Archiv der Kategorie: Kunst

Der Fotograf, der dich liebt…

Es könnte nur einen Grund geben, mir zu wünschen, noch einmal zu heiraten (natürlich wieder dieselbe Frau, die ja bekanntlich die beste Ehefrau von allen ist):

Uns von Johannes Fenn dabei fotografieren zu lassen. Ich war jetzt schon mehrere Male Zeuge der Aufnahmen und begeisterter Betrachter der Ergebnisse. Paulus würde heute sagen: Wenn ihr Euch nicht enthalten könnt, heiratet – und lasst Euch dabei von Johannes fotografieren, den Knipsjünger, den der HERR liebt!

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tatort

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Spielt mit der Kamera, ihr Turteltäubchen!

Solche Sprüche muss man sich gewiss nicht anhören, wenn man von Meisterfotograf Johannes Fenn am Tag seiner Hochzeit abgelichtet wird!

Es kann aber schon passieren, dass sich der Maestro bäuchlings auf die Alte Mainbrücke in Würzburg legt oder das Brautpaar in die StraBa, auf eine LKW-Ladefläche, vor ein Billighotel oder in den Burger King stellt, um Fotos zu schießen, die nur ein Prädikat verdienen: Fennomenal!

Wer mehr sehen will oder bald heiratet und wirklich originelle Bilder haben will, nicht diesen Krimskrams mit Bäumen, Blümchen und händchenhaltenden Jungvermählten:

Oder auch:

http://www.fennomenal.de

http://picasaweb.google.com/bilderland

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Vom Tellerwäscher zum Kinobesitzer…

Dieser Traum kann wahr werden! Nachdem Würzburgs einst blühende Programmkinolandschaft dezent zubetoniert wurde, bis auch das letzte aus dem Asphalt schauende Pflänzchen herausgerupft wurde, sammelt sich eine Schar Unentwegter und will der Blockbuster-Multiplex-Kultur und der heimischen DVD-Onanie trutzen:

Die unbeugsamen Dorfbewohner wollen sich treffen und gleich zum Kinobesitzer werden:

http://wuerzburg.de/de/kultur-bildung/filmundliteratur/27435.Werden_Sie_Besitzer_eines_Kinos.html

 

Das sei hiermit herzlichst unterstützst, und ich überlege ernsthaft, mich selbst daran zu beteiligen.

 

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Der Stachel des Winters

Nur noch ein paar Wöchelchen, und schon ist wieder Weihnachten. Und die kalte Jahreszeit hat nach einem milden Sommer und Herbst auch schon Einzug gehalten. Die Tage sind kürzer, die Nächte länger, Wärmflasche und Tee werden wieder zum kleinen Glück.

Da fällt eine Einspielung auf die Erde, die Höheres atmet: Klassik, Jazz, Folk und traditionelles Weihnachtslied vermählen sich in wirklich einzigartiger Weise auf dem neuen Album von Sting, bürgerlich Gordon Sumner, ehemaliger Frontmann von „The Police“, erfolgreicher Solokünstler, seit jeher schon Schöngeist und Weltenwanderer im (pop)musikalischen Bereich. Seit rund 30 Jahren begleitet mich nun schon seine Musik, aber ehrlich gesagt hat sie mich nicht immer umgehauen: The Police fand ich in ihrer Frühphase toll, das letzte Album mit „Every breathe you take“ fand ich nicht schlecht, aber zu poppig. Stings Soloalben enthalten Perlen, aber auch geschmäcklerisches Gutmenschensalbei a la „Russians“. Immer gefallen hat mir allerdings sein Talent für große Melodien und seine kulturelle und damit verbundene musikalische Offenheit, die ihn mal mit Gil Evans, mal mit Marsalis, dann aber auch mit den Chieftains oder Karamazov zusammengeführt hat.

Und nun endlich, mit 58 Lebensjahren, gelingt ihm der moderne Klassiker, den er verdient hat: Ein ruhiges, atmosphärisches, allerdings auch grenzgängerisches Jahreszeitenalbum, keine Weihnachtsplatte, sondern eine Ode an den Winter: „If On A Winter’s Night…“.

Sting
If on a Winter’S Night (Ltd.Deluxe ed.)

Wie auf der DVD der Limited Edition schön anzusehen ist, hat sich Herr Sumner im vergangenen Winter mit einer illustren Gruppe verschiedenster Musiker aus den Bereichen Pop (so sein Adlatus Dominic Miller), Klassik und (englischem) Folk auf seinen Landsitz in der Toskana zurückgezogen (so würden es Adlige wohl formulieren 😉 ) und gruppendynamisch an einer Compilation stimmungsvoller Lieder gearbeitet, die sich mit dem Winter europäischer Art, mit Licht und Dunkel, Christentum und Mythen beschäftigen. Die Produktion ist erstklassig, wenn ich an den Reglern hätte sitzen dürfen, ich hätte es genau so abgemischt: Stings unverwechselbare Stimme naturbelassen, eine lupenreine Gitarre, Folkinstrumente wie Harfe und Dudelsack nicht als folkloristisches Tupferl, sondern gleichberechtigtes Sessionelement, gefühlvolle Klassikinstrumente, cellolastig, zur rechten Zeit setzt lebendige Percussion ein, Chöre untermalen den Klangzauber keltisch und manchmal mystisch anmutend. Und eine Liedauswahl, die nicht den Fehler vieler „Weihnachtsplatten“ macht, sondern es zulässt, dass archetypische Erfahrungen der kalten Jahreszeit in atmosphärischer Dichte ein perfektes Abbild unseres kollektiven Bewusstseins in der „Dicke-Socken-Zeit“ zeichnen.

