Archiv der Kategorie: Lustiges Allerlei

Schlag dir die Klauseln aus dem Kopf!

Werbung kann wirklich aufbauend sein:

Ich werde niemandem Neues erzählen, wenn ich berichte, dass die Victoria Versicherung (bei der ich übrigens seit Jahr und Tag Kunde bin) jetzt „ERGO“ heißt.

Ich bin übrigens sehr zufrieden mit meiner Versicherung, gute Konditionen, gute Leistungen. Tief frustriert hat mich nur, dass der typische Versicherungsnehmer offenkundig, wie die Werbung zeigt, nicht ein Mittvierziger mit Schwimmring und Grabesblond, sondern ein junger, hübscher Lederjackenträger ist, der durch die ERGO-Werbung läuft, cool wie Sau seinen Frust über das deutsche Versicherungswesen rausbläst und sich zum Schluß, bevor er den Retro-Kopfhörer überstreift, mit dem Appell an die Assekuranzmeister wendet, er möge doch versichert und nicht verunsichert werden.

Hach, so schön und cool bin ich nicht mehr, bin ja schon froh, dass so alte Säcke wie ich überhaupt noch versichert werden. Die ERGO-Einstiegswerbung hat mich also etwas neidisch auf so viel juvenile Chuzpe gemacht.

Aber jetzt schlägt mein Herz wieder höher: Neuerdings ist der feuchte Mädchentraum aus der ERGO-Werbung verschwunden (wahrscheinlich von aphrodisierten Versicherungsnehmerinnen lebendig zerrissen und eingemacht), stattdessen äußert ein 40something mit deutlich weniger erotischer Strahlkraft Sätze, die auch Thomas Bernhard mit Elfriede Jellinek in der Antiaggressionsgruppe eingefallen sein könnten, und proklamiert auf den Großplakaten: Ich will Klartext und keine Klauseln!!

Cool, die ERGO hat also wohl alle ihre AGBs abgeschafft und leistet jetzt nur noch unbesehen irgendwelcher blöder Klauseln? Dann bin ich umso lieber weiterhin ERGO-Kunde, noch zumal die Werbehelden auch wieder im optischen Mittelmaß angekommen sind. Cogito, ERGO sum, oder so..

PS: Schon gewusst, dass Clip 1 offenkundig dezent von „High Fidelity“, ähm, „beeinflusst“ ist? Guckst du hier:

http://blog.rebellen.info/2010/08/25/dumm-dreist-ideenlos-ergo-versicherungen/

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Wasser und Feuer

Gerade bei Feierlichkeiten, seien es weltliche oder kirchliche, kochen schon einmal die Emotionen hoch. Und wer wird schon gerne bei einer heiligen Handlung gestört?

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Hau ab, 2009, Du Stinkeschweinejahr!

Alle Medien, Politiker, Leser von Tierinnereien und Propheten sind sich selten einig: 2009 ist der Anfang vom Ende, das globale Katastrophensprungbrett, kurz: Der letzte Dreck!

Was erwartet uns? Rezession, Depression, Massenarbeitslosigkeit, Robbensterben, neue Kriege, Krankheiten, Weltende Teil 1, Missernten,ehelose Schäfer, das Ende der Hummelfiguren, alten Menschen wird im Bus kein Platz mehr freigemacht, Windows stürzt immer wieder ab.

Was soll das? Müssen wir uns so etwas von einem neuen Jahr bieten lassen? Haben wir es eingeladen, oder wie? Was fällt diesem mickrigen Jährchen, das sich noch gar nicht bewährt hat, eigentlich ein?

Da sollte man nicht lange rumfackeln, sonderm diesem Jahr gleich was auf seine Schweinefresse geben! Oder am besten ignorieren, das tut ihm doch am meisten weh! Rezession macht diesem Miststück der Zeitrechnung doch gar keinen Spaß, wenn sich keiner dran stört.

Also, fürchtet Euch nicht, sondern macht es wie Harald Martenstein in der aktuellen Zeitkolumne, hier zum empfohlenen Nachlesen und Mitmachen:

„Charakterlich ist 2009 der letzte Dreck.“

Alle Leser, die es etwas frömmer bevorzugen: Fürchtet Euch nicht! Und abermals sage ich: Fürchtet Euch nicht! Auch, wenn ihr den Arsch vollkriegt!

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Abi 83!!!!!!!!!!!

Es war einmal, in der norddeutschen Tiefebene, nördlich des Weißwurstäquators und jenseits von Holland, vor einem Vierteljahrhundert: Über den sieben Bergen bei den norddeutschen Zwergen machte ein Junge nach mehrjährigem schulischen Dornröschenschlaf und einer nordischen Freizeittrinksportsozialisation tatsächlich das Abi.

25 Jahre später flattert ihm eine Einladung zu einem Abi-Treffen in den elektronischen Briefkasten. Flugs alle Einladungen zu internationalen Preisverleihungen ausgeschlagen und den Termin dick im Kalender angestrichen – da muss ich hin!

Tags zuvor fahre ich mit der besten Ehefrau von allen, die sich auf vorzügliche Verköstigung im Hause der Eltern ihres Gatten freut (Partner müssen bei der Feier draußen bleiben, was sich als kommunikationsförderndes Element beweist), gen norddeutsche Heimat, und krause Gedanken geistern mir durch den Kopf: Was wird das wohl werden? Erkenne ich alle wieder? Und die mich? Wie geht man da hin, kommen da plötzlich alle im Anzug und kleinen Schwarzen, oder werden, wie 25 Jahre zuvor, alte Jeans, Bundeswehrparka mit Stickern und Jutetaschen ausgepackt und alle Kulturabweichler gesteinigt? Werden die alten Schulanekdoten ausgepackt, Sauf-, Kotz-, Anbagger- und Sportrekorde in Erinnerung gerufen? Soll man Bilder von Auto, Haus und Pferdepflegerin mitnehmen, um dem Schlagabtausch adäquat zu begegnen?

