Archiv der Kategorie: Spocht

Wenn die Pulsuhr nicht piept…

Weder Midlife Crisis noch Ärzterat, aber der immer stärker werdende Ruf meines Körpers führte mich in mein aktuelles, selbsterwähltes Wellnessprogramm:

– Kein Zucker, auch nicht in Getränken

– Abends keine Kohlenhydrate

– 4x wöchentlich Laufen, stets frühmorgens, nach Möglichkeit unter der anaeroben Schwelle

Also musste eine Pulsuhr her. Die Wahl fiel auf die Polar FT7. Die soll angeblich piepen, wenn man die Schwelle zwischen aerober und anaerober Phase überschreitet. Tut sie aber nicht.

Nein, ich laufe nicht so, dass ich stets im Fettverbrennungsmodus bin. Auch ist der Signalton nicht defekt. Man hört ihn nur einfach nicht. Außer, man ist Hund, Vulkanier oder so etwas. Erklärung dazu vom Kundendienst: Die Uhr ist wegen ihrer Wasserdichte bis 30 m so hermetisch gebaut, dass die Töne nur sehr schwer zu hören sind. Macht nichts, ich nehme dank des obigen Verhaltens trotzdem gut ab und fühle mich fit wie schon lange nicht mehr. Außerdem würde das Gepiepe eh nerven.

Aber lustig ist das schon, eine führende Weltfirma…

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Eingeordnet unter Laufen, Spocht

Beten für die WM

In Zeiten der Fußball-WM ist alles anders:

Plötzlich wird aus einem Land voller bierbäuchiger Heavy-Coucher eine Nation aus verkannten Bundestrainern, die Anweisungen in Richtung Flachbildschirm schreien, Trikots, die in der Hüfte etwas auftragen, auf der Arbeit spazieren führen und sich extra wegen „unserer“ Mannschaft in schafskalte Biergärten begeben, um kollektiv Deutschlandfähnchen zu schwenken.

Äußerst interessant ist dagegen, dass von eben diesen Flachbildschirmen etwas zu beobachten ist, was sonst in der Öffentlichkeit ein peinlicher Tabubruch wäre: Nein, nicht Holländerinnen in Stoffen aus orangem Nichts, nein, auch nicht der Austausch körperlicher Züchtigungen auf dem Rasen, und auch nicht besoffene Männer in albernem Aufzug, erst recht nicht das Titulieren des eigenen Trainers als …..sohn, der sich selbst …… soll – das ist ja alles normal in unserer Gesellschaft.

Nein, gemeint ist – öffentliches Beten! So sieht man südländische Schönlinge mit langen Haaren nach der Nationalhymne die Hände „katholisch“ falten und gen südafrikanischem Himmel blicken, mit leichter Lippenbewegung.

Nigerianische, südkoreanische oder brasilianische Fußballspieler beten für den Erfolg ihrer Mannschaft, was die Frage aufwirft: Was macht Gott, wenn zwei dieser Mannschaften aufeinander treffen? Hat dann die Siegermannschaft „besser gebetet“?

Oder noch prägnanter: Darf man für so etwas beten, für den Sieg in einem Fußballmatch?

Das Ratsvorsitzende der EKD hat hier keine Bedenken:

http://www.saarbruecker-zeitung.de/sz-berichte/themen/Gebete-fuer-deutsche-WM-Elf-Gott-hoert-alle-Bitten;art2825,3333193

Ich auch nicht, aber wir sind mal wieder bei der Frage: WARUM betet man eigentlich? Was ist meine Motivation? Warum will ich einen Sieg der Mannschaft, die mein Land zur WM entsendet?

Nein, nein, ich will hier nicht den Miesepeter spielen: Ich werde mir heute abend mit meinem Bierbauch das Spiel Ghana – Deutschland in einem Biergarten ansehen, umgeben von CClern und anderen Landsleuten, in Richtung Flachbildschirm brüllen, wenn so eine Schirifigur das Spiel zerpfeift oder ein Tor fällt, und dazu ein paar Bier trinken.

Und ich werde beten, dass der Bessere gewinnen möge 😉

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Nur schießen, nicht nachdenken

Wenn man immer viel nachdenkt, ist es erfrischend, einfach nur mal zu tun.