Diese Platte ist nicht ein „lustiges“ Klassikexperiment wie das Dowland-Album und keine halbherzige Weltmusik, wie auf Stings letztem regulärem Album „Sacred Love“ aus dem Jahr 2003, sondern Fusion im besten Sinne: Ein unwiderstehliches Konglomerat aus Tradition, Klassik und Folk, nicht gehalten, sondern bereichert von Stings Ausnahmestimme.

Wenn man seine inbrünstige Besingung des Namens Jesus erlebt, fragt man sich natürlich nach seiner Motivation, derjenigen eines Mannes, der sich im Booklet als „Agnostiker“ bezeichnet, etwas Distanz zum traditionellen Weihnachtsfest zum Ausdruck bringt und von den Geistern redet, die den Winter bevölkern.

Eine Weihnachtsplatte für „Ungläubige“ also? Lebkuchen- und Teemusik für den gepflegten kosmopolitischen Humanisten mit der geschmackssicheren Villa in der Toskana (ich räume ein, GENAU SO würde ich auch gerne wohnen und musizieren wollen – seufz!)? So, wie seine Musik Licht und Gefühl in den Winter bringt, finden sich einige erhellende Gedanken zu dieser in großen Lettern über diesem Projekt stehenden Frage in einem vorzüglichen Interview, geführt von der insofern unverdächtigen „Frankfurter Rundschau“:

Sting-Interview der FR

Zitat hieraus: „Ich glaube an etwas Profundes, Tiefsinniges, das jenseits der menschlichen Vorstellungskraft liegt. Für mich ist Religion lediglich eine Metapher für die Neugier auf dieses Andere. Aber was es ist, weiß ich auch nicht. Ich bin auf einer spirituellen Suche.“

Spannend…

Und hier noch ein kleiner Eindruck vom neuen Album, das ich hiermit aus vollstem Herzen empfehle (wenn du es eh kaufen willst, kannst du auch gerne obigen Link unter dem Bild anklicken, das geht dann über meinen Amazon-PartnerNet-Account und beschert mir einen kleinen Obulus von Amazon. Empfohlen sei die Limited Edition mit DVD, die lohnt sich auch, tolle Aufnahmen von den Sessions, Interviews, und dieses UNSAGBAR TOLLE Toskanahaus – nochmals Seufzer!):

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Zeug des Lebens

Dank Christoph bin ich soeben auf diesen Clip aufmerksam geworden, ein Poetry-Slam-Auftritt der besonderen Güte. Ich denke, alle zusätzlichen Worte wären vertane Zeit, Vorhang auf und Zeit zum Zuhören nehmen, es lohnt sich:

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Do you remember the time?

Wir schreiben das Jahr 1983. Verfasser dieser Zeilen macht mal eben sein Abi, der Sommer ist warm und nach dem Verlassen des Gymnasiums herrlich orientierungslos, alle warten auf Bundeswehr oder Zivildienst und träumen vom wilden Studentenleben fernab der norddeutsch-heimischen Idylle.

Nato-Doppelbeschluss, Reagan und Thatcher boten genug Angriffsflächen für die von 68ern-Lehrern liebevoll pseudorevolutionär gehätschelte Bildungsjugend, und in Deutschland erhob sich jüngst der Monolith Helmut Kohl, als Witzfigur betrachtet und nicht als Kanzler ernst genommen, der 16 Jahre lang die Regierungsbank stabil besetzen wird.

Punk war ein paar Jährchen her und hat in Deutschlands Provinz nicht wirklich eingeschlagen. Die harten Jungs mixten Punk und Wave unter ihre Metal-Scheiben. Eddie van Halen war ein bewunderter Virtuose. Und dann gab es da diese seltsame Parallelwelt Disco und Pop, gerne konsumiert von schick angezogenen Malochern, die nach ölverschmierter Woche am Wochenende im vom Papa gesponsorten Golf mal richtig aufdrehen wollten. Saubere Trennlinie soweit.