Das alles ist aber bekanntlich so gar nicht mein Ding, und deswegen beschließe ich, einfach so hinzugehen, wie ich bin: Jeans, Polohemd, Digitalkamera, neugierig.

Und siehe da: Der Tag war fantastisch! Eingeleitet durch die Führung eines gut informierten und erinnerungsbegabten Lehrers durchstreiften wir die Bildungshallen, die mal ca. 9 Jahre unsere Welt bedeuteten, und es dauerte nur kurz, bis alles wieder beim Alten war: Schnell erkannte man wohlvertraute Gesichter, hörte bekanntes Lachen, sah alte Freunde und Weggefährten den Austausch beginnen, sich umarmen oder lächelte freundlich offene Gesichter an. Keine Spur von Aufschneiderei oder Sozialdünkel, eine offene und herzliche Atmosphäre.

Und als dann die Abi-Klausuren, wie angekündigt, an Interessierte ausgeteilt werden, nachdem gerade die schulische Aufbewahrungsfrist abgelaufen war und die Dinger ansonsten verfeuert worden wären, ist es wieder wie damals: Die Jahrgangsbesten freuen sich, andere versinken noch einmal wie dereinst im Staub des Schulfrustes. Aber gottlob haben wir ja alle das Abi geschafft, verspätete Aberkennung der Hochschulreife ausgeschlossen.

Und dann rundet eine schöne Feier im „Club“ in Nordhorn den feinen Tag ab.

Fazit: Ich freue mich, mit diesem Jahrgang die Schulbank gedrückt zu haben, und habe mich auch ehrlich gefreut, JEDEN gesehen und mit manchen sogar sehr intensiv gesprochen zu haben. Gerne bald mal wieder.

Den Blog zum 83er-Revival gibt es hier:

http://die83er.wordpress.com

Und hier die drei schönsten Anekdoten aus meiner Schulzeit (nachdem gottlob Derartiges nicht bei der Feier ausgebreitet wurde):

1. Mein Deutschlehrer, Herr Diederichs, liest, wie das öfter mal der Fall war, in meiner Mittelstufenklasse Passagen aus meiner Klassenarbeit vor. Da das in der Regel als positives Beispiel gemeint war, freue ich mich auf eine gute Note und über die nette Promotion. Die Ausführungen vollziehen manch überraschende Wendung, sind pointenreich und werden häufig mit Worten wie „plötzlich“ oder „auf einmal“ gewürzt. Aber zu früh gefreut: Das war die erste SACHARBEIT im Fach Deutsch, tolle Geschichte, aber leider das Thema verfehlt. 5.

Das erklärt vielleicht, warum ich heute nicht spannende Kinderbücher schreibe wie mein ehemaliger Mitschüler Rainer Gussek (der leider, leider nicht bei der Feier dabei war), sondern Jurist geworden bin.

2. Kunstunterricht, Frau Hammer-Knorr (leider kürzlich verstorben, wie ich entsetzt erfahren habe): Wir arbeiten mit Linoleum. ich ritze eine Burg mit malerischer Landschaft in das braune Linoleum. Frau Hammer-Knorr dazu: Das sieht aus wie ein Hubschrauberlandeplatz, von einem Kind gemalt.

Das erklärt, warum ich meine Künstlerkarriere frühzeitig beendet habe (direkt nach diesem Spruch, und sie hatte ja so recht!)

3. Musikunterricht bei Herrn Drescher, jeder soll einen Musiker oder eine Gruppe vorstellen. Ich entscheide mich für die Band „Queen“. Von Musik hatte ich damals keine (musiktheoretische) Ahnung, hatte aber in der „Bravo“ recherchiert und stelle nicht nur das Oeuvre besagter Band, sondern auch die mir aus besagter Quelle bekannten Augen- und Haarfarben der Musiker vor.

Das erklärt, warum ernsthafter Umgang mit U- und E-Musik heute eines meiner bevorzugten Hobbys ist. Mann, ist mir das heute noch peinlich…

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Hübsch hässlich

Dieses Blog, aufgestöbert vom laborierenden Herrn dasaweb (den offensichtlich die gepflegte Langeweile, kombiniert mit Entdeckergeist im Hinblick auf Obskuritäten, plagt), hat sich zur Aufgabe gemacht, hässliche Tiere an das Licht der geneigten Weltöffentlichkeit zu bringen:

http://uglyoverload.blogspot.com

Ich finde nur alle Tierchen süß! Bin ich anormal? Gesellt sich Gleiches gern zu Gleichem? Bin ich der geheime Sohn von Hagrid?

Egal, viel Freude mit dieser Seite. Oder viel Ekel, je nach Vorlieben…

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Moskauer Toilettensport

Ein Schelm, der Böses dabei denkt! Dieses Schild hang in unserem Hotel nahe Düsseldorf:

Meine Fantasie produzierte russische Securitytypen in weißen Bademänteln, die dich in den Fitnesstoiletten zu ausgelassenen sportlichen Aktivitäten verschiedenster Art erwarten.

Wir waren übrigens in einem gaaanz normalen Hotel untergebracht…

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When I`m 64…

…wird aus

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wohl

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Vielleicht hab ich ja bis dahin zumindest wieder eine anständige Frisur!

Und wenn ich black and proud geworden wäre, würde Toto so aussehen:

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BudgieBabe, an der übrigens eine hübsche Asiatin verloren gegangen ist, weist auf diesen Link hin, wo ihr auch mal spielen dürft:

http://morph.cs.st-andrews.ac.uk/Transformer/

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