Im Urlaub auf Capernwray Hall begegnete es mir zum ersten Mal: Archery, traditionelles Bogenschießen. Natürlich hatte man als Kind einen „Flitzebogen“ und schwärmte für Robin Hood. Später dann Legolas und sein traumwandlerischer Umgang mit dem Bogen. Und vor ca. 20 Jahren las ich „Zen in der Kunst des Bogenschießens„, ausgeliehen von einer Freundin, die als Geigerin davon lernen wollte. Die Lektüre half mir – ganz praktisch – beim Dart- und Billardspielen. Es funktioniert einfach.

Der Bogen in der Hand fühlte sich so an, als wenn er da schon immer hingehörte. Das Schießen hat mich ungemein entspannt. Außerdem habe ich, ohne mich irgendwie anzustrengen, immer getroffen – und dann auch den kleinen Schießwettbwerb gewonnen, bei dem es auf eine Punkteanzahl und das Treffen von kleinen Ballons ankam. Das war mir aber eigentlich egal. Das Schießen selbst hat mir einfach gefallen, es war so selbstverständlich und damit beruhigend.

Nach der Rückkehr aus dem Urlaub hat mir dann Marlies davon berichtet, dass sie das traditionelle Bogenschießen als Sport betreibt und hat mir ihren Lehrer und Ausstatter empfohlen: Hans Breier aus Sulzdorf.

Nun hat es geklappt, Hans Breier mal gemeinsam zu besuchen. Ein paar Impressionen davon:

Und nun werde ich in ein paar Wochen einen Bogen besitzen und schießen, anstatt zu denken.

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Wii, Yoga?

Für alle Leser, die es weiter unten noch nicht gecheckt haben: Die Wessens sind unter die Gamer gegangen und haben sich von Thorstens Geburtstagsgeld (Elternpräsente) ne Wii gegönnt.

Und gleich dazu das Programm Wii Fit mit Board. Eigentlich wegen dem lustigen Snowboardspiel, aber interessanterweise haben wir uns beide besonders mit Yoga angefreundet (hallo Martin, dein Wunsch, davon zu berichten, ist mir Befehl).

Mal ganz platt gesagt: Yoga ist toll! Es fordert heraus, vermittelt Harmonie und tut spürbar gut.

Wie das mit der Wii geht? Yogaübungen sind Teil des Trainingsprogramms. Ein virtueller Trainer, nach Belieben männlich oder weiblich, führt die Übungen vor und gibt Hinweise.

Man nimmt auf dem Board Stellung und wird unterwiesen, das Board misst mit Sensoren, ob die Übung richtig praktiziert wird.

Am Ende der Übung spuckt die Wii eine Bewertung aus, die aber wohl etwas zu euphorisch ausfällt, wenn man recht bald zum „Yogameister“ erhoben wird. Wenn man meine zarten Anfängerbemühungen filmen würde, sähe das wohl eher nach „schwangere Seekuh fährt Schlittschuh“ aus…

Meine Lieblingsübungen sind „Baum“, „Halbmond“ und die „Heldenposition“. Ich überlege nun ernsthaft, mal nen „richtigen“ Yogakurs zu absolvieren. Hoffentlich geht es da nicht so esoterisch-pseudospirituell zu, ich liebe ja nur die Übungen und was sie ihn mir auslösen: Körperliches Wohlgefühl, Ruhe, Harmonie.
Breathe in, breathe out …(den Witz verstehen jetzt nur die Leute, denen ich mal Trigger Happy TV vorgespielt habe 😉 )

Wer von euch hat schon mal Yoga gemacht?

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Eingeordnet unter Gesundheit und Hypochondrie, Kontemplation, Leibliches, Privat, Spocht, Wii

Was geht da ab im Hause wessnet?

Na, was habe ich mir vom Geburtstagsgeld unserer Eltern da ins traute Heim geholt?

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Hurra, Deutschland ist Europameister!

Wer hätte das gedacht? Deutschland schlägt die doch vorher so fortune spanische Elf 3:0 im Endspiel in Wien und unterbricht damit die Serie ungeschlagener Matches der Spanier.

