertrauen auch und gerade im Leid in diesen Gott zu haben, der durch Jesus Christus Mensch wurde? Nicht nur, weil er selbst starb (das wäre ein tolles Argument für eine religiöse Gemeinschaft aus lauter Selbstmordattentätern), sondern weil wir in Jesus sehen, wie sehr Gott mitLEIDET, wie liebevoll er ist:

– Jesus lässt keine Gelegenheit aus, Leid zu bekämpfen, Kranke zu heilen, Menschen zu trösten
– Jesus ist vom Leid entsetzt und traurig über das Elend (Lazarus, „Schafe ohne Hirten“)
– Offenbarung: Kein Leid und kein Geschrei…

Daher die Empfehlung in der Überschrift: Wenn du mit Leid konfrontiert bist und notgedrungen genötigt bist, mit Leid zu leben, wende dich offen und ehrlich an Gott, wie es Hiob auch getan hat, und er wird dir antworten, und nicht nur das:
Es gilt die Zusage:

Noch ist keine Versuchung über euch gekommen, die den Menschen überfordert. Gott ist treu; er wird nicht zulassen, dass ihr über eure Kraft hinaus versucht werdet. Er wird euch in der Versuchung einen Ausweg schaffen, so dass ihr sie bestehen könnt. (1.Korinther 10,13)

Das bedeutet im Klartext:

Alle Probleme sind mit Gott zu schaffen!

Bitte nicht missverstehen: Das Leben läuft nicht immer so, wie wir uns das vorstellen. Gott nimmt, warum auch immer nicht, Leid nicht aus der Welt. Er hat versprochen, dass er das SPÄTER tun wird, am Ende der Zeiten, aber noch nicht jetzt. Aber Gottes Schutz ist über uns, und das bedeutet, dass wir mit dem Leid, das uns gerade passiert, mit den Mitteln, dem Maß an Glauben und Kraft, das wir gerade haben, umgehen können, es durchstehen können.

Lest mal wieder Hiob, ein interessantes Buch mit ganz anderer Message, als ihr es euch vielleicht gedacht habt…


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Nightboat to Kairophobie

Citychurchpredigten können auch zur Bildung beitragen:

Christoph hat nicht nur ein wunderbares neues Filmchen gezaubert (die „Lebensmuster“ haben das Zeug dazu, die „Sendung mit der Maus“ der Jüngerschaftsschulungen zu werden), sondern er hat auch einen netten „Zeitgenossen“ vorgestellt: Herrn Kairos!

Das ist mitnichten ein Ägypter, und „Kairophobie“, eine Krankheit, die seinen Namen trägt, nicht die Angst vor der Stadt am Nil.

Sondern Kairos entstammmt der griechischen Mythologie, er ist der Gott der günstigen Gelegenheit, der besonderen Chance und des rechten Augenblicks.

Der Psychologe definiert Kairophobie demnach als die Angst, Entscheidungen zu fällen.

Diese nette psychische Störung trägt das Potential in sich, die Prokrastination als Modemacke zu ergänzen oder gar abzulösen.

Tja, Kairos, dich am Schopf zu packen haben wir postmodernen Hirnis doch irgendwie verlernt, und das liegt nicht nur an der Volahiku, die es unmöglich macht, dich zu ergreifen, wenn wir ihn verpasst haben, den Moment.

Ich räume ein: Entscheidungsfreudig bin ich in so manchen Dingen des täglichen Lebens, aber nicht immer in Konfliktsituationen. Warum denn nicht? Hab ich denn keinen Glauben? Wovor habe ich Angst? Warum lebe ich nicht im Augenblick und packe nicht zu?

Kommt Leute, wir wollen Kairos jagen!

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Da gehen wir auch hin…

Hans-Peter Royer – Im Alltag mit Jesus unterwegs

2009-10-31_royer

Herzliche Einladung zu den geistlichen Impulstagen vom 20.11. bis 22.11.2009 in der FeG Würzburg. Mit Hans-Peter Royer aus Schladming/Österreich zum Thema: „Nach dem Amen bete weiter – im Alltag mit Jesus unterwegs.“

Die Veranstaltungstermine im Überblick:

Freitag, 20.11.2009, 20:00 Uhr – Zu Jesus kommen und in Jesus bleiben

Samstag, 21.11.2009

* 16:30 Uhr bis 18:00 Uhr – Wie redet man mit Gott?

* Pause mit gemeinsamen Abendessen

* 20:00 Uhr – Wie höre ich Gottes Stimme?

Sonntag, 22.11.2009, 10:00 Uhr – Gottesdienst: Intimität mit Christus

Hans Peter Royer

verheiratet, 3 Kinder, ist Leiter des internationalen Fackelträgerzentrums Tauernhof in Schladming Österreich. Nach einer Automechaniker-Lehre war er als Skilehrer und Bergführer tätig, danach als Sportkoordinator und Bibelschul-Direktor. Bereits als Teenager hat er Jesus Christus kennengelernt. Heute ist sein besonderes Thema, einfach ganzheitlich lernen, authentisch als Christ mit dem Herrn Jesus zu leben, 24 Stunden am Tag bzw. 60 Minuten die Stunde.

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Nur die Liebe zählt

Wer die Zitatauswahl in der Predigt nicht mitbekommen hat oder nicht da war, kann hier noch einmal nachlesen, was „die Welt“ zur Liebe zu sagen hat:

„Der Liebe leichte Schwingen trugen mich; kein steinern Bollwerk kann der Liebe wehren, und Liebe wagt, was irgend Liebe kann.“
(Shakespeare, Romeo und Julia)

„Die Jugend und die schöne Liebe, alles hat sein Ende.“
(Goethe, Egmont)

„Die Liebe besteht zu drei Viertel aus Neugier.“
(Casanova, Memoiren)

„Die Liebe ist der Endzweck der Weltgeschichte, das Amen des Universums.“
(Novalis)

„Die Liebe und der Suff, die reiben den Menschen uff.“
(Berliner Sprichwort)

„Liebe und Not meistern alle Gebot.“
(Martin Luther)

„Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben – na na na na nana ; mir ist als ob ich durch dich neu geboren wär!
Heute fängt ein neues Leben an, deine Liebe die ist Schuld daran,
alles ist so wunderbar, dass man es kaum verstehen kann“
(Jürgen Marcus)

„Liebe vergeht, Hektar besteht.“ (Bauernsprichwort)

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