Und plötzlich gibt es da dieses androgyne Wesen, dass sich mit weißem Tigerchen in Glitzerklamotten auf einem Plattencover räkelt. Aber drinnen? Jagt Eddie van Halen ein Tappingsolo erster Güte einem vom Beat getriebenen Tanzhammer voran (Beat it). Rappt Vincent Price auf einem Horrorhüpfer (Thriller), und ein dazugehöriger Video ist ein John-Landis-Minischocker mit unvergesslichen Tanzeinlagen. Auch Paul McCartney lässt sich nicht lumpen und führt ein Verbalbaggerduell mit diesem unvergleichlichen Lufthüpfer. Und M.J. schafft es auf wundersame Weise, Barrieren zu überwinden, alle Gruppen, Headbanger und Popper, Tänzer und Steher hinter sich zu vereinen. Oder aus Stehern Tänzer zu machen…

Ein normaler Mensch? Nein, da singt zwar jemand von Liebe, man kann sich auch gut vorstellen, dass sich da viele Girls gerne angesprochen fühlen, aber eine seltsam kindlich-verspielte Unschuld umspielt diesen jungen Mann,der irgendwie anders erscheint, von dem viele Deutsche nicht wissen, dass er kürzlich noch eine normal-knuffige afroamerikanische Nase und einen Krauskopf hatte, und vielleicht auch etwas dunklere Haut.

Und dass Papa ihn recht früh mit seinen Brüdern auf die Showbühne gejagt hat, um die Malocherfamilie auf den Brettern der Musikbühnen zu einer wohlhabenden Künstlerfamilie zu machen. Auf Kosten der Kindheit des kleinen Michael, der singt wie ein verliebter Lover, aber nicht mal in Ruhe in seinem Zimmer spielen konnte, sondern auf Star gedrillt wurde. Und den Papa gerne mal „Dicknase“ genannt hat…

Und der vom Papa im Himmel mit einer dieser olympischen Stimmen gesegnet wurde, die sich im Hörkanal setzen wie Honig im Rachen, eine Stimme, die auf seltsame Weise selbst dann tief anrührt, wenn sie einfachste Popsongs intoniert und sogar zum Weinen bringen kann, wenn man merkt, dass der Inhalt aus dem Herzen kommt. Dem viele tolle Melodien einfallen, und der viele große Popkünstler seiner Zeit kontaktiert und in kongenialer Weise mit ihnen kollaboriert (Quincy Jones, McCartney, van Halen, Slash usw.).

Nie wieder war er so gut und vereinend wie auf Thriller, denn was folgt auf eines der inspiriertesten Alben der Popgeschichte? Viel Kohle, mit der man sich alles leisten kann, was meine Platten aufpimpt, aber auch den Kern verschütten kann. Der verzweifelte Versuch, sich mit Geld die eigene Jugend und Anerkennung zu kaufen (plastische Chirurgie, Neverland, Äffchen, Kirmesinventar).

Jackson ein Kinderschänder? Das glaube ich nicht, habe ich nie geglaubt. Da wollten ein paar geldgeile Nutznießer Profit daraus schlagen, dass Jackson sich daran gefreut hat, Kindern nahe zu sein. Bestimmt hat er mal mit Kindern „gekuschelt“, und darauf hätte ich als Elternteil eines Kuschelkindes keinen Bock, aber sexuell interessert an Kindern war Jackson m.E. nicht. Das hätte selbst M.J. nicht verheimlichen können, da hätte es stichfeste Beweise geben müssen (mein alter AG-Leiter im Ref. würde jetzt „Sperma-Spuren“ sagen).

Nein, M.J. war ein talentierter, hübscher Mann, der nie Kind sein durfte und sich dann von falschen Quellen die Kindheit und Jugend erobern wollte. Ein Mann mit unfassbarem Talent und einem großen, naiven Herzen.

Und egal, was er aus sich gemacht hat, das wahre Kind Jackson leuchtete immer wieder aus seiner kreativen Arbeit hervor und machte ihn zu einem modernen Rattenfänger für die ganze Welt. Ach, Michael, ich würde gerne die Uhren zurückdrehen ca. ins Jahr 1979. Ich würde dir sagen, wie begabt du bist und wie lieb Gott dich hat. Und dass du nie, nie einer anderen Lügnerstimme glauben sollst.

Du hast mir viel Freude in meinem Leben gemacht. Ich weiß nicht so genau, was du die letzten 8 Jahre gedacht hast. Vielleicht hast du in ruhigen Stunden, während dieser bescheuerten Prozesse oder mit deinen Kindern, diese Stimme gehört, die zu dir spricht: Michael, du bist mein geliebtes Kind. Ich habe dich geschaffen, kenne dich, schon als ich dich im Mutterleib formte. Ich finde deine Musik geil. Du bist schön, ich wollte dich so. Und egal, was war, wo du fehlgetreten bist, hier bin ich und warte auf dich. Komm zu mir, ich geb dir Ruhe und Frieden, für immer.

Ich hoffe, dass du diese Stimme gehört hast und ihr gefolgt bist. Und jetzt bei ihr bist, im goldenen Sarg oder in einem Sack aus Leinen. Aber mit einem neuen, geschenkten Herz.

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