Archiv der Kategorie: Emergentes

Zizek, Robin Hood, Starbucks und der Kapitalismus

(geklaut bei depone )

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N.T. Wright über die Hölle

Nach langem Nachdenken: Ja, so sehe ich das auch.

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Ist das Markus-Evangelium ein Anti-Evangelium?

Gewiss, denn Markus erzählt im packenden Erzählstil von Jesus Christus, nicht als „feinem Typen“, Sozialrevolutionär oder prophetischem Wunderheiler, sondern als Sohn Gottes, wie schon der erste Satz klar stellt:

“ Dies ist der Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes.“

Das ist für jeden, der das erstmals WIRKLICH hört, härtester Tobak: Ein Mensch, trotzdem Sohn Gottes. Nicht allein Auserwählter, Idol oder Märtyrer, die Inkarnation Gottes.

Wenn man 2000 Jahre zurück geht und sich in den Leser (bzw. wohl öfter Hörer) des Evangeliums im ersten nachchristlichen Jahrhundert hineinversetzt, wird die Botschaft noch subversiver, provokanter, herausfordernder. Da kann man nach dieser Einleitung alles Weitere eigentlich nur als Quatsch abtun – oder glauben.

Erlebbar wird das umso mehr, wenn man das GANZE Markus-Evangelium am Stück vorgelesen bekommt: So geschehen gestern Nacht in der Augustinerkirche zu Würzburg im Rahmen der „Nacht der offenen Kirchen“. Markus Grimm brauchte rund 2 1/2 Stunden, um das Evangelium mit kurzer Pause und wenigen Auslassungen zum Vortrag zu bringen.

Hierbei beschränkte er sich auf einen unprätentiösen, aber eindrücklichen Lesestil, am Tisch mit Lampe sitzend, ohne jede Manieriertheit.

Der Text entfaltete sich wie ein nüchterner Bericht, in dem die wundersamen Dinge nicht durch künstliche Dramatik, sondern das sachliche Sezieren der nur allzu menschlichen Fragen zum Vorschein treten. Das ist kein Abenteuerroman und keine Biographie, sondern eine fleischgewordene Frage zu meiner Beziehung zu Gott.

Umso mehr setzte sich von diesem eindrücklichen Vortrag des ersten Evangeliums die für mich etwas überraschende Einleitung ab: Pfr. Burkhard Hose referierte über das „Markus-Evangelium als politisches Buch“.

So auch der Obertitel der Veranstaltungen in der Augustinerkirche am 02.10.08: „Die Bibel – ein politisches Buch“.

Jo mei, was ist denn bitte „politisch“? Darüber lässt sich trefflich nachdenken, z.B. auf der Basis folgender Aussage:

„Politik ist die Lehre von den Staatszwecken und den besten Mitteln (Einrichtungen, Formen, Tätigkeiten) zu ihrer Verwirklichung.“ (Brockhaus, 1903, Bd. 13: S.236)

Ist die Bibel in diesem Sinne ein Buch, das die Gesellschaft verändern will? Ähm, und kann ein Buch etwas wollen? Oder der Autor? Welcher denn dann bitte?

Ich verlasse diesen Ansatzpunkt sicherlich manch schöner theologischer oder auch politischer Streiterei. Denn für mich ist es, jetzt mal ganz ehrlich gesagt, wurscht, was die Bibel IST. Interessanter finde ich, zu erleben, was sie MIT MIR MACHT.

Herr Pfr. Hose tauchte dagegen zu meinem Unbill etwas tiefer in die Materie ein und breitete eine Theorie des Würzburger Professors Dr. Dr. Karlheinz Müller aus, wonach Markus das Evangelium als Streitschrift gegen das römische Herrschergeschlecht der Flavier verfasst hat. Wenn das jemanden interessiert, kann er dazu mal hier nachlesen:

http://www.julius-echter-gymnasium.de/home_jeg/nav/01_aktuell/seiten/akt_026_mueller.shtml

Das klang durchaus durchdacht und schlau, ich halte diese Theorie allerdings trotzdem, zumindest in ihrer Reinform, für schlichtweg falsch. Nachdem Markus Grimm das Evangelium im Anschluss daran vorgelesen hatte, konnte man nicht umhin, selbige Gedankengänge als absurd zu empfinden: Gerade Markus stellt Jesus nicht als Staatsfeind, sondern Menschenfreund und vollkommenen Diener des Vaters dar.