Die an Brasilien in den besten Tagen erinnernden Ballathleten aus dem Heimatland des Fußballs ließen von der ersten Sekunde nach dem Anpfiff keinen Zweifel daran, wer hier der Meister auf dem Platz ist. Spiel auf ein Tor nennt man das dann wohl.

Durch Vorbereitung von Podolski verwandelt Schweinsteiger mit einem Fallrückzieher gleich in der ersten Spielminute. Darauf setzt ein Bombardement auf das Tor der ziel- und hilflos wirkenden Spanier ein, und nur ein letztes Aufbäumen der derart in die Enge getriebenen Südeuropäer verhindert ein Desaster mit zweistelligem Ergebnis noch in der ersten Halbzeit. Die siegessichere Elf Jogi Löws balanciert den Ball auf den Schuhspitzen, spielt traumhafte Kombinationen und erteilt Lehrstunden in der Kunst des Doppelpasses.

Der vierte Offizielle muss den vollkommen derangierten spanischen Trainer wieder und wieder ermahnen, bis dieser kollabiert und nur von Medicus Müller-Wohlfahrt wieder ins Leben zurückgerufen werden kann.

Derweil verwandelt Ballack kurz vor der Halbzeit aus 50 Metern einen Freistoß, der spanische Keeper fliegt dem Leder vergeblich hinterher, das sich in die obere linke Torecke quasi hineinbohrt.

Angela Merkel ballt die Fäuste und triumphiert mit lautstarkem Siegergröhlen, das man bis nach Irland hören kann. Wenn Deutschland hier gewinnt, wo will man es noch aufhalten? Ha ha…

In der zweiten Halbzeit zerstört ein Kopfball von Klose nach Vorarbeit Lahm endgültig jegliche Titelträume der Iberer.

Das Stadion tobt, die Österreicher verfallen in Siegeschöre und proklamieren den Wunsch, das neueste Bundesland des Europameisters zu werden.

Da können Netzer und Delling nur festhalten, dass hier eine deutsche Elf verdient gewonnen hat, die ihre Gegner paralysierte und das Wort Fußball neu buchstabieren lehrte. Respekt der Elf und ihren Spielerfrauen und Frau Merkel, Herrn Netzer, Herrn Delling und den ganzen vierten Offiziellen. Es war ein Rausch, ein Sommermärchen, das Wunder von Wien, der Ball ist rund und ein Spiel dauert 2 x 45 Minuten, plus Verlängerung, Nachspielzeit, Elfmeterschießen und Waldis EM-Studio natürlich, Deutschland, Deutschland über alles, ole. ole, ole…

Wer sind sie? Warum tragen sie so weiße Jacken? Ja, ja, ich schreibe hier einen Post. Nein, ich will das Jäckchen nicht anziehen. Wie, ich soll jetzt brav sein? Mir geht es gut, lassen sie das! Was sind das für Spritzen, die sie da aufziehn? Also echt, das geht jetzt aber wirklich zu weit, ich werde nicht
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Türkiye ./. Deutschland – Dür Büssürü mügü güwünnün!

Günaydin, türküschü ünd düütschü Füßbüllfüns!

Müt Spünnüng ürwürtüt ÜÜrüpü düs Hülbfünülspül zwüschün dün Hüldün vüm Büspürüs ünd dür düütschün Ülf.

Düs Hülbfünülü üst büü nühürüm Hünsühün üün ünnürdüütschür Wüttkümpf: Vüülü türküschü Büllüthlüten spüülün ün düütschün Vürüünen, ünd sü münchür türküschür Mütbürgür hüt süünü düütschü Lüüblüngsmünnschüft, süü düüs Büyürn Münchün üdür Schülkü 04.

Düü Düütschün hübün ümgükührt üün gütüs Vürhültnüs zü ührün türküschün Nüchbürn, büsündürs ührü Üssgüwühnhüütün hübün büü üns üngüschlügün. Dür Döner hüt düü Brütwürscht vürdrüngt.

Nün dünn, lüsst üns düüsüs Mütch (Ünglüzüsmüs) früüdlüch ünd füür mütüünündür ünschüüün ünd günüüssün.

Mügü dür Büssürü güwünnün! Ünd dünüch üün Döner ünd üün Raki üüf dün Süügür!

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