Vielleicht tue ich der modernen Theologie ja unrecht, aber möglicherweise würde heute ein Evangelist ein Anti-Evangelium gegen die Theologie verfassen? Lustiger Gedanke, aber wohl auch nicht, denn dann wäre er kein Evangelist, sondern politischer Autor…

Die Worte des Evangeliums haben dagegen noch heute eine Sprengkraft, die mich immer wieder überrascht, erst recht, wenn mir ein Evangelium am Stück präsentiert wird. Ganz neu angerührt haben mich

– Mk 1, 15

– Mk 2, 13 -17

-Mk 4, 10 -12

– Mk 5, 6

– Mk 12, 41 – 44

– und besonders Mk 9, 1. Diese Worte habe ich, glaube ich, das erste Mal richtig verstanden, ebenso und im Zusammenhang damit Mk 12, 27

So, liebe Theologen und Hobbytheologen: Kritische Anmerkungen dazu? Dann erwarte ich Euren Widerspruch oder einen politischen Versöhnungsgedanken…

Wir waren übrigens mit unserer miniChurch inklusive noch einem Marcus (nun mal mit „c“) da:

Und feine Musik gab es auch:

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Pornobalken für den Weltfrieden

Jahrelang ein Unding, da Lieblingsbarttracht der ewigen 70er, Hausmeister mit Schiebermütze, Fahrschullehrer mit Minipli, Sportreporter und türkischer Gastarbeiter: Der Pornobalken, traditionell auch „Schnäuzer“ gerufen.

Nachdem sich zahllose prominente Schnauzbartträger, den Zeitläuften folgend, wie z.B. Waldemar Hartmann in letzter Sekunde vor dem modischen Time Out vom Oberlippenbart trennten, ähnlich den letzten Tennissockenträgern, die dann auch zu Schwarzsocken konvertierten, ist ein neuer Trend zu erkennen: Man trägt wieder Pornobalken, so z.B. Nick Cave, Nicolas Cage, Luca Toni, und sogar Tino startete einen, wenn auch schnell abgebrochenen, Selbstversuch.

Ausgerechnet das türkische Nationalteam tritt dagegen geschlossen ohne Rotzbremse auf (war das der Grund für das türkische Ausscheiden im Halbfinale, der Samsoneffekt?).

Bevor nun die ganzen Trendsetter und Lackaffen dieser Welt auf den neuesten Stylingtrend aufspringen, hier mein Aufruf an die emergente Bloggerszene: Wie wäre es, wenn wir mutig voranpreschen und diesen frisch erwachenden Trend für uns okkupieren? Natürlich für einen guten Zweck, den wir uns noch gemeinsam überlegen müssen? In rund 14 Tagen könnten wir dann unsere „Auswüchse“ gemeinsam publizieren.
Wer macht mit?

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Kontinuität und Umkehr

Lese gerade „Amerikanische Religion: Evangelikalismus, Pfingstlertum und Fundamentalismus“ von Michael Hochgeschwender:

Sehr interessante Lektüre, der Autor, Jahrgang 1961 und Professor für Nordamerikanische Kulturgeschichte, Empirische Kulturforschung und Kulturanthropologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München, beschäftigt sich in seinem Buch mit den Ursprüngen und Ursachen der spezifisch amerikanischen Religiösität, insbesondere mit der evangelikalen Szene.

Es gibt auch ein Kapitel über die „neofundamentalistische Welle“. Zum suburbanen Evangelikalismus schreibt Hochgeschwender, Zitat:

„Sie (Anm.: Gemeint sind die suburbanen evangelikalen Gemeinden Nordamerikas) repräsentierten nicht mehr ein gewachsenes, festgefügtes Gemeinschaftsleben mit überkommenen Werten und Formen der Vergemeinschaftung, sondern sie zelebrierten soziale Kontinuität so, wie sie weiterhin religiöse Umkehr inszenierten. Daraus resultierte eine unreflektierte Spannung von inszeniertem Bruch und inszenierter Kontinuität, die für den Neofundamentalismus seit den sechziger Jahren charakteristisch wurde.“

Das ist scharf beobachtet und leider, so muss ich selbstkritisch einräumen, schleppen wir das heute noch mit uns rum. Bei näherer Betrachtung übrigens ein Baustein für eine nachhaltige Verfälschung des Evangeliums, eine unzulässige Verquickung von Lebensstilelementen sozialen Aufsteigertums und der explosiven, verändernden Kraft des Evangeliums.

Der Autor schreibt übrigens keinesfalls gehässig, sondern nüchtern beobachtend. Diese Nüchternheit sollte auch uns bei der Betrachtung und Bekämpfung eigener Unsitten begleiten…

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Was tut der Christ eigentlich so den ganzen Tag? Teil II: Lesen

Nach dem Beten-Outing nun ein bei mir etwas erfreulicheres Thema: Lesen!

Ich lese für mein Leben gerne. Und damit ich meinen Brain nicht nur mit Akten, Gesetzestexten und Entscheidungen füttere, lege ich großen Wert auf üppiges Lesefutter. Was steht da so (Christliches, ich lese auch sonst viel, aber hier geht es ja um christliche „Disziplinen“) auf dem Speiseplan?

1. Die Bibel

Klaro, das ist das Brot des Christen. Ich bevorzuge Luther 84, greife bei Predigtvorbereitungen aber auch gerne mal zur revidierten Elberfelder (wenn es genau sein soll), zur Hoffnung für alle oder der Einheitsübersetzung (wenn es um die Anschaulichkeit geht) und immer mal wieder gerne zur Volxbibel (Luther 84, d.h. dem Volk kreativ aufs Maul geschaut, für den Freak von heute). Ich lese relativ viel Bibel, neuerdings häufig mit dem BibleReader auf dem PDA, dann immer mal wieder am Stück Evangelientexte, Psalmen, Prediger, Sprüche, ausgewählte Passagen aus dem AT, Apostelgeschichte. Öfter auch mal Römerbrief und 1. Korinther. Und wenn mich der Rappel überkommt längere Passagen am Stück. Hauptsache Bibel. Am Tag mindestens eine halbe Stunde, eher mehr (im Schnitt).

2. Our Daily Bread

Andacht und Bibeltext auf Englisch, toll für den verpennten Morgen, auch gut zum Spracheauffrischen.

3. Oswald Chambers, Mein Äußerstes für sein Höchstes

Das Andachtsbuch für das ganze Jahr. Epochal, ich habe es ein paar Jahre immer wieder täglich gelesen. Ruht gerade, will ich aber wieder ändern.

4. Bücher von Ortberg/Hybels/Strobel

Willow Creek hat mich sehr geprägt, ich mag die Bücher der WC-Checker immer noch gerne.

5. C.S. Lewis

Mein christlicher Lieblingsautor. Hat aber gedauert, früher fand ich „Warum ich Christ bin“ blöd und altklug. Dann habe ich die anderen Bücher entdeckt und war begeistert. Heute bin ich Lewis(und Tolkien)-Fan.

6. Ratzinger

Eine Freude für den denkenden Glaubenden: Der Papst! Ich danke Gott für diesen Mann, seine Fähigkeiten und seine Liebe.

7. Romano Guardini

„Der Herr“, ein Meisterwerk. Bekam ich vor rund 20 Jahren geschenkt, das Buch hat mich überwältigt. Meine Leseempfehlung!

8. Rob Bell/ McLaren/ Frost/Hirsch/McManus

Die Highlights aus letzter Zeit – neben Ratzinger! Emergent is the new catholicism (von der besten Seite).

9. Anselm Grün

Der Benediktinermönch aus Münsterschwarzach drückt komplizierte Dinge so einfach, warm und herzlich aus, das man denken könnte: Warum bin ich da nicht vorher drauf gekommen?

10. Christliche Blogs (siehe Sidebar) und Internetseiten

usw. ….

Also, Lesen = Heimspiel. Als nächstes blamiere ich mich dann wieder, versprochen. Mal sehen….vielleicht Fasten?!?

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Zu niedriger Blutdruck? Sich mal wieder so richtig schön aufregen?

Außerdem Freund des Emergenten Dialogs, ein aufgeschlossener Evangelikaler, konservativer Pfingstler oder gottesfürchtiger Katholik?

Bei meinen Streifzügen durch das Internet bin ich auf diese Seite gestoßen:

http://www.l-gassmann.de/content.php?id=6

Ich versuche gerade noch, mich wieder einzukriegen…NEIN, ICH SCHAFF ES NICHT… AAAARRRGGGHHHH!!!!!

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